Gesundheit
Darf mein Hund Rhabarber essen?
Rhabarber (botanischer Name: Rheum rhabarbarum) ist mit nur 12 kcal/100g sehr kalorienarm und enthält wichtige Vitamine, Antioxidantien und Mineralstoffe. Allerdings schmeckt der säuerliche Geschmack nicht jedem Hund. Wenn ihr euch fragt, ob Rhabarber für euren Hund genießbar ist, findet ihr hier die Antworten.
Ja oder Nein?
Jein, Hunde dürfen Rhabarber unter bestimmten Umständen essen. Die in hoher Konzentration enthaltene Oxalsäure kann schädlich werden und deshalb ist bei der Fütterung einiges zu beachten. Einige Hunde sollten Rhabarber besser ganz meiden.
Wir zeigen euch die Vor- und Nachteile von Rhabarber für Hunde und wie ihr ihn am besten an euren Hund verfüttern könnt.
Vorteile
4 gute Gründe für den sauren Rhabarber
1. Gut für entspannte Muskeln, Herz und starke Knochen und Zähne
In Rhabarber ist mit 290 mg/100g extrem viel Kalium enthalten, das den Wassergehalt der Zellen reguliert und für Herz und Nerven grundlegend ist. Es hat eine leicht entwässernde und entschlackende Wirkung. Rhabarber enthält auch für ein Gemüse mit so wenig Kalorien erstaunlich viel Calcium (86mg/100g) das für den Knochenaufbau und die Zähne wichtig ist.
2. Gut für das Immunsystem und für gesunde Zellen
Rhabarber enthält Beta-Carotin (61 µg/100g), einer Vorstufe des Vitamin A, das ein sehr starkes Antioxidans ist und sowohl Krebserkrankungen als auch Herz- Kreislauferkrankungen verringern kann. Nebenbei ist es das Vitamin, das die Sehkraft stärkt. Auch Vitamin C ist enthalten, unterstützt die antioxidative Wirkung und stärkt das Immunsystem. Hunde können Vitamin C im Gegensatz zu Menschen zwar selbst im Körper produzieren, doch können Zugaben hilfreich sein. Nicht zu verachten ist auch der Gehalt an Folsäure, der für ein gesundes Zellwachstum wichtig ist.
3. Für eine schlanke Linie: Kalorienarm
Rhabarber ist mit nur 12 kcal/100g ein absoluter Schlankmacher und darf somit auch von Hunden genossen werden, die eigentlich abnehmen müssen.
4. Gut für den Darm und die Verdauung
Oxalsäure hat in geringen Mengen durchaus ihre Vorteile, denn die Menge macht das Gift. In Maßen bringt Oxalsäure die Verdauung in Schwung, was natürlich für Hunde mit Durchfall absolut nicht sinnvoll ist. Gleichzeitig kann die Oxalsäure schlechte Bakterien im Darm abtöten.
Nachteile
4 Gefahren, auf die ihr bei Rhabarber achten solltet
1. Rhabarber enthält viel Oxalsäure: Bildung von Harnsteinen
Rhabarber, Spinat und auch Rote Beete haben einen hohen Gehalt an Oxalsäure. Bei rohem Rhabarber sind es durchschnittlich 805mg/100g. Oxalsäure ist für Menschen und Hunde in großen Mengen giftig. Sie ist aber auch aus weiteren Gründen ungesund, denn im Körper bildet sich daraus Calciumoxalat, das über den Urin ausgeschieden werden muss. Nimmt dein Hund zu viel Oxalsäure auf oder kann er das entstandene Calciumoxalat durch eine eingeschränkte Nierenfunktion oder zu wenig Wasseraufnahme nicht über die Niere wieder ausscheiden, können sich Nieren- bzw. Blasensteine bilden. Für Hunde, die zu Nierenproblemen neigen oder grundsätzlich zu wenig Wasser trinken, sollte Rhabarber am besten tabu sein. Auch für Hunderassen, die an Oxalatsteinen besonders häufig leiden wie Bichon Frisé, Dandie Dinmont Terrier, Lhasa Apsos, Zwergpudel, Zwergschnauzer, Shih Tzu und Yorkshire Terrier.
2. Schlecht für die Zähne
Obendrein greift Oxalsäure die Zähne gleich dreifach an: die Säure schädigt den Zahnschmelz und in Verbindung mit Calcium bildet sich gefährliche Zahnbelag und das an der Oxalsäure gebundene Calcium wird dem Körper für die Zähne entzogen.
3. Vorsicht: Die rohen Blätter der Rhabarber-Pflanze sind giftig
Insbesondere die Blätter der Rhabarber-Pflanzen enthalten Oxalsäure und hier kann der Gehalt so hoch sein, dass er deinem Hund gefährlich werden kann. Bei einer Vergiftung mit Rhabarber-Blättern solltet ihr schnell handeln und euren Tierarzt kontaktieren. Weitere Informationen wie Symptome und was ihr bei einer Vergiftung tun könnt, erfahrt ihr hier: Vergiftung beim Hund vermeiden, erkennen und behandeln.
4. Nicht geeignet für Welpen, Junghunde und Hunde mit Eisenstoffwechselstörungen
Da Oxalsäure Mineralstoffe wie Eisen aber auch Calcium im Körper bindet und zu Calciumoxalat wird, wird dem Körper bei zu viel Oxalsäure sowohl Eisen als auch Calcium entzogen.
Der Entzug von Calcium ist insbesondere für Welpen und Junghunde ungesund, da sich ihre Knochen noch im Aufbau befinden und dafür Calcium benötigen. Rhabarber enthält zwar mit 86mg/100g recht viel Calcium, doch mit nur 19mg Phosphat wiederum zu wenig Phosphat als Ausgleich (das Calcium-Phosphor-Verhältnis sollte bei 1,3 zu 1 liegen).
Tipp
So vermindert ihr den Oxalsäure-Gehalt in Rhabarber
Doch es gibt Abhilfe und der Gehalt der Oxalsäure im Rhabarber lässt sich ganz einfach vermindern: Wenn ihr die Rhabarber kocht, geht die Oxalsäure in das Kochwasser über. Wenn ihr dieses dann abgießt und den gekochten Rhabarber verfüttert, kann der Gehalt an Oxalsäure um bis zu 70% gemindert werden. Wenn ihr möglichen Gefahren aus dem Weg gehen möchtet, solltet ihr Rhabarber lieber gar nicht in den Futterplan eures Hundes aufnehmen. Gedünstet hat Rhabarber nur noch rund 260mg Oxalsäure pro 100g Rhabarber.
Fütterung
So füttert ihr Rhabarber am besten an euren Hund
Rhabarber grundsätzlich garen
Es ist wichtig, den hohen und schädlichen Oxalsäure-Gehalt von Rhabarber durch Kochen und Abgießen des Kochwassers zu vermindern.
Keine Rhabarber-Blätter füttern
Rhabarber-Blätter enthalten besonders viel Oxalsäure und sollten gar nicht gefüttert werden. Auch im Garten heißt es Vorsicht und eure Hunde sollten nicht von den Blättern naschen.
Rhabarber nicht als Kompott oder Kuchen verfüttern
Eigentlich klar: Zucker ist tabu für Hunde und deshalb auch jegliche Art von Rhabarber, der mit Zucker verarbeitet ist.
Besser Bio und regional
Rhabarber wird häufig auf Märkten angeboten und ist oft als regionale Ware erhältlich. Achtet aber am besten auf Bio-Qualität, damit er keine Pestizide enthält und nicht mit Kunstdünger gezogen wurde.
Wie viel Rhabarber darf ich meinem Hund füttern?
Um euch eine Idee davon zu geben, wie viel Rhabarber euer Hund am Tag fressen sollte, nehmen wir durchschnittliche BARF-Berechnungen.
- Die tägliche Futterportion eines Hundes beträgt ca. 3% des Körpergewichts.
- Bei der BARF-Fütterung sollte der pflanzliche Anteil der Fütterung ca. 20% der Gesamtmenge ausmachen.
- Zweidrittel davon sind Gemüse und ein Drittel Obst. Rund 13% der Tages-Portion wären also Gemüse.
- Beispiel-Rechnung: Ein erwachsener Hund von 10kg würde also eine Gemüse-Portion am Tag von ca. 40g erhalten. Gegarter Rhabarber kann hiervon gelegentlich während der Saison ein Teil mit weiteren Gemüsesorten sein. Wir sprechen hier also von vielleicht 15-20g Rhabarber an einem Tag bei einem Hund von 10kg Gewicht.
Wichtiger Hinweis: die BARF-Rationen sollten für eure Hunde individuell nach Alter, Rasse, Größe, Bewegung, Gesundheitszustand und Verträglichkeiten berechnet werden. Die oben aufgestellte grobe Berechnung der Rhabarber-Portion soll euch nur ein Gefühl dafür geben, wie viel Gemüse euer Hund in etwas bekommen würde.
Zum Start nur in besonders kleinen Mengen füttern
Viele Hunde mögen Rhabarber nicht. Bei empfindlichen Hunden solltet ihr euren Tierarzt am besten vorher fragen, ob ihr ihm Rhabarber füttern dürft. Er kennt euren Hund und seine individuellen Bedürfnisse und Schwächen am besten. Wie bei fast jedem Futtermittel besteht auch bei Rhabarber die Gefahr, dass dein Hund allergisch auf ihn reagieren kann oder ihn einfach nicht gut verträgt. Bei Nicht-Vertragen kann es zu Blähungen, Durchfall oder auch Erbrechen kommen. Es ist daher immer ratsam, Rhabarber zu Beginn in sehr kleiner Menge zu testen. Sollte dein Hund allergische Reaktionen wie Schwellungen, Atemprobleme, Ausschläge, Jucken, Husten oder andere Allergie-Symptome zeigen, solltest du ihm natürlich keinen Rhabarber mehr geben und einen Tierarzt kontaktieren.
Fazit
Gekochter Rhabarber ist in Maßen für die meisten Hunde ok, aber nicht notwendig
Rhabarber sollte grundsätzlich nur gegart gefüttert werden und das Kochwasser, in dem sich die Oxalsäure fängt, sollte weggegossen werden. Für Welpen, Junghunde und Hunde mit Problemen der Niere oder des Eisenstoffwechsels kann Rhabarber negative Auswirkungen haben. Der Gehalt an Oxalsäure kann zwar durch ein Garen gemindert aber nicht ganz verhindert werden. Deshalb ist Rhabarber nur ein bedingt geeignetes Gemüse für die Hunde-Fütterung und es gibt andere Obst- und Gemüsearten, die gesünder und besser geeignet zur Fütterung sind. Doch gelegentlich etwas gegarter Rhabarber ist für die meisten Hunde ok, sofern sie den leicht sauren Geschmack mögen.
Wissenswert - Nice to know
Ein paar Infos rund um den "barbarischen" Rhabarber
Wann ist Rhabarber-Saison?
Die Saison startet für den Rhabarber je nach Wetter zwischen März und April und endet wie beim Spargel am 24.Juni. Warum der 24.Juni? Da die Rhabarber-Stauden so genug Zeit vor dem Frost haben (ca. 100 Tage), um Kraft für die nächste Saison zu tanken. Außerdem kann der Oxalgehalt der Pflanzen im Laufe des Jahres steigen.
Rhabarber ist ein Gemüse
Rein biologisch gehört Rhabarber als Knöterichgewächs zu den Gemüsesorten, auch wenn viele Rhabarber als Obst ansehen. Und ganz abwegig ist dies auch nicht, denn in den USA wird Rhabarber seit Mitte des 20.Jahrhunderts offiziell als Obst bezeichnet.
Rhabarber: Die fremde Wurzel
Der lateinische Begriff für Rhabarber ist "Rheum rhabarbarum" und stammt aus dem mittellateinischen. Rheum bedeutet Wurzel und barbarus "fremd", "ausländisch" oder eben auch "barbarisch". Rhabarber ist folglich die fremde oder barbarische Wurzel.
Vom Himalaya nach Hamburg-Kirchwerder
Nicht umsonst wurde Rhabarber "fremde Wurzel" genannt, kommt er doch aus dem fernen Tibet und dort aus dem Himalaya-Gebirge. In Deutschland erfolgte der erste gewerbliche Anbau von Rhabarber Mitte des 19.Jahrhunderts ganz bodenständig in Hamburg-Kirchwerder.
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Diese Pflanzen sind für Hunde giftig
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