Gesundheit

Bärlauch als gesunde Heilpflanze für Hunde

Frischer Bärlauch wird im Frühjahr für uns Menschen in leckeren Frühlingsgerichten gern gegessen. Der milde Knoblauchgeschmack ist in Salaten, Suppen oder auch im Risotto sehr beliebt. Bärlauch ist für unsere Hunde in größeren Mengen absolut giftig, doch in kleineren Dosen hat er eine sehr gesundheitsfördernde Wirkung. Wie viel Bärlauch darf ich meinem Hund geben und warum ist er so gesund für Hunde?

Frisch geernteter Bärlauch, der bereits Blütenknospen enthält

Die Dosis macht das Gift: Wieviel Bärlauch ist für Hunde gefährlich?

Bärlauch (Allium ursinum) ist ab einer gewissen Dosis für Hunde sehr giftig. Denn Bärlauch enthält Disulfide und Schwefelverbindungen, die die roten Blutkörperchen im Körper des Hundes auflösen können. Hier erfahrt ihr mehr über die Symptome und was ihr im Falle einer Vergiftung mit Bärlauch tun könnt: Bärlauch ist giftig für Hunde.

Doch wie bei vielen Stoffen, macht die Dosis das Gift. Bärlauch kann ab einer Dosis von ca. 5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht des Hundes sehr giftig und sogar lebensgefährlich werden.

Hierzu gab es im Jahr 2000 eine Studie an acht erwachsenen Mischlingshunden, von denen vier über eine Woche jeden Tag 5 Gramm Knoblauch je Kilogramm Körpergewicht erhielten. Die Kontrollgruppe der anderen vier Hunde erhielt dagegen keinen Knoblauch. Das Blut der Hunde wurde über 30 Tage kontrolliert. Das Ergebnis war, dass die Erythrozyten (rote Blutkörperchen) bei den Hunden, die Knoblauch erhielten, abnahmen. Sie entwickelten aber noch keine gefährliche Anämie (Blutarmut). 

Ein Bärlauch-Blatt hat in etwa (je nach Größe) ein Gewicht von ca. 2,5 Gramm. Bei einem Hund von nur 3 Kg Gewicht reichen bereits 15 Gramm Bärlauch = ca. 6 Blätter für eine Vergiftung aus, während bei einem Hund von 10 Kg Gewicht 50 Gramm Bärlauch = ca. 20 Blätter zu einer Vergiftung führen können. Entsprechend sind bei einem Hund von 20 Kg 100g Bärlauch = ca. 40 Blätter eine giftige Dosis.

Bärlauch entschlackt den Körper im Frühjahr

In geringen Dosen ist Bärlauch für die meisten Hunde gut verträglich und wird als entschlackende und reinigende Heilpflanze insbesondere frisch im Frühjahr verwendet.

Bärlauch ist reich an Beta-Carotin, das im Körper in Vitamin A umgewandelt wird und ein starkes Antioxidans ist. Mit rund 150mg Vitamin C stärkt es das Immunsystem und die Zellen. Bärlauch enthält viele B-Vitamine, die gut für die Nerven sind.

Gleichzeitig hat Bärlauch eine stark reinigende Wirkung auf den Darmtrakt und kann damit im Frühjahr sehr entschlackend und heilend bei Verdauungsstörungen wirken.

Bärlauch hat eine leicht antibiotische Wirkung. Ihm wird – ähnlich wie Knoblauch – eine abwehrende Wirkung gegen Würmer und Zecken zugeschrieben, die allerdings wissenschaftlich nicht bewiesen ist. Bei vielen Hunden wirkt es trotzdem.

Wo bekomme ich frischen Bärlauch?

Im Frühjahr wird frischer Bärlauch auf dem Markt oder auch in Supermärkten angeboten. Am besten ist Bärlauch in Bio-Qualität, ansonsten solltet ihr die Blätter gut abwaschen. 

Vorsicht beim Sammeln und Ernten

Alternativ könnt ihr Bärlauch im Garten oder auf dem Balkon selbst pflanzen und anbauen. Er ist winterhart und kommt im nächsten Jahr wieder. Bei mir im Garten wächst er sehr schön an einem schattigen Plätzchen.

Aber Vorsicht: Sehr leicht wird Bärlauch in der „freien Wildbahn“ mit den auch für uns Menschen so giftigen Blättern des Maiglöckchens oder auch der Herbstzeitlosen verwechselt und das ist wirklich gefährlich! Deshalb solltet ihr Bärlauch nur als absolute Kenner sammeln oder ernten und ihn ansonsten besser auf dem Markt oder im Geschäft kaufen.

Bärlauchblätter riechen allerdings im Gegensatz zu den Blättern des Maiglöckchens und der Herbstzeitlosen sehr intensiv nach Knochlauch. Wenn ihr die Blätter zwischen den Fingern zerreibt und es kommt kein Knoblauchduft: Hände weg. Die Blätter der Maiglöckchen und der Herbstzeitlosen sind auch dicker als die des Bärlauches.

Bärlauch-Saison

Die Saison für frischen Bärlauch ist sehr kurz und die Haupt-Saison ist im April, doch je nach Wetterlage kann die Saison bereits im März beginnen. Im Mai beginnt meist schon die Blüte und damit endet die Zeit der leckeren Bärlauchblätter, denn diese werden mit der Blüte weniger intensiv in Geschmack und Wirkung. 

Fütterung

Bärlauch dem Hund füttern

Frischer Bärlauch kann in entsprechend sehr kleinen Mengen dem Hund im Frühjahr gefüttert werden. Dazu gebt ihr eine auf das Körpergewicht eures Hundes abgestimmte kleine Menge an frischen Bärlauch-Blättern stark zerkleinert in das Futter.

Eine sehr grobe Faustregel besagt, dass euer Hund ca. 0,1-0,5 Gramm Bärlauch pro Kilogramm Körpergewicht erhalten darf. Ein Hund von 10 Kg Gewicht würde maximal 5 Gramm Bärlauch = 2 Blätter erhalten. Ein Hund von 20 Kg Gewicht würde maximal 10 Gramm Bärlauch = 4 Blätter erhalten.

Vorsichtig solltet ihr allerdings bei der Verfütterung von Bärlauch in folgenden Fällen sein: 

  • Keinen getrockneten Bärlauch füttern

    Getrockneter Bärlauch ist meist sehr viel konzentrierter als frischer Bärlauch und ist daher in kleineren Dosen bereits gefährlich für deinen Hund. Frischer Bärlauch enthält mehr Vitamine und gesunde Stoffe für deinen Hund.
  • Futter kann bereits Bärlauch oder Knoblauch enthalten

    Manche Fertigfuttersorten enthalten bereits Bärlauch. Hier solltet ihr darauf achten, wie viel Bärlauch bereits enthalten ist, damit ihr nicht zu viel Bärlauch an euren Hund verfüttert. Wenn ihr eurem Hund bereits Knoblauch oder andere Lauchgewächse füttert, solltet ihr den Bärlauch entsprechend dosieren oder auf eine Fütterung verzichten. 
  • Nicht an japanische und chinesische Hunderassen geben

    Insbesondere einige japanische als auch chinesische Hunderassen können unter einem Gendefekt leiden, der sie besonders empfindlich gegenüber den giftigen Sulfiden und Schwefelverbindungen in Bärlauch und anderen Lauchgewächsen macht. Bei ihnen solltet ihr auf eine Fütterung verzichten. So beispielsweise bei Shiba Inus.

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