Gesundheit

Das Hundegebiss kennen und pflegen

Zwei wunderbar weiße Hundegebisse

Das Hundegebiss unterscheidet sich stark von dem der Menschen. Es hat nicht nur wesentlich mehr Zähne, sondern sie haben auch eine unterschiedliche Funktion und sind leider anfälliger als unsere Zähne.

Wir stellen euch das Milchgebiss und das Gebiss des erwachsenen Hundes vor. Nur wenn ihr das gesunde Gebiss kennt, könnt ihr es regelmäßig überprüfen. Wir geben euch Tipps, wie ihr es richtig pflegen könnt. 

Funktionen

Funktionen des Hundegebisses

Hunde sind sowohl Fleischfresser (Carnivoren), als auch Allesfresser (Omnivoren), was maßgeblich ihr Gebiss bestimmt. Wölfe benötigen ihre Zähne für das Festhalten und Töten ihrer Beutetiere und das grobe Zerkleinern ihrer Nahrung. Gleichzeitig werden die Zähne auch zur Verteidigung genutzt und als Drohgebärde fletschend gezeigt. Kein Wolf möchte sich unnötig in Gefahr begeben und droht lieber bevor er die Zähne zur Verteidigung verwendet. Wölfe als auch Hunde verwenden ihre Zähne auch zur Körperpflege und benagen und beknabbern mit ihren kleinen Schneidezähnen Haut, Fell und Pfoten.

Wölfe sind jedoch im Gegensatz zu uns Menschen Schlingfresser und fressen im fast alle Teile ihrer Beute in eher großen Stücken. Wir Menschen kauen unsere Nahrung wesentlich länger und zerkleinern sie sehr viel stärker. Gleichzeitig haben Wölfe eine ganz gehörige Bandbreite an Beutetieren von der Maus über Ratten und Kaninchen und Wasservögel bis hin zu Rehen und Wildschweinen.

Das Gebiss der Wölfe und auch der Hunde ist bei der Jagd auf das Ergreifen von Beutetieren spezialisiert und auf das Zerreißen der Beute und das Zerbeißen von Knochen spezialisiert. Schauen wir uns dieses Wunderwerk an Zähnen bei Wolf und Hund einmal näher an. 

 

Aufbau Gebiss

Aufbau des erwachsenen Hundegebisses

Zeig her deine Zähne!
Zeig her deine Zähne!

Ein erwachsener Hund hat 42 Zähne, wovon 20 Zähne im Oberkiefer und 22 Zähne im Unterkiefer sitzen. Zum Vergleich: Der erwachsene Mensch hat nur 32 Zähne. 

Das Kiefergelenk von Hunden gleicht eher einem Scharnier, denn es ist nur für Auf- und Abwärtsbewegungen gemacht. Eine seitliche Bewegung wie bei uns Menschen ist Hunden nicht möglich. Das ist aber auch nicht nötig, da der Hund ein Schlingfresser ist und seine Mahlzeiten eher in großen Stücken schnell zu sich nimmt, anstatt genüsslich und langsam zu kauen. 

Das Gebiss des Hundes besteht aus den folgenden unterschiedlichen Zahnarten:

Die 42 Zähne des erwachsenen Hundes

4 Fangzähne (Eckzähne, lat. Caninus)

Die Fangzähne sind die großen, langen und recht spitzen vier Zähne – jeweils zwei im Oberkiefer und zwei im Unterkiefer. Sie sind zum Ergreifen und Festhalten des Beutetieres gedacht. Übrigens sind die Fang- bzw. Eckzähne des Hundes nicht die Reißzähne. Das wird

häufig verwechselt, doch mit Reißzahn (lat. Sectorius) sind die großen Backenzähne, die im Oberkiefer an 4. Stelle der Backenzähne und im Unterkiefer an 1. Stelle der Backenzähne sitzen.

12 Schneidezähne (lat. Incisivi)

Die Schneidezähne sind recht kleine Zähne, die zwischen den Fang- bzw. Eckzähnen liegen. Der erwachsene Hund hat insgesamt 12 Schneidezähne: Jeweils 6 Schneidezähne im Unterkiefer und 6 Schneidezähne im Oberkiefer. Mit den Schneidezähnen kann der Hund zum einen Nahrung aufnehmen und zum anderen werden sie üblicherweise zum Putzen (Körperpflege) genutzt. Ihr habt sicher schon mal beobachtet, wie euer Hund mit den kleinen Schneidezähnen an seiner Haut oder im Fell „herumgniebelt“, um sich zu reinigen.

16 Vordere Backenzähne (lat. Prämolaren)

Erwachsene Hunde haben insgesamt 16 vordere Backenzähne: 8 Backenzähne im Oberkiefer und 8 Backenzähne im Unterkiefer. Diese Backenzähne sind recht scharfkantig und dienen zum Kauen und Zerkleinern der Beute.

10 Hintere Backenzähne (lat. Molaren)

Der erwachsene Hund hat 4 hintere Backenzähne im Oberkiefer und 6 hintere Backenzähne im Unterkiefer. Somit also zwei Zähne mehr im Unter- als im Oberkiefer. Die hinteren Backenzähne nutzt der Hund insbesondere zum Kauen von harter Nahrung wie Knochen.

Übersicht (Zahnformel) Oberkiefer und Unterkiefer

Dies ergibt die folgenden Zahnformel zur Übersicht mit den abgekürzten lat. Begriffen für die Zahnarten und der Anzahl:

I1 I2 I3 C1 P1 P2 P3 P4 M1 M2 = 20 Zähne im Oberkiefer des erwachsenen Hundes

I1 I2 I3 C1 P1 P2 P3 P4 M1 M2 M3 = 22 Zähne im Unterkiefer des erwachsenen Hundes

Aufbau Milchgebiss

Aufbau des Milchgebisses des Hundes

Spitze kleine Welpen-Milchzähne
Spitze kleine Welpen-Milchzähne

Das Milchgebiss von Hunden und Wölfen hat nur 28 Zähne, während in ihrem bleibenden Gebiss 42 Zähne sitzen.

Dem Milchgebiss fehlen im Gegensatz zum erwachsenen Hund die vier ersten vorderen Backenzähne (Prämolaren) und alle 10 hinteren Backenzähne (Molaren).

Ihr seht also im Maul eures Hundes im Milchgebiss die folgenden Zähne:

4 Fangzähne (Eckzähne, lat. Caninus)

Die Fangzähne sind die großen, langen und recht spitzen vier Zähne – jeweils zwei im Oberkiefer und zwei im Unterkiefer.

Sie sind zum Ergreifen und Festhalten des Beutetieres gedacht.

Vier Fangzähne findet ihr sowohl im Milchgebiss als auch im Gebiss des erwachsenen Hundes. 

12 Schneidezähne (lat. Incisivi)

Die Schneidezähne sind recht kleine Zähne, die zwischen den Fang- bzw. Eckzähnen liegen. Der erwachsene Hund hat insgesamt 12 Schneidezähne: Jeweils 6 Schneidezähne im Unterkiefer und 6 Schneidezähne im Oberkiefer.

Mit den Schneidezähnen kann der Hund zum einen Nahrung aufnehmen und zum anderen werden sie üblicherweise zum Putzen (Körperpflege) genutzt. Ihr habt sicher schon mal beobachtet, wie euer Hund mit den kleinen Schneidezähnen an seiner Haut oder im Fell „herumgniebelt“, um sich zu reinigen.

Zwölf Schneidezähne findet ihr sowohl im Milchgebiss als auch im Gebiss des erwachsenen Hundes. 

12 Vordere Backenzähne (lat. Prämolaren)

Im Milchgebiss des Hundes gibt es wie beim erwachsenen Hund insgesamt 12 vordere Backenzähne: 6 Backenzähne im Oberkiefer und 6 Backenzähne im Unterkiefer. Diese Backenzähne sind recht scharfkantig und dienen zum Kauen und Zerkleinern der Beute.

0 Hintere Backenzähne (lat. Molaren)

Der Welpe und Junghund hat gar keine hinteren Backenzähne (Moloaren) im Ober- und Unterkiefer, während der ausgewachsene Hund zehn Molaren (hintere Backenzähne) besitzt.

Übersicht (Zahnformel) Oberkiefer und Unterkiefer

Dies ergibt die folgenden Zahnformel zur Übersicht mit den abgekürzten lat. Begriffen für die Zahnarten und der Anzahl:

I1 I2 I3 C1 P2 P3 P4 = 14 Zähne im Oberkiefer des erwachsenen Hundes

I1 I2 I3 C1 P2 P3 P4 = 14 Zähne im Unterkiefer des erwachsenen Hundes

Krankheiten

Gesundheitliche Probleme

Viele Hunde haben gesundheitliche Probleme aufgrund von Zahnerkrankungen. Die Zahnprobleme beginnen meist mit Belägen und Ablagerungen auf den Zähnen (Plaque), es folgen zu Zahnstein und Verfärbungen. Diese sind die besten Voraussetzungen für eine Parodontitis, die wiederum zahlreiche Erkrankungen nach sich ziehen kann.

Hunde besitzen zwar sehr kräftige und teilweise große Zähne, doch sie haben im Vergleich zu uns Menschen eine nur sehr dünne Schmelzschicht. Dies macht ihre Zähne leider auch sehr anfällig für Zahnerkrankungen.

Besonders gefährdet sind kleine Hunderassen, bei denen die Zähne sehr eng stehen und somit anfälliger für Zahnfehlstellungen und Beläge sind oder auch kurzköpfige Hunderassen, bei denen die Zähne in einem viel zu kurzen Kiefer Platz finden müssen.

 

Kontrolle

Regelmäßige Kontrolle der Zähne

Da Hunde anfälliger für Zahnerkrankungen sind solltet ihr die Zähne regelmäßig kontrollieren und pflegen. 

Die regelmäßige Kontrolle der Zähne

Grundsätzlich ist es sinnvoll, wenn ihr eurem Hund mindestens einmal im Monat ins Maul schaut und kontrolliert, ob alles in Ordnung ist. Natürlich solltet ihr das auch tun, wenn euer Hund sich anders verhält und ihr Grund zur Annahme habt, das etwas mit seinen Zähnen nicht stimmen könnte. Bei der Kontrolle solltet ihr darauf achten: 

Alle Zähne vorhanden?

Kontrolliert einmal durch, ob ihr alle Zähne sehen könnt. Je nach Alter des Hundes solltet ihr das Milchgebiss oder das erwachsene Gebiss verwenden.

Abgebrochene oder verletzte Zähne

Wenn Milchzähne oder bleibende Zähne Verletzungen wie Risse oder abgebrochene Stücke aufweisen, ist dies immer ein Grund, zum Tierarzt zu fahren. Verletzte Zähne können zu Schmerzen und Infektionen beim Hund führen und sollten immer schnellstmöglich behandelt werden.

Blutendes Zahnfleisch

Im Zahnwechsel sind gelegentlich vorkommende kleine Blutflecken am Spielzeug normal. Sollte das Zahnfleisch beim erwachsenen Hund bluten, sollte dies von einem Tierarzt kontrolliert werden.

Verfärbungen & Ablagerungen

Gelbliche Verfärbungen und gelblich-braune Ablagerungen auf den Zähnen können auf Zahnerkrankungen hinweisen. Hier solltet ihr die Pflege intensivieren und/oder einen Tierarzt aufsuchen.

Fehlstellungen

Fehlgestellte, schief wachsende Zähne sollten vom Tierarzt kontrolliert werden. 

Wackelzähne

Solltet ihr bei den bleibenden Zähnen bereits lockere oder wackelnde Kandidaten finden, ist dies ein Fall für den Tierarzt.

Zahnschmerzen und Zahnproblem erkennen

Die folgenden Symptome können Anzeichen für Zahnschmerzen eures Hundes sein. In geringem Maße können sie im Zahnwechsel mal vorkommen. Doch wenn sie beim erwachsenen Hund auftauchen oder beim Welpen länger anhalten oder stärker sind, solltet ihr das Maul und die Zähne überprüfen und zum Tierarzt fahren:

  • Reiben des Mauls, Kopfes am Boden
  • Veränderte Fressgewohnheiten: Dein Hund kaut anders oder mag nicht kauen.
  • Nächtliche Unruhe, Fiepen
  • Schwellungen im Gesicht

Regelmäßige Zahnpflege

Ihr könnt sehr viel für gesunde Hundezähne tun. Dies beginnt mit dem Futter und der Möglichkeit, Knabbereien zur Verfügung zu stellen und einer regelmäßigen Zahnpflege mit Zähneputzen. 

Wir haben für euch alle Tipps und Tricks in diesem Special zusammengefasst. 

80% der Hunde über 3 Jahre haben keine gesunden Zähne, was zu Folgekrankheiten und einem verkürzten Leben führen kann. Ihr könnt viel für die Zahngesundheit eures Hundes tun: Ernährung, Zahnpflege, Bewegung, Vorsorge. Wir zeigen euch, wie die Zähne eures Hundes gesund bleiben.

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