Gesundheit

Läufigkeit der Hündin: Anzeichen, Dauer und wie ihr sie problemlos übersteht

Im Frühjahr und Herbst ist es wieder soweit: Die unkastrierten Hündinnen werden läufig und setzen ihre Duftmarken zur entzückten Qual der Rüden. Je besser ihr den Ablauf, die Dauer und die Hintergründe der Läufigkeit kennt, desto entspannter und problemloser könnt ihr eure Hündin durch die Läufigkeit begleiten. 

Und ja natürlich ist diese Zeit ein kleiner Ausnahmezustand, in der ihr mit eurer Hündin nicht alles wie gewohnt unternehmen könnt. Aber ein Drama ist die Läufigkeit auch wiederum nicht und sie geht vorbei! Mit einigen natürlichen Hilfsmitteln könnt ihr die Läufigkeit für eure Hündin und euch sehr viel erträglicher machen. Es ist hilfreich zu wissen, worauf ihr bei einer Läufigkeit achten solltet, was die Anzeichen sind, wie lange es dauert und welche Komplikationen auftreten können.

Hier lernt ihr, worauf ihr euch bei einer intakten Hündin einlasst. Denn die Verhinderung der Läufigkeit durch Kastration oder durch Medikamente bringt teilweise schwerwiegende gesundheitliche Nachteile mit sich.

Während der Läufigkeit werden Hündinnen für Rüden besonders attraktiv

Die wichtigsten Antworten zur Läufigkeit vorweg

Typische Anzeichen der Läufigkeit

Die folgenden Anzeichen deuten darauf hin, dass deine Hündin bald läufig wird bzw. läufig ist:

  • Häufiges Urinieren bereits kurz vor und während der Läufigkeit, denn eure Hündin setzt hiermit die Duftmarken für die Rüden ab
  • Geschwollene Scheide der Hündin bereits einige Tage vor der Blutung
  • Die Blutung ist das nächste sichtbare Zeichen. Sie ist zunächst dunkelrot und wird mit der Läufigkeit immer heller. 
  • Vermehrtes Lecken der Scheide: Die Hündinnen halten sich sauber, aber je nach Stärke der Blutung und Reinlichkeit der Hündin benötigt ihr ggf. noch ein Läufigkeitshöschen o.ä.
  • Hündinnen können je nach Typ ruhiger oder auch nervös-ängstlicher werden. 
  • Starkes Interesse von Rüden, insbesondere am Hinterteil eurer Hündin

Wann werden Hündinnen das erste Mal läufig?

Mit dem Erreichen der Geschlechtsreife werden Hündinnen das erste Mal läufig. Dies kann je nach Hunderasse unterschiedlich sein, da die jeweiligen Hunderassen zu unterschiedlichen Zeitpunkten erwachsen werden. Meistens tritt die erste Läufigkeit zwischen 6-12 Monaten auf. Es kann aber auch noch länger dauern, wie bei der Havaneser-Hündin von Freunden, die erst mit 2 Jahren zum ersten Mal läufig wurde, ohne dass eine Erkrankung vorlag.

Wie häufig werden Hündinnen läufig?

Wölfinnen werden im Gegensatz zu Haushündinnen nur einmal im Jahr läufig, damit die Welpen im Frühjahr geboren werden. Nur wenige Hündinnen, die den urtypischen Rassen angehören, werden auch heutzutage nur einmal im Jahr läufig. 

Die meisten Hündinnen werden normalerweise 2 x im Jahr, meistens im Frühjahr und Herbst läufig. Durchschnittlich werden Hündinnen ca. alle 6-7 Monate läufig. Doch auch hier gibt es große individuelle Unterschiede, denn einige Hündinnen werden alle 6 Monate, andere nur alle 12 Monate läufig. Es kann sogar normal sein, wenn eine Hündin drei- bis viermal im Jahr läufig wird. Dies ist sowohl von der Rasse als auch individuell von der Hündin, ihrem Gesundheitszustand, Alter und ihrer Umwelt abhängig.

Meistens bleiben die Abstände zwischen der Läufigkeit aber später bei der jeweiligen Hündin konstant. Auch ein Grund, die Daten der Läufigkeit am besten zu dokumentieren.

Wie lange dauert die Läufigkeit der Hündin?

Die Dauer der Läufigkeit ist ebenfalls von Hündin zu Hündin verschieden. In der Regel dauern die Phasen der Läufigkeit rund 3 Wochen. In dieser Zeit setzt eine Blutung ein und im Anschluss daran kommen die fruchtbaren Tage der Hündin.   

Nein, es gibt keine Wechseljahre bei Hündinnen

Hündinnen bleiben ein Leben lang fruchtbar und werden somit weiterhin läufig. Sollte die Läufigkeit einer Hündin ausfallen, solltet ihr euren Tierarzt aufsuchen, denn es können sich dahinter gesundheitliche Probleme wie Hormonschwankungen, Eierstockzysten oder Gebärmutter-Entzündungen. Diese Entzündung kann schnell zu einer Vereiterung führen, die lebensgefährlich werden kann. Deshalb: Immer zum Tierarzt, wenn die Läufigkeit ausbleibt. Allerdings kann sich der Intervall zwischen den Läufigkeiten bei älteren Hündinnen über acht Jahren auch verlängern. 

Zyklus-Phasen und Dauer

Die fünf Phasen der Läufigkeit der Hündin kennen

Der Zyklus der Hündin unterteilt sich in insgesamt fünf Phasen. Dabei werden die Phase 2 und 3 meist als Läufigkeit verstanden. Wir zeigen euch, was in jeder Phase biologisch als auch im Verhalten der Hündin passiert und wie lange ihr mit der jeweiligen Phase rechnen müsst: 

1. Phase vor der Vorbrunst (Prä-Proöstrus) - Vorläufigkeit

Die Phase vor der sogenannten Vorbrunst dauert ca. 10-21 Tage, wobei die Phase auch sehr kurz verlaufen kann oder kaum bemerkt wird. Dies ist die Zeit vor der Blutung.

Das ändert sich:

  • Die Vulva der Hündin beginnt anzuschwellen
  • Die Hündin riecht für die meisten Rüden bereits attraktiv und wird etwas bedrängt
  • Die Hündin uriniert viel häufiger als sonst. Damit will sie Duftmarken für die Rüden der Umgebung setzen. 

Das passiert biologisch:

  • Die Gebärmutterschleimhäute werden stark durchblutet
  • Der Östrogenspiegel steigt, die Follikel beginnen an den Eierstöcken zu reifen. In den Follikeln reifen die Eizellen bis zum Eisprung, der erst im Östrus stattfindet.

2. Vorbrunst (Proöstrus) – Beginn der Läufigkeit

Die  sogenannte Vorbrunst der Hündin dauert durchschnittlich 9 Tage, wobei sie zwischen ca. 4-20 Tagen schwanken kann. Sie beginnt mit dem ersten Tag der Blutung der Hündin. 

Das ändert sich:

  • Blutung - Aus der weiterhin geschwollenen Vulva kommt es nun zu blutigem, dunkelrotem Vaginalausfluss. Deshalb wird diese Phase auch Rotläufigkeit genannt. Dabei ist die Menge des Blutes bei Hündinnen sehr unterschiedlich. Während die eine Hündin kaum Blut verliert, kann die andere Hündin viele Blutstropfen verlieren und Flecken auf dem Boden hinterlassen.
  • Lecken der Vulva - Sehr reinliche Hündinnen lecken sich regelmäßig das Blut ab, so dass ihr es gar nicht stark bemerken müsst.
  • Markieren der Hündin - Die Hündin markiert in dieser Phase sehr viel und uriniert viel häufiger als sonst. Gleichzeitig kann es sein, dass sie versucht, großflächiger mit dem Urin zu markieren und sich beispielsweise dabei dreht oder ihr Bein anhebt. Sie setzt damit Duftmarken für die Rüden.
  • Attraktivität für Rüden - Die Hündin riecht in dieser Phase sehr attraktiv für Rüden, lässt sich aber (noch) nicht decken und ist auch noch nicht fruchtbar. Die begeisterten Rüden beschnüffeln die Hündin hartnäckig. Ein kleiner Tanz entsteht, da die Hündin damit oft nicht viel anzufangen weiß. Es kann wie ein Spiel aussehen. Die Rüden werden von den Hündinnen meist sehr forsch vertrieben durch sich drehen, Zähne zeigen, verbellen oder auch durch Wegbeißen.
  • Aggression gegenüber Hündinnen - In dieser Phase kann die Hündin gegenüber anderen Hündinnen zickig und aggressiv sein. Das muss so nicht sein, aber wenn ihr es bemerkt, solltet ihr auch Hündinnen aus dem Weg gehen.
  • Einsame Gassigänge - Um eurer Hündin als auch den Rüden Stress zu ersparen, solltet ihr in dieser Phase die Gassigänge am besten zu Zeiten wo ihr wenig Rüden begegnet durchführen und keine Hundeauslaufgebiete aufsuchen. In der Nähe von intakten Rüden solltet ihr eure Hündin an die Leine nehmen.


Das passiert biologisch:

  • Die Gebärmutterschleimhäute werden stark durchblutet
  • Die Follikel sind gebildet und in ihnen reifen die Eizellen bis zum Eisprung
  • Progesteron-Spiegel steigt bereits jetzt langsam an (mit der Messung des Progesteron-Spiegels kann der optimale Deckungszeitpunkt bestimmt werden) 

3. Brunst (Östrus) – Standhitze, Stehhitze, fruchtbare Tage, Paarungsbereitschaft

Die "heiße Phase" mit den Eisprüngen und den fruchtbaren Tage dauert durchschnittlich 9 Tage, wobei sie aber auch stark schwanken kann. Sie wird auch Weißläufigkeit genannt, da der Vaginalausfluss heller (rosa) wird, bis er komplett durchsichtig-weißlich wird. Insbesondere um den Zeitpunkt des Eisprungs, der ca. zwischen dem 2.-4. Tag dieser Brunstphase liegt. In etwa zehn bis fünfzehn Tage nach den ersten Blutstropfen ist die Hündin deckbereit.

Das ändert sich:

  • Jetzt heißt es Vorsicht, denn eure Hündin ist fruchtbar und deckbereit. In dieser Zeit geht ihr am besten nur an der Leine und in Gebieten mit kaum anderen Hunden spazieren.
  • Nicht hören, ausreißen - Manche Hündin hört in dieser Phase besonders schlecht und lässt sich nicht gut abrufen. Manche reißen sogar aus, um sich auf die Suche nach Rüden zu machen.
  • Die Fruchtbarkeit erkennt ihr, dass die Hündin die Rute zur Seite nimmt, wenn ihr Hinterteil berührt wird.

Das passiert biologisch:

  • Es finden mehrere Eisprünge (Ovulation) um den 2.-4. Tag der Brunst statt.
  • Danach folgt die Ausstoßung der unbefruchteten Eizelle aus dem Follikel des Eierstocks.
  • Fruchtbare Tage beginnen

4. Nachbrunst (Metöstrus/Diöstrus) – Scheinträchtigkeit, Trächtigkeit

Die sogenannte Nachbrunst, also die Zeit nach der Fruchtbarkeit der Hündin dauert rund 60-80 Tage oder auch 9-12 Wochen. 

Das ändert sich:

  • Die Vulva schwillt langsam wieder ab
  • Die Hündin ist nicht mehr fruchtbar und ihr könnt euch auf Spaziergängen wieder etwas entspannen.
  • Manche Hündinnen riechen in dieser Zeit noch attraktiv für Rüden, andere nur zu Beginn dieser Phase.
  • Wurde die Hündin während der Brunst gedeckt, so dauert es durchschnittlich bis zur Geburt er Welpen 63 Tage.
  • Manche Hündinnen riechen jedoch leider auch noch über Wochen für Rüden attraktiv und werden bedrängt.
  • Manche ängstigt das Verhalten der Rüden, andere wehren Rüden recht selbstbewusst und aggressiv ab.

Das passiert biologisch:

  • Nach der Ovulation erfolgt ein Absinken der Progesteron-Konzentration im Körper der Hündin
  • Die Gebärmutterschleimhäute regenerieren sich.
  • Prolaktin-Ausschüttung beginnt (Elternhormon)
  • Scheinträchtigkeit mit unterschiedlich starken Symptomen möglich

5. Hormonelle "Ruhephase" (Anöstrus)

In dieser Phase sind die Eierstöcke in keinem aktiven Zustand, was auch Ovar-Ruhe genannt wird. Diese Phase kann individuell sehr unterschiedlich lang sein und zwischen 30-265 Tage liegen. Durchschnittlich liegt sie aber bei der Haushündin zwischen 4-5 Monaten. Die aktuelle Läufigkeit ist mit dieser Phase beendet. Es gibt keine äußerlichen Erscheinungen einer Läufigkeit. Die Hormone befinden sich auf niedrigem Level. Die Rasse, das Alter, aber auch die Umwelteinflüsse und die Gesundheit der Hündin beeinflussen die Länge dieser Phase.

Kleines Lexikon der Läufigkeit der Hündin

 

  • Ovar = Eierstock
  • Ovulation = Eisprung. Eine Eizelle wird durch hormonelle Veränderungen aus dem Eierstock freigesetzt und vom Eileiter aufgenommen.
  • Follikel = Hülle der heranreifenden Eizelle im Eierstock, aus den Überresten bilden sich die Gelbkörper, die Progesteron abgeben. Nachdem Eisprung bilden sich aus den Überresten der Follikel Gelbkörper, die Progesteron abgeben.
  • Gelbkörper = entsteht aus der geplatzten Hülle der Eizelle im Eierstock. Hier werden die Hormone Östrogen und Progesteron produziert, die den weiblichen Zyklus regulieren.
  • Östrogen = Geschlechtshormone der Hündin, werden in Ovarien, Follikeln, Gelbkörper und Nebennierenrinde gebildet. Sie fördern die Durchblutung der Gebärmutterschleimhaut.
  • Progesteron (Gelbkörperhormon) = Schwangerschaftshormon, wird vom Gelbkörper abgegeben. Ist für die Aufrechterhaltung einer Trächtigkeit wichtig, steigt nach Eisprung an, sinkt ohne Trächtigkeit wieder. Gebärmutter wird hiermit auf Embryo vorbereitet.
  • Prolaktin = Elternhormon, wird mit sinkendem Progesteron-Spiegel ausgeschüttet. Kurbelt die Milchproduktion an.

Wann kann eine Hündin während der Läufigkeit trächtig werden?

Eine Hündin kann in der 3.Phase (Brunst, Östrus) der Läufigkeit trächtig werden. Diese Zeit wird von vielen Züchtern auch Standhitze oder Duldungszeit genannt. Die Hündin ist fruchtbar und deckbereit, sie duldet den Rüden.

Dies könnt ihr mit einem einfachen Test feststellen: Streicht über den hinteren Rücken oder seitlich der Vulva der Hündin. Nimmt die Hündin die Rute zur Seite und zieht die Vulva in Richtung Rücken, dann kann sie definitiv gedeckt und trächtig werden. Allerdings klappt dieser Test nicht 100%ig und nervöse Hündinnen können auf diesen Test auch keine Reaktion zeigen.

Die "heiße Phase" der Hündin ist nicht mit dem Ende der Blutung vorbei. Sie beginnt mit dem Östrus und Eisprung und mit dem Versiegen der Blutung. In den Tagen nach der Blutung ist deine Hündin ebenfalls noch fruchtbar. 

Wesensveränderungen vor und während der Läufigkeit

Es gibt einige Anzeichen dafür, dass deine Hündin bald läufig wird. Erfahrene Halter kennen diese und können sie gut lesen. Natürlich sind die Anzeichen nicht bei allen Hündinnen gleich und manche lassen sich fast gar nichts anmerken.

  • Appetitlosigkeit
  • Duftmarken setzen: Vermehrtes Markieren bzw. Urinieren (im Kreis urinieren, häufiger urinieren)
  • Schnüffeln: Starkes Interesse an Duftmarken anderer Hunde
  • Vergisst Kommandos, hört schlechter – sie ist einfach mit dem Kopf woanders
  • Schlecht abrufbar, entfernt sich weiter, rennt zu anderen Hunden (Weglaufen denkbar)
  • Aggression gegenüber anderen Hündinnen möglich
  • Hündin ist verschmuster, Bedürfnis nach Nähe und Schmusen
  • Ruhelosigkeit, aber auch verstärktes Ruhe- und Schlafbedürfnis: Viele Hündinnen sind etwas ruhiger und insgesamt zurückhaltender – manche Hündinnen werden im Gegensatz dazu eher rastlos und nervös.

Hygiene-Regeln während der Läufigkeit

Dass deine Hündin während der Läufigkeit Blut und Flüssigkeit aus der Vulva verliert, ist vollkommen normal. Du solltest sie in keinem Fall dafür ausschimpfen. Manche Hündinnen bluten sehr stark, andere weniger. Manche Hündinnen sind sehr reinlich und putzen sich so regelmäßig, dass kaum Blutstropfen auf dem Boden landen. Andere Hündinnen sind darin nicht so gut und/oder bluten sehr stark.

  • Teppiche vor Blut schützen – unseren großen, hellen Teppich im Wohnzimmer rollen wir in dieser Zeit ein, damit er keine Flecken bekommt.
  • Hunde-Höschen, Schutzhöschen, Läufigkeitshose (Achtung: diese Höschen verhindern keine Schwangerschaft – auf eure Hündin müsst ihr trotzdem gut aufpassen). Es ist sinnvoll, eure Hündin schon vor der Läufigkeit mit der Hose vertraut zu machen. Meine Hündin war immer sehr schnell dabei, das Höschen zu zerfetzen und herunterzureißen. Allein gelassen werden sie wahrscheinlich die Hose auch nicht anbehalten.
  • Wischtücher parat haben

Läufigkeit errechnen - geht das?

Wir raten euch, die Läufigkeit eurer Hündin immer zu dokumentieren. Dazu notiert ihr den ersten Tag der Blutung und am besten auch den Verlauf (wie lange geblutet, wann Stehzeit und ab wann war alles vorbei). Auf diese Weise lernt ihr den Zyklus eurer Hündin kennen. Normalerweise pendelt er sich in regelmäßigen Abständen bei einer Hündin ein, so dass ihr in etwa vorhersehen könnt, wann die nächste Läufigkeit sein wird. Aber sicher ist das natürlich nie, denn die Läufigkeit ist individuell verschieden.

Sollte die Läufigkeit euer Hündin stark unregelmäßig sein, kann es sinnvoll sein, den Tierarzt darauf anzusprechen.

Tipps für stressfreie Unternehmungen während der Läufigkeit

  • Hündin in der Nähe von Hunden an der Leine führen- ggf. immer an der Leine führen
  • Einsame Gassirunden wählen ohne Hunde
  • Andere Hundebesitzer auf Gassirunden informieren, damit sie ihre Rüden an die Leine nehmen können
  • Rüden meiden, denn das bedeutet Stress für die Rüden als auch für deine Hündin und mit Pech eine ungewollte Trächtigkeit
  • Spazierengehen auf Hundewiesen unterlassen
  • Hundeübungsplatz auslassen
  • Restaurants oder öffentliche Plätze meiden
  • Unkastrierte Rüden meiden, unkastrierte Rüden aus dem eigenen Haushalt am besten woanders unterbringen
  • Hündin die Möglichkeit geben, ohne andere Hunde frei zu laufen
  • Hündin die Möglichkeit geben, mit anderen Hündinnen oder mit kastrierten Rüden in Kontakt zu bleiben
  • Hündin auslasten und beschäftigen, aber nicht überfordern
  • Futterration etwas reduzieren
  • Wesensveränderungen der Hündin und Ruhebedürfnis akzeptieren

Was bei der Läufigkeit zu bedenken ist – warum Läufigkeit nerven kann

  • Und ja, während der Läufigkeit kann ein Gang um den Block zum Spießrutenlauf werden
  • Rüden rennen ihren Halter weg und sitzen jaulend an deinem Gartentor
  • Zeit und Ort der Spaziergänge sollte besser danach ausgesucht werden, wenig Hunden zu begegnen
  • Die Hündin blutet und muss bei starker Blutung ein Höschen angezogen bekommen (das behält sie nicht freiwillig) oder ihr solltet helle Teppiche erst mal aufrollen. Auch das Sofa, das Auto oder andere Plätze deines Hundes wollen geschützt werden.
  • Urlaub kann mit einer läufigen Hündin problematisch werden – ich erinnere mich an einen Urlaub in der Toskana mit vielen ausgesprochen anhänglichen und leidenden Rüden in der Nachbarschaft, die allein unterwegs waren.
  • Eine läufige Hündin wird meist nicht in Hunde-Pensionen oder bei Gassi-Services oder auf Hundeplätzen geduldet oder angenommen. Was ja auch verständlich ist, aber bedeutet, dass du während der Läufigkeit entweder bei deiner Hündin sein musst oder jemand aus dem Bekannten- oder Familienkreis einspringen sollte.
  • Eine läufige Hündin kann nicht mit ins Restaurant – zumindest wäre das ausgesprochen unfair gegenüber Haltern von Rüden, die ihren Hund ebenfalls mitnehmen. Selbst Tage nach deinem Besuch riechen andere Rüden noch deine Hündin.
  • Läufigkeit ist nicht immer planbar – auch wenn du deinen Urlaub auf eine Zeit gelegt hast, in der deine Hündin nicht läufig sein sollte, so ist das leider keine Garantie dafür. Du solltest immer einen Plan B haben.

3 natürliche Helfer durch die Läufigkeit

Unsere natürlichen Tipps, die eure Hündin bei der Läufigkeit unterstützen können: 

1. Apfelessig kann den attraktiven Duft der Hündin gleich doppelt mindern

Apfelessig kann den anziehenden Duft der Hündin etwas neutralisieren und zwar sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet.

  • Für die innere Anwendung gebt ihr etwas Apfelessig am besten morgens und abends in das Futter. Je nach Größe eures Hundes sollten es ca. ein +/- 1 TL-1 EL Apfelessig  sein. Am besten verwendet ihr biologischen, naturtrüben Apfelessig.
  • Für die äußerliche Anwendung kannst Du etwas naturtrüben Apfelessig auf ein Tuch geben und den Fellbereich um die Vagina damit vorsichtig abwischen. Da Apfelessig brennen kann, solltet ihr ihn besser nicht direkt an die Vagina oder an den After kommen lassen.

2. Algen zur Geruchsneutralisierung

Chlorophyllhaltige Algen wie Spirulina und Chlorella können den Läufigkeitsgeruch deiner Hündin neutralisieren. Sie werden meist in Tabletten- oder Pulverform morgens und abend dem Futter hinzugefügt.

Es gibt unterschiedliche Anbieter von chlorophyllhaltigen Algen für Hunde, die sich sowohl in Qualität, Konzentration als auch in Preis unterscheiden. Achtet auf am besten auf Bio-Qualität, damit nicht viele Schadstoffe in den Algen stecken. Ihr könnt auch Produkte verwenden, die für Menschen zugelassen sind, da diese stärkeren Prüfungen unterliegen. Anbieter für Hunde sind beispielsweise PerNaturam oder cdVet.

3. Himbeerblätter zur Regulierung der Läufigkeit und gegen Scheinträchtigkeit

Himbeerblätter werden als altes Heilmittel für Hündinnen verwendet, denn sie unterstützen die Hündin während der Läufigkeit, können einer Scheinträchtigkeit vorbeugen oder auch während der Trächtigkeit die Hündin unterstützen. Ihr könnt Himbeerblätter bereits zu Beginn der Läufigkeit geben. Himbeerblättern können entweder als Tee oder direkt gefüttert werden.

  • Als Tee verwendet ihr pro Tag ca. 1 EL getrocknete Himbeerblätter auf 20 Kg Körpergewicht des Hundes. Den Tee gebt ihr dann entweder direkt - sofern euer Hund es nimmt - oder mischt ihn unter das Futter.
  • Alternativ könnt ihr auch einfach 1 TL getrocknete Himbeerblätter pro 20 Kg Körpergewicht einmal täglich in das Futter geben.

Unterdrückung der Läufigkeit

Keine gute Idee auf Dauer: Die Läufigkeit mit Hormonen wegspritzen

Der Tierarzt kann mit regelmäßig verabreichten Hormongaben bei der Hündin eine Läufigkeit unterdrücken. Sie sollten aber nur in einer Zeit verabreicht werden, in der bei der Hündin keine Hormone wirksam sind, also circa vier Monate nach der letzten Läufigkeit.

Bei Zuchthündinnen wird es von Tierärzten grundsätzlich als kritisch angesehen, die Läufigkeit der Hündin zu unterdrücken. Und auch bei Hündinnen, mit denen ihr nicht züchten möchtet, kann es zu schweren gesundheitlichen Erkrankungen und Störungen des Zyklus kommen.

Grundsätzlich kann die Läufigkeit der Hündin durch die Gabe von Gestagenen unterdrückt werden. Dazu verabreicht der Tierarzt Medikamente, die beispielsweise die Wirkstoffe Medroxyprogesteronacetat und Proligeston enthalten. Hier ist immer der Zeitpunkt entscheidend, denn eine medikamentöse Unterdrückung darf ausschließlich in der Anöstrus-Phase erfolgen, da ansonsten krankhafte Veränderungen der Gebärmutter ausgelöst werden können. Die Gabe von Gestagenen zur Läufigkeitsverhütung ist nicht ratsam, da sie mit teilweise schweren Nebenwirkungen verbunden sein kann: 

  • Förderung der Bildung von Mammatumoren (Brustkrebs) 
  • Adipositas, Gewichtszunahme der Hündin
  • Hautveränderungen an der Injektionsstelle
  • Begünstigung der Entstehung von Diabetes mellitus: erhöhter Blutzuckergehalt
  • Produktion von zu viel Wachstumshormonen durch Tumore in der Hirnanhangdrüse 
  • Schwere Zyklusstörungen, die häufig mit einer schmerzhaften Gebärmutterentzündung oder gar mit einer Gebärmuttererweiterung einhergehen können. Diese treten insbesondere dann auf, wenn die Medikamente während der hormonellen Phase gegeben werden. Eine Gebärmuttererweiterung zieht eine OP nach sich. 

Mögliche Komplikationen während oder nach der Läufigkeit

Komplikationen sind während der Läufigkeit selten, denn im Grunde handelt es sich um einen ganz normalen Vorgang. Dennoch kann es zu gesundheitlichen Problemen, wie beispielsweise einer Gebärmutterentzündung (Pyometra) kommen. Wenn ihr die folgenden Symptome nach der Läufigkeit feststellt, ist es besser, einen Tierarzt aufzusuchen: 

  • Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit

In den Wochen nach der Läufigkeit kann eine Scheinträchtigkeit die Hündin mehr oder weniger stark beeinträchtigen. Achte auf die folgenden Symptome:

  • Appetitlosigkeit
  •  Nestbau

Lese-Tipp: Informationen zur Scheinträchtigkeit und wann es sinnvoll ist, sich Unterstützung beim Tierarzt zu suchen findest Du hier: Scheinträchtigkeit der Hündin.

Auch bei Unregelmäßigkeiten des Zyklus deiner Hündin solltest du mit deinem Tierarzt sprechen. Wenn beispielsweise die Abstände sehr kurz sind, die Läufigkeit sehr lang ist, deine Hündin stark leidet oder sehr viel blutet. Auch wenn die Läufigkeit ausbleibt, ist dies ein Grund, deinen Tierarzt aufzusuchen, denn es können schwerwiegende gesundheitliche Ursachen vorliegen. 

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