Gesundheit

Gesunde Zähne mit der richtigen Ernährung

Wenn euer Hund bereits Zahnbeläge, Zahnstein oder gar Parodontitis hat, so sind eine Zahnbehandlung durch den Tierarzt und Zahnreinigungsmaßnahmen für die Zahngesundheit eures Hundes essentiell. Dauerhaft könnt ihr sehr gut durch die richtige Ernährung gesunde Zähne bei eurem Hund fördern.

Wir geben euch Tipps, wie ihr durch das Futter die Zähne eures Hundes vor bakteriellen Zahnbelägen und Zahnstein und damit vor einer gefährlichen Parodontitis am besten schützen könnt. 

Insbesondere kleine und kurzköpfige Hunde benötigen etwas zum Kauen für die Zähne

Wölfe haben weniger Probleme mit ihren Zähnen als unsere Haushunde und die Vermutung ist sehr naheliegend, dass die Zunahme von Erkrankungen der Zähne und der Maulhöhle bei Haushunden ihre Ursache auch in der modernen Hunde-Ernährung hat. Natürlich ist dies nicht der einzige Grund, denn die Zähne stehen beispielsweise bei kleinen oder auch kurzköpfigen Hunden viel enger zusammen, als es bei Wölfen der Fall ist.

Definitiv wird das Gebiss von Wölfen durch das Benagen großer Knochen und durch das Kauen und Zerreißen von großen Fleischstücken regelmäßig gereinigt. Erste Zahnbeläge werden durch diesen mechanischen Abrieb entfernt. Gleichzeitig werden die Zahnwurzeln und das Zahnfleisch durch die Kaubewegung besser durchblutet.

Hunde, die dagegen mit Fertigfutter gefüttert werden, profitieren kaum von dieser natürlichen Zahnpflege. Dies gilt insbesondere für das weiche Nassfutter, aber auch die kleinen Stückchen des Trockenfutters werden häufig gar nicht gekaut, sondern einfach verschluckt. 

Futter ohne Kohlenhydrate und Zucker

Ein weiterer Punkt, der sich nachteilig auf die Zahngesundheit unserer Hunde auswirkt, ist die Zusammensetzung des Futters.

Auch wenn unsere Hunde sich über Jahrtausende lange Leben mit dem Menschen an die bessere Verwertung von Kohlenhydraten im Gegensatz zum Wolf gewöhnt haben, so sind Kohlenhydrate in größeren Mengen trotzdem nicht gesund für ihre Zähne.

Denn Kohlenhydrate und Zucker dienen gefährlichen Bakterien als Nahrung und als Haftmittel. Durch Kohlenhydrate verändert sich der pH-Wert des Hundespeichels und das Milieu des Mauls wird saurer und begünstigt damit wiederum die Bildung von Zahnstein.

Deshalb solltet ihr Futter, das viele Kohlenhydrate oder gar Zucker enthält, am besten komplett meiden. Denn unsere Haushunde benötigen gar kein Getreide oder wenn nur sehr wenig Getreide in ihrem Futter. Pro & Contra: Sollten Hunde Getreide fressen?.

BARF:  große Brocken, Knochen, wenig Kohlenhydrate

Eine Nahrungsumstellung auf BARF könnte so gesehen gleich aus drei Gründen sehr vorteilhaft für die Zahngesundheit deines Hundes sein:

1. Große Fleischbrocken

Da Hunde ihre Mahlzeit nicht so stark zerkleinern wie wir Menschen, müssen die Futterbrocken schon möglichst groß sein, damit ein Reinigungseffekt einsetzt. Dies können große Fleisch- oder große Stücke vom Pansen- und Blättermagen sein. Pansen, Blättermagen und Muskelfleisch könnt ihr im Rahmen der BARF-Fütterung in großen Stücken füttern, denn das sorgt für die Benutzung der Zähne und einen für einen Abrieb von Zahnbelägen, aus denen sich Plaque (Zahnstein) bilden kann.

2. Rohe fleischige Knochen

Zu der BARF-Fütterung gehört auch die Fütterung von rohen fleischigen Knochen, die das Gebiss deines Hundes mechanisch säubern. 

3. BARF enthält wenig Kohlenhydrate

Bei der BARF-Ernährung gibt es Kohlenhydrate lediglich zu einem sehr geringen Anteil in Form von Gemüse oder Obst. Getreide gehört nicht zu der klassischen BARF-Ernährung. Hier könnt ihr bei der Zubereitung sehr genau darauf achten, dass euer Hund keinen Zucker und auch keinen hohen Getreide- und Stärkeanteil zu sich nimmt. 

Kauen reinigt die Zähne auf natürliche Weise - Knochen füttern für gesunde Zähne: So geht's

Mit der Fütterung von Knochen werden die Zähne des Hundes beansprucht, was für einen mechanischen Abrieb von Belägen und für eine bessere Durchblutung der Zahnwurzeln und des Zahnfleisches sorgt. Obendrein enthalten Knochen Calcium, das ein wichtiger Bestandteil der Zähne ist. Doch bei der Fütterung von Knochen gibt es einiges zu beachten: 

1. Zu harte Knochen können den Zähnen schaden

Einige Züchter schwören auf sogenannte "Sandknochen" zur Zahnreinigung. Sandknochen stammen aus den Kugelgelenken von Rindern und gehören zu den härteren Knochen, splittern aber nicht und haben eine sehr stark reinigende Wirkung auf die Zähne. Doch für manchen Hund sind sie einfach zu hart, so dass es zu Zahnabsplitterungen oder schlimmer zum Abbruch des Zahns kommen kann. Dies passiert aber meist nur bei sehr kleinen Hunden oder wenn die Zähne bereits geschädigt sind.

Doch diese Gefahr könnt ihr umgehen, indem ihr weichere Knochen verwendet, die weniger mineralisiert sind. Beispiele für weichere Knochen sind: 

  • Kalbsbrustbein
  • Geflügelhälse
  • Karkassen

2. Zu viele Knochen können zu Verstopfung führen

Es ist gut, wenn ihr nicht zu viele Knochen auf einmal füttert und euren Hund langsam daran gewöhnt, da sonst Verstopfung droht. 

Deshalb ist es auch sinnvoll, Knochen am besten gemeinsam mit Innereien zu füttern, da die Innereien einer Verstopfung vorbeugen können.

3. Vorsicht: Splittern, Verschlucken von Knochen

  • Niemals gekochten Knochen: Grundsätzlich solltet ihr niemals gekochte Knochen verfüttern, da diese splittern können. 
  • Keine Knochen vom Schwein und Huhn: Rohe Knochen vom Schwein sollten aufgrund der Aujeszky-Krankheit besser nicht gefüttert werden. Knochen vom Huhn dürfen niemals gekocht werden, aber auch roh können sie manchmal zu scharfkantig sein.
  • Hund nie mit Knochen allein lassen: Grundsätzlich solltet ihr euren Hund niemals mit einem Knochen oder einem Kauartikel allein lassen, da er sich verschlucken könnte. Es ist also gar keine gute Idee, dem Hund zur Beschäftigung einen Knochen zu geben, wenn ihr aus dem Haus geht. Denn manche Hunde neigen dazu, den Knochen im Ganzen zu verschlucken, wenn der Knochen zu klein ist. Dies kann zu Erstickungsgefahr führen und ihr solltet dann sofort eingreifen können. So mancher Hundehalter hat schon beherzt in den Schlund des Hundes gelangt und den Knochen herausgeholt. 

Natürliche Alternativen zu Knochen 

Wenn euch die Fütterung von Knochen nicht zusagt, könnt ihr auch andere natürliche Alternativen verwenden. 

Kauartikel: Vorsicht Chemie-Cocktail

Sehr häufig werden beispielsweise Kauartikel aus Rinderhaut angeboten. Rinderhaut ist eigentlich auch eine gute Sache, zumal sie viel Kollagen enthält, das gut für die Gelenke ist. Doch Rinderhaut ist häufig ein Abfallprodukt aus der Lederproduktion und enthält sehr viele giftige Chemikalien und Schwermetalle. Hier findet ihr unsere Tipps zum Kauf von gesunden Kauartikel für Hunde aus Rinderkopfhaut.

Da die Kauartikel fast alle recht kalorien- und eiweißreich sind, sollten sie nicht in Massen gefüttert werden. Sie ersetzen keine Mahlzeit, doch sie können leider dick machen. 

Wenn euer Hund kein Futter erhält, auf dem er kauen kann, so können diese Kauartikel eine positive Ergänzung und auch eine schöne Beschäftigung für deinen Hund sein.

  • Kauartikel aus Rinderkopfhaut
    Getrocknete Rinderkopfhaut, "Knochen" oder Kaustangen aus Rinder- oder Büffelhaut. Vorsicht bei hellen Farben und Produkten aus Asien!
  • Ochsenziemer - gedörrter Ochsenpenis (Vorsicht: Stinkt!)
  • Getrocknete Sehnen
  • Getrocknete Rinder- oder Schweineohren
  • Dörrfleisch

Obst und Gemüse

Insbesondere Möhren und Äpfel eignen sich aufgrund ihrer Konsistenz als kalorienarme und für viele Hunde attraktive Kausnacks. 

  • Möhren füttern

    Möhren mag nicht jeder Hund, aber manche lieben sie! Die gesunden Nährstoffe der Möhre kann der Hund zwar nicht verwerten, wenn er sie komplett gefüttert bekommt, doch er hat einen kalorienarmen und natürlichen Kau-Snack. Am besten nehmt ihr eine Bio-Möhre und wascht sie kurz ab: Fertig ist der Kausnack! Ihr könnt 1-2 Möhren am Tag füttern. 
  • Äpfel füttern

    Je nach Hundegröße sollte auch die Größe des Apfels sein, damit euer Hund gut darauf herumknabbern kann und sich nicht verschluckt. Bei kleinen Hunden könnt ihr auch Apfelstücke geben und die Kerne vorher entfernen. Der Hund kann so zwar nicht die Nährstoffe des Apfels aufnehmen, hat aber einen kalorienarmen und natürlichen Abrieb der Zähne. Lieber Bio: wenn ihr einen Bio-Apfel wählt, enthält dieser weniger Schadstoffe. Den Apfel abwaschen und ungeschält geben. "An apple a day keeps the doctor away" - ein Apfel am Tag reicht und kann mehrmals die Woche gegeben werden. Hinweis: Die Apfelkerne enthalten zwar Blausäure, die für Hunde giftig werden kann, doch ist die Menge bei einem Apfel gering und bei kleinen Hunden könnt ihr Apfelstücke geben, die zuvor von Kernen befreit wurden. 

Zahnpflegekauartikel und Dentalfutter– groß in Mode, aber halten sie, was sie versprechen?

Bei Fertigfutter gibt es extra für die Zahngesundheit gefertigte Futterpellets, die durch ihre Größe und ihre raue Oberfläche für einen Abrieb beim Fressen führen sollen. Sowohl Dentalfutter als auch Zahnpflegekauartikel basieren meist auf einem oder mehreren der folgenden Wirkmechanismen:

  1. Mechanischer Abrieb
    Harte Kauartikel können für einen Abrieb des Zahnbelages führen. Ähnlich auch Dentalfuttersorten, die aus Pellets bestehen, die eine raue Oberfläche haben. Allerdings nutzen die Hunde ihre Zähne zwar etwas mehr bei diesen Futtersorten und Kauartikeln, aber sicherlich nicht ausreichend, um einem Zahnbelag vorzubeugen.
  2. Antibakterielle Wirkung
    Die Zugabe von Enzymen wie Lactoperoxidase, Glucoseoxidase oder Superoxid-Dismutase soll Bakterien im Maul vermindern. Ähnlich wirkt auch Chlorhexidin. Doch manchen Hunden bekommen diese synthetischen Zugaben nicht gut und sie können zu Übelkeit führen. Eine antibakterielle Wirkung wird Polyphenolen und Zinksalzen nachgesagt. Polyphenole zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen.
  3. Bindung von Calcium
    Für Hunde, die zu starker Bildung von Zahnstein neigen, gibt es Futtersorten, die Polyphosphate enthalten. Polyphosphate sollen das Calcium binden, das zu der Entstehung von Zahnstein im Maul des Hundes beiträgt. Allerdings gilt Polyphosphat auch wiederum als schädlich für die Nieren.
  4. Förderung einer gesunden Maulschleimhaut
    Durch die Gabe von Vitamin C, Vitamin E, Selen und Zink kann beispielsweise eine gesunde Maulschleimhaut gefördert werden. 

Achtet auf die Inhaltsstoffe von Dentalfutter & Zahnpflegekauartikeln

Insbesondere bei Dentalfutter als alleinigem Futtermittel solltet ihr genau auf die Inhaltsstoffe achten: Erhält euer Hund ausreichend alle Nährstoffe? Sind nicht zu viele schädliche Substanzen enthalten? Beispielsweise enthalten viele der Dentalfutter und der Zahnpflegekausnacks Zucker, der wiederum aber die Bildung von Zahnstein nachweislich fördert. Auch ist oft ein hoher Anteil an Kohlehydraten in Form von Getreide vorhanden. Getreide fördert jedoch auch die Vermehrung von Bakterien in der Maulhöhle und kann in großen Mengen zu einer Übersäuerung des Körpers führen. Um den Säuren-Überschuss im Körper auszugleichen, benötigt der Körper wiederum Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium, Natrium und Kalium, die zu einem großen Anteil in den Zähnen eingelagert werden. Diese Mineralstoffe entnimmt der Körper den Zähnen und sie werden geschwächt. Manche Dentalfutter enthalten wiederum zu viele Mineralien, die den Nieren schaden können. 

Fazit

Die richtige Ernährung kann die Zahngesundheit deines Hundes fördern. Wenn du auf künstliche Zusätze verzichten möchtest, ist BARF in großen Stücken und mit entsprechend weichen Knochen eine gute Möglichkeit, den Abrieb von Zahnbelägen durch das Futter zu fördern. Insbesondere auf Zucker und Getreide solltest du verzichten, wenn dein Hund zu Zahnbelag, Zahnstein oder gar Parodontose neigt.

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