Gesundheit

Scheinträchtigkeit kennen und gut überstehen

Einige Zeit nach der Läufigkeit können sich Hündinnen im Wesen und auch körperlich für eine Zeit stark verändern. Die ehemals fröhliche und aufmerksame Hündin wird depressiv und zieht sich in ihr Körbchen zurück. Sie frisst vielleicht auch schlechter und sieht insgesamt dicker aus. Dann handelt es sich um eine Zeit der „Pseudo-Schwangerschaft“, in der die Hündin eine „gefühlte“ Trächtigkeit durchläuft, obwohl sie nie gedeckt wurden.

Bei einigen Hündinnen verläuft diese Phase fast unbemerkt, bei anderen führt sie zu starken körperlichen und psychischen Veränderungen. Je besser ihr die Scheinträchtigkeit versteht, desto gezielter könnt ihr eure Hündin unterstützen. Manchmal helfen bei der Scheinträchtigkeit schon kleine Tricks und Hausmittel, doch manchmal ist ein Gang zum Tierarzt unbedingt notwendig. Wir beantworten euch die wichtigsten Fragen zur Scheinträchtigkeit, wie Dauer, Komplikationen, und bei welchen Symptomen ein Gang zum Tierarzt notwendig ist. Mit unseren Tipps könnt ihr eine Scheinträchtigkeit vielleicht verhindern oder eurer Hündin helfen, sie besser zu überstehen.

Scheinträchtig oder nicht - es ist typisch für Hündinnen, "Ersatz-Welpen" mit ins Körbchen zu nehmen

Scheinträchtigkeit ist ein schlaues wölfisches Erbe

Die Scheinträchtigkeit ist tatsächlich ein von der Natur für das Wolfsrudel sehr schlau eingerichteter Vorgang. Bei unseren heutigen Haushündinnen handelt es sich dagegen eher um ein lästiges Relikt aus wölfischer Vorzeit. Die Natur hat die Scheinträchtigkeit im Wolfsrudel eingerichtet, damit die Leitwölfin von den anderen Wölfinnen bei der Aufzucht ihrer Welpen unterstützt wird. Denn meist ist es die Leitwölfin, die Welpen wirft, während die anderen Wölfinnen sie „nur“ unterstützen. So wird gewährleistet, dass Welpen von der stärksten Wölfin geworfen werden und diese auch dann versorgt werden, wenn die Leitwölfin auf der Jagd ist oder wenn ihr etwas in ihrem gefährlichen Job passiert ist. Wölfinnen werden nur einmal im Jahr läufig und ihr Zyklus verläuft sehr parallel – denn so können sie zeitgleich mit den geworfenen Welpen auch scheinträchtig werden. Häufig spricht man auch bei Hündinnen davon, dass Läufigkeit „ansteckend“ ist: Ist eine Hündin aus einem Rudel oder aus der näheren Umgebung läufig, kann es schnell auch bei der nächsten Hündin losgehen.

Jede Hündin wird hormonell scheinträchtig

Was vielen nicht bekannt ist: Auch wenn Haushündinnen nicht gedeckt wurden, läuft hormonell immer eine Scheinträchtigkeit bei der Hündin ab. Bei vielen Hündinnen bemerkt man diese nur wenig, doch andere Hündinnen können unter einer starken Scheinträchtigkeit psychisch und auch körperlich sehr stark leiden.

Ursache

Darum werden Hündinnen scheinträchtig

Eine Scheinträchtigkeit oder Scheinschwangerschaft besteht dann, wenn die Hündin sich nach der Läufigkeit so verhält, als wäre sie gedeckt worden und hätte Welpen bekommen, obwohl dies nicht der Fall ist. Woran liegt das?

Bei jeder Hündin wird in den Gelbkörpern nach dem Eisprung das Schwangerschaftshormon Progesteron gebildet, selbst wenn sie nicht trächtig geworden ist. Der Progesteron-Spiegel sinkt gegen Ende der Läufigkeit ab und parallel steigt der Prolaktin-Spiegel im Körper. Prolaktin ist für die Bildung von Milchdrüsen und für die aufkommenden Muttergefühle verantwortlich. Das Gesäuge wächst und die Milchbildung angeregt wird.

Kommt es jedoch zu einer Überproduktion und zu einer längeren Fehlsteuerung des Hormons Prolaktin, dann beginnt die Hündin während einer Scheinträchtigkeit zu leiden.

Diese Hündinnen sind häufiger von einer leidvollen Scheinträchtigkeit betroffen

Es wurde beobachtet, dass oft rangniedrigere Hündinnen von der Scheinträchtigkeit stärker betroffen sind. Dies könnte damit erklärt werden, dass diese im Wolfsrudel die Ammentätigkeit übernommen haben. Es wurde auch beobachtet, dass kleinere Hunderassen wie beispielsweise Dackel häufiger von einer Scheinträchtigkeit betroffen sind als große Hunderassen.

Zeitpunkt der Scheinträchtigkeit

Eine Scheinträchtigkeit tritt in etwa 4-9 Wochen nach der Läufigkeit auf. Denn eine Hündin würde nach der Deckung durchschnittlich 63 Tage (9 Wochen) ihre Welpen bis zur Geburt austragen.

Dauer der Scheinträchtigkeit

Eine Scheinträchtigkeit dauert durchschnittlich ca. 2-3 Wochen. In einigen Fällen kann dieser Zustand jedoch auch bis zu 8 Wochen anhalten.

Nach der Scheinträchtigkeit kann die Scheinmutterschaft folgen

Die Scheinmutterschaft setzt ca. 8-9 Wochen nach den Stehtagen der Hündin ein. Denn die Hündin hätte während der fruchtbaren Tage (Stehtage) gedeckt werden können und würde dann nach rund 9 Wochen (63 Tagen) Welpen zur Welt bringen.

Biologisch betrachtet nimmt jetzt das Elternhormon Prolaktin im Körper der Hündin zu, während der Progesteron-Spiegel (Schwangerschaftshormon) abnimmt.

Anzeichen für eine Scheinträchtigkeit/Scheinmutterschaft

Während der Scheinträchtigkeit können mehr oder minder starke Verhaltensänderungen auftreten. Bei manchen Hündinnen bleibt die Scheinträchtigkeit fast unbemerkt, andere leiden sowohl körperlich als auch psychisch sehr stark.

Es gibt also sowohl psychische als auch körperliche Veränderungen der Hündin während der Scheinträchtigkeit:

Psychische Anzeichen der Scheinträchtigkeit/Scheinmutterschaft

Die Hündin ist anhänglicher und verschmuster

Die Hündin ist träger und weniger aktiv als sonst. Sie schläft mehr.

In manchen Phasen kann die Hündin aber auch zu Unruhe, Stress und ungewohnten Überreaktionen neigen.

Manche Hündinnen haben Angst etwas falsch zu machen und zeigen sich besonders unterwürfig.

Nestbau setzt ein
Die Hündin baut sich für ihre erwarteten Welpen eine Art Nest. Dies kann das Körbchen sein, in das Handtücher und Kissen getragen werden oder ein höhlenartiges Versteck im Schrank oder unter Tischen. Fällt die Wahl des Nestes auf den Garten, können beispielsweise Höhlen im Garten ausgebuddelt werden oder ein Versteck in der Hecke oder im Schuppen gesucht werden.

Ersatzwelpen werden sammelt
Die Hündin beginnt mit dem Sammeln, Herumtragen und Bemuttern von „Ersatzwelpen“. Sie trägt dafür Spielzeug, Socken, Kleidungsstücke oder ähnliche Gegenstände in den Hundekorb oder in ein von ihr für die Welpen vorgesehenes „Nest“.

Bei den „Welpen“ bleiben
Die Hündin mag in dieser Phase nicht gern spazieren gehen, denn sie möchte bei ihren „Ersatzwelpen“ bleiben und diese beschützen.

Manche Hündinnen werden in dieser Zeit geradezu depressiv und haben zu gar nichts mehr Lust.

Aggression und Verteidigung der Ersatzwelpen gegenüber Menschen und anderen Hunden bzw. Tieren bis zur Hysterie sind möglich.

Körperliche Veränderungen der Hündin während der Scheinträchtigkeit

  • Vergrößerte Zitzen, Anschwellen des Gesäuges der Hündin. Die Hündin beleckt das drückende Gesäuge und regt damit den Milchfluss an.
  • Milchfluss ist möglich (Milchsekretion, Lactatio falsa). Normalerweise ist die Milchproduktion der Hündin gering und versieht nach wenigen Tagen. Bei der scheinträchtigen Hündin bleibt sie aber erhalten.
  • Der Bauchumfang wächst und das Gesäuge wird größer und hängt mehr
  • Die Hündin leidet und hat häufig einen reduzierten Appetit. Manche Hündinnen fressen in dieser Phase sogar gar nicht.
  • Häufiges Fiepsen
  • Zittern der Hündin

Werden Hündinnen, die bereits geworfen haben nicht mehr scheinträchtig? 

Hündinnen, die bereits einmal geworfen haben, können ebenfalls scheinträchtig werden. Es ist ein Ammenmärchen (man beachte den Wortwitz), dass diese Hündinnen nicht mehr scheinträchtig werden könnten.

Scheinträchtigkeit behandeln

Mit diesen Tipps könnt ihr eurer Hündin helfen

  • In jedem Fall ist eine gute Maßnahme, wenn ihr eure Hündin ablenkt und beispielsweise lange und abwechslungsreiche Spaziergänge mit ihr unternehmt. Eine Ablenkung durch kleine Trainingseinheiten, an denen deine Hündin Spaß hat, wie Dummy-Training, Fährtenlegen oder Tricktraining und Suchspiele können sehr gut helfen.
  • Lasst eure Hündin am besten nicht draußen allein buddeln, denn sie könnte sich ein Nest bauen wollen
  • Verhalten ignorieren: Am besten ignoriert ihr das seltsame Verhalten eurer Hündin.
  • Besser nicht: Auf keinen Fall solltet ihr eure Hündin bemitleiden oder stark umsorgen – dann unterstützt ihr sie in ihrer eingebildeten Schwangerschaft. Natürlich solltet ihr eure Hündin auch nicht beschimpfen oder bestrafen, denn sie kann ja nichts für ihre Hormone.
  • „Ersatzwelpen“ unauffällig aus dem Körbchen oder dem Nest wegnehmen, wenn die Hündin gerade nicht schaut und am besten so verstecken, dass sie sie nicht wieder findet.
  • Schlafplatz der Hündin verändern und aufräumen, ggf. sogar an einen anderen Platz stellen.
  • Umstellung der Ernährung
    Auch eine Umstellung der Ernährung kann in dieser Phase helfen. Züchter empfehlen häufig, die Futtermenge zu reduzieren, da das Futter die Milchproduktion anregen kann. Ihr könntet eure Hündin einen Tag fasten lassen und dann innerhalb von ca. 5 Tagen das Futter langsam wieder auf die normale Portion steigern. Es kann auch hilfreich sein, etwas weniger Eiweiß und mehr Ballaststoffe in Form von Gemüse zu füttern.

Medikamente und Hausmittel gegen Scheinträchtigkeit der Hündin

Scheinträchtigkeit: Tipps und Hilfen

Einige Züchter versuchen einer Scheinträchtigkeit vorzubeugen, indem sie die Hündin gut bewegen und auch die Futterration während der Läufigkeit etwas reduzieren. Doch wenn eine Hündin zu einer Scheinträchtigkeit neigt, könnt ihr im Grunde nicht wirklich gut vorbeugen.

Bei Milchfluss und geschwollenem Gesäuge

Bei scheinträchtigen Hündinnen können die geschwollenen Zitzen unangenehm werden. Setzt dann auch noch die Milchproduktion ein und es kommt gar zu einen Milchstau, da ja kein Welpe die Milch abnimmt, kann die Hündin starke Schmerzen bekommen. Bei Milchfluss oder einem ausgeprägten Gesäuge solltet ihr es unbedingt unterlassen, das Gesäuge zu massieren oder die Milch „abzumelken“, denn dadurch bringt ihr den Milchfluss und spätere Entzündungen erst recht in Gang. Ihr könnt eurer Hündin aber anders helfen:

  • Leckschutz am Gesäuge – Ihr solltet eure Hündin davon abhalten, an ihrem Gesäuge zu lecken, da dies die Milchproduktion anregt. Im Notfall hilft hier für einige Tage eine Halskrause oder ein Body. Auch ein ausgedientes T-Shirt, das ihr eurer Hündin anzieht, kann das Lecken verhindern.
  • Futterreduzierung – Eine Reduzierung des Futters kann helfen, den Milchfluss zu beenden. Relativ rigoros, aber manchmal wirksam: Ihr gebt eurer Hündin für einen Tag gar kein Futter und beginnt dann wieder langsam in einigen Tagen auf die gewohnte Portion zu kommen.
  • Kühlung mit Coolpack - Das geschwollene Gesäuge könnt ihr am besten mit Kühlpacks (Kältepacks, Cool Packs) gut kühlen. Diese gibt es in unterschiedlichen Größen und ihr könnt die Gel-Kompressen gekühlt auf das Gesäuge leben. Damit es für die Hündin nicht zu kalt wird, wickelt ihr das Coolpack am besten vorher in ein Tuch und legt es nicht länger als 15-20 Minuten auf das Gesäuge.
  • Quarkwickel – Nehmt einfach möglichst naturbelassenen Quark direkt aus dem Kühlschrank und wickelt ihn in ein Tuch. Dieses legt ihr auf das Gesäuge eures Hundes und lasst es für 15-20 Minuten (oder auch länger) einwirken.
  • Essigsaure Tonerde – Essigsaure Tonerde hat ebenfalls eine kühlende Wirkung. Es gibt sie als Creme oder ihr verwendet Pulver oder Tabletten, die ihr in Wasser auflöst und dann einen Umschlag darin tränkt.

Homöopathie und Kräuter (Phytotherapie) bei Scheinträchtigkeit

Es gibt viele Mittel aus der Phytotherapie oder aus der Homöopathie, die eurer Hündin auf sanfte Art und Weise über die Scheinschwangerschaft hinweghelfen können. Dabei sei angemerkt, dass einige Mittel erst nach einer längeren Zeit wirken und ihr Geduld haben solltet. Um individuell auf eure Hündin die richtigen Mittel in der richtigen Dosierung zu erhalten, empfiehlt sich ein Gang zu dem Tierheilpraktiker eures Vertrauens oder zu eurem Tierarzt, sofern dieser auch homöopathische Mittel verschreibt. Wir stellen euch im Folgenden die gängigen Mittel und ihren Einsatz einmal vor, raten aber zu professioneller Hilfe für eine individuelle Therapie vom Fachmann, denn jeder Hund ist einmalig ;0)

Kräuter (Phytotherapie)

In der Pflanzenheilkunde gibt es einige Kräuter, die helfen können, die durcheinander gekommenen Hormone wieder auszugleichen. Sie enthalten meist natürliche Stoffe, die dem Progesteron und Östrogen der Hündinnen sehr ähnlich sind.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Himbeerblätter als Heilmittel für Hündinnen (rubus idaeus folium)
    Himbeerblätter werden traditionell als Heilmittel für Hündinnen verwendet, denn sie unterstützen die Hündin während der Läufigkeit und können einer Scheinträchtigkeit vorbeugen oder auch während der Trächtigkeit die Hündin unterstützen. Ihr könnt Himbeerblätter bereits zu Beginn der Läufigkeit geben. Dazu könnt ihr aus den getrockneten Himbeerblättern entweder einen Tee kochen oder die getrockneten Blätter direkt füttern:
    Ihr könnt die Himbeerblätter als Tee oder aber als Blätter dem Futter untermischen. Im Grunde könnt ihr damit mit dem Beginn der Läufigkeit starten.

    Himbeerblätter als Tee
    Als Tee verwendet ihr 1 EL getrocknete Himbeerblätter auf 20 Kg Körpergewicht. Den Tee dann entweder direkt geben oder ins Futter mischen.

    Himbeerblätter ins Futter
    Alternativ könnt ihr auch einfach 1 TL getrocknete Himbeerblätter pro 20 Kg Körpergewicht einmal ins Futter geben. 
  • Mönchspfeffer (Agnus castus)
    Mönchspfeffer wird schon lange bei Mensche und Tier als Heilpflanze verwendet, um die körpereigene Progesteronproduktion anzuregen. Es wirkt beruhigend und positiv auf Depressionen. Der Name stammt übrigens aus der Zeit, als Mönche diese Heilpflanze einsetzten, um ihre Triebe besser im Griff zu haben und das Keuschheitsgelübde einhalten zu können. Mönchspfeffer darf nicht während der Trächtigkeit oder während der Laktation gegeben werden. Die Wirkung tritt etwas verzögert ein.

    Es gibt bereits fertige Produkte, die dein Tierarzt der Hündin verschreiben kann oder auch Produkte für Menschen wie beispielsweise Agnucaston oder Biofem. Sowohl Himbeerblätter als auch Mönchspfeffer finden sich auch in dem Produkt "Zuyklusregulat" von cdVet. Von PerNaturam gibt es das Produkt "Phytormon", um ein hormonelles Ungleichgewicht auszugleichen. Es enthält neben Mönchspfeffer auch noch weitere beruhigende Kräuter wie Taigawurzel, Passionsblume, Hopfen, Verbene und Moringa. 

  • Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)
    Die aus Nordamerika stammende Traubensilberkerze enthält zwar selbst keine Phytohormone, hat aber eine ausgleichende Wirkung auf das Hormonsystem von Hündinnen. Es werden die Wurzeln der Traubensilberkerze verwendet. Ihr wird nachgesagt Östrogen und Progesteron ins Gleichgewicht zu bringen. Gleichzeitig enthält sie stimmungsaufhellende Stoffe und wirkt schmerzlindernd.

  • Petersilie und Salbei
    Ein altes Hausmittel rät zu Petersilie und Salbeiblättern, um den Milchfluss der Hündin zu beenden. Allerdings sollte eure Hündin auf keinen Fall trächtig sein, wenn ihr Petersilie und Salbei füttert. Mit Salbei gibt es auch das Fertigprodukt "Pseudo Pregnancy", das neben Salbei auch Hafer und Teufelsmist enthält. 

  

Homöopathie und Globuli während der Scheinträchtigkeit

Bei Symptomen einer Scheinträchtigkeit können auch Globuli der Homöopathie das geeignete Mittel zur Unterstützung der Hündin sein. Hierzu werden von Tierärzten und Heilpraktikern die folgenden Mittel angewendet, die es auch als sogenannte Kombi-Präparate auf dem Markt gibt:

  • Asa Foetida (Teufelsdreck) – wird bei nervösen, unruhigen und hysterischen Hündinnen angewendet, die Stimmungsschwankungen haben. Einsatz auch bei Verdauungsbeschwerden oder aufgeblähtem Bauch. (Durchschnittlich 3x täglich 5-10 Tropfen oder Globuli für zwei Wochen, aber individuelle Dosierung für jede Hündin wichtig).
  • Ignatioa amara (Ignatiusbohne, Strychnos ignatii) – wird bei nervösen Störungen, Depressionen, Essstörungen und Hysterie eingesetzt. Ideal, wenn deine Hündin ein aggressives und gereiztes Verhalten zeigt, aber das Gesäuge nicht angeschwollen ist. (Durchschnittlich 1x täglich 5-10 Tropfen oder Globuli für zwei bis drei Wochen, aber individuelle Dosierung für jede Hündin wichtig).
  • Phytolacca (Kermesbeere) – wird bei Entzündungen des Gesäuges oder auch zum Abstillen eingesetzt. Wenn deine Hündin bereits ein geschwollenes und hartes Milchdrüsengewebe hat. (Durchschnittlich 3x täglich 5-10 Tropfen oder Globuli für 1-2 Wochen, aber individuelle Dosierung für jede Hündin wichtig).
  • Pulsatilla pratensis – wird häufig bei Frauenleiden wie Schwangerschaft, Stillzeit und Hormonumstellungen eingesetzt.Wenn deine Hündin nach der Läufigkeit besonders liebebedürftig ist und sich ihr Gesäuge bereits vergrößert hat. (Durchschnittlich 3x täglich 5-10 Tropfen oder Globuli für eine Woche, aber individuelle Dosierung für jede Hündin wichtig).
  • Hormeel für Hunde
    Hormeel ist ein homöopathisches Arzneimittel für Hunde, das bei Scheinträchtigkeit eingesetzt werden kann und viele unterschiedliche Wirkstoffe enthält. Es wird dem Hund vom Tierarzt mit einer Spritze verabreicht.

 

Dann solltet ihr immer zum Tierarzt gehen

Scheinträchtigkeit ist an sich keine Krankheit, sondern ein normaler – wenn auch zuweilen belastender – Zustand bei Hündinnen. In vielen Fällen sind die Symptome gering und nehmen bereits nach 2-3 Wochen wieder ab. Wenn die Hündin jedoch länger leidet und die körperliche und auch die psychische Belastung hoch ist, dann solltet ihr zum Tierarzt gehen. Denn die Hündin scheint aus der Hormonschleife nicht mehr von selbst herauszukommen. Der Tierarzt kann Medikamente zur Linderung verschreiben und diagnostizieren, ob noch weitere mögliche Erkrankungen dahinter stecken. Auch wenn Aggressionen gegenüber anderen Hunden oder Menschen aufgrund der durcheinander geratenen Hormone stark zunehmen, ist es empfehlenswert, zum Tierarzt zu gehen.

Körperliche Symptome, die so schnell wie möglich einen Tierarzt erfordern

  • Milchdrüsen schwellen an, werden hart
    Wenn die Milchdrüsen der Hündin anschwellen, können sie sich schmerzhaft entzünden. Deshalb solltet ihr rechtzeitig zum Tierarzt gehen. Ist das Milchdrüsengewebe geschwollen, hart und gestaut, ist es gut, einen Tierarzt draufschauen zu lassen. Ggf. kann er homöopathische Medikamente zum Abschwellen verschreiben.
  • Verdacht auf eine Gebärmutterentzündung
    Eine Gebärmutterentzündung kann ein akuter Notfall eurer Hündin sein. Deshalb solltet ihr bei dem kleinsten Verdacht unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Mögliche Symptome sind:
    • Schmerzen im Unterbauch
    • Fieber (Vitalwerte des Hundes), erhöhte Temperatur, verstärkter Durst
    • Scheidenausfluss, der blutig-eitrig sein kann (aber nicht muss)
  • Lustlosigkeit, Depression, Fressunlust
  • Scheinträchtigkeit hält lange an, eure Hündin leidet

Tierärzte können mit einer homöopathischen Therapie oder mit Prolaktin-Hemmern helfen. Ein homöopathisches Medikament, das beispielsweise bei Gebärmuttererkrankungen gegeben werden kann, ist Metrovetsan. Es wird zur Behandlung von Gebärmuttererkrankungen verwendet und enthält als Wirkstoffe Pulsatilla D2, Sepia officinalis purificata D4 und kann sowohl bei chronischen Gebärmutterentzündungen angewendet werden als auch unterstützend bei der offenen Form der Gebärmuttervereiterung (Pyometra) wirken.

Bei starker Scheinträchtigkeit und wenn sich der Hormonhaushalt nicht mehr von selbst reguliert, kommen oft für einige Tage Prolaktin-Hemmer (keine Hormone) zum Einsatz, damit die Ausschüttung des Schwangerschaftshormons Prolaktin verhindert wird. "Gala-Stop" ist beispielsweise so ein Medikament. Es ist ein oraler Prolactin-Inhibitor für Hündinnen mit dem Wirkstoff Cabergolin. Dieser verhindert die Ausschüttung von Prolactin. Prolaktin-Hemmer dürfen nicht bei trächtigen Hündinnen angewendet werden, da sie zu Fehlgeburten führen können. Da das Medikament belastend für Leber und Nieren ist, sollte es bei Leber- und Nierenschäden der Hündin nicht gegeben werden. Es darf auch nicht bei Hunden verwendet werden, die berreits blutdrucksenkende Medikamente nehmen. Nebenwirkungen können Erbrechen, Appetitlosigkeit und Schläfrigkeit sein. Die Symptome der Scheinschwangerschaft lassen häufig 3-7 Tage nach Beginn der Therapie nach.

Kastration bei ständig wiederkehrenden Scheinträchtigkeiten?

Es hängt sicherlich sehr individuell davon ab, wie stark ausgeprägt die Scheinträchtigkeit nach der Läufigkeit bei eurer Hündin ist. Kommt jedoch immer wieder eine sehr starke Scheinträchtigkeit mit körperlichen und psychischen Problemen der Hündin vor, so kann eine Kastration das kleinere Übel für Hündin und Halter auf Dauer sein. Allerdings gibt es im Gegensatz zum Rüden bei der Hündin keine Kastration auf Probe durch einen Hormon-Chip. Denn eine Kastration ist bei einer Hündin ein großer Eingriff, der auch langfristige körperliche als auch psychische Veränderungen mit sich bringen kann und schwerwiegende Erkrankungen wie bösartige Tumore begünstigen kann.

Lese-Tipp: Kastration des Hundes: Vor- und Nachteile

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