Gesundheit
Pansen und Blättermagen
Für das menschliche Ästhetik-Empfinden sind Pansen und Blättermagen weder optisch noch olfaktorisch (geruchlich) attraktiv, um nicht zu sagen abstoßend. Für unsere Hunde sind Pansen und Blättermagen dagegen eine köstlich riechende und wohlschmeckende Gourmet-Leckerei. Doch sind Pansen und Blättermagen für unsere Hunde auch gesund? Wir zeigen euch die Vor- und Nachteile der Fütterung von Pansen und Blättermagen an eure Hunde und worauf ihr achten solltet.
Was sind Pansen und Blättermagen?
Pansen und Blättermagen sind Vormägen von Wiederkäuern, zu denen insbesondere Rinder, Ziegen und Schafe gehören.
Wiederkäuer besitzen drei Vormägen, die vor ihrem eigentlichen Magen, dem sogenannten Labmagen, sitzen. Zu den drei Vormägen gehören:
- Pansen (Rumen)
- Netzmagen (Reticulum)
- Blättermagen (Omasus, Psalter)
Wobei der Pansen der größte der drei Vormägen ist. In den Vormägen leben viele Bakterien, die die schwer verdauliche Zellulose aufspalten und abbauen können.
Sowohl Pansen als auch Blättermagen bestehen zum größten Teil aus bindegewebsreichem Muskelgewebe und auch Schleimhaut. Pansen haben rund 9% Fett, Blättermagen mit ca. 5% etwas weniger. Pansen enthält etwas Kalzium und Phosphor.
Qualität hängt vom Futter der Schlachttiere ab
Besonders gesund sind Pansen und Blättermagen jedoch aufgrund ihres Inhaltes. Dieser Inhalt ist jedoch in seiner Qualität abhängig davon, was das Schlachttier zuvor gefressen hat. Durfte beispielsweise die Kuh auf der Weide artgerecht futtern, so finden wir im Pansen vorverdaute Reste von Gras, Kräutern und Klee, mitsamt den vielen Bakterienarten. Diese Bakterien können mit den pflanzlichen Fasern, Verdauungsenzymen und Ballaststoffen zu einer gesunden Darmflora deines Hundes beitragen.
Wie gesund und hochwertig der Pansen oder der Blättermagen sind, hängt folglich davon ab, was das Schlachttier zu Fressen bekommen hat. Weiderinder fressen frisches Gras, Kräuter und Klee. Ihre Mägen enthalten daher viel mehr Ballaststoffe und bereits vorverdaute und damit für Hunde gut verwertbare Zellulosefasern und sekundäre Pflanzenstoffe, die so gesund für unsere Hunde sind.
Stallrinder erhalten dagegen meist ein Kraftfutter aus beispielsweise Soja, Mais oder Getreide. In ihren Mägen finden sich daher weniger Bakterien und verwertbare Zellulosefasern und sekundäre Pflanzenstoffe.
Grüner oder weißer Pansen
Der grüne Pansen ist für den Hund gesünder als der weiße Pansen. Denn der Grüne Pansen ist der ungewaschene Pansen, der noch die Futterreste enthält. Grüner Pansen riecht wesentlich intensiver als weißer Pansen, dafür enthält er aber die gesunden Pflanzenreste, Ballaststoffe und Bakterien.
Weißer Pansen ist Grüner Pansen, der gewaschen wurde. Der weiße Pansen riecht wesentlich weniger übel für uns Menschen und hat ähnlich viele Nährstoffe. Er enthält daher kaum noch Futterreste in Form von Pflanzenstoffen, Bakterien und Ballaststoffen.
Unterschied zwischen Pansen und Blättermagen
Der Blättermagen liegt hinter dem Pansen und deshalb sind die pflanzlichen Bestandteile im Blättermagen für den Hund besser verwertbar.
Blättermagen hat mit ca. 5% weniger Fett als Pansen (9% Fett). Blättermagen wird aufgrund seiner vielen kleinen Falten, die wie Blätter aufeinanderliegen, Blättermagen genannt.
Pansen & Blättermagen: Roh oder gekocht füttern
Ihr solltet Pansen und Blättermagen in jedem Fall am besten roh füttern, da diese die gesunden Bakterien und Enzyme enthalten, die durch ein Kochen leider ihre Wirkung verlieren. Solltet ihr – wie meine Mutter früher – auf die Idee kommen, Pansen oder Blättermagen selbst zu kochen, kann ich auch nur dringend davon abraten: Der Gestank ist wirklich unerträglich.
Vor- und Nachteile von Pansen & Blättermagen
Wie jedes Futtermittel, so haben auch Pansen und Blättermagen ihre Vor- und Nachteile und sind für manche Hunde sehr gut, für andere dagegen weniger gut geeignet. Pansen ist definitiv aufgrund seiner Inhaltsstoffe kein Alleinfuttermittel für Hunde und in der Fütterung kann auf Pansen und Blättermagen auch ebenso gut verzichtet werden. Ihr könnt beide ganz einfach durch Muskelfleisch ersetzen.
Vorteile von Pansen und Blättermagen
- Ausgewogenes Verhältnis von Kalzium zu Phosphor (1:1), wenn auch geringer Anteil an Kalzium.
- Vorverdaute Futterreste wie Pflanzenfasern, wenn der Pansen „grün“ verfüttert wird.
- Proteine sind nicht sehr hochwertig und der Nährstoffgehalt ist nicht optimal
- Beliebt bei Hunden
- Preiswert
- Insbesondere der grüner Pansen enthält Probiotika, Verdauungsenzyme und Aminosäuren
- B-Vitamine, sofern Panseninhalt vorhanden (ungewaschener grüner Pansen)
- Bei Giardien sinnvoll, da Pansen einen hohen Gehalt an gesunden Bakterien haben und die Darmflora unterstützen
- Zahnpflege bei der Fütterung von größeren Pansenstücken
- Enthält viele Mikroorganismen wie Milchsäurebakterien, die einen gesunden Darm unterstützen können. Sie stabilisieren die Darmflora und die Verdauung.
Nachteile von Pansen und Blättermagen
- Pansen und Blättermägen sind sehr reich an Bindegewebe, das für einige Hunde sehr schwer verdaulich ist.
- Pansen und Blättermagen enthalten keine hochwertigen Eiweiße und können daher Muskelfleisch im Futter nicht ersetzen. Andersherum können sie aber gut durch Muskelfleisch ersetzt werden.
- Der Inhalt von Pansen und Blättermägen ist minderwertig, sofern die Schlachttiere nicht natürlich auf Weiden grasen können.
- Vorsicht bei Allergikern: Gras-, Getreide- und Pollenallergiker können stark auf Pansen oder Blättermägen reagieren. Pansen und Blättermagen aus konventioneller Haltung und Fütterung mit Getreide oder Maissilage enthält Getreiderückstände, auf die einige Hunde allergisch reagieren können. Pansen aus Weidehaltung kann wiederum Gras- und Pollen enthalten, die für Allergiker nicht geeignet sein können.
- Pansen riecht nicht gut, aber Bio-Blättermagen und Grüner Bio-Pansen sind im Geruch meist erträglicher
Fazit
Sind Pansen und Blättermagen gesund?
Pansen und Blättermagen von Weidetieren ist für die meisten Hunde gesund, sofern sie ungewaschen (Grüner Pansen) und nicht erhitzt werden. Sie enthalten dann noch viele aufgeschlossene Pflanzenfasern, Bakterien und Enzyme, die zu einer gesunden Darmflora beitragen können. Die meisten Hunde lieben die etwas übel riechenden Vormägen.
Pansen und Blättermagen bestehen jedoch aus nicht sehr hochwertigem Eiweiß und sollten daher nur maximal 15% der täglichen Futterration ausmachen. Insbesondere Pansen enthält sehr viel Bindegewebe, das für Hunde mit schwachen Mägen schwer verdaulich sein kann. Einige Hunde sollten besser keine Pansen oder Blättermägen fressen.
So füttert ihr Pansen und Blättermagen richtig
Wieviel Pansen darf ein Hund fressen?
Pansen ist kein für den Hund notwendiges Futtermittel, doch viele Hunde lieben ihn und obendrein ist er preiswert. Da die Proteine nicht so hochwertig sind wie im Muskelfleisch und auch der Nährstoffgehalt des Pansens und des Blättermagens nicht optimal sind, sollten Pansen und Blättermagen in der BARF-Fütterung nicht mehr als max. 20% des tierischen Anteils ausmachen. Da ca. 80% tierischen Ursprungs und 20% pflanzlichen Ursprungs im BARF-Konzept entstammen, entspricht dies ca. 16% der gesamten Futterration.
Wie oft sollte man dem Hund Pansen geben?
Pansen kann 2-3 mal die Woche eine Mahlzeit ersetzen oder einfach Teil der BARF-Rationen sein. Wichtig ist jedoch, dass Pansen kein Alleinfuttermittel für Hunde ist und sie wichtige Nährstoffe aus Muskelfleisch, Innereien und Knochen beziehen. In der Fütterung kann auf Pansen verzichtet werden und er wird einfach durch Muskelfleisch ersetzt.
Pansen könnt ihr sowohl gewolft als auch in großen Stücken verfüttern. Wenn ihr größere Stücke verfüttert, ist euer Hund recht lange mit dem Kauen beschäftigt und reinigt dabei gleich seine Zähne. Allerdings ist die Fütterung von größeren Stücken eher etwas für ein Futterplätzchen an der frischen Luft.
Wenn ihr Pansen in ganzen Stücken kauft, wird oft darauf hingewiesen, dass dieser kleine Steinchen oder Fremdkörper enthalten kann und deshalb vorher kurz abgespült werden sollte. Ich verwende meist Pansen in kleinen Stücken, den ich tiefgefroren kaufe.
Diese Hunde sollten auf Pansen und Blättermagen verzichten
Pansen und Blättermagen enthalten viel Bindegewebe und sind daher schwer verdaulich.
- Hunde mit Bauchspeicheldrüseninsuffizienz
- Hunde mit empfindlichem Magen (Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall möglich)
- Hunde mit Allergien oder Futtermittelunverträglichkeiten
- Hunde mit Magen-Darm-Erkrankungen
- Hunde mit Leber- oder Nierenproblemen
Worauf Du beim Kauf von Pansen achten solltest
- Billige Importware meiden, sie hat einen weiten Weg hinter sich gebracht und kann schädliche Bakterien enthalten.
- Artgerechte Haltung der Schlachttiere – Bio-Haltung, am besten Weidetiere.
- Tiere aus Deutschland oder zumindest aus der EU
- Pansen könnt ihr gewolft oder auch in größeren Stücken kaufen. In BARF-Läden deines Vertrauens frisch an der Theke oder eingefroren im Online-Versand.
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