Gesundheit

Ohrenentzündung (Otitis) beim Hund

Hunde haben ein sehr gutes Gehör und die Ohren sind empfindliche Sinnesorgane mit starken Funktionen. Neben dem vorzüglichen Hören hat das Ohr eine weitere wichtige Funktion als Gleichgewichtsorgan. Durch die bewegliche Ohrmuschel können Hunde sehr viel besser Geräusche orten als wir Menschen und das sensible Hundegehör hört im Bereich des Ultraschalls.

Ohrenschmalz wird vom Hund produziert, damit der Gehörgang von selbst gereinigt wird. Das empfindliche System kann jedoch aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Insbesondere bei Hunderassen, deren Ohren wenig Luft bekommen oder bei denen die Gehörgänge sehr eng sind, können leicht Entzündungen entstehen.

Erkrankungen des Ohres sollten niemals unterschätzt und immer rechtzeitig behandelt werden.

Ohrenuntersuchung beim Tierarzt mit dem Ophtalmoskop

Beschreibung, Definition

Ohrenentzündungen bei Hunden (Otitis)

Ohrenentzündungen solltet ihr immer ernst nehmen, denn aus einer einfachen und leichten Entzündung des äußeren Gehörgangs kann sich zunächst eine Mittelohr- und dann eine sehr gefährliche Innenohrentzündung entwickeln. Bleibt die Entzündung unbehandelt, kommt es zur vermehrten Bildung von Ohrenschmalz als Abwehrreaktion und Bakterien und Hefepilze breiten sich immer tiefer im Ohr aus. Die Entzündung kann sehr schmerzhaft für den Hund werden. Deshalb ist es immer wichtig, Ohrenprobleme vom Tierarzt begutachten zu lassen.  

  1. Entzündung im äußeren Gehörgang (Otitis externa)

    Der Gehörgang ist rot und geschwollen, das Ohr juckt und schmerzt. Diese Entzündung tritt am häufigsten auf und jeder 7.Hund ist davon betroffen.

  2. Mittelohrentzündung (Otitis media)

    Meist beginnt eine Ohrenentzündung im äußeren Gehörgang, die sich unbehandelt durch die Vermehrung von Bakterien und Hefepilzen zu einer Mittelohr-Entzündung ausweiten kann. Die Gefahr einer chronischen Ohrentzündung wächst. Die Otitis media erhält die Otitis externa aufrecht.

  3. Innenohrentzündung (Otitis interna)

    Diese Ohrenentzündung entsteht meist, wenn die Otitis externa nicht rechtzeitig behandelt wurde.Sie ist eine sehr gefährliche Entzündung des Hundeohres und kann Operationen notwendig machen und zur Taubheit führen.

Symptome

Symptome einer Ohrenentzündung (Otitis)

Wenn dein Hund die folgenden Symptome zeigt, hat er sehr wahrscheinlich Ohrenprobleme wie z.B. eine Ohrentzündung (Otitis), die ihr unbedingt beim Tierarzt untersuchen lassen solltet. Typische Symptome bei Schmerzen und Juckreiz der Ohren sind:

  • Dein Hund kratzt sich verstärkt mit den Pfoten an einem oder an beiden Ohren. (Vorsicht: das kann leider zu kleinen Kratzern und Wunden führen, die Entzündungen noch befeuern können)
  • Dein Hund reibt sich die Ohren auf dem Boden
  • Dein Hund hält den Kopf schief und schüttelt oft den Kopf
  • Hund kann kopfscheu werden aufgrund von Schmerzen
  • Die Ohren sind rot, leicht geschwollen und vielleicht sogar warm
  • Die Hundeohren riechen unangenehm
  • Aus einem oder aus beiden Hundeohren kommt verstärkt braunes Ohrenschmalz (Cerumen), das zu einem braunen Belag führt
  • Aus einem oder aus beiden Hundeohren kommt ein dunkles Sekret

Ursachen/Vorbeugung

Die häufigsten Ursachen der Otitis des Hundes

Eine Ohreninfektion beim Hund kann sehr unterschiedliche Ursachen haben, die ihr zur Heilung abklären solltet:  

  • Futtermittelallergien - das Immunsystem erkennt Bestandteile des Futters als fremd an und produziert Antikörper. Es kommt zu Reaktionen im Körper wie Juckreiz, Entzündungen der Haut oder Schleimhäute. Dies kommt sehr häufig bei Hunden vor.
  • Umweltallergien – Umweltallergien (Atopische Dermatitis) kommt bei Hunden ebenso wie bei Menschen vor.
  • Störung der Darmflora können zu einer Störung der Darmflora oder zu einer verminderten Abwehr des Körpers führen.
  • Funktionsschwäche der Nieren oder der Leber
  • Häufiges Schwimmen des Hundes führen zu feuchten Ohren, in denen sich Pilze und Bakterien vermehren.
  • Enge Gehörgänge sind meist rassespezifisch, wie beispielsweise bei kurzköpfigen Hunden wie Möpsen.
  • Ektoparasiten wie Ohrmilben oder Zecken  
    Ohrmilben - Ohrmilben sind kleine Parasiten, die sich in der Ohrmuschel und im äußeren Gehörgang des Hundes festsetzen und zu den sog. Räude-Milben gehören. Z.B. die Ohrmilbe Otodectes cynotis. Ohrmilben führen zu starkem Juckreiz, da sie die Haut im Ohr reizen. Das Kratzen führt wiederum schnell zu kleinen Wunden und Entzündungen. Daher sollten Milben schleunigst erkannt und behandelt werden. Besonders häufige Ursache für Ohrenentzündungen bei Welpen.
    Zecken - Leider können sich auch Zecken  in der Ohrmuschel festbeißen und für unangenehmen Juckreiz und mit Pech auch zu Entzündungen führen.
  • Fremdkörper - Kleine Fremdkörper können sich im Ohr des Hundes festsetzen und dort zu Problemen führen. Es kann sich dabei beispielsweise um Schmutz oder um Pflanzenteile wie Grasgrannen handeln, die mit Pech vom Tierarzt aufwändig entfernt werden müssen.
  • Hefepilzen wie Malassezien gehören zur Hautflora dazu, doch können sie sich in einem für sie passenden zu feuchten, alkalischem und wenig Luft bekommenden Hautmilieu sehr stark vermehren und zu einem Problem werden.
  • Keime, Bakterien & Viren - Keime, Viren und Bakterien können sich gerade bei zu hoher Wärme und Feuchtigkeit im Ohr festsetzen und stark vermehren.
  • Verletzungen durch Wattestäbchen, Ausreißen der Ohreninnenhaare oder andere.
  • Falsche oder zu häufige Ohrenpflege und Ohrenbehandlungen mit Antibiotika oder Cortison, die zu Resistenzen führen

Um einer Ohrenentzündung vorzubeugen, solltet ihr die Ohren eures Hundes regelmäßig einem Ohren-Check unterziehen und bei Bedarf pflegen.

Diagnose

So wird eine Ohrentzündung diagnostiziert

Stellst Du eines oder mehrere der oben genannten Symptome bei deinem Hund fest, solltest du nicht zögern, deinen Tierarzt aufzusuchen. Es ist gut, wenn sich eine Ohrenentzündung gar nicht erst festsetzt und ausbreitet. Sie sollte möglichst schnell behandelt werden, damit sie nicht chronisch und schmerzhaft wird oder gar im schlimmsten Fall das Gehör und das Gleichgewicht schädigt.

Der Tierarzt wird sich die Ohren deines Hundes äußerlich genau begutachten und mithilfe eines sogenannten Otoskops die Ohren von innen untersuchen. Die Untersuchung mit einem Otoskop nennt sich Ohrenspiegelung und ist ganz harmlos. Das Otoskop ist ein trichterförmiges Gerät, das wie ein Vergrößerungsglas mit Lichtquelle das Ohr für den Tierarzt untersuchbar macht.  Mit der Ohrenspiegelung kann der Tierarzt feststellen, ob der Gehörgang frei ist, die Haut verändert aussieht oder Verletzungen, Fremdkörper oder Parasiten sich im Ohr befinden.

Bei Verdacht auf eine Infektion durch Pilze oder Bakterien kann der Tierarzt einen Abstrich aus dem Ohr nehmen und labortechnisch untersuchen, um die richtigen Medikamente zur Behandlung zu empfehlen.

Kleiner Tipp zur Ohrenuntersuchung

Damit ihr es sowohl eurem Tierarzt als auch eurem Hund leichter macht, die Ohren zu untersuchen, hilft es sehr, deinen Hund zuvor an die Untersuchung spielerisch zu gewöhnen. Das klappt ganz einfach, wenn ihr von Beginn an, regelmäßig die Ohren eures Hundes kontrolliert. 

Therapie & Behandlung

Therapie der Ohrenentzündung beim Hund

Je früher eine Behandlung der entzündeten Ohren beginnt, desto besser sind die Aussichten auf eine Heilung. Eine Ohrentzündung solltet ihr immer von eurem Tierarzt untersuchen lassen, um die Ohren und den Grad der Entzündung feststellen zu lassen.

Bei einer leichten Ohrenentzündung des äußeren Gehörgangs können Ohrreinigungs- und Ohrpflegemittel zur Unterstützung der Selbstheilung gegeben werden. Dies könnt ihr am besten in Abstimmung mit eurem Tierarzt oder Tierheilpraktiker selbst täglich vornehmen. Hier können entzündungshemmende Mittel wie Essig (Apfelessig), Kolloidales Silberwasser, Propolis-Tinktur oder Calandula-Extrakt zum Einsatz kommen.

Die folgenden Therapien sind die häufigsten, die vom Tierarzt je nach Stärke und Ursache der Entzündung vorgenommen werden:

  • Entfernung von Fremdkörpern, sofern vorhanden
  • Ohrspülungen zur gründlichen Reinigung des Gehörgangs von Sekreten und Schmutz (Achtung: sollten nicht zu häufig angewendet werden, da das natürliche Milieu darunter leidet!)
  • Ohrsalben oder Ohrtropfen zur Bekämpfung der Bakterien und Pilze
  • Bei Milben wird zusätzlich ein Akarizid verwendet, um die Milben abzutöten
  • Bei starken und häufig wiederkehrenden Ohrenentzündungen können ein Antibiotikum oder Cortison notwendig werden. (Achtung: sollten nur in Notfällen verwendet werden, da es zu Resistenzen kommen kann)

Bei häufig wiederkehrenden Ohrenentzündungen liegt die Vermutung nach, dass es sich um eine Futtermittelallergie handelt. Bei einer Futtermittelallergie treten Symptome wie Juckreiz oder Entzündungen der Haut auf. Hier können eine Ernährungsumstellung und eine Ausschlussdiät Gewissheit bringen. Dafür solltet ihr euch an einen Tierarzt mit Erfahrung in der Ernährung, einen Tierheilpraktiker oder an einen Ernährungsberater wenden.

Prognose

Wie ist die Prognose Ohrenentzündung (Otitis) beim Hund?

Die Prognose bei einer Ohrenentzündung ist immer davon abhängig, wie stark die Entzündung bei Beginn der Therapie ist und ob ihr die Ursache der Entzündung findet.

Wenn ihr die Ohren eures Hundes regelmäßig kontrolliert und nur bei Bedarf reinigt und pflegt, sollten euch auftretende Beschwerden schnell auffallen. Das frühe Erkennen der Probleme ist eine wichtige Voraussetzung für schnelle und gute Heilungschancen.

Wenn es sich um Allergien, Futtermittelunverträglichkeiten oder eine nicht ausgeglichene Darmflora handelt, kann die Therapie langfristiger werden. Wichtig ist, die Ursache der Entzündung zu finden, damit sie nicht wieder aufflammt und chronisch wird.

Verstärktes Auftreten

Bei diesen Hunden tritt eine Ohrenentzündung (Otitis) leichter auf

Hunderassen mit schlecht belüfteten und stark behaarten Ohren und solche, die gern schwimmen oder enge Gehörgänge haben, sind stärker gefährdet eine Ohrenentzündung zu entwickeln.

Dazu gehören beispielsweise:

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