Gesundheit

Darf mein Hund Tomaten fressen? Sind Tomaten gesund oder schädlich für Hunde?

Die saftigen roten Tomaten (botanischer Name: Solanum lycopersicum) gehören zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae). Damit sind sie eng mit anderen Nachtschattengewächsen wie der Kartoffel, Paprika und  Aubergine, aber auch mit giftigen Pflanzen wie TollkirscheDuftende Engelstrompete, StechapfelSchwarzer Nachtschatten und der Tabakpflanzeverwandt. In Österreich und Südtirol werden Tomaten auch Paradeiser oder Paradeisapfel bzw. Paradiesapfel genannt.

Alle Nachtschattengewächse enthalten Substanzen, die in hoher Konzentration giftig sind. Eine Vergiftung mit Tomaten ist bei Hunden zwar selten und eher unwahrscheinlich, aber theoretisch möglich.

Ja oder Nein? Dürfen Hunde Tomaten fressen?

Bei der Tomate ist die Antwort nicht so eindeutig, wie man es sich wünschen würde. Die Antwort ist ja, aber mit starken Einschränkungen. Tomaten gehören zu den bedingt für die Fütterung von Hunden geeigneten Gemüsesorten. Tomaten sind ungiftig für Hunde, sofern sie absolut ausgereift oder auch überreif sind. Allerdings verträgt sie auch dann nicht jeder Hund gut. Selbst reife Tomaten sollten nur in kleinen Mengen oder gar nicht an Hunde gefüttert werden.

Nachteile

Tomaten sind für die Hundefütterung nur bedingt und mit Einschränkungen geeignet

  1. Tomaten enthalten für Hunde giftige Alkaloide wie Solanin

    Tomaten enthalten Alkaloide, die sie zur Abwehr von Schädlingen und Krankheitserregern produzieren. Ab einer bestimmten Menge werden Alkaloide schädlich. Wie alle Nachtschattengewächse enthalten auch Tomaten, das für Hunde giftige Alkaloid Solanin in mehr oder weniger hoher Konzentrationen.

    Das giftige Solanin befindet sich insbesondere in den grünen Teilen der Tomatenpflanze wie dem Stamm und den Blättern, aber auch in noch unreifen, grünen Teilen der Tomatenfrucht. Je reifer eine Tomate ist, desto weniger Solanin enthält sie. Eine reife Tomate, die dein Hund gelegentlich frisst, ist also ungefährlich für die meisten Hunde.

    Was passiert, wenn mein Hund unreife Tomaten frisst?

    Wenn dein Hund unreife Tomaten oder Teile der Tomatenpflanze gefressen hat, so kann er sich an den Tomaten vergiften. Bei den folgenden Vergiftungserscheinungen solltest du mit deinem Hund einen Tierarzt aufsuchen:

    Erste Vergiftungserscheinungen: 

    • Übelkeit
    • Erbrechen
    • ggf. blutiger Durchfall
    • Magenschmerzen
    • Zittern und Muskelkrämpfe

    Starke Vergiftungserscheinungen: 

    • Muskelschwäche und Lähmungserscheinungen
    • Blutiger Urin, Nierenreizungen
    • Blasses Zahnfleisch
    • Atembeschwerden
    • Auflösen der roten Blutkörperchen 
  1. Durch Tomaten kann die Kalzium-Aufnahme zu hoch werden

    Tomaten enthalten Calcitrol, eine Form von Vitamin D, das für die Regulation der Kalziumaufnahme im Körper zuständig ist. Bei dem Verzehr von zu viel Tomaten kann zu viel Kalzium aufgenommen werden, das sich im Körper ablagert und zu Schmerzen und Arthritis führen kann. 
  1. Tomaten können die Aufnahme von Nährstoffen behindern

    Tomaten enthalten Lektine, die sogenannte Anti-Nährstoffe sind, da sie die Aufnahme von wichtigen Nährstoffen im Körper behindern. Auch dies ist ein Grund, weshalb ihr nicht zu viele Tomaten an Hunde füttern solltet. 
  1. Vorsicht bei Tomatenpflanzen im Garten

    Die wenigsten Hunde werden sich genüsslich über Tomatenpflanzen und unreife Früchte hermachen. Doch bei Welpen und Junghunden oder bei besonders verfressenen Exemplaren ist dies leider nicht ausgeschlossen. Da aber die grünen Teile der Tomatenpflanzen und die unreifen Tomaten besonders giftig für Hunde sind, solltet ihr sicherstellen, dass euer Hund sie nicht im Garten frisst. Dies gilt für die Stämme, die Blätter, die Wurzeln als auch für unreife Tomaten. 
  1. Tomaten nicht an Welpen, Junghunde oder Senioren füttern

    Reife Tomaten enthalten einen geringen Anteil an Solanin. Tomaten solltet ihr nicht an Welpen, Junghunde, Senioren oder kranke Hunde verfüttern, denn deren Immunsystem ist nicht so stark.

Vorteile

5 Gründe für die Fütterung von reifen Tomaten in geringen Mengen an deinen Hund 

  1. Tomaten haben wenig Kalorien

    Mit nur 17kcal auf 100g Tomaten sind Tomaten ausgesprochen kalorienarm und bei einer Diät geeignet. Dein Hund nimmt mit der Tomate jedenfalls nicht viel Zucker und viele Kalorien zu sich. 
  1. Tomaten enthalten viele Ballaststoffe

    Tomaten enthalten viele Ballaststoffe, die gesund für die Verdauung sind. 
  1. Tomaten sind reich an stärkenden Antioxidantien

    Tomaten sind reich an Beta-Carotin und an dem Karotinoid Lycopin. Beta-Carotin ist ein starkes Antioxidans, dem ein positiver Einfluss auf Herz-Kreislauf und Krebserkrankungen nachgesagt wird. Ebenso ist es gut gegen altersbedingte Augenerkrankungen und stärkt das Immunsystem. Auch Lycopin ist ein starkes Antioxidans. 
  1. Tomaten sind gut für Herz und Blutbildung

    Kalium reguliert den Wassergehalt in den Zellen und ist wichtig für die Stoffwechselprozesse im Herzen. Hiervon ist reichlich in Tomaten enthalten. Folsäure unterstützt die Blutbildung und das Zellwachstum. 
  1. Tomaten unterstützen die Haut

    Aufgrund von einem guten Vitamin C-Gehalt unterstützen Tomaten die Haut und steigern die Abwehrkraft. Hunde können allerdings im Gegensatz zu Menschen selbst Vitamin C produzieren und benötigen daher nur in Ausnahmefällen eine Zufuhr. 

 

Fütterung

Wie könnt ihr Tomaten am besten an euren Hund verfüttern und worauf solltet ihr dabei achten?

Tomaten sind für die Fütterung von Hunden eher ungeeignet, aber nicht schädlich, wenn wir auf folgende Punkte achtet. Wenn ihr also Tomaten unbedingt an euren Hund verfüttern möchtet, dann achtet auf diese Punkte:

Tomaten überreif und gegart füttern

Reife Tomaten enthalten die meisten Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Aber vor allem haben reife Tomaten den geringsten Gehalt an Solanin, das für Hunde giftig ist. Wenn ihr Tomaten in Wasser gart und das Kochwasser weggießt, wird ein Großteil des Solanins mit dem Kochwasser entfernt. Ein reines Erhitzen löst das Solanin dagegen nicht aus den Tomaten.

Tomaten pur verfüttern

Die Tomaten am besten ungesalzen und ungewürzt unter das Futter mischen. Gemüse sollte stark zerkleinert oder gekocht gefüttert werden, damit der Hund die Inhaltsstoffe gut verwerten kann.

Am besten Bio

Verfüttert am besten Tomaten aus biologisch-organischem Anbau, da diese nicht mit vielen Pflanzenschutzmitteln gespritzt werden und damit keine Schadstoffe enthalten. Falls ihr keine Bio-Tomaten verfüttert, solltet ihr sie unbedingt besonders gut vorher abspülen.

Wie viel reife Tomate darf mein Hund fressen?

Am besten sehr wenig oder gar keine Tomaten verfüttern. Um euch jedoch eine Idee davon zu geben, wie viel Gemüse euer Hund am Tag fressen sollte, nehmen wir durchschnittliche BARF-Berechnungen. Hinweis: Die BARF-Portionen sollten für eure Hunde individuell nach Alter, Rasse, Bewegung, Gesundheitszustand etc. berechnet werden. Mit dem folgenden Beispiel möchte ich euch nur einen durchschnittlichen Anhaltspunkt geben:

  • Die Tagesportion eines ausgewachsenen Hundes beträgt ca. 3% des Körpergewichts
  • Bei der BARF-Fütterung sollte der pflanzliche Anteil der Fütterung ca. 20% der Gesamtmenge ausmachen
  • Davon macht das Gemüse zwei Drittel aus. Das entspricht dann nur ca. 13% der Tages-Portion
  • Ein erwachsener Hund von 10kg würde also eine Gemüse-Portion am Tag von ca. 40g erhalten. Einen Großteil der Gemüseration machen davon aber die besonders für Hunde geeigneten Gemüsesorten aus, wozu Tomaten nicht gehören.

=>=> 10-20 g Tomate pro Tag <=<=

Darf mein Hund gekochte, gebratene, eingemachte oder Dosentomaten fressen?

Auch hier ist es wichtig, dass es sich um reife Tomaten mit einem geringen Solanin-Anteil handelt. Dann sind kleine Mengen – sofern sie keine Zusätze wie Salz, Zucker, Gewürze oder Öle enthalten, die für Hunde ungesund sind – für deinen Hund nicht schädlich.

Getrocknete Tomaten

Für getrocknete Tomaten gilt ebenfalls, dass sie reif sein müssen, um dem Hund nur geringe Mengen Solanin zu geben. Aber bei getrockneten Tomaten gilt die Regel 1:4. Diese besagt, dass 100g getrocknete Tomaten viermal so viel Solanin enthalten wie 100g frische Tomaten. Insofern ist es nicht sinnvoll, getrocknete Tomaten zu füttern. Bei sehr geringen Mengen reifer, getrockneter Tomaten dürfte der Schaden aber gering bleiben.

Bei gesunden Hunden in kleinen Mengen testen

Reife Tomaten werden in geringen Mengen gut von gesunden Hunden vertragen. Trotzdem möchte ich euch diesen allgemeinen Hinweis geben: Bei empfindlichen Hunden solltet ihr euren Tierarzt am besten vorher fragen, ob ihr eurem Hund Tomaten füttern dürft. Er kennt euren Hund und seine individuellen Bedürfnisse und Schwächen am besten. Wie bei fast jedem Futtermittel besteht auch bei Tomaten die Gefahr, dass dein Hund allergisch auf sie reagieren kann. Es ist daher ratsam, sie zu Beginn in sehr kleiner Menge zu testen. Sollte dein Hund allergische Reaktionen wie Schwellungen, Atemprobleme, Ausschläge, Jucken, Husten oder andere Allergie-Symptome zeigen, solltest du ihm natürlich keine weiteren Tomaten geben und sofort den Tierarzt kontaktieren.

Keine Fütterung an geschwächte Hunde

Da bei Welpen und Junghunden das Immunsystem noch nicht ausgeprägt ist, solltet ihr Tomaten niemals an Welpen und Junghunde füttern. Bei kranken oder alten Hunden ist das Immunsystem ebenfalls geschwächt und sie sollten am besten keine Tomaten erhalten. 

Fruchtige Fakten zur Tomate

Wann ist Saison für Tomaten, wie bewahre ich sie am besten auf, wann sind sie reif?

Freiland-Tomaten schmecken am besten

Die Saison für frische Freiland-Tomaten ist in Deutschland ca. von Juli bis Oktober. In dieser Zeit schmecken Tomaten nicht nur am besten, sie enthalten auch die meisten Nährstoffe.  

Tomaten nicht im Kühlschrank lagern

Tomaten mögen keine Kälte und schmecken direkt aus dem Kühlschrank genommen nicht wirklich gut. Am besten lagern sie schattig bei nicht zu hohen Temperaturen. Unreife Früchte reifen auch nach. 

Gehören Tomaten zu Gemüse oder Obst?

Während für die meisten Menschen Tomaten ganz klar in der Gemüse-Abteilung zu finden sind, ist dies botanisch gar nicht so eindeutig. Da Tomaten aus befruchteten Blüten bestehen, zählen sie botanisch zu den Früchten, allerdings nicht zum Obst, sondern zum Fruchtgemüse. 

Tomaten stammen ursprünglich aus Mittel- und Südamerika

Die fruchtigen roten Tomaten wurden in Europa erst mit Christoph Kolumbus bekannt, der sie 1498 auf seinen Expeditionen entdeckte. Schon die Maya zogen Tomaten (ca. 200v. Chr-700n. Chr.) Doch Jahrhunderte lang war sie in Europa eine exotische und teure Zierpflanze, bevor sich Italiener und Spanier im Laufe des 17.Jahrhunderts daran machten, sie zu verzehren. Erst um 1900 wurde die Tomate als Lebensmittel auch in Deutschland bekannt.  

Große Vielfalt bei den Tomatensorten

Auch wenn für den Verzehr einige wenige und meist wenig aromatische Tomaten gezogen werden, so gibt es eigentlich sehr viele unterschiedliche Sorten. Sie unterscheiden sich in Form, Größe und auch Farbe. So gibt es die großen Fleischtomaten, kleine Cocktail- und Kirschtomaten, ovale aromatische Flaschentomaten oder Strauch- und Rispentomaten. Obendrein gibt es ursprüngliche Sorten in spannenden Farben von grün, gelb bis violett-schwarz oder mit leichten Maserungen. 

Fazit zur Fütterung von Tomaten an Hunde

Tomaten zählen zu den eher nicht geeigneten Gemüsesorten für Hunde. Sie sollten am besten gar nicht oder nur im überreifen Zustand, am besten gegart und auch dann nur in geringen Mengen verfüttert werden. Damit sind bei einem Hund von 10kg gerade einmal ca. 10-20 g gemeint. Und selbst dann solltet ihr Tomaten nur selten an eure Hunde füttern. Welpen und Junghunde sollten noch keine Tomaten erhalten, da ihr Immunsystem noch nicht ausgeprägt ist. Zusammenfassend lässt sich sagen: Es ist wahrscheinlich nicht schädlich, wenn dein Hund gelegentlich geringe Mengen reifer Tomaten frisst. Aber ihr seid auf der sicheren Seite, wenn ihr Tomaten gar nicht erst verfüttert. Es gibt viele Gemüsesorten, die wesentlich besser für die Fütterung von Hunden geeignet sind.

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