Gesundheit

Darf mein Hund Sauerkraut fressen

Sauerkraut ist bei uns insbesondere in der kalten Jahreszeit beliebt und ist ein Helfer bei Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung. Dabei ist Sauerkraut reich an Vitaminen und Ballaststoffen und arm an Kalorien. Doch ist Sauerkraut auch für unsere Hunde gesund? Wir zeigen euch die Vor- aber auch die Nachteile der Fütterung von Sauerkraut und vor allem, wie ihr Sauerkraut am besten füttert.

Ja oder Nein?

Dürfen Hunde Sauerkraut fressen?

Ja, Hunde dürfen gelegentlich Sauerkraut fressen, sofern es ungewürzt ist.

Was ist Sauerkraut?

Sauerkraut besteht aus Weißkohl- oder Spitzkohlstreifen, die mit Salz über vier bis sechs Wochen in luftdichten Behältern vergoren bzw. fermentiert werden. Durch die im Kohl enthaltenen Milchsäurebakterien kommt es zur Gärung.  

Vorteile

5 Gründe, warum Sauerkraut gesund für Hunde ist 

  1. Gut für die Verdauung – Probiotikum, ballaststoffreich


    Sauerkraut wirkt wie ein natürliches Probiotikum, da es viele lebende Milchsäurebakterien enthält. Dafür sollte das Sauerkraut allerdings nicht erhitzt werden. Es fördert Wachstum und Aktivität der guten Bakterien im Darm und enthält sehr viele Ballaststoffe. Die Ballaststoffe und die Milchsäurebakterien tun der Verdauung sehr wohl.

 

  1. Stärkt das Immunsystem mit Antioxidantien


    Sauerkraut enthält viel Senföl (Glucosinolate), das als sekundärer Pflanzenstoff, das Immunsystem stärkt. Antioxidantien wie Vitamin C (50mg/100g) und Zink (0,2 mg/100g), die in Sauerkraut zu guten Anteilen enthalten sind, stärken ebenfalls das Immunsystem und die Abwehr.

 

  1. B-Vitamine: Gut für die Nerven


    Sauerkraut enthält viele B-Vitamine. Insbesondere Vitamin B6 ist wichtig für die Gewinnung von Energie und ist essentieller Bestandteil des Nerven- und Immunsystems. Ein Mangel kann zu Entzündungen im Maul und Hautausschlägen führen. Auch Folsäure ist mit 30 µg/100g gut enthalten. Sie ist ebenfalls ein B-Vitamin und für das Wachstum der Zellen und die Blutbildung wichtig.
  2. Für eine schlanke Linie


    Ein weiteres Argument für Sauerkraut ist, dass es mit rund 25kcal/100g sehr kalorienarm ist und damit für eine schlanke Linie sorgen kann.
  3. Reinigt den Darm und löst Verstopfungen

    Sauerkraut wirkt aufgrund seiner Struktur und der vielen Ballaststoffe reinigend und verdauungsfördernd. Es hat eine leicht abführende Wirkung und kann sehr gut bei einer leichten Verstopfung des Hundes eingesetzt werden.

 

Nachteile 

4 Nachteile von Sauerkraut für Hunde

 

  1. Bläht, kann abführend wirken


    Sauerkraut kann – wie alle Kohlsorten – zu starken Blähungen und auch Bauchschmerzen bei empfindlichen Hundemägen führen. Zu große Mengen an Sauerkraut können eine abführende Wirkung haben. Bei Hunden mit einem empfindlichen Magen solltet ihr besser auf die Fütterung von Sauerkraut verzichten oder es zunächst in besonders kleinen Mengen probieren.
  2. Zu salzig, sauer und entwässernd


    Sauerkraut ist häufig nicht nur sauer, sondern enthält sehr viel Salz. Zuviel Salz oder auch Säuren sind für Hunde jedoch in größeren Mengen sehr ungesund. Salz und Säure könnt ihr jedoch durch Spülen des Sauerkrauts zu einem Teil entfernen. Der hohe Kaliumgehalt von Sauerkraut hat eine entwässernde Wirkung. Deshalb solltet ihr Sauerkraut nur selten und in kleineren Mengen füttern.
  3. Mögen nicht alle Hunde

    Den salzig-sauren Geschmack des Sauerkrauts lieben einige Hunde, andere mögen ihn so gar nicht. Um dem Hund das Sauerkraut schmackhaft zu machen, könnt ihr es am besten in kleinen Portionen unter das Futter mischen.

  1. Vitamin K – nicht bei blutverdünnenden Medikamenten


    Vitamin K kann die Wirkung von blutverdünnenden Medikamenten aufheben. Sollte euer Hund blutverdünnende Medikamente erhalten, solltet ihr ihm besser kein Sauerkraut geben, da dieses Vitamin K enthält.

Sauerkraut bei verschluckten Fremdkörpern?

Wenn dein Hund einen Fremdkörper verschluckt hat, kann Sauerkraut helfen, diesen auf natürlichem Wege wieder herauszubekommen. Das Sauerkraut umschließt mit seinen Fasern den Fremdkörper im Magen-Darm-Trakt, so dass dieser mit Glück wieder ausgeschieden werden kann. Allerdings ist es nicht gewiss, dass der Fremdkörper auf diese Weise herauskommt und da es zu einem gefährlichen Darmverschluss kommen könnte, solltet ihr in diesem Fall immer mit eurem Tierarzt Rücksprache halten, bevor ihr Sauerkraut anwendet. Denn es ist nicht in jedem Fall beim Verschlucken eines Fremdkörpers sinnvoll, Sauerkraut zu geben. Eine endoskopische Bergung des Fremdkörpers im Magen kann beispielsweise durch Sauerkraut schwierig werden und ist im Darm kaum noch möglich. Eine notwendige OP kann bei vorheriger Gabe von Sauerkraut ebenfalls erschwert werden.

Wenn ihr das Sauerkraut nach Rücksprache mit dem Tierarzt geben wollt, so solltet ihr je nach Größe des Hundes ca. 1-2 Handvoll geben. Das Sauerkraut wird von Hunden leichter gefressen, wenn es gekocht wurde und ihr etwas Leckeres, wie Fleisch oder Fleischbrühe daruntermischt. Untersucht in den nächsten 1-2 Tagen den Kot genau, ob der Fremdkörper wirklich wieder herausgekommen ist. 

Fütterung

So füttert ihr Sauerkraut am besten an euren Hund

Gekocht oder roh?

Sauerkraut enthält roh die meisten lebenden Milchsäurebakterien, die gesund für die Verdauung und die Darmflora sind.  Sauerkraut ist schonend gegart besser bekömmlich, aber roh ist es gesünder.

Bei Hunden mit empfindlichem Magen kann Sauerkraut sehr schonend gegart werden. Denn so ist er wesentlich besser bekömmlich.

Besser Bio: mehr Milchsäurebakterien

Am gesündesten ist Bio-Sauerkraut. Auf der einen Seite ist der Weißkohl weder gespritzt noch künstlich gedüngt und enthält somit keine Schadstoffe. Auf der anderen Seite wird das Bio-Sauerkraut nicht erhitzt und hat somit ein Maximum an lebenden Milchsäurebakterien.

Zu salziges und saures Sauerkraut gut wässern

Sofern das Sauerkraut zu salzig ist, solltet ihr es vor dem Füttern abspülen, damit das Salz herausgewaschen wird. Bei frischem Bio-Sauerkraut ist das häufig aber gar nicht notwendig.

Sauerkraut immer pur und ungewürzt verfüttern

In dem Sauerkraut für eure Hunde sollten keine Gewürze, Salz, Butter, Kümmel, Wachholderbeeren, Ananas, Alkohol oder gar Speck sein. Pur ist er am gesündesten für deinen Hund.

Wie viel Sauerkraut darf ich meinem Hund füttern?

Die Menge ist abhängig von dem Zweck, den ihr mit dem Sauerkraut erreichen möchtet. Hier gibt es im Grunde drei Möglichkeiten:  

1. Probiotikum- Darmflora aufbauen

Ihr könnt Sauerkraut als Kur zum Aufbau der Darmflora für wenige Wochen ca. 1-2 Mal pro Woche unter das Futter mischen oder in kleineren Portionen sogar täglich. Aufgrund der Säure und des höheren Salz-Gehaltes sollte es aber nicht dauerhaft in den Futterplan aufgenommen werden. 

Um euch eine Idee davon zu geben, wie viel Sauerkraut euer Hund an einem Tag fressen sollte, nehmen wir durchschnittliche BARF-Berechnungen am Beispiel eines Hundes mit 10kg Gewicht:  

  • Die Tagesportion eines Hundes beträgt ca. 3% des Körpergewichts = 300g
  • Der Anteil an Gemüse sollte ca. 15% = 40g ausmachen
  • Ihr könnt also kurweise 20-40g Sauerkraut an euren Hund verfüttern.

Verstopfung lösen

Bei einer leichten Verstopfung könnt ihr eurem Hund einmalig eine etwas größere Portion Sauerkraut geben.

Fremdkörper aus dem Darm bekommen

Um einen Fremdkörper aus dem Darm mithilfe von Sauerkraut zu befördern, werdet ihr eine wesentlich größere Menge Sauerkraut benötigen. Allerdings solltet ihr euch vorher mit eurem Tierarzt abstimmen und es kommt sehr auf die Größe des Hundes und auf den Gegenstand an. Beispielsweise kann bereits ein Sektkorken zu einem Darmverschluss bei einem Labrador Retriever führen. Einem Hund von 20kg solltet ihr 1-2 Handvoll Sauerkraut geben, um einen Fremdkörper mit dem Sauerkraut durch die Darmpassage zu bewegen.   

Sauerkraut zum Start langsam und in kleinen Mengen füttern

Bei empfindlichen Hunden solltet ihr euren Tierarzt am besten vorher fragen, ob ihr eurem Hund Sauerkraut füttern dürft. Er kennt euren Hund und seine individuellen Bedürfnisse und Schwächen am besten. Wie bei fast jedem Futtermittel besteht auch bei Sauerkraut die Gefahr, dass dein Hund allergisch auf sie reagieren kann oder ihn einfach nicht gut verträgt. Bei Nicht-Vertragen kann es zu Blähungen, Durchfall oder auch Erbrechen kommen. Es ist daher immer ratsam, Sauerkraut zu Beginn in sehr kleiner Menge zu testen. Sollte dein Hund allergische Reaktionen wie Schwellungen, Atemprobleme, Ausschläge, Jucken, Husten oder andere Allergie-Symptome zeigen, solltest du ihm natürlich kein Sauerkraut mehr geben und einen Tierarzt kontaktieren.

Wissenswertes

Was ihr über Sauerkraut noch wissen könnt

Urdeutsch oder doch eher chinesisch?

Sauerkraut erscheint vielen Menschen als eine urdeutsches Kraut, zumal "Sauerkraut mit Haxen" ein typisch deutsches Gericht ist. Doch erfunden haben wohl die Chinesen das Sauerkraut. Weißkohl ist ein Gemüse, das häufig in Deutschland angebaut wird. Ursprünglich kommt der Weißkohl aus dem Mittelmeerraum.

Immer Saison

Weißkohl aus deutschem Anbau ist ganzjährig verfügbar. Doch zwischen Juli – November ist die Hauptsaison.

Skorbut-Schutz der Seeleute des 18. Und 19. Jahrhunderts

Aufgrund seiner Haltbarkeit und seines Vitamin-C-Gehaltes war Sauerkraut bei Seeleuten beliebt. Sauerkraut ist zwar keine Vitamin-C-Bombe, doch mit rund 50mg Vitamin C auf 100g enthält das Kraut genügend, um vor der gefürchteten Krankheit zu schützen. Skorbut ist eine Krankheit, die bei Vitamin-C-Mangel auftritt und zu Zahnfleischbluten, Müdigkeit, Hautproblemen, Fieber, Schwindel und weiteren Symptomen führen kann. Hunde können allerdings Vitamin C selbst produzieren.

Fazit zur Fütterung von Sauerkraut an Hunde

Hunde dürfen Sauerkraut fressen und es ist sehr gesund für die Verdauung. Dazu solltet ihr Bio-Sauerkraut roh verfüttern, dann enthält es die gesunden Milchsäurebakterien. Da Sauerkraut zu Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall führen kann, solltet ihr es vorsichtig füttern. Es ist nicht für die regelmäßige Fütterung, aber kurweise sehr gut geeignet. Um Fremdkörper aus dem Magen-Darm-Trakt auf natürliche Weise zu bekommen, kann Sauerkraut in Abstimmung mit eurem Tierarzt eingesetzt werden. 

 

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