Gesundheit

Darf mein Hund Chicorée fressen?

Chicorée (botanischer Name: Cichorium intybus var. foliosum) ist mit nur 14 kcal/100g sehr kalorienarm und enthält sehr viele lebensnotwendige Vitamine und Spurenelemente. Doch damit nicht genug, er ist auch für die Darmgesundheit und für eine schlanke Linie sehr zu empfehlen. Doch gilt das auch für unser Hunde?

Ja oder Nein?

Ja, Chicorée ist für Hunde sogar ausgesprochen gesund. Wir zeigen euch die Vor- und Nachteile von Chicorée für Hunde und wie ihr ihn am besten an euren Hund verfüttern könnt.

Vorteile

5 ausgezeichnete Gründe für den Chicorée

  1. Gut für Knochen, Sehkraft, Schleimhäute und Immunsystem

    Chicorée ist ein starker Lieferant von Beta-Carotin. Aus Beta-Carotin können Hunde, sofern sie nicht unter Zinkmangel leiden, Vitamin A bilden. Vitamin A ist für den Aufbau der Knochen, für den Sehvorgang und für die Ausbildung der Haut als auch der Schleimhäute sehr wichtig. Als starkes Antioxidans ist Beta-Carotin auch sehr gut zur Stärkung des Immunsystems. Hunde benötigen relativ viel Vitamin A, doch können sie dieses auch aus Innereien wie Leber oder Niere ziehen, da diese viel Vitamin A enthalten.

  2. Für ein starkes Immunsystem: Sehr gesund für den Darm

    Chicorée enthält sehr viel Inulin. Inulin ist ein präbiotischer Ballaststoff, der von den Darmbakterien fermentiert wird und damit die gesunde Darmflora fördert. Als wasserlöslicher Ballaststoff, der im Darm aufquillt, fördert er eine gesunde Verdauung.
  1. Für eine schlanke Linie: Kalorienarm und trotzdem sättigend

    Chicorée ist mit nur 14 kcal/100g ein absoluter Schlankmacher und darf auch von Hunden genossen werden, die eigentlich abnehmen müssen. Chicorée enthält viel Inulin, das wiederum ein wasserlöslicher Ballaststoff ist, der Wasser im Magen und Darm bindet und dann aufquillt. Dadurch entsteht ein stärkeres Sättigungsgefühl. Gleichzeitig enthält Chicorée den Bitterstoff Lactucopikrin, der das Hungergefühl hemmt.

  2. Gut für den Säure-Basen-Haushalt und die Knochen

    Chicorée enthält mit 210mg/100g eine gehörige Portion Kalium, das für die Regulation des Wassergehaltes in den Zellen wichtig ist.

  3. Lebensnotwendige Vitamine und Spurenelemente

    Chicorée enthält außerdem sehr wichtige Spurenelemente in guter Menge. Erwähnenswert sind hier Eisen, das für den Sauerstofftransport im Blut notwendig ist und Zink, das lebensnotwendig für den Stoffwechsel und ein funktionierendes Immunsystem ist. Obendrein sind B-Vitamine in moderater Menge enthalten, die gut für die Nerven sind. Folsäure ist ebenfalls mit 52 µg stark enthalten und sorgt für ein gutes Zellwachstum, die Vermehrung der Zellen und die Blutbildung.

Nachteile

Einziger Nachteil von Chicorée

  1. Schmeckt nicht jedem: Nicht alle Hunde mögen Chicorée
    Chicorée hat auch ohne grüne Blätter einen leicht bitteren Geschmack. Diese Bitterstoffe schmecken nicht jedem Hund, aber richtig verfüttert kann man sie dem Hund sehr gut schmackhaft machen.

Fütterung

So verfüttert ihr Chicorée am besten an euren Hund

  • Chicorée am besten roh pürieren
    Nachdem ihr den Chicorée unter Wasser abgespült und den Strunk abgeschnitten habt, könnt ihr Chicorée am besten püriert mit weiteren Gemüse- oder Obstsorten und etwas Wasser über das Futter eures Hundes geben. Auf diese Weise frisst meine Hündin Chicorée sehr gern. Selbstverständlich könnt ihr den Chicorée leicht garen für euren Hund, doch dies ist im Grunde nicht nötig und mit Pech verliert er so gesunde Inhaltsstoffe.
  • Chicorée ungewürzt geben
    Wie jedes Gemüse oder Obst sollte auch Chicorée nicht für den Hund gewürzt werden.
  • Besser Bio und regional
    Chicorée hat in Deutschland von Oktober bis April Saison. Dann könnt ihr ihn regional mit einer guten CO2-Bilanz erhalten und wenn er dann noch aus dem Bio-Anbau stammt, ist er weniger belastet und besser für euch und die Umwelt.  
  • Wie viel Chicorée darf ich meinem Hund füttern?

Um euch eine Idee davon zu geben, wie viel Chicorée euer Hund am Tag fressen sollte, nehmen wir durchschnittliche BARF-Berechnungen.

  • Die tägliche Futterportion eines Hundes beträgt ca. 3% des Körpergewichts.
  • Bei der BARF-Fütterung sollte der pflanzliche Anteil der Fütterung ca. 20% der Gesamtmenge ausmachen.
  • Zweidrittel davon sind Gemüse und ein Drittel Obst. Rund 13% der Tages-Portion wären also Gemüse.
  • Beispiel-Rechnung: Ein erwachsener Hund von 10kg würde also eine Gemüse-Portion am Tag von ca. 40g erhalten. Chicorée kann hiervon ein Teil mit weiteren Gemüsesorten sein. Wir sprechen hier also von vielleicht 15-20g Chicorée an einem Tag bei einem Hund von 10kg Gewicht.

    Wichtiger Hinweis: die BARF-Rationen sollten für eure Hunde individuell nach Alter, Rasse, Größe, Bewegung, Gesundheitszustand und Verträglichkeiten berechnet werden. Die oben aufgestellte grobe Berechnung der Chicorée-Portion soll euch nur ein Gefühl dafür geben, wie viel bzw. im Grunde wie wenig Gemüse euer Hund in etwa bekommen sollte.

Chicorée zum Start nur testweise und in besonders kleinen Mengen füttern
Bei empfindlichen Hunden solltet ihr euren Tierarzt am besten vorher fragen, ob ihr ihm Chicorée füttern dürft. Er kennt euren Hund und seine individuellen Bedürfnisse und Schwächen am besten. Wie bei fast jedem Futtermittel besteht auch bei Chicorée die Gefahr, dass dein Hund allergisch auf ihn reagieren kann oder ihn einfach nicht gut verträgt. Bei Nicht-Vertragen kann es zu Blähungen, Durchfall oder auch Erbrechen kommen. Es ist daher immer ratsam, ein neues Gemüse zu Beginn in sehr kleiner Menge zu testen. Sollte dein Hund allergische Reaktionen wie Schwellungen, Atemprobleme, Ausschläge, Jucken, Husten oder andere Allergie-Symptome zeigen, solltest du ihm natürlich keinen Chicorée mehr geben und einen Tierarzt kontaktieren.

Wissenswertes rund um den weiß-gelben Chicorée

Wann ist Chicorée-Saison?
Chicorée gibt es in Deutschland von Oktober bis April. Er ist aber ganzjährig in Deutschland verfügbar, denn er wird importiert. Häufig kommt er aus Belgien, den Niederlanden oder aus Frankreich. 

Lagerung des Chicorées
Auch nach dem Kauf sollte Chicorée weiterhin dunkel gelagert werden. Am besten im Gemüsefach eures Kühlschranks und ähnlich wie Spargel in ein feuchtes Geschirrtuch einwickeln. So könnt ihr ihn bis zu einer Woche im Kühlschrank lagern. 

Warum in der Dunkelheit züchten und lagern?
Chicorée wird im Dunkeln aus den Wurzeln getrieben und nach der Ernte soll er auch dunkel gelagert werden, da die Blattenden durch Licht grün werden. In der Dunkelheit werden sowohl Chlorophyll (Grünfärbung) als auch der Bitterstoff Lactucopikrin in geringerem Umfang erzeugt. Durch die Dunkelheit bleibt der Chicorée also zart weiß-gelb und schmeckt weniger bitter.

Spannende Aufzucht des Chicorées
Chicorée-Wurzeln werden im Freiland gezogen, die Blüten des Chicorées sind leuchtend blau, ähnlich den Kornblumen. Die Chicorée-Wurzeln werden in Kisten aufrecht gestellt, wo sie Nährstoffe und Wasser erhalten. Die Kisten werden in absoluter Dunkelheit und bei gleichmäßiger Temperatur in dunklen Hallen gelagert. Nach ca. 20-25 Tage treibt der Chicorée aus den Wurzeln.   

Bei den Franzosen ist es umgekehrt
Wenn ihr jemals in Frankreich auf dem Markt Chicorée einkaufen möchtet, könnte es sein, dass euch Endivien-Salat angeboten wird. Fragt ihr wiederum nach Endivien, so erhaltet ihr Chicorée. Umgangssprachlich wird in Frankreich der Chicorée "endive" genannt und die Endive eben "chicorée".

Wo kommt Chicorée ursprünglich her?
Chicorée stammt von den wilden Zichorien ab, die in Europa, Asien und auch in Nordafrika vorkommt. Die Herkunft unseres heutigen Chicorées und die Geschichte seines Anbaus ist nicht ganz eindeutig geklärt. Es gibt unterschiedliche Ansätze, doch alle stammen aus Belgien im 19. Jahrhundert. Ob es nun ein Gärtner des botanischen Gartens in Brüssel war oder belgische Bauern, die die Zichorien-Wurzeln aufgrund einer zu großen Ernte oder aus Schutz vor der Revolution einlagerten, kommt zu demselben Ergebnis. Irgendwann entdeckte man in Belgien, dass die Wurzeln im Dunkeln gelagert schmackhafte helle Triebe bekamen. 

Kaffee-Ersatz im 19. Jahrhundert
Als Kaffee-Ersatz wurde der Zichorienkaffee aus getrockneten und gerösteten Wurzeln des Chicorées hergestellt. Der Kaffee-Ersatz wurde übrigens Muckefuck genannt.

Kunststoff-Produktion aus der Chicorée-Wurzel
Die Wurzeln des Chicorées machen einen Großteil der Ernte, der nicht verkauft werden kann aus. Seit einigen Jahren ist es Wissenschaftler gelungen, aus diesen Wurzel-Resten Kunststoff zu produzieren.

Fazit zur Fütterung von Chicorée an Hunde

Chicorée ist zur Fütterung von Hunden ein absolut geeignetes Gemüse. Er ist kalorienarm und sehr gesund für Magen und Darm, enthält obendrein noch einige gesunde Vitamine und Spurenelemente. Meinem Hund schmeckt roh-pürierter Chicorée zum Futter ganz hervorragend, aber einigen Mäklern unter den Hunden kann er etwas zu bitter schmecken.

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