Gesundheit
Fieser Juckreiz: Herbstgrasmilben können Hunde sehr plagen
Herbstgrasmilben bzw. Grasmilben sind so manchem Hundebesitzer leider nur allzu gut bekannt. Einige Hunde leiden stark unter den Plagegeistern, andere haben damit nie ein Problem. Was ihr gegen Herbstgrasmilben tun könnt und wie ihr einen Befall erkennt, erfahrt ihr hier.
Beschreibung
Herbstgrasmilben gehören zu den Spinnentieren
Milben gehören wie Zecken zu den Spinnentieren. Allerdings übertragen Herbstgrasmilben nach bisherigem Wissensstand keine gefährlichen Krankheiten wie Zecken. Doch mindestens genauso lästig können sie bei empfindlichen Hunden allemal werden. Zumal ein Befall mit Herbstgrasmilben sehr stark werden kann.
Herbstgrasmilben (Neotrombicula automnalis) oder auch Grasmilben (Trombiculose) befallen ausschließlich im Larvenstadium den Hund und verbringen den Rest ihres Lebens nicht als Parasiten. Im Früh- oder Spätsommer klettern die Larven meist an Grashalmen, aber auch an anderen Pflanzen in Wiesen und Wäldern hoch und warten dort auf ihren Wirt. Kommt ein Hund vorbei, halten sie sich fest und beginnen, sein Blut zu saugen. Die Blutmahlzeit benötigen sie nur für wenige Tage und verlassen den Hund wieder, um sich von der Larve in Nymphen und dann zu erwachsenen Milben zu entwickeln. Zum Glück gibt es in Mitteleuropa auch nur eine Larvengeneration im Jahr, so dass die Lästlinge tatsächlich nur in der Zeit vom Früh- bis Spätsommer/Herbst auftauchen. Mit den ersten Frösten im Herbst, verschwinden dann auch die Herbstgrasmilben. Ein Segen!
Die kleinen, rostroten Milbenlarven sind sechsbeinig und nur etwas 0,2-0,3 mm groß. Mit dem Auge sind sie aufgrund ihrer orangenen (rostroten) Farbe gerade noch zu erkennen.
Herbstgrasmilben werden nicht von einem Hund auf den anderen übertragen. Sie sind so gesehen nicht ansteckend.
Symptome
So erkennt ihr einen Befall mit Herbstgrasmilben beim Hund
Die Symptome fallen je nach Stärke und Häufigkeit des Befalls unterschiedlich stark aus. Manche Hunde reagieren sehr empfindlich auf Herbstgrasmilben, andere zeigen trotz eines Befalls kaum Symptome.
Diese Stellen befallen Herbstgrasmilben bevorzugt beim Hund
Milben befallen bevorzugt die Stellen des Hundes, die sie vom Boden oder von der Spitze der Grashalme aus gut erreichen können. Dazu gehören im Grunde alle bodennahen Körperbereiche und weniger der Rücken:
- Kopfbereich um Augen, Ohren und Schnauze
- An den Pfoten zwischen den Zehen
- Pfoten und Beine
- Bauch- und Leistenbereich
- Brust- und Achselbereich
Symptome durch einen Befall mit Herbstgrasmilben
- Kleine Verletzungen der Haut insbesondere an Kopf, Ohren, Beinen, Pfoten, Bauch und Brust des Hundes.
- Sehr starker Juckreiz an den betroffenen Stellen (Beißen, Lecken, Kratzen an den betroffenen Bereichen)
- Häufiges Lecken der Pfoten
- Rötungen der Haut
- Verletzungen der Haut aufgrund von Kratzen und Lecken
- Bakterielle Infektionen verstärken die Hautverletzungen
- Hautveränderungen wie Schorf
- Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen bei wiederholtem Befall
Diagnose
Herbstgrasmilben erkennen
Der Verdacht von Herbstmilben beginnt meist mit den oben genannten Symptomen. Treten diese zu der typischen Zeit der Herbstgrasmilben-Larven (zwischen Frühsommer und Spätsommer) auf, so können bei genauem Hinsehen die orangefarbenen kleinen Milben mit dem Auge gesehen werden.
Dein Tierarzt kann die Herbstgrasmilben ebenfalls mit dem bloßen Auge erkennen. Die Untersuchung einer Hautprobe unter dem Mikroskop gibt dann den letzten Beweis.
Herbstgrasmilben befallen auch Menschen
Ja, Herbstgrasmilben können auch Menschen befallen. Allerdings werden diese dann nicht vom Hund auf den Menschen übertragen, sondern beispielsweise von Wiesen oder dem Rasen.
Therapie & Behandlung
Behandlung von Juckreiz, Entzündungen, allergischen Reaktionen
Der Befall mit Herbstgrasmilben muss in vielen Fällen gar nicht behandelt werden, sofern der Hund nicht allergisch reagiert und sofern er nicht von zu vielen Milben befallen ist.
Wenn jedoch der Juckreiz zu stark ist und sich die betroffenen Hautstellen aufgrund von Bakterien und starkem Kratzen entzünden, ist eine Behandlung notwendig. Ebenso, wenn dein Hund bereits allergische Reaktionen zeigt.
Erste Hilfe bei Befall von Herbstgrasmilben
Hund abduschen
Wenn ihr einen ersten Befall von Herbstgrasmilben entdeckt, ist es sinnvoll, den Hund oder zumindest die Hundebeine und Pfoten lauwarm abzuduschen. Feuchtigkeit mögen die Milben nämlich nicht und sie sitzen insbesondere an den Pfoten und Beinen zu Beginn.
Umgebung reinigen
Da auch die Umgebung befallen sein kann, solltet ihr das Hundebett, Decken und auch die Spielzeuge und Futternäpfe gründlich reinigen bzw. waschen. Zur Reinigung der Umgebung könnt ihr auch Sprays auf Basis von Geraniol verwenden, wie beispielsweise Milben-STOP Spray von AniForte * .
Hilfe bei Juckreiz durch Milbenbefall
Bei starkem Juckreiz und großem Leidensdruck des Hundes, solltet ihr euren Tierarzt oder Tierheilpraktiker aufsuchen. Er kann euch gegen den Juckreiz Medikamente verschreiben, die auf natürlicher Basis helfen oder aber Kortison enthalten und in schweren Fällen das Immunsystem herabfahren. Um nicht mit so starken Mitteln zu beginnen, die entsprechende Nebenwirkungen haben, ist es sinnvoll, zunächst natürliche Mittel auszuprobieren.
Natürliche Mittel
- Naturtrüber Apfelessig - Der Juckreiz kann durch das Auftragen einer Lösung, die zur Hälfte aus Wasser und zur anderen Hälfte aus naturtrübem Apfelessig besteht, gelindert werden.
- Tannosynt-Creme besteht aus synthetischen Gerbsäuren, hemmt Keime, fördert die Heilung und mildert den Juckreiz. Allerdings kann Tannosynt-Creme die Haut auch austrocknen.
- Tierheilpraktiker können starken Juckreiz mit homöopathischen Mitteln mindern, wie beispielsweise mit Injektionen der Firma Heel.
Klassische Medizin
- Kortisonhaltige Salben, die bei starken Entzündungen eingesetzt werden.
- Antihistaminika, um allergische Reaktionen zu mindern.
Vorbeugung
Beim Gassigang gegen Grasmilben vorbeugen
Hunde, die häufig in Kontakt mit Herbstgrasmilben kommen, werden auch immer wieder befallen. Je höher die Wiesen und je seltener sie gemäht werden, desto mehr Herbstgrasmilben kommen in ihnen vor. Bei jedem Gassigang oder Aufenthalt im Garten kann sich der Hund erneut Grasmilben holen. Der Juckreiz beginnt erneut. Deshalb ist es wichtig, ein paar Vorkehrungen zu treffen:
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Macht es Grasmilben in eurem Garten unbequem
Wenn ihr im Garten viele Grasmilben habt, so befallen sie euren Hund jedes Mal wieder, sobald er sich im Garten aufhält. Ein Tierarzt hatte einen tollen Tipp, um herauszufinden, ob sich Grasmilben im Garten befinden: Dafür nehmt ihr einen weißen Teller und legt ihn auf euren Rasen. Wenn sich nach kurzer Zeit orange-rote Punkte auf dem Teller befinden, habt ihr definitiv Grasmilben in eurem Rasen. Hier hilft ein häufiges Rasenmähen. Den Rasenschnitt dann aber nicht im Garten liegen lassen. -
Nicht gemähte Rasenflächen meiden
Auch in eurer Umgebung solltet ihr nicht gemähte Rasenflächen mit eurem Hund am besten meiden, wenn er anfällig gegenüber Herbstgrasmilben ist. -
Nasse Grasflächen sind ok
Nasses Gras mögen die Milbenlarven nicht. Hier ist ein Befall eher unwahrscheinlich.
Diese Mittel schützen vor einem Befall mit Herbstgrasmilben
Ähnlich wie bei Zecken können Repellents helfen, Milben abzuwehren. Tierärzte empfehlen oft chemische Präparate, da deren Wirkung wissenschaftlich erwiesen ist. Tierheilpraktiker und Tierärzte, die Chemie reduzieren möchten, empfehlen häufiger natürliche Mittel. Deren Wirkung ist zwar meist nicht wissenschaftlich belegt, funktioniert bei vielen Hunden aber trotzdem. Hier müsst ihr sicherlich auch individuell nach Leidensdruck und Empfindlichkeit eures Hundes reagieren.
Natürliche Abwehr gegen Grasmilben
Da auch Zecken zu den Milben gehören, können die natürlichen Mittel zur Zeckenabwehr auch bei Milben helfen: Natürlicher Zeckenschutz für Hunde.
- Grasmilben mit Öl & Fett vertreiben
Ihr könnt auch betroffene Stellen oder insbesondere die Hundepfoten mit Öl oder Fett einreiben. Dies soll Milbenlarven abhalten und töten, da ihre Atemwege verstopft werden. Die Anwendung findet ihr hier: Natürlicher Zeckenschutz für Hunde.- Bio-Kokosfett (wird nicht schnell ranzig, riecht gut)
- Bio-Schwarzkümmelöl (wird schneller ranzig, Geruch gewöhnungsbedürftig)
- Ballistol (starker Geruch, manche Hunde reagieren allergisch)
- Abduschen der Hundebeine
Ein Abduschen oder Abwaschen der Hundebeine mit klarem Wasser direkt nach dem Spaziergang kann viele Milbenlarven entfernen. - Milben- oder Fellsprays verwenden
Es gibt viele Milben- und Fellsprays auf natürlicher Basis, die helfen können, Milben fernzuhalten. Nicht alle davon helfen bei jedem Hund, aber es ist einen Versuch wert, bevor ihr Chemie verwendet. Sie enthalten häufig Margosa-Extrakt, Citronella oder Geraniol, wie beispielsweise Milben-STOP Spray von AniForte * . - Apfelessig
Versucht es mal mit einem Gemisch aus naturtrübem Apfelessig (50%) und Wasser (50%). Dieses sprüht ihr auf das Fell eures Hundes, ohne aber Augen und Nase zu benetzen. Zusätzlich könnt ihr eurem Hund je nach Größe 1 TL-1EL Apfelessig täglich in das Futter oder in das Wasser geben.
Mittel zur chemischen Abwehr von Herbstgrasmilben
Chemische Mittel zur Abwehr von Grasmilben wird eine hohe Wirkung nachgesagt, wenn sie die pyrethroidhaltige Präparate mit beispielsweise Permethrin, Flumethrin oder Deltamethrin enthalten. Entsprechende Produkte gibt es als Spot-On oder als Halsband. Sie können einen Befall zwar nicht vollständig ausschließen, doch die so behandelten Hunde werden auf jeden Fall wesentlich schwächer befallen.Zur Abwehr und Tötung der Milben helfen daher auch die meisten der bekannten chemischen Zeckenmittel: Chemischer Zeckenschutz für Hunde.
Vorsicht bei Katzen!
Permethrin ist ausgesprochen giftig für Katzen! Katzen dürfen mit einem frisch behandelten Hund nicht in Kontakt kommen. Solltet ihr eine Katze im Haushalt haben, ist es besser auf Mittel mit Permethrin zu verzichten.
Vorsicht bei Hunden mit MDR1
Viele Hunde mit MDR1 oder einem erhöhten Risiko auf MDR1 können Medikamente häufig nicht vertragen und können sogar an Überreaktionen sterben. Deshalb solltet ihr bei gefährdeten Hunden nur Medikamente verwenden, die für Hunde mit MDR1 geeignet sind. Sprecht euren Tierarzt darauf an und verwendet auf keinen Fall ein Präparat oder Medikament, das nicht für MDR1-Hunde als sicher gilt. Das Leben eures Hundes ist sonst gefährdet!
Herbstgrasmilben – dann solltest du zum Tierarzt gehen
Nicht jeder Hund reagiert gleich stark auf Herbstgrasmilben und nicht jeder Befall muss gleich sehr ausgeprägt sein. Doch es gibt Hunde, die mit extremem Juckreiz reagieren und der Leidensdruck wird dadurch sehr hoch. Auch wenn das Elend mit dem ersten Frost vorbei ist, solltet ihr euren Hund bei starkem und anhaltendem Juckreiz zum Tierarzt bringen. Denn es können starke Hautinfektionen und durch allergische Reaktionen können sogar Hot Spots entstehen.
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Diese Pflanzen sind für Hunde giftig
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