Zahnwechsel beim Hund
Auch Hunde haben zunächst ein Milchgebiss, das sie verlieren, sobald ihr finales Gebiss durchkommt. Allerdings unterscheidet sich das Gebiss des Hundes von unserem recht stark. Wir zeigen euch, wie das gesunde Gebiss aussieht und wie sich das Milchgebiss von dem bleibenden Gebiss beim Hund unterscheidet.
Doch wann beginnt der Zahnwechsel beim Hund und woran erkenne ich ihn? Was kann ich tun, um meinen Hund zu unterstützen? Was könnte schiefgehen und wann sollte ich zum Tierarzt fahren? Auf all diese Fragen geben wir euch in diesem Artikel antworten.
Inhaltsübersicht
Wann bekommen Welpen ihre Zähne?
Welpen kommen zahnlos auf die Welt. Im Alter von zwei bis sechs Wochen kommen die Milchzähne durch und nach ca. fünf bis maximal acht Wochen sollte sich das Milchgebiss mit 28 Zähnen spätestens vollständig ausgebildet.
Die Milchzähne passen sich in ihrer Größe dem noch kleinen Kopf des Welpens an und sind deshalb wesentlich kleiner als das Gebiss des erwachsenen Hundes. Milchzähne verweilen nicht lange im Maul des Hundes, denn spätestens mit Ende des 6. Lebensmonats werden sie bereits vom erwachsenen Gebiss abgelöst sein.
Wann findet der Zahnwechsel beim Hund statt?
Der Zahnwechsel des Hundes beginnt meist schon ab der 12. Lebenswoche und findet meist bis zum Ende des 6. Lebensmonats statt. Hier wechselt der Hund vom Milchgebiss auf das erwachsene Gebiss. Der Zeitpunkt und die Dauer des Zahnwechsels kann aber von Hunderasse zu Hunderasse und auch von Hund zu Hund variieren.
Der Welpe hat meist ab der 8. Woche das vollständige Milchgebiss mit 28 Zähnen. Diese verliert er langsam nach ca. 13 Lebenswochen. Denn nach 13 Lebenswochen beginnen die Milchzähne auszufallen. Doch der Zahnwechsel ist erst mit ca. 30 Wochen abgeschlossen.
Zahnwechsel: Regelmäßig Zähne prüfen
Es ist gleich aus mehreren Gründen sinnvoll, dass ihr eurem Welpen regelmäßig in das Maul schaut und die Zähne einmal überprüft. Zum einen gewöhnt sich euer Welpe gleich an eine „Maulschau“ und wird auch später beim Tierarzt wenig Probleme damit haben, wenn dieser ihm in das Maul schaut. Zum anderen könnt ihr so rechtzeitig feststellen, ob euer Hund beim Zahnwechsel Probleme haben könnte, um dann rechtzeitig zum Tierarzt zu gehen.
Beim Zahnwechsel werdet ihr vielleicht, wenn die Milchzähne ausfallen, die kleinen Zähne finden und ggf. auch mal etwas Blut im Maul finden. Doch viele Welpen verschlucken die kleine Milchzähne einfach, wenn sie ausfallen – dann findet ihr sie gar nicht und bemerkt den Zahnwechsel vielleicht nicht mal.
Wenn ihr die folgenden Veränderungen bei den Zähnen oder im Maul findet, solltet ihr zum Tierarzt fahren:
Zwei Zähne an derselben Stelle
Der Milchzahn besteht neben dem finalen Zahn. Dies kann eine Zahnungsstörung sein und sollte kontrolliert werden.
Abgebrochene oder verletzte Zähne
Auch wenn es sich um Milchzähne handelt, aber insbesondere, wenn es sich um bleibende Zähne handelt, ist dies immer ein Grund, zum Tierarzt zu fahren. Verletzte Zähne können zu Schmerzen und Infektionen führen und sollten immer schnellstmöglich behandelt werden.
Blutendes Zahnfleisch
Im Zahnwechsel sind gelegentlich vorkommende kleine Blutflecken am Spielzeug normal, sollte es aber mehr sein und das Zahnfleisch blutet, solltet ihr zum Tierarzt fahren.
Verfärbungen & Ablagerungen
Verfärbungen und gelblich-braune Ablagerungen auf den Zähnen können auf Zahnerkrankungen hinweisen. Dies ist ein Fall für den Tierarzt.
Fehlstellungen
Fehlgestellte, schief wachsende Zähne sollten kontrolliert werden.
Wackelzähne
Wenn bleibende Zähne bereits locker sind und wackeln, ist dies ein Fall für den Tierarzt.
Unterschiede Milchgebiss & bleibendes Gebiss
Milchzähne sind wesentlich kleiner und spitzer als die Zähne des erwachsenen Hundes. Das Milchgebiss hat nur 28 Zähne, während der ausgewachsene Hund 42 Zähne besitzt. Dem Milchgebiss fehlen im Gegensatz zum erwachsenen Hund 4 vordere Backenzähne und alle 10 hinteren Backenzähne. Ihr seht also im Maul eures Hundes im Milchgebiss die folgenden Zähne:
4 Fangzähne (Eckzähne, lat. Caninus)
Die Fangzähne sind die großen, langen und recht spitzen vier Zähne – jeweils zwei im Oberkiefer und zwei im Unterkiefer. Sie sind zum Ergreifen und Festhalten des Beutetieres gedacht.
12 Schneidezähne (lat. Incisivi)
Die Schneidezähne sind recht kleine Zähne, die zwischen den Fang- bzw. Eckzähnen liegen. Der erwachsene Hund hat insgesamt 12 Schneidezähne: Jeweils 6 Schneidezähne im Unterkiefer und 6 Schneidezähne im Oberkiefer. Mit den Schneidezähnen kann der Hund zum einen Nahrung aufnehmen und zum anderen werden sie üblicherweise zum Putzen (Körperpflege) genutzt. Ihr habt sicher schon mal beobachtet, wie euer Hund mit den kleinen Schneidezähnen an seiner Haut oder im Fell „herumgniebelt“, um sich zu reinigen.
12 Vordere Backenzähne (lat. Prämolaren)
Erwachsene Hunde haben insgesamt 12 vordere Backenzähne: 6 Backenzähne im Oberkiefer und 6 Backenzähne im Unterkiefer. Diese Backenzähne sind recht scharfkantig und dienen zum Kauen und Zerkleinern der Beute.
0 Hintere Backenzähne (lat. Molaren)
Der Welpe und Junghund hat gar keine hinteren Backenzähne im Oberkiefer oder im Unterkiefer. Somit hat er 10 hintere Backenzähne weniger als der ausgewachsene Hund.
Vergleich der Zähne in der Übersicht (Zahnformel)
Dies ergibt die folgende Zahnformel zur Übersicht mit den abgekürzten lat. Begriffen für die Zahnarten und der Anzahl der Zähne:
Oberkiefer
I1 I2 I3 C1 P1 P2 P3 P4 M1 M2 = 20 Zähne im bleibenden Gebiss
I1 I2 I3 C1 P2 P3 P4 = 14 Zähne im Milchgebiss
Unterkiefer
I1 I2 I3 C1 P1 P2 P3 P4 M1 M2 M3 = 22 Zähne im bleibenden Gebiss
I1 I2 I3 C1 P2 P3 P4 = 14 Zähne im Milchgebiss
Zahnwechsel – Verhalten und Probleme
Die folgenden Symptome können beim Zahnwechsel auftauchen. Sie sind nicht gleich ein Grund, zum Tierarzt zu gehen, doch wenn sie länger anhalten oder stärker sind, solltet ihr besser einen Tierarzt aufsuchen:
- Schwellungen im Gesicht
- Veränderte Fressgewohnheiten
- Nächtliche Unruhe
- Reiben des Mauls, Kopfes am Boden
Dies können Anzeichen für Zahnschmerzen eures Hundes sein. In geringem Maße können sie im Zahnwechsel mal vorkommen. Doch wenn sie länger anhalten oder stärker sind, solltet ihr das Maul und die Zähne überprüfen und zum Tierarzt fahren.
Doppelte Zähne (Persistierende Milchzähne)
Beim Zahnwechsel kann es vorkommen, dass die bleibenden Zähne bereits durchkommen, obwohl die Milchzähne noch nicht vollständig ausgefallen sind. Sie bleiben länger als geplant (sind persistierend). Dies muss kein Grund zur Besorgnis sein, Milch- und bleibende Zähne können für eine kurze Zeit parallel im Maul vorkommen. Doch dies sollte vom Tierarzt beobachtet werden, da es zu Fehlstellungen und aufgrund der engen Zahnstände auch zu Belägen kommen kann.
Solltet ihr nach dem 6. Lebensmonat noch Milchzähne im Maul eures Hundes entdecken, solltet ihr euren Tierarzt aufsuchen. Dieser kann feststellen, ob eine Behandlung notwendig ist.
Zahnwechsel beim Hund: Das könnt ihr tun
Es ist sehr unterschiedlich bei Hunden, ob sie unter dem Zahnwechsel leiden oder ob er fast unbemerkt und schmerzfrei abläuft. Welpen können unter Kieferschmerzen leiden.
Wenn euer Hund im Zahnwechsel ist, solltet ihr besser auf Zerr- und Zergelspiele erst einmal verzichten, da diese für euren Hund schmerzhaft sein können.
Gebt eurem Hund die Möglichkeit, die Zähne durch Kauen loszuwerden. Ihr könnt ihm natürliche Kauartikel anbieten, wie beispielsweise getrocknete Rinderkopfhaut oder natürliche Kauspielzeuge. Sehr geeignet sind auch ganze Karotten, um darauf herum zu kauen.
Kühlung hilft
Kühlung gibt eurem Hund beim Zahnen etwas Erleichterung. Deshalb bietet ihm beispielsweise eine Karotte direkt aus dem Kühlschrank an. Beliebt sind auch befüllbare Spielzeuge, die ihr mit einer flüssigen Mischung ins Kühlfach gebt und sobald sie gefroren ist, eurem Hund anbietet. Ihr könnt dafür beispielsweise etwas Joghurt oder Hüttenkäse mit ein paar zuckerarmen Früchten wie Himbeeren oder mit etwas Fleisch mixen und pürieren.
Bei den befüllbaren Spielzeugen solltet ihr darauf achten, dass sie keine Schadstoffe enthalten, was leider immer noch bei vielen Marken der Fall ist. Hier unsere Tipps:
- Beco Ball - nachhaltiger Ball mit Öffnung * - aus natürlichem, ungiftigem und BPA-freiem Kautschuk, mit natürlichem Vanille-Duft. Gibt es in verschiedenen Größen und Farben.
- Hevea Moonball zum Befüllen * - 100% Naturkautschuk, sehr robust und ohne Giftstoffe im Naturkautschuk. Mit Leckerli-Loch zum Beschäftigen. Bestens zum Spielen und Kauen geeignet.
- Toppl von West Paw * : Befüllbares Hundespielzeug, das aus recyletem Zogoflex® Material und ohne giftige Beimischungen hergestellt wird.
Wichtiger Hinweis: Bitte wendet keine Mittel an, die für den Zahnwechsel bei Kindern verwendet werden, da diese für Hunde giftige Stoffe wie den Zuckeraustauschstoff Xylit enthalten können. Bitte wendet auch keine Zahncreme für Menschen bei Hunden an, da diese für Hunde giftige Stoffe enthalten kann!
Zahnpflege nach Zahnwechsel
Die bleibenden Zähne eures Hundes solltet ihr regelmäßig kontrollieren und pflegen. Dies könnt ihr über die Ernährung als auch durch regelmäßiges Zähneputzen tun.
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