Gesundheit

Darf mein Hund Fenchel fressen?

Fenchel (botanischer Name: Foeniculum vulgare) ist mit nur 19 kcal/100g sehr kalorienarm und enthält Vitamine und Spurenelemente. Seine ätherischen Öle haben eine heilende Wirkung auf Magen- und Darm und helfen auch bei leichten Erkältungen. Doch gilt das auch für unser Hunde?

Fenchelknollen

Ja oder Nein?

Ja, Fenchel ist für Hunde sogar ausgesprochen gesund. Wir zeigen euch die Vor- und Nachteile von Fenchel für Hunde und wie ihr ihn am besten an euren Hund verfüttert.

Vorteile

5 Gründe, warum Fenchel gesund für Hunde ist

 

1. Reguliert den Wassergehalt der Zellen und Säure-Basen-Haushalt

In erster Linie enthält Fenchel mit rund 400mg/100g sehr viel Kalium. Kalium ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff, der den Wassergehalt der Zellen reguliert und für Stoffwechselprozesse in den Zellen und für die Herzfunktion benötigt wird. Gerade bei Hunden mit Nieren- oder Harnsteinproblemen ist eine gute Kaliumzufuhr wichtig. Doch auch Fleisch und Fisch enthalten Kalium.

 

2. Hilft bei Verdauungsproblemen und leichten Erkältungen

Fenchel enthält die ätherischen Öle Anethol, Fenchon und Menthol. Anethol und Fenchon wirken sich positiv auf Magen- und Darmprobleme aus und haben eine beruhigende und entkrampfende Wirkung. Menthol hilft bei leichten Erkältungen und hat eine schleimlösende Wirkung.

 

3. Gut für das Blut

Das im Fenchel in guter Menge enthaltene Eisen (0,4mg/100g) und der gute Gehalt an Folsäure (33 µg/100g) helfen bei dem Sauerstofftransport im Blut und bei der Blutbildung. Auch das an der Bildung von Blut beteiligte Vitamin B6 ist in Fenchel enthalten.

 

4. Stärkt das Immunsystem

Fenchel enthält wichtige Vitamine und Antioxidanzien, die das Immunsystem und die Abwehr stärken zwar nicht in hohen Mengen, doch moderat und davon gleich mehrere: Zink, Vitamin E, Vitamin C, Vitamin A und Beta-Carotin.

 

5. Wichtig für Knochen und Zähne

Erwähnenswert ist auch der nicht geringe Gehalt an Calcium und Phosphat. Beide sind wichtig für den Knochenaufbau und die Zähne.

Nachteile

2 Nachteile von Fenchel

 

1. Schmeckt nicht jedem: Nicht alle Hunde mögen Fenchel

Aufgrund der ätherischen Öle und des intensiven Anis-Geschmacks mögen viele Hunde Fenchel nicht. Insbesondere bei rohem Fenchel ist dies der Fall. Daher ist es sinnvoll, Fenchel leicht zu dünsten und zu stampfen oder pürieren.

 

2. Leichtes Allergie-Potenzial aufgrund der ätherischen Öle

Bei einem Zuviel an ätherischen Ölen können manche Hunde allergisch reagieren. Daher immer nur in kleinen Mengen zu Beginn geben.

Fütterung

So verfüttert ihr Fenchel am besten an euren Hund

 

Fenchel am besten dämpfen und stampfen

Nachdem ihr vom Fenchel den Strunk abgeschnitten habt und eventuell nicht so schöne Teile entfernt habt, spült ihr in unter Wasser gut ab. Jetzt könnt ihr Fenchel am besten weich dünsten und pürieren. So kann er sehr gut ein regelmäßiger Teil der Nahrung sein. Alternativ könntet ihr den Fenchel auch roh pürieren, aber gekocht oder gedämpft wird er sehr gut angenommen.

 

Fenchel ungewürzt geben

Wie jedes Gemüse sollte auch Fenchel nicht für den Hund gewürzt werden.

 

Besser Bio und regional

Fenchel hat in Deutschland von Juli bis Oktober Saison. Dann könnt ihr ihn regional mit einer guten CO2-Bilanz erhalten und wenn er dann noch aus dem Bio-Anbau stammt, ist er weniger mit Pestiziden und Kunstdünger belastet und besser für euch und die Umwelt.  

Wie viel Fenchel darf ich meinem Hund füttern?

Um euch eine Idee davon zu geben, wie viel Fenchel euer Hund am Tag fressen sollte, nehmen wir durchschnittliche BARF-Berechnungen.

  • Die tägliche Futterportion eines Hundes beträgt ca. 3% des Körpergewichts.
  • Bei der BARF-Fütterung sollte der pflanzliche Anteil der Fütterung ca. 20% der Gesamtmenge ausmachen.
  • Zweidrittel davon sind Gemüse und ein Drittel Obst. Rund 13% der Tages-Portion wären also Gemüse.
  • Beispiel-Rechnung: Ein erwachsener Hund von 10kg würde also eine Gemüse-Portion am Tag von ca. 40g erhalten. Fenchel kann hiervon ein Teil mit weiteren Gemüsesorten sein. Wir sprechen hier also von vielleicht 15-20g Fenchel an einem Tag bei einem Hund von 10kg Gewicht.

    Hinweis:
    die BARF-Rationen sollten für eure Hunde individuell nach Alter, Rasse, Größe, Bewegung, Gesundheitszustand und Verträglichkeiten berechnet werden. Die oben aufgestellte grobe Berechnung der Fenchel-Portion soll euch nur ein Gefühl dafür geben, wie viel bzw. im Grunde wie wenig Gemüse euer Hund in etwa bekommen sollte.

Vorsicht: Allergie möglich

Fenchel zum Start nur testweise und in besonders kleinen Mengen füttern

Bei empfindlichen Hunden solltet ihr euren Tierarzt am besten vorher fragen, ob ihr ihm Fenchel füttern dürft. Er kennt euren Hund und seine individuellen Bedürfnisse und Schwächen am besten. Wie bei fast jedem Futtermittel besteht auch bei Fenchel die Gefahr, dass dein Hund allergisch auf ihn reagieren kann oder ihn einfach nicht gut verträgt. Dies ist insbesondere bei Fenchel aufgrund der ätherischen Öle etwas häufiger der Fall. Es ist daher immer ratsam, ein neues Gemüse zu Beginn in sehr kleiner Menge zu testen. Sollte dein Hund allergische Reaktionen wie Schwellungen, Atemprobleme, Ausschläge, Jucken, Husten, Durchfall, Erbrechen oder andere Allergie-Symptome zeigen, solltest du ihm natürlich keinen Fenchel mehr geben und einen Tierarzt kontaktieren.

Wissenswertes rund um den feinen Fenchel

Wann ist Fenchel-Saison?

Fenchel gibt es in Deutschland von Juli bis Oktober im Freiland, wobei der Fokus auf September und Oktober liegt. Er ist aber ganzjährig in Deutschland verfügbar, denn er wird aus den Niederlanden, Spanien, Italien, Frankreich, Griechenland und sogar aus Nordafrika importiert. Für viele ist Fenchel ein Wintergemüse, dabei stammt der sogenannte Winterfenchel gar nicht aus Deutschland, sondern meistens aus Italien.

Lagerung von Fenchel

Fenchel lässt sich nicht ideal lagern, denn er verliert schnell an Vitaminen und wird obendrein holzig. Er ist 3-4 Tage im Gemüsefach des Kühlschranks gut aufzubewahren. Am besten, wenn ihr ihn wie Spargel vorher in ein feuchtes Küchentuch wickelt.

Wo kommt Fenchel ursprünglich her?

Die wilden Vorfahren unseres Fenchels kamen aus Vorderasien und dem Mittelmeerraum. Insbesondere als Heilpflanze ist Fenchel schon seitdem Mittelalter bekannt und beliebt. 

Fenchel als Haus- und Heilmittel auch für Hunde

Ihr könnt euren Hunden bei leichten Magen- und Darm-Problemen wie Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall Fencheltee anbieten. Auch Fenchel-Anis-Kümmel-Tee kann bei leichten Magenproblemen helfen und wird von den meisten Hunden auch gut angenommen.

Fenchelhonig ist auch für Hunde ein gutes Hausmittel bei leichten Erkältungen. Die Schleimhäute werden beruhigt und der Fenchelhonig hat eine schleimlösende Wirkung. Selbstverständlich solltet ihr Fenchelhonig nur in kleinen Mengen (ca. 1 TL) und über einen kurzen Zeitraum geben. Aufgrund der Süße nehmen ihn viele Hunde sehr gern an. 

Fazit zur Fütterung von Fenchel an Hunde

Fenchel ist gegart sehr gesund und verträglich

Fenchel ist zur Fütterung von Hunden ein sehr gut geeignetes Gemüse. Er ist kalorienarm und enthält wichtige Vitamine und Spurenelemente. Gedämpft und gestampft als Teil des Futters wird es gut angenommen und vertragen.

Roh solltet ihr Fenchel aufgrund der ätherischen Öle nicht zu häufig verfüttern und er wird roh von den meisten Hunden nicht so gut angenommen. Fencheltee und Fenchelhonig sind bei leichten Magen-Darm-Beschwerden oder Erkältungen gute Hausmittel.

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