Gesundheit

Hundekrankenversicherung: Der beste Schutz

Die Tierarztkosten steigen immer weiter an und können für Hunde im Falle einer OP schnell mehrere tausend Euro kosten. Damit ihr euch die notwendige Operationen und Heilbehandlungen für euren Hund leisten könnt, kann eine Hundekrankenversicherung sinnvoll sein. Die Krankenversicherungen unterscheiden sich sehr stark in ihren Leistungen und in den monatlichen Beiträgen. Viele Krankheiten werden ausgeschlossen, was erst im Kleingedruckten sichtbar wird. Wir zeigen euch, worauf ihr achten solltet und empfehlen euch Versicherungen, die ein gutes Preis- und Leistungsverhältnis bieten. 

Ist eine Hundekrankenversicherung notwendig? 

Lohnt sich eine Hundekrankenversicherung überhaupt? Bei meiner ersten Hündin habe ich nie über eine Hundekrankenversicherung nachgedacht und sie hätte sich bei ihr im Nachhinein nicht gelohnt, da Esta in ihrem langen Leben fast nie krank gewesen ist und lediglich in ihrem letzten Lebensjahr aufgrund von Alterskrebs einige Untersuchungen und Behandlungen nötig wurden. 

Doch bei meiner jetzigen Hündin sieht es anders aus, da sie sich bereits als Junghündin einen Bänderriss zugezogen hat, bei dem die diagnostischen Untersuchungen (Röntgen, MRT),  die spätere Operation und all die Nachbehandlungen mit Physiotherapie sehr kostspielig gewesen sind. Da kommen schnell mehrere tausend Euro zusammen, die sich wirklich nicht jeder Hundehalter leisten kann.

Kosten werden planbar – insbesondere ohne Reserven

Ob sich für euren Hund eine Krankenversicherung lohnt, ist von vielen Faktoren abhängig. Sie kann in jedem Fall eine Absicherung gegen unerwartet hohe Tierarztkosten sein, die ihr mit Pech nicht bezahlen könnt. Zumal die Tierarztkosten steigen. Deshalb erscheint eine Hundekrankenversicherung in jedem Fall sinnvoll zu sein, wenn ihr keine Reserven von ein paar Tausend Euro habt, auf die ihr im Notfall zurückgreifen könntet.

Wenn ihr dagegen Not-Reserven habt, kann es sinnvoll sein, monatlich Geld zurückzulegen und zu sparen. Doch niemand kann die notwendigen Tierkrankenkosten eures Hundes vorhersagen.

Arten von Hundekrankenversicherungen

Hundekrankenversicherungen werden von vielen großen Versicherungsgesellschaften wie beispielsweise Allianz, Barmenia, GHV, der Gothaer, HanseMerkur, Helvetia, Uelzener und der R + V (VTV) angeboten. Es gibt aber auch Versicherungsgesellschaften wie die Agila, die sich auf Tierkrankenversicherungen spezialisiert hat oder rein digitale Tierversicherer wie balunos (ias Internationale Assekuranz-Service GmbH).

Fast immer bietet eine Versicherungsgesellschaft mehrere Tarife an, die sich in Leistungen und Höhe der Beiträge unterscheiden. Eine Basisabsicherung bieten die Hunde-OP-Versicherungen, zu der meist Leistungspakete bis hin zur Hundekrankenvollversicherung dazu gebucht werden können. 

Hunde-OP-Versicherungen

Das leistet eine gute Hunde-OP-Versicherung

Eine Hunde-OP-Versicherung übernimmt einen großen Teil der Kosten einer Operation. Meistens sind direkte Vorbereitungen zur Operation und eine direkte Nachsorge enthalten. Gute OP-Versicherungen können sich lohnen, da so manche Operation mit Vorbereitungen und Nachsorge mehrere tausend Euro kosten kann. Bandscheibenoperationen sind beispielsweise bei Dackeln keine Seltenheit und kommen schnell in Deutschland auf 3.000 bis 4.000 EUR. Kreuzbandrissoperationen liegen zwischen 2.000-3.000 EUR. Kostspielig sind auch diagnostische Untersuchungen wie CTs oder MRTs, doch werden diese oft nur am Tag vor der OP übernommen. Eine sehr gute OP-Versicherung übernimmt hier 90-100% dieser Kosten. 

Kosten für gute Hunde-OP-Versicherungen

Leistungsstarke OP-Versicherungen für Hunde sind für junge Hunde ohne Vorerkrankungen bereits ab 180 EUR pro Jahr erhältlich. Wenn ihr eine Selbstbeteiligung von 20% habt und etwas weniger Leistungen reichen, dann könnt ihr bereits ab 150 EUR im Jahr eine gute OP-Versicherung für einen jungen Hund abschließen. Oft gibt es allerdings Aufschläge, wenn der Hund zu einer Rasse gehört, bei der häufig erbbedingte Erkrankungen auftreten.

Die wichtigsten Kriterien der Hunde-OP-Versicherung

Wichtige Punkte, auf die ihr bei einer OP-Versicherung insbesondere achten solltet:

  • Ausschluss von Operationen: Beispielsweise werden sehr häufig rassespezifische Erkrankungen oder Erkrankungen, die vor Abschluss der Versicherung bestanden, Zahn-Operationen oder auch künstliche Gelenke nicht von der OP-Versicherung abgedeckt.
  • Übernahme diagnostischer Untersuchungen: Es ist gut zu wissen, dass bei den meisten OP-Versicherungen die vorhergehenden Röntgenaufnahmen, Computertomographien (CTs) oder die kostspielen Magnetresonanztomographien (MRTs) nur an dem Tag vor der OP übernommen werden, nicht jedoch weiter davor.
  • Reha und Behandlungen nach der OP: Hier variiert in den Tarifen, was übernommen wird und in welcher Höhe die Kosten getragen werden von beispielsweise Physiotherapie, alternative Heilmethoden, notwendigen Strahlentherapien oder Klinikaufenthalten des Hundes. Wie lange wird nach einer OP die Nachbehandlung bezahlt?
  • Übernahme der Leistungen: Werden die Leistungen voll übernommen oder gibt es eine Selbstbeteiligung, Deckelungen oder ein Jahreslimit?
  • Steigerung der Beiträge: Auch wenn der Beitrag zu Beginn niedrig sein mag, so ist eine Steigerung der Beiträge in fast allen Verträgen vorgesehen und unterscheidet sich bei den Versicherungen. 
  • Kündigungsschutz: Dürfen euch die Versicherungen nach einer Leistung kündigen?
  • Wartezeit nach Vertragsabschluss: Es sollte keine Wartezeiten bei Unfällen und möglichst auch bei Vorsorgeleistungen geben. Ansonsten variieren die Wartezeiten zwischen 1-3 Monaten, höhere Wartezeiten sind eigentlich nicht mehr akzeptabel. 

Hundekrankenvollversicherungen

Das leistet eine gute Hundekrankenvollversicherung

Die Hundekrankenvollversicherung übernimmt neben den Kosten für Operationen, in Abhängigkeit zum gewählten Tarif weitere tierärztliche Untersuchungen und Heilbehandlungen wie Physiotherapien, sowie Medikamente und und ggf. auch Vorsorgeuntersuchungen und Maßnahmen. Sie können auch Reiserücktrittsversicherungen, Impfungen, Behandlungen im Ausland und Kastration/Sterilisation bei medizinischer Notwendigkeit übernehmen. 

Kosten für gute Hundekrankenvollversicherungen

Leistungsstarke Versicherungen können für einen jungen Hund ab ca. 650 bis 1.500 EUR kosten. Wenn ihr die Leistungen etwas abspeckt, kann eine gute Hundekrankenvollversicherung auch bereits ab 430 EUR für einen jungen Hund abgeschlossen werden. Je älter euer Hund bei Abschluss der Versicherung ist, desto höher werden jedoch die Beiträge. 

Die wichtigsten Kriterien der Hundekrankenversicherung

Wichtige Punkte, auf die ihr bei einer Hundekrankenversicherung achten solltet:

  • Dieselben Punkte, die bei der OP-Versicherung gelten (s.o.)
  • Welche nicht-operativen Zusatzleistungen sind euch wichtig und wie hoch sind sie im Leistungsfall versichert?
    • ambulante und stationäre Heilbehandlungen ohne OP
    • welche sind enthalten? Allergien, Magenerkrankungen, Bissverletzungen etc.?
    • Zuschüsse für Routine- oder Vorsorgeleistungen wie Impfungen, Entwurmungen, Zeckenbekämpfung, Zahnsteinentfernung
    • Wie hoch ist die Erstattung pro Versicherungsjahr für Heilbehandlungen?
    • Wie hoch ist die Erstattung pro Versicherungsjahr für Vorsorgen?

Versicherungskonditionen: Der Teufel liegt im Detail

Wie bei dem Abschluss einer jeden Versicherung lohnt sich ein Blick auf das Kleingedruckte. Grundsätzlich unterscheiden sich die jeweiligen Versicherungsverträge nach Anbieter und Tarif in ihren Leistungen und in ihren monatlichen Kosten erheblich.

Individuell die beste Versicherung finden

Häufig unterscheiden sich die Leistungen und Beiträge der Versicherer in Abhängigkeit zu Alter, Rasse und Vorerkrankungen deines Hundes. Da lohnt sich ein ausgiebiger Vergleich für genau deinen Hund. Zum Glück bieten die meisten Versicherungen online bereits Rechner an, bei denen ihr eure individuellen Angaben eingebt und direkt Feedback bekommt. Denn für einen noch gesunden jungen Dackel kann Versicherung A viel günstiger und besser als Versicherung B sein, doch bei einer bereits erkrankten jungen Dogge kann vielleicht Versicherung B besser als Versicherung A sein.

Welche Absicherung für euch sinnvoll ist, ist natürlich auch immer von eurem Geldbeutel abhängig. Doch wenn ihr keine Reserven habt, solltet ihr möglichst viel mit der Versicherung abdecken, was jedoch zu höheren Beiträgen führen kann.

Deshalb kommt ihr individuell für euren Hund nicht um einen Vergleich. Aber wir können euch auf die Fallstricke und wichtigen Kriterien, auf die ihr vor Abschluss einer Versicherung achten solltet, aufmerksam machen. Denn manchmal wundert man sich schon, was sich die Versicherungen so einfallen lassen.

Wesentliche Versicherungskriterien

Wir haben die Versicherungen und Tests einmal unter die Lupe genommen und möchten euch einen Überblick über die wichtigsten Kriterien bei einer Hundekrankenversicherung geben. Im folgenden findet ihr die Punkte, die ihr bei der Versicherung klären solltet und am Ende geben wir euch ein paar Empfehlungen für Versicherungen.

Alter des Hundes bei Abschluss der Versicherung

  • Monatliche Versicherungsbeiträge sind günstiger, je jünger der Hund bei Abschluss der Versicherung ist.
  • Es gibt bei fast allen Versicherungen ein Mindesteintrittsalter von 8 Wochen, doch einige wenige versichern bereits ab dem 1.Lebenstag.
  • Viele Versicherungen haben ein Höchsteintrittsalter, das bei den meisten OP- und Krankenvollversicherungen zwischen 4 bis 9 Jahren liegt. Nur einige wenige Versicherungsverträge beinhalten kein Höchsteintrittsalter, so beispielsweise die Allianz, aber auch die Uelzener.
  • Grundsätzlich geht ein höheres Alter auch mit höheren monatlichen Kosten einher.

Rasse des Hundes

  • Bei vielen Krankenversicherungen sind krankheitsanfälligere Hunderassen mit höheren monatlichen Beiträgen verbunden. Doch dies unterscheidet sich bei den Versicherern erheblich. 
  • Versicherungen können bestimmte Hunderassen ausschließen, aber das ist bei Hundekrankenversicherungen eher selten der Fall.

Wichtig: Ausschluss von Erkrankungen

Bei fast allen Versicherungen werden bestimmte Krankheiten bei der Versicherung ausgeschlossen. Hier solltet ihr auf die Liste der Krankheiten genau achten, vergleichen und schauen, worauf ihr mit eurem Hund besonderen Wert legt.

Ausschluss von Vorerkrankungen

  • Einige Versicherungen versichern keine Hunde mit Vorerkrankungen. Hier ist beispielsweise die Agila sehr strikt.
  • Die meisten Versicherungen schließen Kosten, die im Zusammenhang mit Erkrankungen, die vor Abschluss der Versicherung bereits bestanden, aus der Versicherung aus.

Ausschluss von erblich bedingten Erkrankungen

  • Versicherungen wie die Allianz erstatten nur einmalig die OP-Kosten für alle Rassen bei typischen rassespezifischen Erkrankungen wie Gelenkserkrankungen (HD, ED, Patella), Lidanomalie u.ä. je nach Tarif gar nicht oder einmalig mit 500 EUR, 2.500 EUR oder 5.000 EUR. Das sollte man wissen, denn gerade Gelenkserkrankungen sind bei einigen Hunderassen sehr häufig.
  • Häufig schließen Versicherungen Erkrankungen, die im Zusammenhang mit Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit) stehen, komplett aus.

Gesundheitsprüfungen

  • Manche Versicherungen wünschen eine Gesundheitsprüfung, bevor sie den Hund aufnehmen. 

Wartezeiten

Nach Abschluss der Versicherung dauert es meistens drei Monate, bis erste Rechnungen eingereicht werden können. Lediglich bei Unfällen zahlen die Versicherungen ohne Wartezeit. Höhere Wartezeiten sind für euch von Nachteil und meist nicht mehr akzeptabel. Hier gibt es aber einige Versicherungen, die Wartezeiten für einige Erkrankungen von 18 Monaten haben, denn in dieser Zeit werden erblich bedingte Erkrankungen sichtbar. Das ist allerdings sehr ungünstig für euch, so finden sich beispielsweise bei der Barmenia Wartezeiten für einige Gelenkserkrankungen von 18 Monaten. 

Belohnung von leistungsfreien Jahren

Häufig werden bei den Versicherungen leistungsfreie Jahre belohnt, indem beispielsweise die Obergrenzen für bestimmte Leistungen in einem leistungsfreien Jahr nach oben gesetzt werden. 

Jährliche automatische Beitragsanstiege

Viele Versicherungen haben einen automatischen Anstieg der monatlichen Beiträge ab einem Alter von 3-4 Jahren. Diese liegen pro Jahr bei einer Erhöhung der monatlichen Beträge um ca. 5-9% oder geben festgelegte Beträge vor. Bei der Agila liegen diese beispielsweise derzeit bei 5 EUR pro Jahr. Nur selten schließen meist hohe Versicherungs-Tarife einen automatischen Beitragsanstieg aus. Da lohnt sich das Nachrechnen für die nächsten Jahre im Vergleich.

Höhe der Selbstbeteiligung

Die jeweiligen Tarife können häufig mit und ohne Selbstbeteiligung gewählt werden. Eine sehr gute Hunde OP-Versicherung übernimmt 90-100% der Kosten. Bei der Agila gibt es Versicherungsverträge, wo eine Selbstbeteiligung beispielsweise ab dem 5.Jahr auf OPs und Nachbehandlungen in Höhe von 20% erfolgen kann.

Manche Versicherungen wie die Agila fordern ab einem bestimmten Alter des Hundes grundsätzlich 20% Selbstbeteiligung.

Abrechnungen

Einige Versicherungen rechnen direkt mit den Tierärzten ab oder zahlen die Kosten sehr zügig. Auch dies ist im Notfall für dich entscheidend, wenn du das Geld nicht auslegen kannst.

Freie Tierarztwahl

Gibt es eine freie Tierarzt- oder Tierklinikwahl? Einige wenige Versicherungs-Tarife haben keine freie Wahl der Tierärzte oder Tierkliniken, sondern sie werden zu Beginn des Vertrages festgelegt. So beispielsweise bei den Basis-Versicherungen der Agila Tierkranken 24 und Agila OP-Kosten 24.

Welche Leistungen werden übernommen?

Hundekrankenversicherungen bieten meist mehrere Tarife mit unterschiedlichen Leistungspaketen an. Als Basisleistung gibt es meistens die OP-Versicherung, die zu einem Krankenvollschutz mit weiteren nicht-operativen Heil- und Vorsorgeleistungen aufgestockt werden kann.

Welche OPs sind ein- bzw. ausgeschlossen?

  • OPs infolge von Krankheiten oder Mängeln, die zu Vertragsbeginn bekannt waren.
  • OPs infolge von erblich bedingten Krankheiten oder Fehlentwicklungen, die in den Versicherungsbedingungen aufgelistet sind oder zur Korrektur und Behandlung dieser Erkrankungen.
  • Künstliche Gelenke sind bei einer OP nicht mitversichert.
  • Zahn-OPs sind oft nicht mitversichert

Zusatzleistungen zur Reha nach der OP

Nach einer OP können weitere Folgekosten zur Reha notwendig werden. Welche davon werden übernommen? Hierzu gehören beispielsweise: 

  • Physiotherapie
  • Alternative Heilmethoden
  • Klinikaufenthalte

Weitere nicht-operative Leistungen

Bei den Vollkrankenversicherungen können weitere nicht-operative Leistungen hinzugebucht werden. Diese können ganz oder teilweise übernommen werden. 

  • Heilbehandlungen
  • Alternative Heilbehandlungen
  • Medikamente
  • Kastration/Sterilisation bei medizinischer Notwendigkeit
  • Klinikaufenthalte
  • Kostenerstattungen für Prothesen, Orthesen oder Gehhilfen
  • Reiserücktrittsversicherungen
  • Nicht operative Zahnbehandlungen
  • Zuschüsse für Vorsorgemaßnahmen wie Impfungen oder auch Antiparasitika
  • Kennzeichnung des Hundes

Deckelung der Kostenübernahme

Oft übernehmen die Versicherungen pro Jahr oder pro Versicherungsfall nur einen maximalen Kostensatz. Bei den OP-Kosten sollte die Versicherung laut Stiftung Warentest aber schon 4.000 EUR ohne eine Selbstbeteiligung übernehmen.

Werden Tierarztkosten im Ausland übernommen?

Dies kann sinnvoll sein, wenn ihr viel mit eurem Hund reist.

Hohe Übernahme des Satzes der Gebührenordnung für Tierärzte

Eine gemeine kleine "Falle", wenn man sie nicht kennt: Die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) erlaubt grundsätzlich den 1-fachen, 2-fachen und 3-fachen Gebührensatz und in Notfällen auch einen 4-fachen Gebührensatz den der Tierarzt oder die Tierklinik erheben können. Die OP-Versicherung sollte einen möglichst hohen GOT-Satz übernehmen, da ihr sonst die restlichen Kosten selbst tragen müsst. Werden auch in Notfällen die Notfallgebühren erstattet? 

Kündigungsrecht der Versicherung

Die Versicherungen haben ein ordentliches Kündigungsrecht und ein Kündigungsrecht im Versicherungsfall. Dies bedeutet, dass die Versicherungen nach einem Leistungsfall den Vertrag kündigen können. Das ist natürlich besonders ärgerlich, wenn du jahrelang in eine Versicherung einzahlst, ohne Leistungen in Anspruch zu nehmen und dein Hund dann krank wird und dir die Versicherung nach einer Leistung kündigt. Andere Versicherungen könnten dich dann entweder nicht mehr aufnehmen oder aber sehr hohe monatliche Kosten aufrufen.

Doch nur wenige Versicherungen verzichten ab einem bestimmten Vertragsjahr auf ihr Kündigungsrecht. Die Barmenia ab dem 4.Vertragsjahr auf das Kündigungsrecht verzichtet und die Helvetia nach 3 Vertragsjahren. 

Fazit

Hundekrankenversicherung früh abschließen

Es ist sinnvoll, eine Tierkrankenversicherung gleich zu Beginn des Hundelebens abzuschließen, bevor erste Krankheiten auftreten. Denn Versicherungen können Krankheiten, unter denen der Hund schon bei Abschluss der Versicherung leidet und notwendige Folgebehandlungen ausschließen oder auch die monatlichen Tarife je nach Anzahl der Vorbehandlungen kräftig anheben.

Da die Höhe der monatlichen Beiträge der Versicherungen sich oft nach Rassen unterscheiden und jede Versicherung hier andere Rasselisten und Kriterien zugrunde legen, lohnt es sich, die Beiträge der Versicherungen auch je nach Rasse einmal durchzurechnen. Da  jede Versicherung andere allgemeine Krankheiten oder aber erblich bedingte Krankheiten in ihren Vertragskonditionen ausschließt, solltet ihr euch diese genau ansehen, damit ihr die für euren Hund wahrscheinlichen Krankheitsfälle am besten abdeckt. Eine Versicherung, die mir nur einmalig eine Summe zur Behandlung einer Gelenkserkrankung dazu gibt, ist für eine Hunderasse, die häufig unter Gelenkserkrankungen leidet, nicht immer passend.

Es kann vorteilhaft sein, darauf zu achten, dass die Versicherung auf ihr Kündigungsrecht im Leistungsfall oder noch besser auf ihr ordentliches Kündigungsrecht nach einer bestimmten Vertragslaufzeit verzichtet. Damit wird dir zugesichert, dass dein Hund auch im Alter zu den abgestimmten Konditionen und Tarifen weiter versichert bleiben kann und nicht im Alter mit zunehmenden Krankheiten gekündigt wird. 

Versicherungen, die wir empfehlen können

Wir haben uns die Versicherungen mit ihren Konditionen und viele Tests und Bewertungen von Hundekrankenversicherungen angesehen und auch Freunde und Bekannte nach ihren Erfahrungen befragt. Stand ist der 12.September 2022. Wir empfehlen nach bestem Wissen und Gewissen, doch die vertraglichen Konditionen können sich jederzeit ändern oder auch uns können Fehler unterlaufen. Deshalb solltet ihr unsere Empfehlungen immer als Anregung verstehen und die Versicherungskonditionen vor Abschluss einer Versicherung aktuell prüfen. 

Agila - sehr gut für Hunde ohne Vorerkrankung

Die Agila hat sich auf Haustierversicherungen spezialisiert und sitzt in Hannover. Die Agila Hundekrankenversicherung wurde mir von mehreren Tierärzten empfohlen und sie schneidet in vielen Tests sehr gut ab, da sie ein hohes Leistungsniveau zu fairen Preisen hat.

Kein Ausschluss von Krankheiten, nur gesunde Hunde werden aufgenommen

Bei der Agila werden keine rassespezifischen oder Erbkrankheiten ausgeschlossen. Voraussetzung für die Aufnahme ist jedoch, dass der Hund zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses kerngesund ist. Gesundheitsprüfungen sind zwar nicht die Regel, aber bei Erkrankungen, die bereits zuvor bekannt gewesen sein müssen, wird nachgehakt. Tierschutzhunde, die als gesund übergeben werden, werden beispielsweise versichert. Welpen, die von Geburt an taub oder blind sind, haben ebenfalls die Möglichkeit, versichert zu werden. Die Agila ist folglich eine sehr gute Tierkrankenversicherung für Hunde ohne Vorerkrankungen und sollte am besten direkt im Welpenalter abgeschlossen werden.

Drei Tarife bei OP- und Krankenversicherung

Die Agila bietet sowohl ihre OP-Versicherung als auch die Hundekrankenvollversicherung in drei Tarifen an. In allen Tarifen übernimmt sie den 4-fachen GOT-Satz. Die Tarife entscheiden sich hauptsächlich in der Höhe der übernommenen Kosten für OPs und Heilbehandlungen, sowie in der Selbstbeteiligung. 

Drei Beitragsgruppen für Hunderassen

Es können alle Hunderassen und Mischlinge versichert werden. Die Agilia unterteilt hier die Hunderassen in drei Beitragsgruppen. In Gruppe I (meist kleinere Hunderassen) sind die Beiträge am geringsten, in Gruppe II (größere Rassen wie Labrador, Deutsch Drahthaar etc.) sind die Beiträge höher und in Gruppe III sind die Beiträge am höchsten. Hier sind "spezielle" Hunderassen mit mehr Erbkrankheiten, sowie viele "Listenhunde" zu finden: Airedale Terrier, Pitbull Terrier, Französische und Englische Bulldogge, Deutsche Dogge, Deutscher Schäferhund etc. 

Nicht immer freie Tierarztwahl

Bei zwei Tarifen der Agila ( "Agila Tierkranken 24" und "Agila OP Kosten 24") besteht keine freie Tierarztwahl und der Tierarzt wird festgelegt. Wem eine freie Tierarztwahl wichtig ist, der sollte diese beiden Tarife meiden. 

Sehr kurze Wartezeit

Unfälle und Vorsorgeleistungen sind ab Vertragsbeginn abgedeckt. Alle anderen Behandlungen und Operationen sind in den aktuellen Tarifen mit Stand ab 05/2022 nach einer Wartezeit von nur einem Monat abgedeckt. In älteren Tarifen gilt eine Wartezeit von drei Monaten.

Höchsteintrittsalter: 7 Jahre

Die Agila versichert keine Hunde, die älter als 7 Jahre sind. 

Beiträge erhöhen sich moderat

Die Beiträge erhöhen sich in jedem der Tarife ab dem 3.Lebensjahr jährlich um einen festen Betrag (z.B. derzeit bei einem Pudel bei 5 EUR) monatlich jedes Jahr bis zum 10.Lebensjahr . Bei den beiden höheren Tarifen steigt die Selbstbeteiligung ab dem 5.Lebensjahr von 0% auf 20%.

Agila kann bei zu hohen Kosten kündigen

Im Gegensatz zu einigen wenigen Versicherungen verzichtet die Agila nicht auf ein ordentliches Kündigungsrecht oder auf ein Kündigungsrecht im Leistungsfall in ihren derzeitigen Verträgen. Nach eigener Aussage finden Kündigungen aber selten statt und erst wenn häufig hohe Beträge auftreten. 

Fazit

Insbesondere für Welpen und Hunde ohne Vorerkrankung können wir die beiden höheren Tarife der Agila empfehlen. Einziger Wermutstropfen ist, dass nach einigen Jahren das Kündigungsrecht der Agila noch bestehen bleibt. 

Hundekrankenvollversicherung der Agila

    • Agila Tierkrankenschutz Exklusiv *
      • Höchster Beitrag der drei Tarife
      • OP-Kosten unbegrenzt
      • Heilbehandlungen bis 1.100 EUR
      • 100% Kostenübernahme (80% ab 5.Geburtstag)
      • Kastration/Sterilisation
      • 12 Monate Auslandsschutz
    • Agila Tierkrankenschutz *
      • Mittlere Höhe der Beiträge der drei Tarife
      • Für Welpen ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis
      • OPs bis 3.000 EUR
      • Heilbehandlungen bis 600 EUR
      • 100% Kostenübernahme (80% ab 5.Geburtstag)

OP-Versicherung der Agila

      • Agila OP-Kostenschutz *
        • Mittlere Höhe der Beiträge der drei Tarife
        • Maximale Erstattung im Versicherungsjahr 2.500 EUR
        • 100% Kostenübernahme
        • Nachteil: Diagnostik am Vortag ausgeschlossen
        • Obergrenze GOT: 3facher Satz
      • Agila OP-Kostenschutz Exklusiv *
        • höchste Beiträge der drei Tarife
        • Unbegrenzte Erstattung im Versicherungsjahr, OPs bis 5.000 EUR
        • 100% Kostenübernahme
        • Diagnostik am Vortag eingeschlossen
        • Obergrenze GOT: 3facher Satz

Allianz - sehr viele Krankheiten werden ausgeschlossen

Die Allianz hat keine Altersbeschränkung bei der Aufnahme und versichert prinzipiell alle Hunderassen. Sie nimmt auch Hunde auf, die bereits Erkrankungen hatten und schließt Behandlungen dieser Erkrankungen aus. 

Ausschluss von vielen Krankheiten - Aufnahme auch nach Krankheit

Im Allgemeinen werden alle Erkrankungen, die bei Vertragsbeginn und in der Wartezeit von 3 Monaten bekannt waren, von der Versicherung ausgeschlossen.

Hunde mit Vorerkrankungen und/oder vorherigen Operationen können aber aufgenommen werden. Hier können die Beiträge steigen oder auch Krankheiten von der Versicherung individuell ausgeschlossen werden. Allerdings werden Hunde, die eine der folgenden Erkrankungen zu Vertragsbeginn oder innerhalb der Wartezeit von 3 Monaten entwickeln, ausdrücklich bei der Allianz nicht versichert:

  • Epilepsie
  • Morbus Cushing (Überfunktion der Nebenniere)
  • Babesiose (Hundemalaria)
  • Ehrlichiose (Infektionskrankheit durch Zecken)
  • Leishmaniose (Infektionskrankheit durch Sandmücken)
  • Morbus Addison (Unterfunktion der Nebenniere)
  • Anaplasmose (Infektionskrankheit durch Zecken)
  • Entzündung ZNS (zentrales Nervensystem)
  • Angeborener Lebershunt (Missbildung der Lebergefäße)
  • Lupus erythematodes (autoimmune Bindegewebserkrankung)
  • Myasthenia gravis (autoimmune Muskelerkrankung)
  • Bluter (Blutgerinnungsstörung)
  • Dirofilariose (Herzwurmerkrankung)
  • Borreliose (Infektionskrankheiten durch Zecken)

Die folgenden rassespezifische Erkrankungen werden im Basis-Vertrag gar nicht und im Smart-Tarif mit 500 EUR, im Komfort-Tarif mit 2.500 EUR und nur im ausgesprochen teuren Premium-Tarif  einmalig mit 5.000 EUR übernommen. Dazu gehören laut Allianz insbesondere Gelenkerkrankungen, aber auch Lidprobleme und einige wenige weitere Erkrankungen:

Brachyzephalie wird ausgeschlossen

In allen vier Tarifen wird derzeit die Behandlung von Kurzköpfigkeit (Brachyzephalie )in den auf der Webseite befindlichen Verträgen ausgeschlossen. Das ist natürlich für alle kurzköpfigen Hunderassen wie Mops, Französische Bulldogge oder Englische Bulldoggen & Co. sehr von Nachteil. 

Individuell können weitere Erkrankungen ausgeschlossen werden. 

Auch alte Hunde können versichert werden

Die Allianz hat kein Höchsteintrittsalter bei ihren Tarifen. 

Vier Tarife + Baustein Heilbehandlung und Vorsorge in 2 Tarifen

Die Allianz bietet vier Tarife für Hunde OP-Versicherungen an (Basis, Smart, Komfort, Premium). Zu allen kann als weiterer Baustein ein "Heilbehandlungs- und Vorsorgeschutz" gebucht werden, der dann einem Krankenvollschutz entspricht. Diesen Baustein gibt es wiederum in 2 Tarifen mit Heilbehandlungen bis zu 2.000 EUR oder 5.000 EUR und Vorsorgezuschuss von bis zu 50 EUR oder 100 EUR. 

Beiträge erhöhen sich moderat

In allen Tarifen erhöhen sich die Beiträge ab einem Alter des Hundes von 3 Jahren jährlich um bis zu 5%. 

Allianz kann bei zu hohen Kosten kündigen

Im Gegensatz zu einigen wenigen Versicherungen verzichtet die Allianz nicht auf ein ordentliches Kündigungsrecht oder auf ein Kündigungsrecht im Leistungsfall in ihren derzeitigen Verträgen. 

Fazit

Bei all den Krankheitsausschlüssen muss man sehr genau hinsehen, für welche Krankheitsfälle sich bei deinem Hund die Allianz-Versicherung lohnt. Im Falle eines Unfalles und der Behandlung der abgedeckten Erkrankungen ist das Leistungsniveau insbesondere bei den höheren Tarifen sehr gut. Da die Allianz auch Hunde aufnimmt, die bereits Erkrankungen haben und keine Altersbeschränkungen hat, kann sie in diesen Fällen eine Alternative zur Agila sein - sofern es mit den Ausschlüssen der Erkrankungen für euren Hund passt. 

OP-Versicherungen der Allianz

Wir verlinken euch auf den Rechner der Allianz Tierkrankenversicherung, empfehlen euch aber die Auswahl der folgenden Tarife: 

Krankenvollversicherungen der Allianz

Wir verlinken euch auf den Rechner der Allianz Tierkrankenversicherung, empfehlen euch aber die Auswahl der folgenden Tarife: 

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