Hot Spots beim Hund behandeln und vorbeugen
Hot Spots gehören zu den häufigsten Hautproblemen bei Hunden. Diese juckenden und schmerzhaften Wunden entstehen sehr plötzlich und werden explosionsartig schlimmer.
Besonders bei hohen Sommer-Temperaturen kommen bei langhaarigen Hunden mit einem dichten Fell "Hot Spots" leicht einmal vor.
Wenn ihr die Ursache des Hot Spots erkennt und ihn schnell und richtig behandelt, sollte die Hautwunde nach einigen Tagen wesentlich besser werden. Wir haben ein paar Tipps für euch, wie ihr Hot Spots erkennt, behandelt und zukünftig vermeiden könnt. Leider haben wir auch schon die Erfahrung mit Hot Spots gemacht.
Inhaltsübersicht
Was ist ein Hot Spot beim Hund?
Ein "Hot Spot" (deutsch: Heißer Punkt) ist eine sehr schnell auftretende, entzündliche und feucht-eitrige Hautveränderung. Meist tritt wie aus dem Nichts eine kahle kleine Stelle im Fell auf, die zunächst nur leicht feucht ist.
Insbesondere in den Sommermonaten bei höheren Temperaturen können sich Hot Spots sehr schnell verschlechtern und ausbreiten.
Der Hot Spot zählt zu den akuten, also schnell auftretenden, bakteriellen Hautentzündungen. Die Haut ist gerötet, wund und feucht, es können Bläschen und Krusten auftreten. Meist jucken diese Hautstellen stark, so dass Hunde sehr ausdauernd an ihnen zu lecken oder auch zu kratzen beginnen.
In der Schulmedizin werden diese Wunden auch "akute nässende Dermatitis" oder "akute Hautekzeme" genannt.
Hot Spot beim Hund im Anfangsstadium erkennen
Hot Spots sind meist recht genau umrissene Hautwunden, die zu Beginn noch wenig, später aber rötlich-feucht entzündet sind und auf denen kein Fell mehr ist.
Sie können im Grunde überall am Körper des Hundes auftreten, doch häufig werden sie auf dem Kopf, an den Beinen oder Hüften beobachtet.
Hot Spots jucken immer und können bei stärkeren Entzündungen für Hunde auch schmerzhaft werden. Sehr typisch ist ihr plötzliches Auftreten und ihre sehr schnelle Ausbreitung und Verschlechterung.
Im Bild oben seht ihr den Hot Spot bei meiner Hündin Lilly am ersten Abend, als ich ihn im Anfangsstadium entdeckt habe. Da war schnelles Handeln gefragt.
Allerdings können viele weitere Hautprobleme ähnliche Symptome wie Hot Spots haben.
Diagnose & Behandlung von Hot Spots
Die Hautwunde muss so schnell wie möglich fachgerecht versorgt werden, damit sich die Entzündung nicht weiter und tiefer ausbreitet. Wenn die Bakterien erst in die tieferen Hautschichten vordringen, wird die Behandlung des Hot Spots sehr viel schwieriger und es können sogar mit Pech langfristige Schäden zurückbleiben. Deshalb ist schnelles Handeln notwendig.
Wann zum Tierarzt mit einem Hot Spot?
Wenn ihr einen Hot Spot erstmals entdeckt, ist es sinnvoll, einen Tierarzt aufzusuchen, um die Ursache mit ihm gemeinsam abzuklären und um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Der Tierarzt wird euren Hund auf weitere Symptome untersuchen und kann in seltenen Fällen auch eine Haut-Probe (Biopsie) entnehmen oder auf mögliche Parasiten wie Flöhe oder Zecken untersuchen.
Wenn ihr wisst, wie ihr eine Hautwunde fachgerecht behandelt und solange der Hot Spot noch klein ist, könnt ihr zunächst die Wunde selbst zu behandeln.
Doch sollte die Wunde nicht innerhalb von 2 Tagen nach einer ersten Behandlung besser werden, ist es sinnvoll, einen Tierarzt aufzusuchen. Denn ihr wollt unbedingt vermeiden, dass sich der Hot Spot durch starkes Bakterienwachstum noch tiefer in der Haut ausbreitet.
Behandlung des Hot Spots
Die Behandlung eines Hot Spots sieht in den meisten Fällen wie folgt aus:
1. Hot Spot frei scheren oder rasieren
An die Hautwunde sollte Luft kommen und sie sollte möglichst frei gelegt werden, damit keine Haare und Dreck in die Wunde geraten können. Deshalb sollte das Haarkleid rund um den Hot Spot großzügig weggeschoren oder vorsichtig rasiert werden.
2. Wunde reinigen und desinfizieren
Der Hot Spot sollte mit klarem Wasser gereinigt werden. Schmutz, Eiter und eventuell schon auftretende Krusten sollten vorsichtig mit klarem Wasser und mit einem sterilen Wattepad entfernt werden.
Es ist sinnvoll, danach eine Wund-Desinfektion zu verwenden, um die Entzündung einzudämmen. Hier eignet sich beispielsweise octenisept, da es schmerzfrei ist und antiseptisch wirkt:
- Octenisept Wund-Desinfektions-Spray 2 x 50ml *
- Betaisodona Salbe
- 3%ige Wasserstoffperoxid (Lösung zum Spülen und Wundreinigen)
3. Hund am Lecken hindern
Die Wunde wird vermutlich stark jucken und euer Hund wird versuchen, sie abzulecken. Daran solltet ihr euren Hund mit einem Leckschutz (Halskrause, Body o.ä.) hindern.
4. Entzündung, Juckreiz und Ausbreitung der Bakterien verhindern
Die Bakterien in der Wunde müssen so schnell wie möglich am Wachstum gehindert und konsequent bekämpft werden. Die nässende Wunde muss ausgetrocknet werden. Hierzu gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.
In der klassischen, schulmedizinischen Behandlung wird der Tierarzt bei Hot Spots je nach Stärke der Wunde und Ursache sehr wahrscheinlich kortisonhaltige Salben verschreiben oder bei Bedarf auch Antibiotika anwenden.
In der Naturheilkunde hat sich die Behandlung mit entzündungshemmenden, antibakteriell und austrocknenden Heilpflanzen (Phytotherapie) bewährt. Hier kann eine Behandlung mit Walnussblätter-Sud Wunder bewirken, mit dem der Hot Spot zweimal täglich gereinigt und behandelt wird. Diesen Sud könnt ihr selbst ganz einfach herstellen.
5. Ursachen beseitigen
Ihr solltet der Ursache für den Hot Spot auf den Grund gehen. Oft handelt es sich um Parasiten oder um kleine Wunden. Doch auch andere Ursachen sind möglich.
Woher kommen Hot Spots beim Hund?
Hot Spots entstehen häufig durch einen Juckreiz der Haut und durch das übermäßige Lecken und Kratzen als Folge des Juckreizes.
Die Haut juckt, dein Hund beginnt zu lecken, knabbern und zu kratzen und es kommt schnell zu nackten und entzündeten Hautstellen, die nässen. Die Hautstelle wird größer, die Entzündung nimmt zu und es kommt schnell eine bakterielle Infektion hinzu.
Kommen dazu noch hohe Temperaturen, Feuchtigkeit und wenig Luft an die Haut aufgrund eines dichten Fells, dann ist dies die beste Voraussetzung für eine geradezu explosionsartige Ausbreitung von Bakterien und Keimen in der Haut.
Ursachen für den Juckreiz der Haut
Der Juckreiz auf der Haut des Hundes kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Oft wird der Hot Spot durch eine winzige Hautirritation hervorgerufen werden, die den Hund stört.
- Kleine Hautverletzungen oder Hautirritationen
- Parasiten-Befall in Form von:
- Flohbisse können aufgrund einer Flohspeichel-Allergie zu Juckreiz führen
- Ohrmilben
- Zecken
- Allergien und Unverträglichkeiten, die folgende Krankheitsbilder mit sich bringen:
- Ohrenentzündungen
- Juckreiz an den Pfoten und zwischen den Zehen
- Analdrüsen-Entzündungen
- Stress oder Langeweile können ein exzessives Lecken auslösen
- Schlecht gepflegtes Fell, das dreckig und verfilzt und schlecht durchlüftet ist
- Schmerzen unter der Hautstelle, beispielsweise durch Arthrose oder Nervenschäden (Cauda equina Syndrom)
Wärme, Nässe und wenig Luft begünstigen Hot Spots
Begünstigt wird die Ausbreitung von Bakterien auf der Haut dann durch:
- Hohe Temperaturen: Warmes Sommerwetter
- Feuchtigkeit: Viel Schwimmen, Sommerregen, Fell trocknet langsam
- Schlecht belüftete Haut: Sehr dichtes und langes Haarkleid, verfilztes Fell
So beugt ihr Hot Spots bei Hunden am besten vor
Wenn ihr weitere Hot Spots vermeiden möchtet, ist es wichtig, die Ursache des Juckreizes der Haut herauszufinden und zu beseitigen.
Dazu gehört beispielsweise eine Vermeidung von Parasiten wie Flöhen und Zecken. Die schnelle Behandlung von ersten Hautstellen und Hautinfektionen.
Sollte der Verdacht einer Allergie oder Unverträglichkeit bestehen, so ist es wichtig, die Ursache herauszufinden. Allergien und Unverträglichkeiten sind leider ebenfalls eine häufige Ursache für Juckreiz.
Eine gute Haut- und Fellpflege ist sehr hilfreich. Die Haut sollte gut belüftet sein, das Fell daher gut gekämmt werden. Vermeidet Shampoos, die nicht für Hunde geeignet sind und einen falschen pH-Wert haben und badet euren Hund nicht zu häufig. Haltet euren Hund sauber und trocknet ihn gründlich ab, wenn er einmal nass geworden ist.
Sollte euer Hund sich aufgrund von Langeweile oder Stress belecken oder kratzen, so überlegt, wie ihr ihn sinnvoll beschäftigen könnt.
Maßnahmen zur Vorbeugung von Hot Spots
- Parasiten wie Flöhe und Zecken vermeiden
- Fellpflege, so dass die Haut gut belüftet ist
- Kleine Wunden schnell behandeln
- Fell trocken halten, nach dem Schwimmen gut trocknen
- Hund so wenig wie möglich baden und immer ein Shampoo verwenden, dass für den pH-Wert der Hundehaut geeignet ist
- Gabe von ausreichend Omega 3-Fettsäuren (entzündungshemmend, stärken die Hautbarriere)
Hunde, die leichter von Hot Spots betroffen sind
Ein Hot Spot kann je nach Ursache bei jedem Hund auftreten.
Naturgemäß sind Hunde mit langem und dichtem Haarkleid betroffen, deren Haare nicht schnell trocknen und wenig Luft an die Haut lassen, häufiger von Hot Spots betroffen.
Hunde, die gern und viel schwimmen, wie typische Wasserhunderassen, sind ebenfalls leichter betroffen:
- Golden Retriever
- Labrador Retriever
- Deutscher Schäferhund
- Bernhardiner
- Neufundländer
- Labradoodle
- Wasserhunde
- Collies
- Pudel
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