Gesundheit

Darf mein Hund Rote Beete fressen? Vor- und Nachteile von Roten Beeten

Die roten Rüben (botanischer Name: Beta vulgaris) stecken voller gesunder Vitamine, sekundärer Pflanzenstoffe und einiger Mineralstoffe. Für Gemüse sind sie mit ca. 33 kcal/100g kalorienarm. Sie enthalten kaum Fett, aber viel Wasser und trotz ihres süßen Geschmacks relativ wenig Fruchtzucker. Aber ist Rote Beete auch so gesund für Hunde wie für Menschen?

Ja oder Nein? 

Rote Beete kann von Hunden gefressen werden, aber mit vielen Einschränkungen. Sie gehört definitiv nicht täglich oder in größeren Mengen in den Futternapf. Für manche Hunde ist sie sogar komplett tabu. Es gibt einfach besser geeignete Gemüsesorten in der Hundefütterung als die Rote Beete.

Was sind die Vor- und was die Nachteile von Rote Beete für Hunde gesund und wie verfüttert ihr sie am besten?

Nachteile

Fünf Nachteile bei der Fütterung von Roter Beete

 

  1. Rote Beete kann zur Bildung Harnsteinen führen. Hunderassen, die hierzu neigen, sollten keine Rote Beete erhalten


    Rote Beete enthält im Verhältnis zu anderen Gemüsesorten sehr viel Oxalsäure und zwar rund 275 mg in 100g roher Roter Beete. Oxalsäure kann zur Bildung von , näher gesagt zu Oxalatsteinen führen. Sie entstehen, wenn der Urin mit Kalzium und Oxalat zu stark angereichert ist und es zur Bildung von Ablagerungen kommt. Rund 15% aller Harnsteine besteht aus Kalzium-Oxalat.

    Bei Hunden, die zu Problemen mit Harnsteinen und der Niere neigen, sollte deshalb gänzlich auf die Fütterung von Roter Beete verzichtet werden! Es gibt Hunderassen, die zu der Bildung von Oxalatsteinen neigen, so z.B. Bichon Frisé, Dandie Dinmont Terrier, Lhasa Apso, Zwergpudel, Zwergschnauzer, Shih Tzu und Yorkshire Terrier.

    Bei gekochter Roter Beete, geht die Oxalsäure in das Kochwasser über. Wenn ihr dieses dann abgießt und die gekochte Rote Beete verfüttert, kann der Gehalt an Oxalsäure um bis zu ca. 70% gemindert werden. Bei gekochter Roter Beete liegt der Oxalatgehalt nur noch bei 72mg auf 100g Roter Beete. Um eventuellen Gefahren aus dem Weg zu gehen, solltet ihr bei gefährdeten Hunderassen Rote Beete daher am besten gar nicht in den Futterplan eures Hundes aufnehmen. 
  1. Rote Beete in großen Mengen roh kann den Knochen Kalzium entziehen


    Überschüssige Oxalsäure verbindet sich im Magen mit Kalzium und wird ausgeschieden. Befindet sich im Magen jedoch kein Kalzium, kann dieses aus den Knochen gezogen werden. Insbesondere bei Welpen und Junghunden im Wachstum, aber natürlich auch bei Senioren ist dies besonders verheerend. 
  1. Rote Beete in großen Stücken können gefährlich werden


    Gebt ihr eurem Hund Stücke roher Roter Beete, besteht die Gefahr, dass er sich daran verschluckt und keine Luft mehr bekommt. Die Stücke könnten auch im Darmtrakt stecken bleiben und dort zu einem Darmverschluss beim Hund führen, der im schlimmsten Fall operiert werden muss. Deshalb solltet ihr Rote Beete immer gekocht, püriert oder stark zerkleinert verfüttern.

  2. Wird von manchen Hunden nicht gut vertragen

    Rote Beete hat einen sehr hohen Säureanteil, den empfindliche Hunde nicht gut vertragen. Er kann zu Magenbeschwerden wie Blähungen oder Durchfall führen. 
  1. Rote Beete färbt sehr stark, was einfach ärgerlich sein kann

    Kein Drama und keine Gefahr, aber doch sehr ärgerlich: Rote Beete färbt sehr intensiv und nachhaltig. Habt ihr einen hellen Hund, so kann sein Fell sich um das Maul herum rot verfärben. Hat euer Hund Rote Beete gefressen, so kann er helle Teppiche und Möbel leicht einfärben, wenn er sie mit seinem Maul berührt. Erschreckt nicht: Auch Kot und Urin eures Hundes werden sich nach dem Genuss von Roter Beete rot verfärben. Das vergeht wieder.

Vorteile

5 Gründe, warum Rote Beete gesund ist

  1. Rote Beete ist gut für die Verdauung

    Rote Beeten enthalten viele Ballaststoffe, die sehr gut für die Optimierung der Verdauung deines Hundes sind.

  2. Fördert Zellwachstum und Blutbildung

    Rote Beete enthält mit ca. 80 µg/100g viel Folsäure, ein B-Vitamin, das für Zellwachstum und Vermehrung von Zellen sowie der Bildung von Blut wichtig ist.

  3. Rote Beete ist gut für die Nerven und Energie

    Durch weitere B-Vitamine wie Vitamin B1, B2 und B6 unterstützt Rote Beete das Nervensystem und erhält sowohl das Nerven- als auch das Herzmuskelgewebe.
  1. Stärken das Immunsystem

    Rote Beeten enthalten viel Zink und weitere Antioxidantien. Diese stärken die Abwehrkräfte und damit das Immunsystem.

  2. Gut für den Säure-Basen-Haushalt und den Blutdruck

    Rote Beete enthält viel Kalium und Natrium. Dies sind beides Mineralstoffe, die den Wassergehalt der Zellen regulieren und sich positiv auf den Blutdruck auswirken können. Kalium kann nicht gespeichert werden und muss täglich zugeführt werden.  

 

Fütterung

So füttert ihr Rote Beete am besten 

Rote Beete kann sowohl roh als auch gekocht verfüttert werden

Wenn ihr Rote Beete gekocht verfüttert, verringert sich der Gehalt an Oxalsäure um bis zu ca. 70%. Insofern ist es absolut sinnvoll, die rote Rübe gekocht zu verfüttern. Kleiner Tipp: Rote Beete muss sehr lange, manchmal bis zu 1 Stunde gekocht werden. Das Kochwasser solltet ihr abgießen, da es viel Oxalsäure enthält. Allerdings werden durch das Kochen auch viele positive Eigenschaften der Roten Beete gemindert.

Wenn ihr Rote Beete roh verfüttert, so ist es am besten ihr püriert oder reibt sie ganz fein, damit die Nährstoffe und Vitamine vom Hund aufgenommen werden können. Dann darf Rote Beete nur sehr selten und in mikroskopischen Mengen verfüttert werden.

Handschuhe bei der Verarbeitung tragen

Rote Beete färbt sehr intensiv und nachhaltig. Wenn ihr die Rübe schält und verarbeitet, färben sich eure Hände im nu rot. Dies lässt sich nur durch das Tragen von Handschuhen vermeiden. Spritzer von Roter Beete auf heller Kleidung sind sehr unschön und kaum wieder heraus zu bekommen. Auch euer Hund hat danach eine rote Schnauze, die ihr am besten gleich wieder abputzt, damit nicht noch Möbel und Teppiche eingefärbt werden.

Besser Bio

Verfüttert am besten Gemüse aus biologisch-organischem Anbau, da es nicht gespritzt ist und damit keine Schadstoffe enthält. Falls ihr keine Rote Beete aus biologischem Anbei verfüttert, solltet ihr sie unbedingt gut schälen und danach abspülen. Bei Bio-Ware ist es sinnvoll, die Schale mit zu füttern, da sie die meisten Nährstoffe und Vitamine enthält.

Wie viel Rote Beete ist gesund?

Um euch eine Idee davon zu geben, wie viel Gemüse euer Hund am Tag fressen sollte, nehmen wir durchschnittliche BARF-Berechnungen (Achtung: diese sollten für eure Hunde individuell nach Alter, Rasse, Bewegung, Gesundheitszustand etc. berechnet werden und sollen hier nur einen Anhaltspunkt geben):

  • Die Tagesportion eines Hundes beträgt ca. 3% des Körpergewichts.
  • Bei der BARF-Fütterung sollte der pflanzliche Anteil der Fütterung ca. 20% der Gesamtmenge ausmachen.
  • Davon macht das Gemüse zwei Drittel aus. Das entspricht dann nur ca. 13% der Tages-Portion.
  • Ein erwachsener Hund von 10kg würde also eine Gemüse-Portion am Tag von ca. 40g erhalten. Einen Großteil der Gemüseration machen davon aber die besonders für Hunde geeigneten Gemüsesorten aus, wozu Rote Beeten nicht gehören.
  • Wir sprechen hier also von vielleicht 10-20g Rote Beete am Tag.

Rote Beeten werden nicht immer gut von allen Hunden vertragen. Bei empfindlichen Hunden solltet ihr euren Tierarzt am besten vorher fragen, ob ihr eurem Hund Rote Beete füttern dürft. Er kennt euren Hund und seine individuellen Bedürfnisse und Schwächen am besten. Wie bei fast jedem Futtermittel besteht auch bei Rote Beete die Gefahr, dass dein Hund allergisch auf sie reagieren kann. Es ist daher ratsam, sie zu Beginn in sehr kleiner Menge zu testen. Sollte dein Hund allergische Reaktionen wie Schwellungen, Atemprobleme, Ausschläge, Jucken, Husten oder andere Allergie-Symptome zeigen, solltest du ihm natürlich keine Rote Beete mehr geben und sofort den Tierarzt kontaktieren.

Wissenswertes

Rote Rübe mit vielen Namen, Lagerung, Ursprung

Rote Beete lässt sich lange lagern

Rote Beeten lassen sich nach der Ernte noch wochenlang in einer frostfreien Miete lagern. Sie sind in Deutschland ein beliebtes Wintergemüse. Im Kühlschrank lagert sie dagegen nur 1-2 Wochen. 

Viele Namen für die rote Rübe

Die Rote Rübe hat viele Namen. So wird Rote Beete nach der neuen Rechtschreibung auch "Rote Bete" geschrieben. "beta" ist der lateinische Begriff für Rübe. In der Schweiz nennt man sie "Rande". In Österreich, Bayern und Baden kann sie aber auch Rahne, Rauna, Rana, Rohne, Rohne, Randig, Randich oder Rohna genannt werden.

Die Rübe der Römer

Die Rote Bete ist eine Form der "Gemeinen Rübe", die mit den Römern nach Europa kam und ursprünglich als Wildbete überwiegend in Nordafrika wuchs.  

Rote Beete war nicht immer so rot

Erst im 19. Und 20. Jahrhundert wurde die Wildbeete so gezüchtet, dass die rote Farbe stärker und gleichmäßiger wurde.  

Fazit zur Fütterung von Rote Beete an Hunde

In Maßen am besten gekocht füttern

Rote Beeten sind für die meisten Hunde genießbar und enthalten viele Vitamine, Nährstoffe und Ballaststoffe, die für euren Hund gesund sind. Doch Rote Beeten haben auch einen hohen Gehalt an Oxalsäure, die insbesondere bei Hunden, die zu Nierenproblemen und Harnsteinen neigen, sehr ungesund ist. Es gibt andere Gemüsesorten, die diese Nachteile nicht haben und daher besser als Gemüse für Hunde geeignet sind. Wenn ihr Rote Beete verfüttert, gebt sie am besten in sehr kleinen Mengen roh und geraspelt oder besser gekocht und zerkleinert und gießt das Kochwasser ab.

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