Gesundheit

Darf mein Hund Mais fressen?

Mais ist eigentlich ein Getreide, wird aber bei uns wie ein Gemüse verwendet. Die süßen goldgelben Maiskörner (botanischer Name: Zea mays) finden wir oft in Salaten, als Beilage und immer häufiger als leckere Maiskolben auf dem Grill. Mit ca. 100 kcal/100g ist Mais für ein Gemüse reich an Kalorien.

In vielen Hundefuttersorten finden wir Mais in unterschiedlichen Formen. Doch ist Mais für meinen Hund gut genießbar und gesund? Die Fütterung von Getreide ist in der Hundefütterung aus vielen Gründen stark umstritten, doch Mais nimmt hier noch einmal eine Sonderposition ein, wenngleich nicht immer im positiven Sinne. In jedem Fall solltet ihr es unbedingt vermeiden, dass euer Hund einen ganzen Maiskolben zwischen die Zähne bekommt.

Maiskolben sollte euer Hund niemals erhalten, aber Mais könnt ihr in geringen Mengen füttern

Ja oder Nein?

Wenn Mais auf eine verträgliche Art zubereitet wird, ist der Verzehr von Mais in kleinen Mengen für gesunde Hunde nicht schädlich. Insbesondere Hunde, die an Gewicht zulegen könnten und Mais gut vertragen, können gern die gelben Körner gern im Futter haben. Doch es gibt für Hunde besser geeignete Energie-, Protein- und Ballaststoffquellen, so dass Mais nicht in den Futterplan aufgenommen werden muss. Futtersorten, die einen hohen Maisanteil besitzen sind dagegen absolut nicht empfehlenswert für Hunde. Warum das so ist, welche Menge an Mais noch verträglich ist und wie du selbst Mais am besten fütterst, erfährst du in diesem Artikel.

Nachteile

Vorsicht bei ganzen Maiskolben und einer zu großen Menge an Mais

Absolut tabu für Hunde: Ganze Maiskolben!

Dein Hund sollte weder gegarte ganze Maiskolben beispielsweise vom Grill, noch frische Maiskolben vom Feld jemals zwischen die Zähne bekommen. Maiskolben bergen gleich mehrere Gefahren:

  • Darmverschluss

    Der gesamte Maiskolben ist für Hunde besonders schwer verdaulich und kann schnell zu einem lebensgefährlichen Darmverschluss führen. Darmverschluss aufgrund eines Maiskolbens ist leider bei Hunden keine Seltenheit und immer ein akuter Notfall, da Darmverschluss lebensgefährlich für deinen Hund werden kann.
  • Atemnot

    Leider schlingen Hunde große Stücke vom Maiskolben oder gar – je nach Größe – den gesamten Maiskolben auf einmal herunter. Hier besteht die Gefahr, dass er sich an den harten Stücken verschluckt und Atemnot erleidet.
  • Vergiftung bei Mais vom Feld möglich

    Sollte euer Hund einen ganzen Maiskolben direkt vom Feld erwischen, so solltet ihr ihm diesen sofort wieder wegnehmen. Denn der Mais vom Feld ist häufig gespritzt und kann für Hunde besonders gefährliche und giftige Pestizide enthalten. Obendrein enthalten die Maishaare des Maiskolbens giftige Alkaloide und Schimmelpilze. Diese können zu ernsthaften Vergiftungen bei Hunden führen.

Warum Mais keinen hohen Anteil des Futters ausmachen sollte

Zu viel Stärke ist ungesund und macht dick

Mais hat eine hohe glykämische Last, was bedeutet, dass der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr stark ansteigt. Der hohe Insulinspiegel sorgt auf der einen Seite für Fetteinlagerungen und strapaziert zum Ausgleichen des Insulinspiegels die Bauchspeicheldrüse. Für Hunde, die unter Diabetes oder Übergewicht leiden, ist Mais deshalb in größeren Mengen einfach ungesund. Mit 100Kcal/100g ist Mais recht kalorienreich, was für Hunde, die ohnehin schon mit einer schlanken Linie kämpfen ungesund sein kann. Gleichzeitig fördert die Stärke im Mais schlechte Zähne bei Hunden.

Mais kann bei empfindlichen Hunden zu Verdauungsproblemen führen

Mais ist insbesondere für empfindliche Hunde nicht leicht verdaubar und deshalb solltet ihr nur geringe Mengen verfüttern. Ansonsten kann es insbesondere bei empfindlichen Hunden zu Blähungen, Verdauungsproblemen oder zu Verstopfung kommen.

Mangel-Erscheinungen und Verhaltensprobleme durch Mais

Eine Ernährung mit einem hohen Maisanteil in dem Futter kann zu Vitamin-Mangelerscheinungen bei Hunden führen. Mais enthält im Gegensatz zu vielen anderen Gemüsen fast kein Tryptophan. Tryptophan ist eine Aminosäure, die die Vorstufe zu Vitamin B3 ist. Diese Mangelerkrankung wird sowohl beim Menschen als auch beim Hund Pellagra genannt. Ein Mangel an Vitamin B3 kann bei Hunden zu Hautproblemen, Durchfällen und auch zu nervösem Verhalten oder zu Demenz führen. 

Tryptophan wird im Körper benötigt, um Serotonin herzustellen. Serotonin wirkt wiederum als sogenanntes "Glückshormon" ausgleichend auf die Psyche. Ein Mangel kann sich auf Hunde nach wissenschaftlichen Forschungen in verstärkter Angst, Nervosität oder auch in Aggressionen zeigen. Obendrein enthält Mais zu viel Tyrosin, das eine Vorstufe von Noradrenalin und Dopamin ist, die wiederum als Stresshormone wirken. Deshalb kann bei einer einseitigen Ernährung mit einem hohen Maisanteil ein ängstliches, nervöses oder gar aggressives Verhalten beim Hund gefördert werden. 

Deshalb ist eine Fütterung mit einem hohen Maisanteil im Hundefutter, wie es leider bei Fertigfutter angeboten wird, für Hunde nicht gut geeignet. Achtet dabei am besten genau auf die Deklaration, denn einige Hundefutter enthalten beispielsweise nicht nur Mais, sondern auch Maisfuttermehl und Maiskleberfutter, was den Gesamtanteil im Futter noch erhöht. 

Mais ist ein minderwertiges Protein für Hunde

Hunde benötigen hochwertige Proteine als Bausteine für den Aufbau ihrer Körperzellen. Proteine bestehen aus Aminosäuren und insbesondere die essentiellen Aminosäuren müssen vom Hund mit der Nahrung aufgenommen werden. Doch Mais enthält im Gegensatz zu Fleisch zu wenige der für Hunde essentiellen Aminosäuren. Von den für Hunde essentiellen Aminosäuren wie beispielsweise Lysin und Methionin, Threonin und Tryptophan sind jeweils nur zwischen 3-10% enthalten. Im Muskelfleisch vom Rind liegen sie dagegen bei 70-85%. Die Proteine können demnach weniger für den Aufbau neuer Proteine im Körper verwendet werden und führen somit gleichzeitig zu einem erhöhten Stickstoffabfall, was wiederum sowohl die Leber als auch die Nieren des Hundes belastet. Hunde, die unter Leber- oder Nierenerkrankungen leiden, sollten Mais daher besser meiden. Mais kann im Futter daher nicht einen hohen Fleischanteil ersetzen und sollte nur zu einem kleinen Anteil des Futters sein. 

Mais enthält viel Phosphor und wenig Calcium

Sowohl Calcium als auch Phosphor sind für den Aufbau und den Stoffwechsel von Knochen und Zähnen wichtig. Allerdings sollten sie immer in einem gesunden Verhältnis von 1,3:1 (Ca:Ph) gefüttert werden, da ein Zuviel des einen Mineralstoffes die Aufnahme des anderen behindern kann. Doch roher Mais enthält ca. 90 mg Phosphat und nur 2,5mg Calcium, weshalb eine Fütterung mit viel Mais zu einem sehr schlechten Verhältnis von Phosphor zu Calcium führen kann. Bei den meisten Gemüsesorten dagegen ist das Verhältnis von Calcium zu Phosphor wesentlich besser.

Vorteile

Diese Vitamine und Mineralstoffe sind in Mais enthalten

Mais enthält eine gute Menge an wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und auch Ballaststoffen. Doch sind diese in anderen Gemüsen häufig zu einem höheren Anteil enthalten. 

  1. Gut für das Zellwachstum und Vitalität

    Mais enthält rund 30mg Folsäure/100g, was eine gute Menge ist. Folsäure unterstützt das Zellwachstum und ist an der Blutbildung beteiligt. Vitamin B1, B2 und B6 sind ebenfalls enthalten und sorgen für Vitalität und unterstützen das Nervensystem. 
  2. Leicht antioxidative Wirkung 

    Die goldenen Maiskörner enthalten etwas Beta-Carotin und auch rund 10mg Vitamin C (gedämpfter Mais, nicht der aus der Dose). Beide sind starke Radikalfänger und Beta-Carotin ist die Vorstufe von Vitamin-A, dem Augenvitamin. Allerdings enthält beispielsweise Petersilie fast 100 mal so viel Beta-Carotin und 18 mal so viel Vitamin C.  
  1. Glutenfreies Getreide


    Mais ist zwar ein Getreide, aber frei von Glutenen. Glutene können auch bei Hunden Unverträglichkeiten auslösen, was bei Mais dann nicht der Fall ist. 
  2. Verdauungsfördernde Ballaststoffe

    Mais enthält einige Ballaststoffe, die für die Verdauung förderlich sind. Doch beispielsweise enthalten Gemüse wie die Schwarzwurzel oder Topinambur wesentlich mehr Ballaststoffe.
  1. Reguliert den Säure-Basen-Haushalt

    Mais enthält mit ca. 280mg/100g eine gute Portion Kalium, einen lebensnotwendigen Mineralstoff, der eine entwässernde Wirkung hat. Kalium kann im Körper nicht gespeichert werden und muss daher täglich zugeführt werden. Viele Gemüsesorten enthalten jedoch mindestens ebenso viel Kalium.
  2. Gut für die Muskeln

    Mais enthält eine gute Menge an Magnesium, das für eine gesunde Funktion der Muskeln wichtig ist. 

 

Fütterung

Wie füttere ich Mais am besten?

Besser Bio

Verfüttert am besten Mais aus biologisch-organischem Anbau, da er nicht gespritzt und künstlich gedüngt sind und damit keine Schadstoffe und ein Optimum an Vitaminen und Nährstoffen enthalten. Außerdem ist der nicht gentechnisch verändert, was gesundheitliche Nachteile wie beispielsweise Allergien nach sich ziehen kann.

Mais am besten frisch und selbst kochen

Wenn ihr selbst Mais verfüttern möchtet, solltet ihr am besten frischen oder tiefgefrorenen Mais (pur) selbst kurz dämpfen oder kochen und keinerlei Gewürze verwenden. Wenn ihr den gegarten Mais dann noch kurz püriert, ist er für Hunde am besten verwertbar.

Ist Dosenmais gesund für den Hund?

Dosenmais kann von Hunden zwar besser verdaut werden, da er blanchiert wurde, hat häufig aber einen wesentlich höheren Zuckergehalt als natürlicher Mais, weshalb er weniger empfehlenswert für Hunde ist. 

Darf mein Hund Popcorn fressen?

Popcorn ist meist stark gesalzen und/oder gezuckert und obendrein gebuttert. Es enthält damit sehr viele Kalorien mit über 350kcal/100g. Salz und Zucker sind für Hunde obendrein besonders ungesund. Deshalb ist Popcorn keine gute Idee für Hunde. Wenn ihr Popcorn allerdings ohne Zusätze verfüttern möchtet, so ist es in geringen Mengen ok für den Hund. Doch Vorsicht: sehr kleine Hunde könnten sich an Popcorn verschlucken. Außerdem können im Popcorn immer Maiskörner enthalten sein, die nicht aufgegangen sind. Diese sind für Hunde sehr schwer verdaulich und können zu Bauchschmerzen und Magenproblemen führen. Außerdem kann Popcorn wie bei uns Menschen auch zwischen den Zähnen der Hunde hängen bleiben und dort Karies verursachen. Deshalb ist es einfach keine gute Idee, deinem Hund Popcorn zu füttern.

Darf mein Hund Maisflocken fressen?

Maisflocken haben den Vorteil, dass sie für Hunde leichter verdaulich sind. Doch Vorsicht: Maisflocken sind getrocknet und haben daher mehr Kalorien als natürlicher Mais. Sie müssen vor dem Verzehr auch in Wasser quellen.  

Wie viel Mais darf ich meinem Hund füttern?

In vielen Hundefuttersorten findet man Mais oder Maisfuttermehl, Maiskleberfutter als Bestandteil. Mais sättigt die Hunde und ist relativ günstig im Einkauf, weshalb er gern von den Herstellern verwendet wird. Allerdings ist Mais in der Hundefütterung nicht notwendig und sollte – wenn überhaupt – nur einen kleinen Anteil von maximal 10-15 % des Futters ausmachen.

Bei einem Hund von 10kg wären dies ca. 25-37,5g in der täglichen Futterration, wenn man davon ausgeht, dass er pro Tag ca. 2,5% seines Eigengewichts an Futter erhält. Dies gilt nur für frisches Futter und nicht für Trockenfutter, das wesentlich konzentrierter an Nährstoffen ist. 

Bei empfindlichen Hunden solltet ihr euren Tierarzt am besten vorher fragen, ob ihr ihm Mais füttern dürft. Wie bei fast jedem Futtermittel besteht auch beim Mais die mögliche Gefahr, dass dein Hund allergisch auf ihn reagieren kann. Sollte dein Hund allergische Reaktionen wie Schwellungen, Atemprobleme, Ausschläge, Jucken, Husten oder andere Allergie-Symptome zeigen, solltest du ihm natürlich keinen Mais weiter füttern und einen Tierarzt kontaktieren.

Wissenswertes rund um den Mais  

Seit Jahrtausenden in Mexiko bekannt

Mais wird vermutlich seit über 5.000 Jahren in Zentralmexiko angebaut. Erst mit der Entdeckung Amerikas brachte Christoph Kolumbus (1451-1506) den Mais mit nach Europa. Doch in Spanien wurde er zunächst nur als Zierpflanze in den Gärten gehalten und erst die Italiener entdeckten im 16. Jahrhundert den Mais für den Ackerbau. Und kurz darauf kam er auch nach Deutschland und in die Schweiz. 

Saison: Im Herbst ist Maisernte

Die USA sind der größte Lieferant von Zuckermais in der Welt. Doch auch in Deutschland wird Mais angebaut und deckt den Bedarf unseres Landes. Insbesondere von August bis Herbst gibt es lokal angebauten Mais frisch zu kaufen. 

Lagerung

Frische Maiskolben solltet ihr im Kühlschrank aufbewahren und am besten innerhalb der nächsten 2-3 Tage verzehren, denn lange hält er sich nicht. 

Was bitte ist Kukuruz?

Mais wird in Teilen Österreichs und auch Bayerns "Kukuruz" genannt. Das Wort „Kukuruz“ leitet sich aus dem Slawischen ab. 

Vorsicht: Maishaar ist giftig

Maishaar, Maisbart oder Maisgriffel sind giftig, da sie Alkaloide enthalten. Zusätzlich können auch giftige Schimmelpilze auf dem Maishaar für Vergiftungen mit Aflatoxinen verantwortlich sein. Ein Grund mehr, dem Hund keinen ganzen Maiskolben zum Knabbern zu geben.

Fazit zur Fütterung von Mais an Hunde

Hunde benötigen Mais im Grunde nicht als Futtermittel. Mais ist in geringen Mengen für gesunde Hunde aber auch nicht schädlich. Er sollte nicht mehr als 10-15% der täglichen Futterration ausmachen. Insbesondere gesunde Hunde, die an Gewicht zulegen sollen und Mais vertragen, können mit Mais gefüttert werden. Doch für Hunde, die sich im Wachstum befinden, kranke oder alte Hunde sollte Mais besser von der Futterliste gestrichen werden. Wenn ihr Mais füttern möchtet, sollte ihr am besten frische oder tiefgefrorene Maiskörner garen und sie nicht würzen und danach pürieren. So kann euer Hund sie am besten verdauen und verarbeiten. 

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