Gesundheit
Vitamin K: Für Knochen, Zähne und Blutgerinnung
Vitamin K ist besonders wichtig für die Regulierung der Blutgerinnung und für gesunde und gestärkte Knochen und Zähne. Es ist ein fettlösliches Vitamin, das nur parallel mit Fetten oder Ölen vom Körper gut aufgenommen werden kann. Vitamin K können Hunde sowohl aus tierischen als auch aus pflanzlichen Futtermitteln beziehen. Doch Vorsicht: In Fertigfutter kann die gesundheitsschädliche synthetische Form von Vitamin K enthalten sein.
Formen
Vitamin K gibt es in drei unterschiedlichen Formen, wobei Vitamin K1 und K2 die natürlich vorkommenden Formen sind und Vitamin K3 die synthetisch hergestellte Form ist:
Vitamin K1 (Phyllochinon)
Vitamin K1 kommt überwiegend in pflanzlichen Futtermitteln vor und wird in den Zellen grüner Pflanzen synthetisiert. Es ist insbesondere wichtig, damit die Blutgerinnung im Gleichgewicht bleibt.
Vitamin K2 (Menachinon)
Vitamin K2 kommt teilweise in tierischen Futtermitteln vor, doch es gibt noch eine weitere wichtige Quelle: Die Darmbakterien wie beispielsweise Escherichia coli oder Lactobacillus können Vitamin K2 bilden. Allerdings wird darüber wahrscheinlich nur ein geringer Teil des Bedarfs bei Hunden gedeckt.
Vitamin K3 (Medion)
Vitamin K3 ist die synthetische Form von Vitamin K. Es wird häufig in Futtermitteln als billiger Ersatz für die natürlichen Vitamine K1 und K2 verwendet. Vitamin K3 ist nachweislich gesundheitsschädlich, da es zu Anämien (Blutarmut) und zu Lebererkrankungen führen kann. Für den menschlichen Verzehr ist Vitamin K3 bereits seit einigen Jahrzehnten verboten, nicht aber in der Herstellung von Hundefutter. Das sollte uns zu denken geben.
Aufgaben & Funktionen
Vitamin K ist wichtig für die Blutgerinnung und die Knochen
Vitamin K hat neben seinen Hauptfunktionen für die Regulierung der Blutgerinnung und des Transportes von Calcium in Zähne und Knochen noch weitere wichtige Funktionen. So beispielsweise für die inneren Organe, die Darmflora und das Immunsystem.
- Vitamin K1 ist wichtig für die Regulierung der Blutgerinnung
- Vitamin K2 ist für die Regulation des Calciumhaushaltes wichtig. Es aktiviert Osteokalzin, das dafür notwendig ist, Calcium zu den Knochen und Zähnen zu transportieren. Ohne Vitamin K2 lagert sich kein Calcium in Knochen und Zähnen ab, sondern in Organen und Arterien.
- Vitamin K2 kann daher der Arterienverkalkung vorbeugen.
- Vitamin K unterstützt die Darmflora und stärkt das Immunsystem
- Vitamin K ist wichtig für die Entspannung der Muskeln
- Vitamin K unterstützt Leber und Nieren
- Vitamin K unterstützt die Zellteilung und das Zellwachstums
Mangel
Ein Mangel an Vitamin K kann die Blutgerinnung stören
Ein Mangel an Vitamin K ist bei gesunden Hunden, die ausgewogen ernährt werden, sehr selten. Insbesondere, wenn Hunde grüne Blattgemüse erhalten, leiden sie keinen Mangel an Vitamin K.
Doch bestimmte Faktoren wie eine unausgewogene Ernährung, Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt, der Galle, der Bauchspeicheldrüse oder der Leber oder die Gabe von Medikamenten wie Antibiotika können einen Mangel begünstigen.
Maldigestion (unzureichende Verdauung) und Malabsorption (unzureichende Aufnahme) können einen Mangel an Vitaminen zur Folge haben. Hunde, die eine gestörte Darmflora haben oder zu dauerhaften Durchfällen neigen, könnten unter einem Vitamin K-Mangel leiden.
Die Aufnahme von Giften wie beispielsweise Rattengift, kann ebenfalls zu einem Vitamin K-Mangel führen.
Symptome bei einem Vitamin K-Mangel
Die folgenden Symptome können bei Hunden im Falle eines Vitamin K-Mangels auftreten:
- Störung der Blutgerinnung (kleine Wunden können kaum noch gestillt werden, innere Blutungen und ein Verbluten sind möglich)
- Blutarmut (Anämien)
- Krankhafte und mangelhaft ausgebildete Knochen und Zähne (die Zähne und Knochen können zu weich sein)
- Kalzium-Ablagerungen und Verkalkungen beispielsweise in den Arterien, Organen wie Herz und Niere
Hypervitaminose
Kann Vitamin K überdosiert werden?
Eine Überdosierung von natürlichem Vitamin K ist bisher bei Hunden unbekannt. Allerdings wird Vitamin K als fettlösliches Vitamin überwiegend in Leber und Nieren gespeichert. Das synthetische Vitamin K3 könnte überdosiert werden, es sollte aber ohnehin gemieden werden, da es gesundheitsschädlich ist.
Vorkommen
Vitamin K in der Nahrung
Vitamin K1 in grünen Gemüsen
Vitamin K1 befindet sich hauptsächlich in den grünen Teilen von Gemüsen. Insbesondere grüne Blattgemüse haben einen relativ hohen Gehalt, der aber auch hohen Schwankungen unterliegen kann.
Die folgenden Gemüsesorten enthalten beispielsweise recht viel Vitamin K1 auf 100g. Dabei handelt es sich um grobe Durchschnittswerte, da der Vitamin K-Gehalt hohen Schwankungen unterliegen kann:
- Grünkohl, gegart (225-800 μg)
- Mangold, gegart (400 μg)
- Petersilie (350-790 μg)
- Portulak (380 μg)
- Spinat (305 μg)
- Brunnenkresse (250 μg)
- Rucola (250 μg)
- Fenchel (240 μg)
- Rosenkohl (230 μg)
- Blumenkohl, gegart (220 μg)
- Feldsalat (200 μg)
- Broccoli, gegart (130 μg)
- Eisbergsalat (110 μg)
- Kopfsalat (110 μg)
Vitamin K2 in Fleisch und Natto
Vitamin K2 wird meist aus tierischen Futtermitteln aufgenommen. Allerdings schwankt ihr Vitamin K2-Gehalt sehr stark und ist abhängig von der Ernährung der Tiere. Wenn beispielsweise Kühe mit Gras gefüttert werden und nicht mit Kraftfutter, dann nehmen sie genügend Vitamin K1 auf, das in ihrem Körper in das Vitamin K2 umgewandelt wird. Damit enthalten Fleisch und auch Milchprodutke von Weidetieren genügend Vitamin K2. Bei Rindern und Hühnern ist es daher wichtig, dass sie im Freiland und auf Weiden gehalten werden.
Die folgenden Futtermittel enthalten das Vitamin K2, sofern die Tiere in Weide- oder Freiland gehalten werden:
- Leber
- Wildfleisch
- Rindfleisch
- Hühnerfleisch
- Ziegenfleisch
- Milch
- Eier
- Joghurt
- Quark
Sonderfall Natto
Es gibt allerdings noch ein weiteres pflanzliches Futtermittel, das einen sehr hohen Gehalt an Vitamin K2 aufweisen kann: Natto. Noch nie gehört? Natto ist eine japanische Leibspeise und besteht aus fermentiertem Soja. Es ist zwar absolute Geschmackssache, aber bereits 1 EL Natto enthält bis zu 300 μg Vitamin K2 und ist daher eine sehr starke und natürliche Quelle bei Mangelerscheinungen.
Präbiotika unterstützen die Bildung
Da Vitamin K2 von den Darmbakterien gebildet werden kann, helfen Präbiotika (fermentierbare Ballaststoffe), die als Nahrung für die Darmbakterien dienen, Vitamin K2 im Körper zu bilden. Dazu gehören Akazienfaser, Topinambur, Pektine in Sauerkraut und Kohlsorten oder auch in Schwarzwurzeln.
Wechselwirkungen
Kalzium, Vitamin D & Vitamin K2
Wenn euer Hund hohe Mengen an Kalzium erhält, solltet ihr parallel auch Vitamin K2 und Vitamin D füttern, damit das Kalzium auch in Knochen und Zähne eingelagert werden kann. Denn fehlen diese Vitamine, kann das Kalzium sich in den Organen und Gefäßen ablagern und zu gesundheitsschädlichen Verkalkungen führen.
Bedarf & Dosierung
Der Bedarf des Hundes an Vitamin K
Der National Research Council (NRC) der USA gibt die folgende Bedarfsangabe für Vitamin K für einen gesunden, ausgewachsenen Hund mit moderater Bewegung an:
- 54 μg Vitamin K pro Kg Körpergewicht (potenziert mit 0,75) und Tag
Hier findet ihr eine Übersicht, wie viel Vitamin K dies nach Gewicht des Hundes bedeuten würde:
| Vitamin K (Menadion) |
|
| Gewicht in KG | μg |
| 1 | 54 |
| 2 | 91 |
| 3 | 123 |
| 4 | 153 |
| 5 | 181 |
| 6 | 207 |
| 7 | 232 |
| 8 | 257 |
| 9 | 281 |
| 10 | 304 |
| 15 | 412 |
| 20 | 511 |
| 25 | 604 |
| 30 | 692 |
| 40 | 859 |
| 45 | 938 |
| 50 | 1.015 |
| 55 | 1.091 |
| 60 | 1.164 |
Fütterung
Unsere Tipps für Vitamin K in der Fütterung
Immer mit Fetten oder Ölen füttern
Als fettlösliches Vitamin sollte Vitamin K immer mit etwas Fett gefüttert werden. Fett ist im Futter meistens schon mit etwas fettreichem Fleisch enthalten, ansonsten könnt ihr etwas Lachsöl zum Futter geben.
Vitamin K3 in Hundefutter meiden
In Fertigfuttern ist die Verwendung von Vitamin K3 leider noch erlaubt und wird als günstiger Ersatz für die natürlichen Vitamine K1 und K2 verwendet. Vitamin K3 ist aber gesundheitsschädlich, da es zu Anämien (Blutarmut) und zu Lebererkrankungen führen kann. Es wurde für den menschlichen Verzehr bereits seit einigen Jahrzehnten verboten, nicht aber in der Herstellung von Hundefutter. Daher achtet darauf, dass euer Hundefutter kein Vitamin K3 enthält.
Vitamin K in der Fütterung
Am besten wäre es natürlich, wenn ihr euren Hunden Fleisch von Tieren aus Freilandhaltung füttern könntet. Doch das ist leider nicht immer so leicht und auch recht teuer.
Ihr könnt den Vitamin K-Bedarf eures Hundes aber auch sehr gut durch die Zufütterung von grünen Blattgemüsen decken. Gelegentlich etwas Grünkohl oder Mangold gegart zum Futter oder aber frische Petersilie oder Rucola fein gehackt oder noch besser im Mixer püriert über das Futter gegeben, sorgen ebenfalls für ausreichend Vitamin K.
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Die vier fettlöslichen Vitamine
Fettlösliche Vitamine können im Gegensatz zu den wasserlöslichen Vitaminen im Körper gespeichert werden. Zu den fettlöslichen Vitaminen gehören die Vitamine A, D, E und K. Wir zeigen euch, wo sie enthalten sind, welche Funktion sie haben und was bei einer Über- oder Unterversorgung passiert.
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