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Queen Elizabeth: Royale Hundeliebe

Queen Elizabeth II. und ihre Hunde ­– das ist eine wunderbare Liebesgeschichte, die sie ihr ganzes 96 Jahre währendes Leben (1926 bis 2022) begleitet hat. 1933 trat mit Dookie der erste Pembrokeshire Corgi-Rüde in das Leben von Elizabeth. Kurz darauf zog bereits eine weitere Corgi-Dame namens Jane bei der königlichen Familie ein. Auf ihre erste eigene Welsh Corgi Pembroke-Hündin namens Susan musste Elizabeth allerdings warten, bis sie 18 Jahre alt wurde. Nach ihrem Tod hinterließ sie drei Hunde, allerdings waren nur zwei davon Corgis. 

Queen Elizabeth II. war ihr Leben lang eine Hundenärrin

Dookie und Jane machen Corgis populär

Es begann alles, als 1933 ihr Vater, der damalige Herzog von York und spätere König Georg VI., beim Viscount Weymoth eine Welsh Corgi Pembroke-Hündin sah, deren Wesen ihn entzückte. Er erwarb einen jungen Corgi-Rüden mit dem langen Namen "Rozawel Golden Eagle", der jedoch vom Züchter "the Duke" genannt wurde und in der Königsfamilie "Dookie" gerufen wurde. Die Wahl soll auch deshalb auf "the Duke" gefallen sein, da er einen etwas längeren Schwanz als die anderen Welpen hatte und somit besser seine Stimmung ausdrücken konnte. 

Dazu sei gesagt, dass die Rute von Welsh Corgi Pembrokes früher kupiert wurde oder sie von Geburt einen Stummelschwanz besaßen, während Cardigan Corgis eine fast fuchsähnliche lange Rute haben. 

Die damals sieben Jahre alte Elizabeth und ihre jüngere Schwester Prinzessin Margaret (1930-2002) waren begeistert und schlossen den kurzbeinigen Racker mit den großen Segelohren sofort in ihre Herzen. Kurz darauf zog eine weitere Corgi-Dame namens Jane bei der königlichen Familie ein.

"Dookie" und "Jane" wurden international über die Medien berühmt und waren sehr populär. Die Popularität der Corgis stieg in dieser Zeit weltweit an und es kam zu weltweiten Zuchten in den USA, in Australien und in Europa.

Und dann kam Susan…

Als Prinzessin Elizabeth 18 Jahre alt wurde, bekam sie ihren ersten eigenen Corgi zum Geburtstag geschenkt. Die Hündin namens "Susan" wurde im Nu zum absoluten Liebling der Queen und war überall mit dabei.

Im November 1947 soll die damalige Kronprinzessin sie sogar unter einem Haufen Decken in ihrer Hochzeitskutsche zur Vermählung mit Prinz Philip (1921-2021) in Westminster Abbey geschmuggelt haben. Kein Wunder also, dass die kleine Hundelady das frisch verheiratete Paar auch in die Flitterwochen nach Balmoral Castle in Schottland begleiten durfte.

Besonders gut erzogen soll Susan allerdings nicht gewesen sein. Laut der Zeitung "Express" hat einer der Corgis der königlichen Familie 1954 ein Mitglied der Königsgarde gebissen. Dabei wird vermutet, dass es sich um Susan handelte, denn die hatte schon vorher den königlichen Uhrenbeweger böse ins Bein gezwickt. Trotzdem durfte Susan die Queen in ihrem 14-jährigen Hundeleben zu vielen öffentlichen Auftritten begleiten und war auch oft auf offiziellen Fotographien der Queen zu sehen. Das machte die Corgis weltweit noch populärer.

Ein Hundeleben mit Koch, Hundetrainer und Footman

"Die Königin mag Hunde, Pferde, Männer und Frauen - in genau dieser Reihenfolge", schrieb einmal ein Biograph über Queen Elizabeth. Deshalb legte sie natürlich besonders großen Wert darauf, dass es ihren vierbeinigen Lieblingen an nichts fehlte.

Schließlich waren ihre Hunde jahrzehntelang die beste Ablenkung der Monarchin. Deshalb hatten sie nicht nur ein eigenes Zimmer, sondern sogar eigenes Personal! Ein Koch sorgte für ihr leibliches Wohl und kochte für sie Gerichte aus bestem Rindfleisch, Hühnerbrust oder Wild, die ihnen dann auf edlem, aber leicht angeschlagenem Porzellan- und Silbergeschirr serviert werden – angeblich zusammen mit einer Sauce, die die Queen selbst kreiert hatte!

Natürlich gab es auch einen königlichen Hundetrainer und professionelle Ausführer, Footman genannt (übersetzt etwa "Fußmann"), die dafür sorgten, dass die Hunde genug Bewegung bekommen. Eins ließ sich die Queen trotz ihrer vielen Aufgaben jedoch nicht nehmen, solange es ihre Gesundheit erlaubte: Den täglichen Mittags-Spaziergang mit ihren Hunden in den Gärten des Buckingham Palastes. Dass die Kleinen innerhalb des Palastes frei herumlaufen durften, versteht sich natürlich von selbst. Die Queen soll immer sehr erfreut gewesen sein, wenn dabei einer ihrer Hunde einen Abstecher in ihr Arbeitszimmer machte.

Die allabendliche "Raubtier"-Fütterung

Ein wichtiges Ritual für die Königin war immer die abendliche Fütterung, die sie soweit möglich selber vorgenommen hat. "Ich sah, wie sich die Corgis im Halbkreis um die Königin setzten. Anschließend fütterte sie einen nach dem anderen, ihrem Alter entsprechend", erzählte der königliche Hundetrainer Roger Mugford 2016 der Zeitschrift "Town & Country".  

Ab und zu verwöhnte die Queen ihre Rasselbande angeblich zur Tea Time aber auch mit den typisch britischen Scones, Konfitüre und Cream (Gebäck, das mit Sahne und Marmelade bestrichen wird) ­– eine königliche Delikatesse, von der ihre Tierärzte allerdings dringend abrieten.

Und wehe, jemand wollte ihren Fellnasen schaden! Ein Diener soll den königlichen Hunden einmal Whiskey ins Futter gemischt haben, um sich über die torkelnden Hunde lustig zu machen. Als dieser üble Scherz herauskam, wurde er natürlich sofort entlassen.

Royale Hundezucht: Corgi- und Dorgi-Dynastien

Nachdem Queen Elizabeth Ende der 1940er Jahre Mutter von Prinz Charles (*1948) und Prinzessin Anne (*1950) geworden war, bekam auch Corgi "Susan" Welpen. Das war der Beginn der royalen Hundezucht, deren Nachkömmlinge die Queen für die nächsten 50 Jahre begleiten sollten. Als ihre geliebte Susan 1959 im Sandringham House starb, wurde sie feierlich auf dem eigens angelegten Tierfriedhof bestattet. Sogar den Grabstein hatte die Queen selbst entworfen. 

Aber im Buckingham Palast lebten jahrzehntelang nicht nur Corgis, sondern auch Dorgis. Dieser Mix aus Dackel und Corgi, der auf eine Züchtung von ihrer Schwester Prinzessin Margaret zurückgeht, ist der Queen mindestens genauso ans Herz gewachsen.

Ungefähr 30 Dorgis und Corgis hatte die englische Königin im Laufe ihres Lebens adoptiert – ihre Jagdhunde nicht mit eingerechnet - und die meisten von ihnen auch selbst gezüchtet.

Unterwegs im Namen ihrer Majestät

Einige davon wie "Willow" und "Holly" wurden sogar richtig berühmt! Beide waren 2012 in dem Eröffnungs-Spot für die olympischen Spiele in London neben James Bond-Darsteller Daniel Craig zu sehen.

2018 bis 2021 kein Corgi mehr im Palast

2015 stellte die Queen im hohen Alter die Hundezucht ein, weil sie nach ihrem Tod keinen ihrer geliebten Familien-Hunde zurücklassen wollte. Als 2018 ihr letzter reinrassiger Corgi, die weltberühmte Willow - eine direkte Nachfahrin von Susan - mit fast 15 Jahren eingeschläfert werden musste, ging eine Ära zu Ende, denn zum ersten Mal seit 85 Jahren lebte kein Welsh Corgi Pembroke im Palast.

Ende 2020 starben dann auch noch die Dorgis Vulkan und Lupo, so dass nur noch Candy, ebenfalls ein Dorgi, über die Queen wachte. Und so sollte es eigentlich auch bleiben, schließlich war die Monarchin damals bereits 94 Jahre alt.

Neue Corgi-Welpen zogen ein

Doch im März 2021 schenkte Skandal-Sohn Andrew seiner Mutter einen Corgi-Welpen namens Muick, um sie von den Sorgen um die Gesundheit ihres Mannes Prinz Philip abzulenken. Und Prinz Andrew schenkte ihr im Juni 2021 einen weiteren Corgi-Welpen zum 100. Geburtstag ihres verstorbenen Ehemannes. Somit waren ab 2021 wieder zwei junge Corgis im Palast. Es ist nicht ganz geklärt, ob der zweite Corgi eine Hündin namens Sandy ist. 

Cocker Spaniel-Dame Wolferton Drama

Beim letzten Vierbeiner, der Anfang 2022 bei der englischen Königin eingezogen ist, brach sie nun jedoch mit ihrer jahrzehntelangen Tradition und legte sich eine preisgekrönte, vier Jahre alte Cocker Spaniel-Hündin namens Wolferton Drama zu, die jedoch liebevoll Lizzie gerufen wurde, was auch ein sehr umgangssprachlicher Spitzname der Queen war.

Aber warum nach alle den Jahren nun ein Cocker statt eines Corgis? Aus dem Königshaus hat sich dazu leider niemand öffentlich geäußert. Laut Gerücht hat sich die Queen allerdings so in Lupo, den Cocker Spaniel ihres Enkels Prinz William (*1982) verguckt, dass sie unbedingt selbst einen haben wollte.

Was passiert mit den vier letzten Hunden der Queen?

Was nach dem Tod von Queen Elizabeth am 08.09.2022 mit ihren letzten Hunden passieren wird, ist noch nicht offiziell bekannt gegeben worden. Sie hinterlässt Medienberichten zufolge die bereits betagte Dorgi-Hündin Candy, die beiden sehr jungen Corgis Muick und Sandy und ihre Cocker Spaniel-Hündin Lizzie, die als "Hundewaisen" der Queen übrig geblieben sind. 

Es ist aber davon auszugehen, dass die Hunde in der royalen Familie verbleiben und gut versorgt werden. 

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