Gesundheit

Gemüse mit Schattenseiten: Nachtschattengewächse für Hunde

Es gibt über 2.500 Arten von Nachtschattengewächsen (Solanaceae) und die meisten davon sind giftig für Hunde und Menschen. Ursprünglich stammen viele von ihnen aus Mittel- und Südamerika. 

Fast alle Nachtschattengewächse enthalten in ihrem Blättern und Stielen, sowie in ihren Früchten Alkaloide und Lektine, die für Hund und Mensch schädlich bis giftig sind. 

Aubergine, Kartoffeln, Paprika und Tomaten gehören zu den Nachtschattengewächsen

Woher stammt der seltsame Name Nachtschattengewächs?

Die Herkunft des Namens ist leider nicht eindeutig belegt. Es gibt aber einige Erklärungsansätze dafür. In jedem Fall stammt der Name nicht von der Eigenschaft, im Schatten der Nacht zu wachsen.

Der Name könnte vielmehr aus dem Mittelalter stammen. Damals wurde der schwarze Nachtschatten (Solanum nigrum) als Medizin in sehr kleinen Dosen zur Milderung von nächtlichen Albträumen eingesetzt. Albträume wurden auch Nachtschatten genannt. Insofern wären sie Gewächse, die den Nachtschatten bekämpfen können.

Es könnte aber auch ganz anders sein: Die Blüten des schwarzen Nachtschattens strömen in der Nacht einen starken Duft aus, der bei empfindlichen Menschen zu Kopfschmerzen führen kann. Menschen konnten in der Nacht Schaden nehmen, wenn sie an den Blüten rochen. Nachts gab es also Schattenseiten dieser Pflanzen.

Beispiele für giftige Nachtschattengewächse

Nachtschattengewächse - als Lebensmittel kultiviert

Die Nachtschattengewächse, die als Lebensmittel kultiviert wurden, gehören zu den nur bedingt für die Hundefütterung geeigneten Gemüsesorten. Sie enthalten alle das Alkaloid Solanin und auch Lektine, die dem Körper Nährstoffe entziehen können. Zu ihnen gehören:

Ebenso gibt es Obstsorten, die von uns Menschen gegessen werden können, aber nicht für die Fütterung von Hunden geeignet sind. Dazu gehören:

Giftige Alkaloide in Nachtschattengemüse

Die Nachtschattengemüse enthalten Alkaloide, die sie zur Abwehr von Schädlingen und Krankheitserregern produzieren. Ab einer bestimmten Menge werden Alkaloide schädlich. Wie alle Nachtschattengewächse enthalten sie das für Hunde giftige Alkaloid Solanin in mehr oder weniger hoher Konzentrationen.

Das giftige Solanin befindet sich insbesondere in den grünen Teilen der Pflanzen wie dem Stamm und den Blättern, aber auch in noch unreifen, grünen Teilen der Frucht. Je reifer das Nachtschatten-Gemüse ist, desto weniger Solanin enthält sie.

Was passiert, wenn mein Hund unreifes, rohes Nachtschattengemüse frisst?

Wenn dein Hund unreife Teile der Nachtschattengemüse oder grüne Teile der Pflanzen frisst, so kann er sich vergiften. Bei den folgenden Vergiftungserscheinungen solltest du mit deinem Hund einen Tierarzt aufsuchen:

Erste Vergiftungserscheinungen: 

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • ggf. blutiger Durchfall
  • Magenschmerzen
  • Zittern und Muskelkrämpfe

Starke Vergiftungserscheinungen: 

  • Muskelschwäche und Lähmungserscheinungen
  • Blutiger Urin, Nierenreizungen
  • Blasses Zahnfleisch
  • Atembeschwerden
  • Auflösen der roten Blutkörperchen

Lektine können die Aufnahme von Nährstoffen behindern

Nachtschattengemüse enthalten Lektine, die sogenannte Anti-Nährstoffe sind, da sie die Aufnahme von wichtigen Nährstoffen im Körper behindern. Auch dies ist ein Grund, weshalb ihr nicht zu viele Tomaten, Paprika, Aubergine oder Kartoffeln an Hunde füttern solltet.

Vorsicht bei Nachtschattengewächsen im Garten

Die wenigsten Hunde werden sich genüsslich über Nachtschattenpflanzen und unreife Früchte hermachen. Doch bei Welpen und Junghunden oder bei besonders verfressenen Exemplaren ist dies leider nicht ausgeschlossen. Da aber die grünen Teile der Nachtschattenpflanzen und die unreifen Früchte besonders giftig für Hunde sind, solltet ihr sicherstellen, dass euer Hund sie nicht im Garten frisst. Dies gilt für die Stämme, die Blätter, die Wurzeln als auch für unreife Früchte. 

Nur sehr reif und gegart verfüttern

Aufgrund des für den Hund giftigen Solanins dürfen Nachtschattengewächse wie Tomaten nur gegart verfüttert werden.

Grüne Paprika dürfen gar nicht und gelbe und rote Paprika, die reif sind, dürfen gelegentlich gefüttert werden.

Kartoffeln zählen ebenfalls zu den Nachtschattengewächsen. In rohen Kartoffeln ist Solanin enthalten, in gekochten Kartoffeln nicht mehr.

Diese Hunde sollten auf Nachtschattengemüse verzichten

Nicht jeder Hund verträgt Tomaten, Paprika, Aubergine oder Kartoffeln. Insbesondere Hunde mit einem empfindlichen Darm oder Darmproblemen sollten gänzlich auf sie verzichten.

Sie sollten auch nicht an Welpen, Junghunde, Senioren oder geschwächte Hunde gefüttert werden, denn ihr Immunsystem ist nicht so stark. Sie können auf das Solanin stärker reagieren. Außerdem können zu viele Lektine die wichtige Nährstoffaufnahme hindern. 

 

FAZIT ZUR FÜTTERUNG VON Nachtschattengemüse an Hunde

Paprika, Tomaten, Kartoffeln und Aubergine gehören nicht zu den geeigneten Gemüsesorten für Hunde. Sie sollten am besten gar nicht oder nur besonders reif und gekocht gefüttert werden. Selbst dann sollten sie nur in geringen Mengen verfüttert werden.

Es ist wahrscheinlich nicht schädlich, wenn dein Hund gelegentlich geringe Mengen an reifen und gekochten Paprika, Tomaten, Kartoffeln und Auberginen frisst. Aber ihr seid auf der sicheren Seite, wenn ihr sie gar nicht erst verfüttert. Es gibt einfach viele andere wesentlich besser geeignete Gemüsesorten für Hunde.

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