Gesundheit

Analdrüse: Probleme kennen, vorbeugen & behandeln

Leider haben nicht wenige Hunde regelmäßig Probleme mit den Analdrüsen und diese sollten unbedingt rechtzeitig behandelt werden, um Schlimmeres zu vermeiden. Bei den meisten Hunden könnt ihr schon mit einer gesunden Ernährung Problemen mit der Analdrüse vorbeugen. Wir zeigen euch, wie ihr die Symptome erkennt und was dann zu tun ist. 

Diese drei kleinen Französischen Bulldoggen haben hoffentlich keine Probleme mit ihren Analdrüsen

Funktion der Analdrüsen

Analdrüsen sorgen für spannende Duftbotschaften

Analbeuteldrüsen: Winzig wie eine Erbse

Die Analbeuteldrüsen sind in etwa so groß wie eine Erbse und liegen beim Hund rechts und links vom After. Sie sind eingebettet in Analbeuteln, die zwischen dem inneren und äußeren Schließmuskel liegen. Die Analbeuteldrüsen sind im Grunde nur veränderte Schweißdrüsen, die ein für unsere Nasen sehr übelriechendes Sekret produzieren. Ich habe einmal erlebt, wie bei dem Hund einer Freundin die Analdrüsen vom Tierarzt ausgedrückt wurden und ich muss sagen, der Geruch war Brechreiz erregend. 

Analsekret gibt dem Hundehaufen die Duftnote

Aus Hundesicht ist das Analsekret dagegen super interessant und gibt jedem Hundehaufen die individuelle Note mit spannenden Duftbotschaften. Hunde nutzen körpereigene Duftstoffe, die sowohl im Urin, als auch Speichel und Kot stecken, zur Markierung ihres Reviers und zum Austausch von Botschaften für andere Hunde der Umgebung. Deshalb sind Hundehaufen von anderen Hunden für sie besonders interessant. Setzt euer Hund Kot ab, so werden die Analbeutel automatisch zusammengedrückt und das enthaltene Sekret gelangt auf den Kot und wird gemeinsam mit dem Kot ausgeschieden. Voilà: Der Hundehaufen hat seine ganz individuelle Duftnote erhalten.

Beschwerden und Erkrankungen

Erkrankungen der Analdrüsen

Entzündung der Analbeutel

Die am häufigsten vorkommende Erkrankung der Analdrüse ist eine Entzündung der Analbeutel und der Analbeuteldrüsen. Diese entsteht meist, wenn sich die Analbeutel nicht auf natürliche Weise mit dem Kot entleeren und es zu einem Stau des Sekrets in den Analbeuteln kommt. Dann kann es schnell zu einer bakteriellen Entzündung der Analdrüsen führen, denn bestehende Keime in den Analbeuteln vermehren sich dann rasend schnell.

Analdrüsenabszess

Bei schwerwiegenden und länger anhaltenden Analbeutelentzündungen kann als Folge davon sogar ein Analdrüsenabszess entstehen. Hierbei entzündet sich auch das Gewebe um die Analbeutel herum. Es kann zu eitrigen und blutigen Abszessen kommen, die sehr schmerzhaft sind.

 

Symptome

Wenn Hunde "Schlittenfahren": Symptome bei Ärger mit den Analbeuteldrüsen 

Leider sind mit "Schlittenfahren" nicht romantische Fahrten mit dem Hundeschlitten im verschneiten Norden gemeint, sondern wenn dein Hund mit dem Hinterteil über den Boden rutscht und schubbert. Dies ist nämlich leider meist ein Anzeichen dafür, dass die Analdrüsen verstopft sind.

Typische Symptome für Probleme wie Schmerzen oder Juckreiz der Analbeuteldrüsen beim Hund sind: 

  • Häufiges Lecken am After
  • Jagd nach dem Schwanz und Rutenbeißen
  • Schlittenfahren: Mit dem Hinterteil über den Boden rutschen
  • Schmerzhafter Stuhlgang, Verstopfung oder Durchfall
  • Hund setzt sich nicht mehr, mag nicht mehr laufen aufgrund der Schmerzen
  • Schwellung im Bereich der Analbeutel, rötliche Färbung
  • Fieber und allgemeine Schwäche
  • Bei Druck auf die Analdrüse erscheint ein zähes Sekret, das übel riecht, und Blut und Eiter enthalten kann.

Diagnose

Bei Verdacht auf Probleme mit der Analdrüse besser zum Tierarzt

Wenn ihr eines der oben beschriebenen Symptome feststellt, solltet ihr zum Tierarzt gehen. Dieser kann durch eine genaue körperliche Untersuchung mit Tastbefunden schnell feststellen, ob es sich um eine Analbeuteldrüsenentzündung handelt.

Sehen die Analbeutel geschwollen und gerötet aus, deutet vieles auf eine Entzündung hin. Reagiert der Hund mit Juckreiz oder gar Schmerzen, erhärtet sich der Verdacht.

Untersuchung des Sekrets

Der Tierarzt kann jetzt die Analbeutel vorsichtig massieren und etwas Sekret ausdrücken und dieses überprüfen. An einem strengen Geruch, der Konsistenz und ggf. an Eiter und Blut lassen sich eine Entzündung schnell diagnostizieren.

Bei dem Verdacht auf eine Entzündung wird der Tierarzt die Temperatur des Hundes messen. Eine Labor-Untersuchung des Analsekrets oder des Kots kann ebenfalls Teil der Diagnose sein.

Ausschluss anderer Ursachen

Gleichzeitig kann der Tierarzt mit der Untersuchung, andere Ursachen erkennen oder ausschließen.

Es können teilweise ernsthafte Erkrankungen ursächlich für Probleme mit der Analdrüse sein, wie beispielsweise:

Hormonelle Überfunktion

Eine hormonell bedingte Überfunktion der Analdrüsen kann Verstopfungen und Entzündungen des Analdrüsenbeutels begünstigen.

Allergische Reaktionen

Allergische Reaktionen von Haut und Schleimhäuten können zu einer Entzündung der Analdrüsen führen.

Krebs

In seltenen Fällen kann auch ein Analbeutelkarzinom (Krebs) die Ursache für die Entzündung der Analbeuteldrüsen und des Analbeutels sein. Dann kommen meist stärkere Krankheitssymptome wie gesteigerter Durst, Schwäche, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Verstopfung hinzu.

Angeborene Fehlform

Analbeuteldrüsen können bei manchen Hunden leider eine entzündungsfördernde Form haben. Dies kann euer Tierarzt feststellen. 

Analabszesse, Analfisteln

Analfisteln sind mit Eiter gefüllte Hohlräume in der Haut, die eine Öffnung zur Haut besitzen. Analabszesse sind ebenfalls mit Eiter und Blut gefüllte Hohlräume in der Haut, sie haben jedoch keine Öffnung zur Haut.

Parasiten

Parasiten im Darm- und Analbereich können ebenfalls zu Entzündungen und Juckreiz in der Analregion führen. 

Ursachen/Vorbeugung

So beugst du Problemen mit der Analdrüse vor

Verstopfung und Durchfall begünstigen Probleme

Eine Entzündung der Analdrüsen beim Hund entsteht, wenn sich die Analdrüsen nicht auf natürliche Weise entleeren können. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn der Hund häufiger unter Verstopfung oder unter Durchfall leidet. Denn häufig sind eine ungesunde Darmflora mit ungesundem Kot die Ursache für Probleme mit der Analdrüse.

Im Falle einer Verstopfung kann das Sekret der Analbeuteldrüsen nicht mit dem Kot abgegeben werden und beginnt, sich in den Analbeuteln zu stauen. Ähnlich ist es aber auch beim Durchfall des Hundes, da die Analdrüsen durch den Durchfall verstopfen können. Eine Entzündung der Analbeuteldrüsen kann daher ein Hinweis auf eine instabile Darmflora sein.

Gesunde Darmflora

Eine gesunde Darmflora und ein gesunder und ein regelmäßiger und fester Kotabsatz sind eine der besten Präventionen gegen Probleme mit der Analdrüse des Hundes, sofern keine anderen krankhaften Probleme vorliegen. Eine Darmsanierung und eine Ernährungsumstellung können das Mittel der Wahl sein, um Probleme mit der Analdrüse zukünftig zu vermeiden oder am Entstehen zu hindern.

Ballaststoffe helfen, die Analdrüsen zu leeren

Zur Vorbeugung ist immer sinnvoll, ausreichend Ballaststoffen zu füttern, da diese einen regelmäßigeren und festeren Kotabsatz begünstigen und die gesunde Darmflora unterstützen. Ihr solltet daher euer Futter auf ausreichend Ballaststoffe unter die Lupe nehmen und es mit zusätzlichen Ballaststoffen versuchen.

 

Gute Hygiene um die Analregion

Ein sehr dichtes und durch Kot verklebtes Fell kann insbesondere bei langhaarigen Hunden den Kotabgang und damit auch den Abfluss des Analsekrets behindern.

Deshalb solltet ihr bei Hunden mit längerem und dichtem Fell immer wieder die Analregion unter die Lupe nehmen und ggf. die Haare hier kürzen. Außerdem sollte die Analregion immer von eventuellen Kotresten gereinigt werden. Das ist zwar kein Spaß, aber dafür hält es gesund und sauber. 

 

Therapie & Behandlung

Therapien bei Analdrüsenproblemen

Ausdrücken und Spülung

Bei einer Entzündung der Analdrüsenbeutel werden diese vom Tierarzt vorsichtig ausgedrückt, damit das Sekret abfließen kann. Um die Verstopfung zu lösen, kann eine entzündungshemmende und lösende Spülung der Analbeutel erfolgen. Diese Prozedur kann mehrmals bis zum Abklingen der Symptome wiederholt werden.

Viele Halter fragen sich, ob sie die Analdrüsen ihres Hundes selbst ausdrücken können. Natürlich ist dies bei entsprechenden Kenntnissen und bei keinen weiteren Problemen wie Entzündungen durchaus möglich. Allerdings würde ich immer empfehlen, den Tierarzt zu befragen und sich das Ausdrücken vom Tierarzt zuvor sehr genau zeigen zu lassen. 

Antibiotikum bei schweren Fällen

Je nach Grad der Entzündung kann ein Antibiotikum zum Abtöten der Bakterien notwendig werden. Eine Behandlung mit einer entzündungshemmenden und heilenden Salbe ist häufig sinnvoll, sobald die Analdrüsenbeutel nicht mehr verstopft sind. 

Operative Entfernung

Sollten sich beim Hund die Analbeuteldrüsen häufiger entzünden, so raten einige Tierärzte zu einer operativen Entfernung der Analbeutel inklusive der Drüsen. Doch dies sollte nur in absoluten Notfällen erfolgen, da sie eine Funktion haben und eine OP für den Hund immer belastend ist.

Darmsanierung und Ernährungsumstellung

Oft stehen häufige Entzündungen im direkten Zusammenhang mit Darmproblemen und einer nicht intakten Darmflora des Hundes. Deshalb kann zu der Therapie auch eine Darmsanierung, Ernährungsumstellung oder zumindest die Gabe von mehr Ballaststoffen im Futter gehören. 

Produkt-Tipps

Unsere Produkt-Empfehlungen für mehr Ballaststoffe

Wir haben für euch ein paar Produkte zusammengestellt, die für die Fütterung von Hunden gut geeignet sind und natürliche Ballaststoffe enthalten. Sie können zu dem bestehenden Futter gegeben werden und eure Hunde sollten grundsätzlich langsam an die Ballaststoffe gewöhnt werden: 

Lese-Tipp: Wenn ihr mehr über Ballaststoffe und ihre Fütterung, sowie weitere hilfreiche Produkte erfahren möchtet, empfehlen wir euch diesen Artikel: Ballaststoffe für die gesunde Verdauung des Hundes

Verstärktes Auftreten

Diese Hunderassen sind stärker gefährdet

Leider gibt es Hunderassen, die häufiger von Problemen mit den Analdrüsen betroffen sind als andere. So sind beispielsweise kleine Hunderassen häufiger von einer Entzündung der Analdrüsen betroffen als größere Hunderassen. 

Als besonders gefährdet gelten die folgenden Hunderassen: 

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