Training

Die Erziehung des Welpen beginnt sofort

Stichwort Beißhemmung: Bereits bei jungen Welpen kann behutsam trainiert werden, dass ihr für ihn kein Kauartikel seid

Wann fange ich mit der Erziehung meines Welpen an? Am besten sofort! Die ersten Tage sind oft am aufregendsten, denn alles ist neu und der kleine Welpe ist ja ach so niedlich. Schnell werden alle von dem Kleinen um den Finger gewickelt und lassen ihm vieles durchgehen, was als Verhalten später unerwünscht ist. Deshalb solltet ihr ein paar Dinge vorab zu der Erziehung durchdenken. 

Denn nur wenn ihr von Anfang an einen Plan habt und versucht, diesen konsequent umzusetzen, wird euer Welpe schnell lernen, was ihr von ihm wünscht. Gerade für die ersten Wochen solltet ihr deshalb gut vorbereitet sein, wie ihr mit eurem Welpen umgehen möchtet, denn diese können in der Erziehung und im Zusammenleben mit eurem neuen Familienmitglied ganz entscheidend sein.

Der Welpe sollte nicht nur euch, sondern auch von Anfang an das kleine Einmaleins des harmonischen Zusammenlebens mit euch kennenlernen. Selbstverständlich solltet ihr behutsam und immer freundlich vorgehen und den kleinen Welpen nicht überfordern. 

Buch-Tipps

Schlau machen: Bücher zur Welpenerziehung

Ein gutes Hundebuch, das die ersten Erziehungsschritte und die Verständigung zwischen Mensch und Hund erklärt, ist Gold wert. Es lohnt sich auch für bereits hundeerfahrene Menschen, da man ja nicht häufig einen Welpen großzieht. Vor allem macht es Vorfreude auf den Welpen!

Es gibt unendlich viele Bücher zur Welpenerziehung und viele scheinen sich als die ultimativen Welpenlehrer zu sehen. Ihr müsst nicht gleich hunderte von Büchern lesen, zum Anfang reichen einige wenige gute Ratschläge. 

Unsere absoluten Lese-Tipps

Bücher vor Einzug des Welpen lesen

Wir haben zwei Buchempfehlungen für frischgebackene Welpenhalter und solche, die es werden wollen: 

  1. Die Hundegrundschule von Patricia B. McConnel und Aimee M. Moore *
    Ich liebe dieses Buch, da es die wichtigsten Lektionen auf für Mensch und Welpen sehr verständliche Weise erklärt. Es liefert für die ersten Wochen sehr einfache und welpengerechte Trainingseinheiten. Obendrein ist es sehr niedlich und sinnvoll bebildert.

    Patricia B. McConnel ist eine amerikanische Professorin für Zoologie und Expertin für Tierverhalten, die viele Bücher über Hundeverhalten geschrieben hat und als Hundetrainerin in den USA bekannt ist. Sie erklärt sehr verständlich, wie ihr mit eurem Welpen kommunizieren könnt und ihm die ersten Regeln des Zusammenlebens beibringen könnt.
  2. Lassie, Rex & Co. von Dr. Felicia Rehage und Eiko Weigang *
    Dieses Buch ist etwas ausführlicher und kann noch ergänzende Informationen zum Umgang mit Welpen in den ersten Wochen liefern. 

Erste Herausforderung: Stubenreinheit

Damit ihr euren Welpen möglichst schnell stubenrein bekommt, ist es sinnvoll, wenn ihr eine Lernstrategie dafür parat habt. Dabei hilft es sehr, sich sowohl die Bedürfnisse als auch das Lernverhalten des Welpen in Bezug auf sein "Geschäftchen" vor dem Einzug zu verdeutlichen. Denn es liegt nur an euch, ob der Welpe schnell lernt, dass er sein Geschäft draußen und nicht im Haus verrichten soll. Und dies am besten von Anfang an. 

Dafür braucht ihr gerade in den ersten 1-2 Wochen ausreichend Zeit, um den Welpen für die Darm- und Blasenentleerung an den gewünschten Ort zu führen und zu loben. Es hilft ungemein, wenn ihr euch auch schon eine Grünfläche aussucht, die ihr mit eurem Welpen als erstes ansteuert und schnell erreichen könnt.

Lese-Tipp: So geht's

Welpen stubenrein zu bekommen

Den Rückruf früh & spielerisch üben

Gerade gestern traf ich einen Mann mit seiner dreijährigen Labrador-Hündin, die er nicht von der Leine lassen wollte, da sie sonst nicht mehr eingefangen bekommt. Das arme Labbi-Mädel hatte natürlich einen Überschuss an Energie und durfte nicht frei laufen, was zu viel Frust führen kann. 

Im Auslaufgebiet traf ich neulich eine reizende Familie mit einem jungen, aber ausgewachsenem Labradoodle, der an der Schleppleine lief, obgleich er von Welpe an in der Familie war. "Er ist ja erst ein Jahr alt, da funktioniert der Rückruf noch nicht so gut". Ehrlich? Natürlich vergessen unsere Hunde in der Pubertät gern mal Gelerntes und einige Jagdhunderassen sind unzuverlässiger im Rückruf wenn Wild in der Nähe ist, aber bei einem einjährigen Labradoodle sollte der Rückruf so gut funktionieren, dass er ohne Schleppleine auskommt. 

Deshalb ist es so wichtig, den Rückruf spielerisch gleich von Anfang an zu üben und hier nicht auf die typischen Fehler hereinzufallen (was sehr leicht ist, wenn man es nicht anders lern) und den Schlendrian einreißen zu lassen. Der Rückruf ist eines der wichtigsten Signalwörter (Kommandos), das euer Hund beherrschen sollte. Nur so könnt ihr ihm die Freiheit gönnen, ohne Leine zu laufen. 

Lese-Tipp: So geht's

Rückruf beim Hund trainieren

Welpen- und Hundeschule auswählen

Es ist gut, sich früh nach einem geeigneten Hundeverein oder einer Hundeschule mit einer Welpengruppe in eurer Nähe umzusehen. Besucht diese am besten vor dem Einzug des Welpen schon einmal und wenn sie euch zusagt, könnt ihr euch so schon rechtzeitig mit eurem Welpen anmelden. Viele gute Hundevereine und Hundeschulen können sich derzeit vor Anfragen kaum retten und sind sehr ausgelastet, weshalb es sich lohnt, sich früh anzumelden. 

Konsequenz ist soo wichtig

"Ja heißt ja und nein heißt nein"

Der Züchter unserer zweiten Hündin Lotte hatte vollkommen recht, als er meinte, dass Hundeerziehung eigentlich ganz einfach wäre. Man bräuchte nur die Regel zu befolgen:" Ja heißt ja und nein heißt nein." Wenn es doch nur in der Realität auch so einfach wäre! 

Festlegen, was der Welpe darf und was nicht

Deshalb ist es sehr hilfreich, mit der Familie vor Einzug des Welpen festzulegen, was der Welpe und der recht bald ausgewachsene Vierbeiner darf und was nicht.

Darf er auf das Sofa? Darf er in das Bett? Bei einem ausgewachsenen Hund möchten das die wenigsten und deshalb sollte es auch der Welpe nicht. Darf Welpi etwas von eurem Essen am Tisch oder aus der Hand abbekommen? Besser nicht, wenn ihr keinen ewig bettelnden und sabbernden Hund heranziehen möchtet. 

 

Signalwörter (Kommandos) festlegen

Wer sich schon Gedanken zur Erziehung gemacht hat, der könnte eine Liste der ersten Signalwörter erstellen, die euer Hund lernen soll und die ihr alle konsequent anwenden werdet.

Denn wie soll euer Welpe euch verstehen, wenn jeder ein anderes Wort für ein Kommando verwendet? Ihr macht es eurem neuen Familienmitglied so viel einfacher, wenn ihr die Wörter, die euer Hund verstehen und befolgen soll, eindeutig verwendet. 

Dazu gehören beispielsweise: 

Ein Lobwort (Markerwort)

Damit zeigt ihr eurem Welpen, was ihr gut findet und was er richtig macht. Bei dem Lobwort sollte es gerade zu Beginn immer und sofort ein Leckerli geben. Gute Beispiele für ein für Hunde gut verständliches Lobwort sind beispielsweise "Prima", "Fein" oder "Super". Aber ihr könnt auch jedes andere Wort verwenden, dass ihr ansonsten nicht häufig in Gesprächen benutzt. 

Auflösungs- und Freigabewort 

Hierüber machen sich Hundehalter zu Beginn gar keine Gedanken. Sie sagen beispielsweise "Sitz" und dann gar nichts weiter mehr, wenn der Hund sitzt. Aber was dann? Wie lange soll Wauwi denn sitzen bleiben? Wenn er selbst entscheidet, wieder aufzustehen, dann wird er das immer wieder tun. Fair ist also absolut, ihm ein Signal zu geben, das das vorige Kommando wieder auflöst. Dies könnte beispielsweise ein kurzes "OK" sein. 

Der Rückruf

Das wichtigste Signal überhaupt, das immer mit guten Gefühlen für euren Hund verbunden sein sollte. Ihr wählt dafür am besten ein prägnantes, immer gleiches und am Anfang immer mit Belohnung und Freude gerufenes Wort. Dies kann beispielsweise "Hier" oder "Komm" sein.

Sich setzen

Hierfür wählen die meisten "Sitz" oder auch "Sit". Wichtig dabei ist, dass ihr das Kommando wieder frei gebt. 

Ablegen, ins Platz gehen

Hierfür wählen die meisten "Platz", es geht natürlich auch "Down" oder "Leg Dich". Wichtig dabei ist, dass ihr das Kommando wieder frei gebt. 

 

Das Abbruchsignal 

Ihr signalisiert eurem Hund eindeutig, dass etwas unerwünscht ist. Beispielsweise mit "Aus", "Lass es", "Stopp".

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