Gesundheit

Leber ist eine Nährstoffbombe für Hunde

Die Leber ist für unsere Hunde geradezu eine Nährstoffbombe, denn sie ist besonders reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Deshalb sollte Leber bei gesunden Hunden den größten Anteil der gefütterten Innereien ausmachen. Doch zu viel Leber sollte besser nicht verfüttert werden. Erfahrt mehr über die Vor- und Nachteile von Leber und wie ihr sie am besten füttert.

Vorteile von Leber

Leber ist sehr gesund für Hunde

Hättet ihr es gewusst? Leber enthält nicht nur die wichtigsten Vitamine in einer sehr hohen Konzentration, sondern obendrein noch lebensnotwendige Mineralstoffe in guter Menge. 

Leber eine Vitaminbombe

  • Leber ist ausgesprochen reich an Vitamin A. Sie enthält zwischen 12.000 und 18.000 µg Vitamin A (Retionol). Vitamin A wird zu Recht „Augenvitamin“ genannt, da es für die Sehfunktion so wichtig ist. Doch Vitamin A kann noch viel mehr! 
  • Leber ist mit ca. 1,7 µg reich an Vitamin D (Calciferol), dem Sonnenvitamin.
  • Leber enthält wichtige B-Vitamine in sehr guter Menge, so beispielsweise Vitamin B1, B2, B6 und Vitamin B12. Aber auch , Nikotinsäure (B3), Biotin (Vitamin H, Vitamin B7) und
  • Folsäure (B9, b11) für Zellwachstum und Blutbildung.

Leber enthält wichtige Mineralstoffe

  • Leber enthält viel Phosphor und nur sehr wenig Calcium. Das Verhältnis von beiden stimmt hier nicht, was aber bei der geringen Fütterungsmenge vernachlässigt werden kann.
  • Leber enthält viel Zink für das Immunsystem, Kupfer für Skelett und Bindegewebe sowie Blutbildung, Eisen zur Bildung der roten Blutkörperchen, Mangan für Wachstum der Knochen.
Nachteile von Leber

Enthält Leber nicht viele Schadstoffe?

Wie die meisten Innereien, so ist auch die Leber ein Entgiftungsorgan. Die Leber ist sogar das größte Entgiftungsorgan.

Häufig besteht deshalb die Angst, dass diese Organe Gifte speichern würden und sie deshalb in hoher Menge zur Verfügung stehen.

Entgiftungsorgane speichern organische Gifte nicht, sondern sorgen dafür, dass sie ausgeschieden werden können.

Problematisch sind aber die nicht-organische Schadstoffe wie Medikamente (Antibiotika), Schwermetalle und Umweltgifte wie Dioxine.

Diese können sich im gesamten Organismus ablagern und anreichern, insbesondere aber im Fettgewebe.

Deshalb ist es sinnvoll darauf zu achten, dass die Schlachttiere möglichst aus einer seriösen Quelle mit artgerechter Haltung stammen. 

Worauf sollte ich beim Kauf von Leber achten?

Besser Bio

Wenn ihr Leber von artgerecht gehaltenen Tieren verwendet, die am besten noch auf der Weide standen und ökologisch gefüttert und gehalten wurden, ist die Leber gesünder für euren Hund. Denn sie enthält weniger Medikamente wie Antibiotika, Umweltgifte und Schwermetalle.

Besser nicht: Wild & Schwein

Insbesondere Wildschweine können das für Hunde lebensgefährliche Aujetsky-Virus enthalten und auch bei anderen Schweinen besteht eine – wenn auch sehr geringe – Möglichkeit, dass sie dieses Virus enthalten. Deshalb besser Finger weg von Schweineleber für Hunde.

In den Innereien von Wildtieren können sich generell leicht Parasiten befinden, weshalb sie roh besser nicht angeboten werden sollten, sondern sehr gut gegart werden sollten und am besten zuvor mindestens einen Tag bei -20Grad tiefgefroren werden sollten.  

Welche Leber mag mein Hund?

Die meisten Hunde mögen Leber, aber leider nicht alle. Am häufigsten wird Rinderleber verwendet, doch Kalbsleber riecht weniger intensiv und wird von manchen Hunden daher besser angenommen. Meine sehr verfressene Hündin Lilly mag lässt beispielsweise Entenleber geradezu angeekelt links liegen.

So füttert ihr Leber richtig an euren Hund

Wieviel Leber sollte mein Hund bekommen?

Für die Fütterungsmenge von Leber an Hunde gibt es eine grobe Faustegel: Sie erhalten 1 Gramm rohe Leber pro Kilogramm Körpergewicht des Hundes pro Tag.

Ein 30 kg schwerer Hund würde also täglich rund 30 Gramm Leber erhalten oder in der Woche 210 Gramm Leber. 

Für kleinere Hunde unter 15 Kg Körpergewicht solltet ihr jedoch besser 1,5- bis 2 Gramm Leber pro Kg Körpergewicht des Hundes verwenden. Denn der Stoffwechsel ist bei kleinen Hunden schneller und sie erhalten daher in Relation zu ihrem Körpergewicht mehr Futter als große Hunde. 

BARF-Herleitung zur Fütterungsmenge von Leber

Ihr könnt die Fütterungsmenge von Leber auch nach den BARF-Regeln herleiten und werdet auf ein ähnliches Ergebnis kommen: 

  • Gesunde, große und ausgewachsene Hunde erhalten ca. 2% ihres Körpergewichts als Futtermenge am Tag. Bei einem Hund von 30Kg wären dies 600g.
  • Von dieser Futtermenge sollte ca. 80% tierische Anteile sein = 480g.
  • Vom tierischen Anteil sollten 15% Innereien sein =  72g
  • 40% der Innereien sollten aus Leber bestehen = 28,8g  am Tag oder 201,6 Gramm pro Woche.

Überversorgung mit Vitamin A durch Leber möglich?

Vielleicht habt ihr davon schon mal gehört? Es wird immer mal wieder vor der Fütterung von Leber gewarnt, da eine Überversorgung (Hypervitaminose) mit Vitamin A möglich ist.

Doch ein Hund müsste riesige Mengen an Leber fressen, damit er an einer Überversorgung mit Vitamin A erkrankt.

Mit riesigen Mengen ist die Hälfte seines Körpergewichtes am Tag gemeint und wer würde einem großen Hund schon 15 Kilogramm Leber auf einmal füttern?

Eine Überversorgung mit Vitamin A kann aber vorkommen, wenn beispielsweise zu große Gaben von Lebertran oder an anderen Vitamin A-haltigen Produkten gegeben werden. 

Nicht zu viel Leber auf einmal geben

Zuviel Leber kann zu Durchfällen führen, bei Hunden mit Verstopfung kann Leber wiederum helfen. In jedem Fall sollte die wöchentliche Leberration aus diesem Grund nicht an einem Tag gegeben werden, sondern auf 2 bis 3 Tage in der Woche verteilt werden.

Es ist auch sinnvoll, Leber parallel mit Knochen zu füttern, da Knochen verstopfen und Leber den Kot eher weich macht. Ich gebe meinem Hund deshalb immer morgens Knochen und Innereien.

Es ist absolut keine gute Idee, deinem Hund an einem Tag die Wochenportion der Leber zu geben oder aber den Anteil an Leber im Futter zu erhöhen, beispielsweise weil Leber im Verhältnis günstig ist.

Was kann ich tun, wenn mein Hund keine Leber mag?

Die meisten Hunde mögen Leber, aber leider nicht alle. Wenn euer Hund Leber mäkelig aus dem Fressnapf aussortiert, könnte es helfen, sie beispielsweise gut unter das Fleisch oder den Pansen zu mischen. Alternativ könnt ihr die Leber auch überbrühen oder in etwas Schmalz oder Kokosfett anbraten.

Leber von welchem Tier verfüttern?

In der Regel wird Rinderleber an Hunde verfüttert. Doch ihr könnt genau so gut Leber von Geflügel, Kälbern, Lämmern, Schafen oder Ziegen verwenden.

Lediglich Schwein ist aufgrund des Aujeszky-Virus problematisch. Dieses kann insbesondere in Wildschweinen vorkommen und ist für Hunde lebensgefährlich und über das Fleisch übertragbar. Hausschweine sind in Deutschland und Österreich im Grunde frei von diesem Virus, aber eine 100%ige Sicherheit gibt es hier nicht. Wenn ihr sicher gehen möchtet, so lasst ihr Schweineleber einfach aus. 

Leber roh oder gegart füttern

Sofern die Leber aus einer seriösen Quelle stammt und es sich nicht um Schweine- oder Wildleber handelt, ist es besser, sie roh zu verfüttern, damit keine Vitamine verlorengehen.

Mag euer Hund die Leber aber lieber leicht gegart, so könnt ihr sie auch überbrühen oder als Anreiz in etwas leckerem Fett (Gänseschmalz, Kokosöl) kurz anbraten. 

Lebertran – die Alternative zur Leber

Wenn Hunde keine Leber mögen oder aber keine Leber vertragen, so kann Lebertran als Alternative Quelle insbesondere für Vitamin A und Vitamin D sehr gut Lebertran verwendet werden.

Lebertran stammt aus der Leber von Fischarten wie beispielsweise Dorsch, Kabeljau oder Schellfisch. Da er sehr viel Vitamin A und Vitamin D enthält, sollte er wohldosiert werden, denn insbesondere Vitamin A kann bei Überdosierung zu Problemen führen. Je nach Größe des Hundes reichen 0,5 TL bis 1 EL Lebertran täglich vollkommen aus.

Diese Hunde sollten besser auf Leber verzichten

Hunde, die purinarm ernährt werden sollten, verzichten besser ganz auf Leber und andere Innereien.

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