Gesundheit

Darf mein Hund Aubergine fressen?

Die wunderschön dunkelviolette Aubergine (botanischer Name: Solanum melongena) gehört zu den Nachtschattengewächsenn (Solanaceae). Damit ist sie eng mit anderen Nachtschattengewächsen wie der Kartoffel, Tomate und Paprika, aber auch mit Giftpflanzen wie Tollkirsche, Duftende Engelstrompete, Schwarzem Nachtschatten und der Tabakpflanze verwandt.

Alle Nachtschattengewächse enthalten Substanzen, die in hoher Konzentration für Hunde und Menschen giftig sind. Rohe Aubergine können beispielsweise sowohl für Menschen als auch für Hunde je nach Menge zu Magen-und Darmproblemen und starken Vergiftungen führen.

Ja oder Nein? Dürfen Hunde Aubergine fressen?

Die Antwort ist ja, aber mit sehr starken Einschränkungen. Aubergine gehören zu den nicht für die Fütterung von Hunden geeigneten Gemüsesorten. Aubergine sind für Hunde ungiftig, sofern sie reif und gegart sind. Allerdings mag nicht jeder Hund Aubergine und sie sollten nur – wenn überhaupt – in kleinen Mengen verfüttert werden. Einige Hunde sollten gar keine Aubergine zum Fressen erhalten. Welche Vor- und welche Nachteile bringt die Aubergine noch für Hunde?

Nachteile

Auberginen sind für die Hundefütterung nur mit starken Einschränkungen geeignet

  1. Rohe Auberginen sind tabu - Solanin ist giftig

    Insbesondere unreife und rohe Auberginen, sowie die Auberginenpflanze enthalten Alkaloide, die zur Abwehr von Schädlingen und Krankheitserregern in der Pflanze produziert werden. Alkaloide sind für Hunde giftig. Wie alle Nachtschattengewächse enthalten auch Auberginen das für Hunde giftige Alkaloid Solanin in mehr oder weniger hoher Konzentration. Das giftige Solanin befindet sich insbesondere in unreifen und rohen Auberginen.
  2. Solaningehalt durch Kochen senken

    In Wasser gegart sinkt der Solaningehalt in der Aubergine, denn er wandert in das Kochwasser. Das Kochwasser sollte dann unbedingt abgegossen werden. Auf diese Weise gegarte reife Auberginen sind für gesunde Hunde meist verträglich.
  3. Auberginen können die Aufnahme von Nährstoffen behindern

    Auberginen enthalten Lektine. Diese sind sogenannte Anti-Nährstoffe, da sie die Aufnahme von wichtigen Nährstoffen im Körper behindern. Durch Kochen kann der Gehalt an Lektinen in Auberginen vermindert werden. Ein Grund mehr, Auberginen für Hunde zu garen.
  4. Vorsicht bei Auberginen-Pflanzen im Garten

    Die wenigsten Hunde werden sich über Auberginen-Pflanzen und unreife Auberginen im Garten hermachen. Doch bei Welpen und Junghunden oder bei besonders verfressenen Exemplaren ist dies leider nicht ausgeschlossen. Da aber die grünen Teile der Auberginenpflanzen und die Früchte besonders giftig für Hunde sind, solltet ihr sicherstellen, dass euer Hund sie nicht im Garten frisst. Dies gilt für die Stämme, die Blätter, die Wurzeln als auch für unreife Auberginen.
  5. Auberginen nicht an Welpen, Junghunde oder geschwächte Hunde füttern

    Reife und gegarte Auberginen haben einen geringen Anteil an Solanin. Doch trotzdem solltet ihr auch diese nicht an Junghunde, Welpen oder geschwächte Hunde verfüttern, denn deren Immunsystem ist nicht so ausgeprägt. 

Vergiftungserscheinungen bei roher Aubergine 

Wenn dein Hund rohe Aubergine oder grüne Teile der Auberginenpflanze frisst, so kann er sich vergiften. Bei den folgenden Vergiftungserscheinungen solltest du mit deinem Hund einen Tierarzt aufsuchen:

Erste Vergiftungserscheinungen: 

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • ggf. blutiger Durchfall
  • Magenschmerzen
  • Zittern und Muskelkrämpfe

Starke Vergiftungserscheinungen: 

  • Muskelschwäche und Lähmungserscheinungen
  • Blutiger Urin, Nierenreizungen
  • Blasses Zahnfleisch
  • Atembeschwerden
  • Auflösen der roten Blutkörperchen

Vorteile

Auberginen haben gar nicht so viele Vorteile für Hunde 

  1. Kalorienarm und reich an Ballaststoffen

    Mit nur 17 kcal/100g sind Auberginen ausgesprochen kalorienarm. Das ist natürlich ein Vorteil bei zu dicken Hunden.
  2. Mineralstoffe in leichten Mengen

    Auberginen enthalten viele Mineralstoffe, aber in geringen Mengen. So sind Calcium, Phosphat, Magnesium, Eisen und Zink enthalten.
  3. B-Vitamine für gute Nerven

    Auberginen enthalten geringe Mengen der wichtigen B-Vitamine. Sie enthalten Vitamin B1, B2, B3 und auch Vitamin B6. Sie sind für den Energiestoffwechsel und die Vitalität der Hunde wichtig. Gleichzeitig sind sie für die Erhaltung von Nerven- und Muskelgewebe hilfreich.  

Fütterung

Hierauf solltet ihr bei der Fütterung von Auberginen an euren Hund unbedingt achten

Aubergine ohne Stiel und ausschließlich gegart füttern

Gegarte Auberginen sind für Hunde häufig besser verträglich und der Solaningehalt sinkt mit dem Garen, da ein Großteil des Solanins beim Kochen in das Kochwasser wandert. Deshalb solltet ihr das Kochwasser unbedingt abgießen. Danach die Aubergine am besten stampfen oder pürieren und zu dem Futter geben.

Besser Bio

Verfüttert am besten Gemüse aus biologisch-organischem Anbau, da dieses nicht mit vielen Pflanzenschutzmitteln gespritzt werden und damit keine Schadstoffe enthalten. Falls ihr keine Bio-Auberginen verfüttert, solltet ihr sie unbedingt besonders gut vorher abspülen.

Wieviel Aubergine darf mein Hund fressen?

Um euch jedoch eine Idee davon zu geben, wie viel Gemüse euer Hund am Tag fressen sollte, nehmen wir durchschnittliche BARF-Berechnungen (Achtung: diese sollten für eure Hunde individuell nach Alter, Rasse, Bewegung, Gesundheitszustand etc. berechnet werden und sollen hier nur einen Anhaltspunkt geben):

  • Die Tagesportion eines Hundes beträgt ca. 3% des Körpergewichts.
  • Bei der BARF-Fütterung sollte der pflanzliche Anteil der Fütterung ca. 20% der Gesamtmenge ausmachen.
  • Davon macht das Gemüse zwei Drittel aus. Das entspricht dann nur ca. 13% der Tages-Portion.
  • Ein erwachsener Hund von 10kg würde also eine Gemüse-Portion am Tag von ca. 40g erhalten. Einen Großteil der Gemüseration machen davon aber die besonders für Hunde geeigneten Gemüsesorten aus, wozu Auberginen nicht gehören.

    =>=> 10-20 g gekochte Aubergine an einigen Tagen im Monat <=<=

Pur ohne Gewürze oder weitere Zutaten

Aubergine bitte niemals gesalzen, gewürzt oder gar mit Zwiebeln gebraten an Hunde verfüttern. Zwiebeln sind giftig für Hunde und Gewürze und Salz sind ungesund. Deshalb sind die meisten Essensreste auch nicht gesund für Hunde.

Bei empfindlichen Hunden auf Allergien achten

Gegarte und reife Aubergine werden in geringen Mengen gut von Hunden vertragen. Trotzdem möchte ich euch diesen allgemeinen Hinweis geben: Bei empfindlichen Hunden solltet ihr euren Tierarzt am besten vorher fragen, ob ihr eurem Hund Aubergine füttern dürft. Er kennt euren Hund und seine individuellen Bedürfnisse und Schwächen am besten. Wie bei fast jedem Futtermittel besteht auch bei Auberginen die Gefahr, dass dein Hund allergisch auf sie reagieren kann. Es ist daher ratsam, sie zu Beginn in sehr kleiner Menge zu testen. Sollte dein Hund allergische Reaktionen wie Schwellungen, Atemprobleme, Ausschläge, Jucken, Husten oder andere Allergie-Symptome zeigen, solltest du ihm natürlich keine weiteren Aubergine geben und sofort den Tierarzt kontaktieren.

Fruchtige Fakten zur Aubergine 

Auberginen-Saison

Die Hauptsaison für Aubergine ist in Deutschland zwischen Juli und Oktober. Doch Auberginen werden das gesamte Jahr über angeboten und stammen häufig aus Spanien, den Niederlanden, der Türkei oder Italien. 

Aubergine nicht mit Tomaten oder Äpfeln lagern

Auberginen mögen nicht zu viel Kälte. Natürlich könnt ihr sie im Gemüsefach des Kühlschrank lagern, aber besser wäre ein dunkler Platz, der etwas wärmer als der Kühlschrank ist. Hier ist sie ca. 1 Woche haltbar. Tipp: Am besten nicht neben Tomaten oder Äpfeln lagern, da diese zu einer schnellen Reifung führen. 

Viele Namen für die Aubergine

Die Aubergine wird auch Eierfrucht genannt, die Pflanze dann Eierpflanze. In Italien wird die Aubergine „melanzana“ genannt, woher auch die österreichische Bezeichnung „Melanzani“ stammt. 

Aubergine stammen aus Asien

Auberginen werden bereits seit Jahrtausenden in Asien angebaut und kultiviert. Sie scheinen es aber im Altertum nicht nach Europa geschafft zu haben. Erst um das 13.Jahrhundert herum gelangten sie mit den Sarazenen nach  Südspanien. Bis sie nach Italien kamen, dauert es noch weitere zwei Jahrhunderte: Im 15.Jahrhundert fanden sie Einzug in die italienischen Kochtöpfe und von dort auch nach Deutschland.

Fazit zur Fütterung von Auberginen an Hunde: Muss nicht sein!

Aubergine zählen zu den nicht geeigneten Gemüsesorten für Hunde. Sie sollten am besten gar nicht oder nur reif und gegart in geringen Mengen verfüttert werden. Welpen und Junghunde, sowie kranke Hunde sollten definitiv keine Aubergine erhalten, da ihr Immunsystem geschwächt ist. Zusammenfassend lässt sich sagen: Es ist wahrscheinlich nicht schädlich, wenn dein Hund gelegentlich geringe Mengen an reifen und gegarten Auberginen frisst. Doch viele Hunde mögen sie gar nicht besonders und es gibt einfach viele andere wesentlich besser geeignete Gemüsesorten für Hunde.

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