Gesundheit
Darf mein Hund Knoblauch fressen?
Knoblauch (botanischer Name: Allium sativum) ist aus unseren Küchen nicht mehr wegzudenken und der Duft von frisch angebratenem Knoblauch ist einfach unwiderstehlich. In der menschlichen Heilkunde wird Knoblauch aufgrund seiner antibakteriellen und durchblutungsfördernden Wirkung geschätzt. Bei Menschen konnte die Forschung die Wirkung von Knoblauch gegen Arterienverkalkung und gegen zu hohen Blutdruck nachweisen. Bei der Fütterung von Hunden ist Knoblauch jedoch zu Recht umstritten.
Ja oder Nein?
Knoblauch schadet Hunden in zu hoher Dosierung
Knoblauch enthält das für Hunde giftige Allicin, das die roten Blutkörperchen zerstören kann und damit zu einer gefährlichen Blutarmut führen kann. Deshalb ist Knoblauch zu recht mit Vorsicht für Hunde zu genießen.
Aber ist Knoblauch nicht gut zur Abwehr von Zecken, Flöhen und Würmern? Hat Knoblauch nicht auch eine reinigende und positive Wirkung auf den Darm? Wie immer macht die Dosis das Gift. Welche Dosis für Hunde bereits tödlich sein kann und was ihr bei einer Vergiftung mit Knoblauch tun könnt, erfahrt ihr im Folgenden.
Zu viel Knoblauch führt zu Verklumpungen des Blutes
Knoblauch gehört zu den Lauch-Gewächsen, die für Hunde giftig bis stark giftig sind. Denn Lauch-Gewächse werden von Hunden anders verstoffwechselt als bei uns Menschen.
Knoblauch enthält den Hauptwirkstoff Allicin, der sich in schwefelhaltige Verbindungen (Sulfide) wie Propyl-Disulfid und Allyl-Propyl-Disulfid umwandelt. Bei Hunden führen diese Sulfide zu Verklumpungen des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Diese Verklumpungen werden auch "Heinz-Körperchen" genannt.
Die so veränderten roten Blutkörperchen (Erythrozyten) werden von der Milz abgebaut und haben eine verkürzte Lebensdauer. In Folge kommt es zu einer Blutarmut (Anämie) durch geplatzte Blutkörperchen. Die Organe werden dann nicht mehr mit genügend Sauerstoff versorgt.
Symptome einer Vergiftung des Hundes mit Knoblauch
- Erbrechen
- Durchfall
- Appetitlosigkeit
- Störungen des Bewegungsapparates, Gleichgewichtsstörungen
- Magenschmerzen
- Hecheln
- Blasses Zahnfleisch (weißlich oder gelblich)
- Herzrasen
- Schwäche
- Gelbsucht (Gelbfärbung der Augen und der Schleimhäute)
- Blut im Harn (rötlich-brauner Harn)
- Tod durch verminderten Sauerstoffgehalt im Blut und Anämie (rote Blutkörperchen werden zu früh abgebaut, Verklumpungen in Form von Heinz-Körperchen in den roten Blutkörperchen).
Die Dosis macht das Gift – So viel Knoblauch ist gefährlich
Wie bei vielen Futtermitteln, so macht auch beim Knoblauch die Dosis das Gift. Die giftige Menge ist jedoch für jeden Hund individuell und von vielen Faktoren abhängig:
- Gewicht des Hundes
- Empfindlichkeit des Hundes auf Sulfide
- Gesundheitszustand des Hundes
- Parallele Medikamentengabe
- Hunderasse
Sowohl regelmäßige geringere Gaben von Knoblauch als auch eine große Gabe können zu einer Vergiftung des Hundes führen.
In Versuchen wurde herausgefunden, dass eine regelmäßige Gabe von 5 Gramm Knoblauch pro Kg Körpergewicht des Hundes bereits zu Vergiftungssymptomen nach wenigen Tagen geführt hat. Bedenken sollte man immer, dass jeder Hund unterschiedlich auf die Gabe von Giften reagiert. Manche reagieren sehr sensibel, andere weniger. Dies hängt mit der jeweiligen Verfassung zusammen, aber auch, ob z.B. andere Medikamente verabreicht werden, die ebenfalls einen Einfluss auf die roten Blutkörperchen haben können. Manche Hunderassen reagieren genetisch bedingt sehr sensibel auf die Gabe von Lauch-Gewächsen.
So viele Knoblauchzehen sind für deinen Hund giftig
Die tödliche (toxische) Dosis lässt sich anhand einer Studie der Universität Zürich nur als grober Richtwert berechnen, der leider aufgrund verschiedener Einflüsse schwanken kann. Zum einen kann der Allinin-Gehalt des Knoblauchs variieren, zum anderen ist das Gewicht der Knoblauchzehen unterschiedlich. Gehen wir davon aus, dass eine Knoblauchzehe zwischen 3-7 Gramm wiegt.
Wenn 5 Gramm Knoblauchzehe pro Kilogramm Körpergewicht bereits eine lebensgefährdende Dosis sind, so entspricht dies 0,5% des Körpergewichts deines Hundes.
- Chihuahua (2kg) = 10g Knoblauch = 1,5-3 Knoblauchzehen
- Mops (7kg) = 35g Knoblauch = 5-12 Knoblauchzehen
- Französische Bulldogge (12kg) = 60g Knoblauch = 9-20 Knoblauchzehen
- Labradoodle (22kg) = 110g Knoblauch = 16-37 Knoblauchzehen
- Labrador Retriever(30kg) = 150g Knoblauch = 21-50 Knoblauchzehen
Doch ist diese Berechnung trügerisch, da Veterinärmediziner ca. 5-8 Knoblauchzehen als Maximum der Verträglichkeit für eine Hund am Tag angesetzt haben.
Wenn dein Hund ausnahmsweise einmal etwas Knoblauch (also ca. 1 Knoblauchzehe) gefuttert hat, so ist das sehr wahrscheinlich unproblematisch. Doch regelmäßige Gaben an Knoblauch können deinen Hund stark vergiften und zu einer tödlichen Blutarmut führen.
Diese Hunderassen dürfen niemals Knoblauch fressen
Einige insbesondere japanische Hunderassen haben von Geburt an anormale rote Blutkörperchen, so dass sie besonders sensibel auf Knoblauch reagieren. Dazu gehören beispielsweise die folgenden Hunderassen:
Stärkere Wirkung in Kombination mit Medikamenten
Die Sensibilität auf Knoblauch kann bei Hunden, die Medikamente erhalten, erhöht sein, wenn diese einen Einfluss auf die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) haben. Sie sollten ganz auf Knoblauch und Knoblauch-Produkte verzichten. Deshalb solltet ihr grundsätzlich euren Tierarzt vorher fragen, ob euer Hund Knoblauch nehmen darf.
So wird eine Knoblauch-Vergiftung beim Hund behandelt
Wenn euer Hund zu viel Knoblauch gefressen hat, solltet ihr euch sofort auf den Weg zum Tierarzt machen. Am besten ruft ihr vorher beim Tierarzt an, damit ihr sicher sein könnt, dass er vor Ort ist und auf den Notfall vorbereitet ist.
Dein Tierarzt wird zunächst versuchen, das Gift aus dem Körper zu bekommen.
Um das Gift des Knoblauchs aus dem Körper des Hundes zu leiten, gibt es unterschiedliche Methoden:
- AKTIVKOHLE: Die Gabe von Aktivkohle bindet das Gift im Magen. Dies sollte möglichst innerhalb von 2 Std. nach der Giftaufnahme erfolgen, damit das Gift nicht in den Blutkreislauf gelangt.
- ABFÜHRMITTEL: Die Gabe von Aktivkohle kann von dem Tierarzt mit einem Abführmittel kombiniert werden.
- MEDIKAMENTE: Mithilfe von unterschiedlichen Medikamenten kann durch den Tierarzt auch Erbrechen ausgelöst werden, um das Gift aus dem Körper zu bekommen.
Bei einer besonders schweren Vergiftung kann dein Tierarzt dem Hund auch eine Bluttransfusion geben. Je nach stärke der Symptome, kommen weitere Behandlungen zur Minderung der Vergiftungs-Symptome hinzu.
Positive Eigenschaften, die Knoblauch bei Hunden nachgesagt werden
Die folgenden Eigenschaften werden Knoblauch als Heilmittel immer wieder nachgesagt und in der Naturheilkunde wurde Knoblauch über Jahrzehnte entsprechend eingesetzt. Allerdings ist diese Wirkung an Hunden bisher wissenschaftlich belegt. Das heißt zwar nicht, dass sie bei einigen Hunden nicht ihre Wirkung zeigen können, aber belegt sind die Wirkungen eben definitiv nicht. Diese Wirkungen werden frischem Knoblauch nachgesagt, doch ist die Gefahr einer Vergiftung einfach zu groß, um diese positiven Eigenschaften auszuprobieren.
Knoblauch gegen Parasiten
Knoblauch wird eine sowohl innerliche als auch äußerliche antiparasitäre Wirkung nachgesagt. Innerlich soll Knoblauch gegen Würmer und andere Endoparasiten wirken und äußerlich gegen Endoparasiten wie Zecken und Flöhe. Allerdings bleibt fraglich, ob bei der geringen Dosierung von Knoblauch, die noch für Hunde gesund ist, eine so abschreckende Wirkung auf diese Parasiten möglich ist. Es ist durchaus möglich, dass die ätherischen Öle des Knoblauchs eine abschreckende Wirkung auf Parasiten haben, die bei dem einen Hund besser und bei dem anderen Hund schlechter wirken mag.
Positive Wirkung auf Darm und Immunsystem
Das Alliin im Knoblauch hat eine sowohl desinfizierende und antibiotische sowie stark antioxidative Wirkung. Damit kann er in geringen Dosen eine positive Wirkung auf den Darm haben und das Immunsystem stärken und aufgrund der antioxidativen Wirkung wird ihm sogar eine antikanzerogene (Krebs) Wirkung nachgesagt.
Fazit
Knoblauch besser nicht füttern
Wir raten euch, auf Knoblauch in der regelmäßigen Fütterung eurer Hunde zu verzichten. So könnt ihr sicher gehen, dass euer Hund keine Vergiftung durch Knoblauch erleidet. Das Risiko einer lebensgefährlichen Blutarmut ist einfach zu groß.
Solltet ihr nicht auf eine Fütterung von Knoblauch verzichten wollen, so ist es ratsam, Knoblauch frisch, roh und stark zerkleinert in sehr geringen Mengen und nur sehr selten zu verfüttern. Viele Hundehalter schwören darauf, dass es ihren Hunden guttut, 1-2 Mal die Woche eine Zehe Knoblauch frisch zerquetscht ins Hundefutter zu bekommen. Doch achtet bitte auf Gewicht, Rasse und eventuelle Medikamente sowie auf den Gesundheitszustand eures Hundes. Fragt vorab euren Tierarzt oder Tierheilpraktiker, ob er es verantworten kann, dass ihr eurem Hund Knoblauch füttert.
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