Gesundheit

Darf mein Hund Pilze fressen?

Herbst ist Pilz-Zeit und viele Pilzsorten sprießen aus dem Boden oder werden jetzt angeboten. Da stellt sich dem verantwortungsbewussten als auch experimentierfreudigen Hundebesitzer die Frage: Darf mein Hund eigentlich auch Pilze fressen? Und wenn ja: Welche Pilze sind gesund für den Hund? Welche Pilze sind für den Hund schädlich? Und: besteht eine Gefahr für meinen Hund im Wald?

Interessanter Weise findet sich wenig über Pilze als Nahrungsmittel für Hunde in den einschlägigen Ernährungsratgebern. Auch habe ich bisher nur in einem Fertigfutter für Hunde Pilze als Zutat gefunden. In diesem Fall waren es Champignons.

Manche Hunde fressen Pilze gern, aber Verdauungsprobleme, Unverträglichkeiten oder gar Vergiftungen können die Folge sein. Erfahrt hier, welche Pilze verträglich sind und ob ihr sie füttern solltet.

Pilze sind eine eigene Gattung und gehören biologisch gesehen nicht zu den Pflanzen, obgleich man dies lange angenommen hat. Doch sie haben einen entscheidenden Unterschied zu den Pflanzen: sie können keine Photosynthese betreiben. 

Vorteile

Pilze sind kalorienarm

Pilze bestehen zu über 90% aus Wasser und enthalten so gut wie gar kein Fett. Das macht sie sehr kalorienarm und für Diäten eigentlich ideal.

Pilze enthalten viele Mineralstoffe und Vitamine

Gleichzeitig enthalten sie je nach Pilzsorte wichtige Mineralstoffe wie Kalium, Zink und Eisen, sowie sehr viel Phosphor. Bei vielen Pilzen sind auch die wichtigen B-Vitamine (B1, B2, B6) erhöht vorhanden.

 

Nachteile

Pilze sind reich an Phosphor und arm an Calcium

Pilze enthalten ein Vielfaches an Phosphor als an Calcium. So enthalten 100g Champignons nur ca. 4g Calcium, aber satte 85mg Phosphor. Für gesunde Knochen sollte das Verhältnis von Calcium zu Phosphor jedoch ausgeglichen sein, da ein Zuviel an Phosphor den Knochen das Calcium entziehen könnte. Auch dies ist ein Grund, Pilze nur in sehr geringen Mengen an Hunde zu verfüttern.

Pilze sind für Hunde schwer verdaulich 

Fast alle Speisepilze enthalten viel Chitin, was für Mensch und Hund schwer verdaulich ist. Gerade im rohen Zustand können Pilze daher bei empfindlichen Hunden zu Magenbeschwerden führen. Deshalb sollen Pilze generell nur in kleinen Mengen und wenn, dann gegart verfüttert werden. Reste von eurer Pilzmahlzeit sind insofern für Hunde problematisch, als dass diese meist mit anderen Zutaten wie Salz, Gewürzen und Fett zubereitet werden, die ihr eurem Hund nicht geben solltet.

Wildpilze enthalten Schadstoffe & Parasiten

Es ist kein Geheimnis, dass Wildpilze aus Wald und Flur Schadstoffe leider stark speichern können. So z.B. Schwermetalle wie Cadmium und Blei, aber sie sind auch häufig zu stark mit radioaktiven Strahlen belastet, die von dem Reaktorunglück 1986 in Tschernobyl stammen. Deshalb wird Kleinkindern, Schwangeren und stillenden Müttern der Verzehr von Wildpilzen nicht empfohlen und allen anderen Menschen nur in Maßen (nicht über 200g pro Woche).

Da Wildpilze auch Würmer und Bakterien enthalten können, wird empfohlen, sie grundsätzlich gegart zu verzehren. Anders ist dies bei sogenannten Zucht- oder Kulturpilzen wie Champignons, Austernpilzen oder auch Shiitake, die nicht aus dem Wald stammen. Aber roh können die Pilze eben leider zu Verdauungsproblemen führen. Abgesehen von den o.g. Punkten, sind viele Wildpilze wie z.B. Steinpilze auch einfach recht teuer.

Gesunde und giftige Pilze für Hunde

Hier wird uns die Unterscheidung recht einfach gemacht, denn die für uns Menschen giftigen Pilze sind auch für Hunde. Umgekehrt sind für den menschlichen Verzehr geeignete Speisepilze theoretisch auch für den Hund zum Fressen geeignet. 

Speisepilze für Mensch und Hund

Speisepilze, die für den Menschen zum Verzehr geeignet sind, dürfen von Hunden – unter bestimmten Bedingungen – gegessen werden:

  • Austernpilze
  • Champignons
  • Kräuterseitlinge
  • Pfifferlinge
  • Shiitake
  • Steinpilze
  • Maronen
  • Alle weiteren Speisepilze, die für den menschlichen Verzehr geeignet sind

Außerdem sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass es eine ganze Reihe an Vital- und Heilpilzen gibt, die auch als Heilmittel bei Hunden eingesetzt werden können.

Giftige Pilze für Mensch und Hund

Beim Sammeln von Wildpilzen ist Vorsicht geboten, da viele Speisepilze, die ihr im Wald sammeln könnt, giftige Doppelgänger haben. Die Mehrheit der Waldpilze ist für Mensch und Hund ungenießbar bis hoch giftig. Die giftigsten Pilze, die bei uns im Wald häufig vorkommen, solltet ihr kennen:

Dies ist jedoch nur eine kleine Auswahl an sehr giftigen Pilzen!

Hinweis: wenn auch viele Pilzsorten im Herbst wachsen, so gibt es das gesamte Jahr über Pilze und auch giftige Pilze wie z.B. die Frühjahrslorchel, die von März bis Mai in unseren Wäldern zu finden ist.

Symptome

Die häufigsten Symptome einer Pilzvergiftung bei Hunden

Die folgenden Symptome können in Folge einer Pilzvergiftung typischer Weise beim Hund auftreten:                

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Koliken und Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Fieber
  • Bewusstseinsstörungen
  • Muskelkrämpfe
  • Atemnot
  • Verstärkte oder verminderte Urinausscheidungen

Bei einem Verdacht auf eine Vergiftung solltet ihr umgehend einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen und – sofern möglich – den Pilz, den euer Hund gefressen hat, mitnehmen.

 

So fütterst Du Speisepilze richtig an deinen Hund

Nur Speisepilze an Hunde verfüttern

Speisepilze, die für den menschlichen Verzehr geeignet sind, dürfen auch von Hunden gefressen werden.

Speisepilze nur in geringen Mengen verfüttern

Speisepilze sollten - wenn überhaupt - nur in sehr geringen Mengen an Hunde verfüttert werden, da sie zum einen schwer verdaulich sind und zum anderen einen ungünstigen Überhang an Phosphat besitzen. Insbesondere die Wildpilze unter den Speisepilzen (z.B. Steinpilze) sollten aufgrund ihrer Schadstoffe ohnehin nur in geringen Mengen verfüttert werden. Anders sieht es mit Zuchtpilzen aus, die weder Parasiten noch hohe Schadstoffmengen enthalten dürfen. 

Pilze niemals roh oder gewürzt an Hunde füttern

Wenn ihr Speisepilze an eure Hunde verfüttern möchtet, sollten die Pilze grundsätzlich gegart und ungewürzt anbieten, damit sie besser verträglich sind. Ansonsten können Magenbeschwerden wie Bauchschmerzen oder Verstopfung bei empfindlichen Hunden auftreten.

Absolute Vorsicht mit Hunden bei Wildpilzen

Lasst euren Hund niemals im Wald, am Feld oder im Garten Pilze fressen. Denn die meisten der wild wachsenden Pilze sind giftig und können für euren Hund tödlich enden. Gerade im Herbst wachsen viele von ihnen und sehen verlockend aus. Aber auch wilde Speisepilze können roh zu Magenbeschwerden führen und alle Wildpilze enthalten leider oft stark erhöhte Schadstoffkonzentrationen.

Fazit: Darf ich meinem Hund Pilze füttern?

Hier ist die Antwort leider nicht eindeutig und daher mit "jein" zu beantworten, denn es sollten am besten nur gegarte Speisepilze in kleinen Mengen verfüttert werden. Pilze müssen aber nicht in den Futternapf und nicht jeder Hund verträgt Speisepilze gut. 

DigiDogs in anderen Sprachen und Ländern: DeutschlandGreat BritainUnited StatesPolska
Copyright © 2022 DigiDogs, soweit nicht anders angegeben. Alle Rechte vorbehalten.
Über uns - Impressum - Datenschutz