Gesundheit

Dürfen Hunde Blumenkohl fressen?

Blumenkohl (botanischer Name: Brassica oleracea botrytis) ist, selbst für eine Kohlsorte mit ca. 22 kcal/100g extrem arm an Kalorien, dabei aber reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Er ist sehr eng verwandt mit Brokkoli und Romanesco ist eine Variante des Blumenkohls. Aber ist Blumenkohl für Hunde so gesund wie für uns Menschen?

Ja oder Nein?

Dürfen Hunde Blumenkohl fressen?

Jein, Hunde dürfen gegarten Blumenkohl unter bestimmten Umständen essen, denn die enthaltene Oxalsäure kann ungesund werden.

Was sind die Vor- und Nachteile bei der Fütterung von Blumenkohl für Hunde und wie sollte er am besten gefüttert werden?

 

Vorteile

5 gesunde Gründe für Blumenkohl 

  1. Stärkt Zellen und Immunsystem gegen Krebs

    Blumenkohl enthält Sulforaphan (auch Senföl genannt) in großen Mengen. Sulforaphan ist ein sekundärer Pflanzenstoff aus der Familie der Isothiocyanate, dem eine antikanzerogene Wirkung zugesprochen wird. Insbesondere bei Krebsarten wie Pankreaskrebs oder Prostatakrebs kann Sulforaphan sowohl prophylaktisch als auch therapeutisch eingesetzt werden. Auch Zink ist ein starkes Antioxidans und unterstützt das Immunsystem. Folsäure ist mit 50 µg auf 100g in Blumenkohl stark enthalten und unterstützt sowohl das Zellwachstum als auch die Blutbildung. Zusätzlich unterstützt eine hohe Portion Vitamin C die antioxidative Wirkung und stärkt das Immunsystem. Hunde können Vitamin C im Gegensatz zu Menschen zwar selbst im Körper produzieren und sind meist ausreichend versorgt, aber auch dann kann eine Zugabe durchaus gesund sein. 
  1. Vitalität, gesunde Nerven und unterstützt das Blut

    Blumenkohl enthält wichtige B-Vitamine, insbesondere B1, B2, B6 und B9 bzw. B11, die Folsäure. Diese unterstützen die gesunde Nervenfunktion, die Zellen und sorgen für Vitalität. Blumenkohl enthält ca. 0,5mg Eisen pro 100g, was für die roten Blutkörperchen, die den Sauerstoff transportieren, wichtig ist. Vitamin K1 ist in Blumenkohl reichlich enthalten. Es unterstützt die Blutgerinnung. 
  1. Gut für entspannte Muskeln, Herz und Nerven

    Blumenkohl enthält viel Kalium, das den Wassergehalt der Zellen reguliert und Herz und Nerven unterstützt. Ebenso sorgt es für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt im Körper. Magnesium, das für entspannte Muskeln und beruhigte Nerven sorgt, ist ebenfalls enthalten. 
  1. Stärkt Knochen und Zähne

    Blumenkohl enthält auch Calcium und Phosphor. Allerdings ist das Verhältnis mit 1:2,5 nicht wirklich günstig, was aber bei kleinen Futtermengen nicht zu berücksichtigen ist. Beide Mineralstoffe sind für den Knochenaufbau und die Zähne wichtig. Vitamin K1, das ebenfalls ausreichend in Blumenkohl enthalten ist, trägt zur Stärkung der Knochen bei. 
  1. Für eine schlanke Linie und eine gesunde Verdauung

    Blumenkohl ist mit 22kcal auf 100g sehr arm an Kalorien und trotzdem reich an Ballaststoffen. Ballaststoffe sind gut für die Regulierung der Verdauung.

     

Nachteile

3 Nachteile, auf die ihr bei Blumenkohl achten solltet

 

  1. Tabu für Hunde, die zu Blasensteinen neigen

    Blumenkohl hat einen etwas erhöhten Gehalt an Oxalsäure und Purinen. Oxalsäure und auch Purine können die Bildung von Blasensteinen begünstigen. Bei Hunden oder auch Hunderassen, die zu Blasensteinen neigen, wie z.B. Dalmatiner, sollte auf die Fütterung von Blumenkohl besser verzichten. Bei allen anderen Hunden solltet ihr auf eine moderate Fütterung achten.

  2. Blähungen und Unverträglichkeiten

    Fast alle Kohlarten neigen dazu, dass vermehrt Gase im Darm gebildet werden. Dies kann zum Aufblähen das Bauches, zu Bauchschmerzen und auch Übelkeit beim Hund führen. Mit dem Garen des Kohls wird die Bildung der Gase aber schon sehr gut vermindert.

  3. Blumenkohl-Strünke können gefährlich werden

    Die harten Strünke des Blumenkohls solltet ihr niemals unzerkleinert und roh verfüttern. Sie können mit Pech zu ernsthaften Blockaden oder zu Atemnot führen, wenn sie im Rachen oder im Magen-Darmtrakt stecken bleiben. 

Fütterung

So verfüttert ihr Blumenkohl am besten an euren Hund

Blumenkohl am besten schonend garen und nicht roh verfüttern

Manche füttern Blumenkohl stark zerkleinert zwar roh an ihre Hunde, aber schonend gegart und danach püriert oder gestampft ist er wesentlich besser bekömmlich und führt kaum zu Blähungen. Mit dem Kochen sinkt auch der Anteil der Oxalsäure im Blumenkohl, die in zu großen Mengen Blasensteine begünstigen kann. Wenn ihr Blumenkohl roh verfüttern möchtet, was ich nicht empfehlen würde, achtet darauf, dass er stark zerkleinert ist, damit sich euer Hund nicht an zu großen Teilen oder dem harten Strunk verschluckt.

Blumenkohl am besten mit etwas Öl füttern

Blumenkohl enthält z.B. Vitamin K1, ein fettlösliches Vitamin, das der Körper nur mit Fett aufnehmen kann. Deshalb ist es wichtig, immer im Futter etwas Öl oder andere Fette mit zu geben.

Können auch die Blumenkohl-Strünke mit gefüttert werden?

Ja, ihr könnt auch die Strünke mit verfüttern. Am besten zuvor garen und dann stampfen oder pürieren.

Blumenkohl pur verfüttern

Ihr solltet keine Gewürze, Salz oder Butter an den Blumenkohl für euren Hund geben. Pur ist er am gesündesten für deinen Hund.

Blumenkohl aus biologisch-organischem Anbau

Bio-Blumenkohl ist nicht gespritzt und künstlich gedüngt und enthält damit keine Schadstoffe und ein Optimum an Vitaminen und Nährstoffen. Falls ihr keinen Bio-Blumenkohl verfüttern könnt, solltet ihr den Blumenkohl unbedingt erst gut abspülen und die Strünke am besten schälen.

Wie viel Blumenkohl darf ich meinem Hund füttern?

Um euch eine Idee davon zu geben, wie viel Gemüse euer Hund am Tag fressen sollte, nehmen wir durchschnittliche BARF-Berechnungen: 

  • Die Tagesportion eines Hundes beträgt ca. 3% des Körpergewichts.
  • Bei der BARF-Fütterung sollte der pflanzliche Anteil der Fütterung ca. 20% der Gesamtmenge ausmachen. Dieser kann je nach Alter und Auslastung auch steigen.
  • Davon macht das Gemüse zwei Drittel aus, der Rest ist Obst.
  • Das bedeutet, dass ca. 13% der Tages-Portion aus Gemüse bestehen.

Beispiel: Ein erwachsener Hund von 10kg würde also eine Gemüse-Portion am Tag von ca. 40g Gemüse erhalten. Gegarter Blumenkohl kann hiervon sehr gut täglich ein Teil sein. Doch solltet ihr für Abwechslung sorgen und auch mindestens zwei weitere Gemüsesorten einplanen. Wir sprechen hier also von vielleicht 15-20g Blumenkohl täglich bei einem Hund von 10kg Gewicht.


Wichtiger Hinweis: die BARF-Rationen sollten für eure Hunde individuell nach Alter, Rasse, Bewegung, Gesundheitszustand und Verträglichkeit berechnet werden. Diese grobe Berechnung der Blumenkohl-Ration soll euch ein Gefühl dafür geben, wie hoch der Gemüse-Anteil bei einer durchschnittlichen BARF-Ration für euren Hund wäre.

Blumenkohl als neues Gemüse immer langsam und in kleinen Mengen zum Start füttern

Gegarter und pürierter oder gestampfter Blumenkohl wird von vielen Hunden gut vertragen. Bei empfindlichen Hunden solltet ihr euren Tierarzt am besten vorher fragen, ob ihr eurem Hund Blumenkohl füttern dürft. Er kennt euren Hund und seine individuellen Bedürfnisse und Schwächen am besten. Wie bei fast jedem Futtermittel besteht auch bei Brokkoli die Gefahr, dass dein Hund allergisch auf sie reagieren kann oder ihn einfach nicht gut verträgt. Bei Nicht-Vertragen kann es zu Blähungen, Durchfall oder auch Erbrechen kommen. Es ist daher immer ratsam, Blumenkohl zu Beginn in sehr kleiner Menge zu testen. Sollte dein Hund allergische Reaktionen wie Schwellungen, Atemprobleme, Ausschläge, Jucken, Husten oder andere Allergie-Symptome zeigen, solltest du ihm natürlich keinen Blumenkohl mehr geben und einen Tierarzt kontaktieren.

Fazit zur Fütterung von Blumenkohl an Hunde

Hunde sollten Blumenkohl in für sie passenden Mengen gegart und zerkleinert fressen. Dann ist Blumenkohl ein gesundes Gemüse für Hunde. Einzige Ausnahme: Dein Hund neigt zu Blasensteinen. Dann solltest Du auf die Fütterung von Blumenkohl besser verzichten.

Wissenswertes rund um Blumenkohl

Wann hat Blumenkohl Saison?

In Deutschland kann Blumenkohl vom Frühjahr bis in den späten Herbst im Freiland geerntet werden. Dann ist er aufgrund der fehlenden Lieferwege besonders klimafreundlich. In Frankreich, Spanien und Italien kann er bei mildem Klima auch im Winter geerntet werden.  Von diesen Ländern wird er im Winter meist nach Deutschland importiert. 

Wo kommt Blumenkohl ursprünglich her?

Blumenkohl stammt ursprünglich aus Anatolien und wurde in Europa zuerst in Italien bekannt. Von hier eroberte er spätestens im 16.Jahrhundert Frankreich. Caterina de Medici, die aus der einflussreichen florentinischen Medici-Familie stammte und durch ihre Heirat mit Heinrich II. 1547 Königin von Frankreich wurde, brachte die italienische Küche – und mit ihr sehr wahrscheinlich auch den Blumenkohl – an den französischen Hof. Danach wurde Blumenkohl auch in Deutschland, England und die USA bekannt.    

Blumenkohl ist nur wenige Tage im Kühlschrank haltbar

Leider ist Blumenkohl nach der Ernte nicht lange langerfähig. Nach dem Einkauf sollte er innerhalb von 1-2 Tagen am besten gegessen werden, da er sonst viele Vitamine und Nährstoffe verliert und zu welken beginnt.  

Farbige Varianten

Die farbigen Varianten werden insbesondere in Italien und Frankreich angebaut. Es gibt sowohl grüne, rote, gelbe und violette Zuchtformen, die sich aufgrund der Lichteinwirkung verfärben.

Gib uns Pfoten:

Schreibe uns:

DigiDogs in anderen Sprachen und Ländern: Dürfen Hunde Blumenkohl fressen?Great BritainUnited StatesCzy mój pies może jeść kalafior?
Copyright © 2023 DigiDogs, soweit nicht anders angegeben. Alle Rechte vorbehalten.
Über uns - Impressum - Datenschutz