Training

Mit diesen 8 Tipps bekommst du deinen Hund schnell stubenrein

Stubenreinheit ist am Anfang immer ein Thema, doch mit nur wenigen aber sehr konsequenten Verhaltensweisen könnt ihr es eurem Welpen schnell beibringen. Dazu müsst ihr aufmerksam und schnell sein. Ihr müsst euch einfach vorstellen, ihr seid bei einer neuen Art eingezogen und könnt nicht mit ihr kommunizieren – obendrein habt ihr eine kleine Blase, die noch untrainiert ist. Nun müsst ihr dringend – was würdet ihr wohl tun? Natürlich würdet ihr euch ein Plätzchen suchen und…genau! Damit eben genau das nicht passiert, müsst ihr eurem Hund durch häufiges Aufsuchen des gewünschten Örtchens und viel Lob zeigen, was ihr von ihm wollt. Dazu müsst ihr den Dringlichkeits-Moment abpassen, das gewünschte Plätzchen schnell aufsuchen und nach dem Geschäft loben, loben, loben. Klingt doch ganz einfach, oder? Mit unseren Tipps und etwas mehr Hintergrundwissen bekommt ihr das spielend hin.

Bulldoggenwelpe beim kleinen Geschäft

1. Fangt sofort mit dem Training an

Welpen haben noch eine sehr kleine Blase und ein Verdauungssystem im Aufbau, so dass sie sich sehr häufig lösen müssen. Gerade wenn alles so neu und aufregend ist, kann es für die Kleinen unerwartet kommen. Es ist jedoch ein Fehler zu glauben, dass ihr euren Welpen am ersten Tag mit dem Stubenrein-Training verschonen solltet. Warum ist das so?

  • Welpen lernen sehr schnell, leider auch das Falsche, wenn ihr sie zu Beginn ins Haus machen lasst
  • Welpen fühlen sich von den Stellen, die sie verwendet haben, aufgrund des Geruchs magisch angezogen: „Riecht wie eine Toilette, muss eine Toilette sein“
  • Welpen sind zwar reinlich und möchten nicht in ihr Zuhause urinieren oder koten, sie kennen aber den Unterschied zwischen drinnen und draußen noch nicht – den müsst ihr ihnen beibringen

2. Stilles Örtchen und Gassigang

Macht euch am besten noch bevor der Welpe einzieht, kurz Gedanken, wo er sich lösen soll. Eine kleine Grünfläche, die in der Nähe eurer Wohnung liegt und bei der nicht viel los ist. Es sollte möglichst keine Ablenkungen für euren Welpen hier geben und ihr solltet möglichst schnell zu dieser kleinen Grünfläche kommen. Zu Beginn solltet ihr immer genau diese Stelle wieder aufsuchen. An dem Geruch wird euer Welpi erkennen, dass es sich um seine Toilette handelt und schnell kapieren, was ihr von ihm hier wünscht.

Welpi darf hier nach Herzens Lust schnüffeln und sich auf sein Geschäft konzentrieren. Ihr geht dazu einfach ganz langsam und ohne an der Leine zu ziehen, ein wenig auf und ab mit ihm und tut möglichst unbeteiligt. Sobald sich euer Welpe an gewünschtem Ort löst beginnt ihr, ihn ruhig zu loben.

Hunde-Toilette im Garten kann am Anfang helfen

Wenn ihr einen Garten habt, könnt ihr eurem Welpen ein Plätzchen im Garten einrichten, das er als Hunde-Toilette zu Beginn nutzen kann. Das hat den Vorteil, dass ihr nicht jedes Mal euch komplett anziehen müsst und vielleicht etwas schneller im Garten als vor der Haustür auf einer Rasenfläche seid. Wichtig ist, dass euer Hund einen Platz dafür bekommt und nicht frei im Garten laufen darf. Der Platz kann beispielsweise mit etwas Sand ausgestattet werden. Dieser eine Platz wird entsprechend riechen und ihn dort zum Lösen animieren. Später könnt ihr es eurem Hund relativ einfach wieder abtrainieren, indem ihr den Platz abbaut und ein eindeutiges „Nein“ sagt.

Was nicht hilft: Hundetoiletten für die Wohnung

Für kleine Hunde verwenden einige Halter Hundetoiletten (wie beispielsweise für Katzen). Um die Stubenreinheit zu trainieren, werden im Fachhandel „Puppy Trainer Pads“ angeboten. Auf diese wird ein Duftstoff (Pheromon) geträufelt und der Hund soll nur auf diesen Pads sein Geschäft verrichten. Das Pad sollt ihr dann immer weiter nach draußen platzieren….äh, ja…keine gute Idee.

Beim Gassigang entspannen und Gelegenheit geben

Ihr seid gerade mit dem Kleinen draußen gewesen und habt so schön gespielt. Nun kommt ihr ins Haus und der Kleine wieselt direkt auf den Teppich? Ärgerlich, aber er kann nichts dafür und ihr könnt es in Zukunft vermeiden.

Für Welpen ist draußen alles spannend – so spannend, dass das Geschäft vergessen wird. Gebt eurem Hund etwas Zeit sich zu Lösen, denn er wird dies (noch nicht) auf Knopfdruck beherrschen. Zunächst wird er etwas schnuppern und durch die Gegend laufen. Doch er muss sich erst mal entspannen, um zu machen. Nicht umsonst heißt es sich lösen, sich locker machen. Also achtet darauf, dass er sich nach dem Spiel wieder beruhigt und ihr ihm Zeit gebt, sich zu lösen. Von selbst kommt der Kleine nämlich nicht darauf, wenn alles so spannend ist. Die ersten Spaziergänge sind sooo spannend, da vergisst der kleine Welpe gern mal sich zu lösen. Geht erst wieder rein, wenn er wirklich gemacht hat.

Ihr solltet auch nicht den Fehler zu Beginn machen, mit eurem Hund sofort wieder reinzugehen, sobald euer Hund gemacht hat. Welpen lernen schnell und sind schlau: sie könnten schlussfolgern, dass ihr immer gleich wieder reingeht, sobald sie sich gelöst haben. Das wäre gar nicht gut. Später könnt ihr das bei der letzten Abendrunde natürlich tun, wenn euer Hund ausgewachsen und ausgelastet ist.

3. Timing ist alles: seid bereit

Wovon ist es abhängig, wie lange mein Welpe braucht, um stubenrein zu werden? Nun, in erster Linie ist das von euch selbst abhängig. Gebt ihr eurem Welpen oft und schnell genug Gelegenheit, sich zu lösen? Erkennt ihr die Signale? Kommuniziert ihr richtig?

Dies sind sichere Anzeichen dafür, dass euer Welpe muss:

  • Welpe läuft unruhig und suchend durch die Wohnung
  • Welpe schnüffelt am Boden
  • Welpe beginnt, sich im Kreis zu drehen mit der Nase am Boden
  • Welpe sucht eine Stelle immer wieder auf

Allzeit bereit: Eure Kleidung parat haben

Wenn ihr einen Welpen im Haus habt, so solltet ihr sehr schnell in der Lage sein, euch mit ihm aus dem Haus zu einer Grünfläche zu bewegen. Und mit schnell meine ich auch wirklich schnell. Deshalb ist es sehr hilfreich, sich schon Schuhe hinzustellen, in die ihr schnell reinschlüpfen könnt und eine Jacke, in der ihr Hundetüte, Leckerlis bereits parat habt.

4. Positiv bleiben: Loben, loben, loben

Sobald Welpi beginnt, sich zu lösen, solltet ihr ihn loben, loben, loben. Dies sollte nicht zu überschwänglich ausfallen, damit er nicht mitten drin abgelenkt wird und abbricht, aber ein ruhiges Lobwort dürft ihr wiederholen. Am besten habt ihr vorher bereits ein Lobwort eingeführt. Gern dürft ihr in den ersten Tagen auch mit Leckerlis belohnen.

5. Lösen auf Kommando: "Lösungswort"

Als ausgesprochen hilfreich hat sich bei mir ein "Lösungswort" oder auch "Kot-Wort" herausgestellt, also ein Kommando für das Lösen des Welpen. Ihr könnt für das Wasserlassen einen Begriff verwenden wie beispielsweise "Strulli" und für das Koten einen anderen verwenden wie "Beeil dich". Natürlich könnt ihr auch nur einen Begriff für beides nehmen. Bei der Begriffswahl seid ihr völlig frei, wichtig ist nur, dass ihr den Begriff ausschließlich für das Lösen verwendet und er nicht häufig bei euch in Gesprächen verwendet wird. Das Lösungswort verwendest Du, sobald dein Welpe macht, und wiederholst es von da ab jedes Mal, wenn er sich löst. Am besten sagt ihr es ganz unaufgeregt und freundlich. Wenn er fertig ist, kommt das Lobwort, das du ihm auch gleich mit einem Leckerli versüßen kannst.

6. Übung macht den Meister

Zum Üben werdet ihr genug Gelegenheit bekommen, denn euer Welpe hat noch eine Primanerblase und kann diese noch nicht gut kontrollieren. Ihr solltet ihm von euch aus oder wenn die oben genannten Signale für euch erkenntlich werden, zu Beginn jede Stunde oder alle 1,5 Stunden die Gelegenheit geben. Ohnehin immer nach dem

Mit einem Welpen solltet ihr immer rausgehen, wenn:

  • Er geschlafen hat
  • Nach dem Fressen und Trinken
  • Nach kleinen Lerneinheiten
  • Vor dem Schlafen in der Nacht
  • Nach ausgiebigem Spiel
  • Alle 1,5-2 Stunden (Welpe bis 3 Monate), alle 3 Stunden (3.-4. Monat)

7. Wenn es doch mal im Haus passiert

Tut so, als wäre nichts passiert und entfernt sehr dezent und gründlich alle Hinterlassenschaften eures Welpen:

Euer Fehler, ihr seid zu langsam – niemals strafen

Auf keinen Fall dürft ihr euren Hund jetzt tadeln oder bestrafen. Er hat dies nicht absichtlich gemacht, ihr seid einfach zu langsam und zu unaufmerksam gewesen. Bestraft ihr euren Welpen jetzt, so wird er nichts lernen und verunsichert sein. Nächstes Mal wird er wahrscheinlich versuchen, das Geschäft nicht in deiner Gegenwart, aber auch im Haus zu verrichten. Die frühere Unsitte, Hunde mit ihrer Schnauze in ihre Hinterlassenschaften zu drücken führt nicht zur Stubenreinheit, sondern dazu, dass dein Hund dich nicht versteht und anfängt, dir zu misstrauen.

Malheur gründlich entfernen

Sobald es passiert ist, solltet ihr sehr genau und gründlich die Stelle reinigen und am besten auch desinfizieren. Hunde haben eine sehr gute Nase und am Geruch erkennen sie, dass die Hunde-Toilette doch genau an dieser Stelle sein muss, denn sie riecht doch entsprechend…Deshalb solltet ihr nicht nur alles entfernen, sondern am besten auch mithilfe eines Sprays den Geruch neutralisieren. Dafür gibt es spezielle Geruchssprays in Tierfachgeschäften oder ihr verwendet einfach geruchsneutralisierenden und natürlichen Essigreiniger oder ein Desinfektionsmittel, das ihr ohnehin habt.

8. Und was passiert in der Nacht?

Hunde sind sehr reinliche Tiere und Wölfe halten ihren Welpenbau grundsätzlich rein. Sie würden niemals ihren Bau oder ihr Nest beschmutzen. Die meisten Züchter empfehlen, den Welpen in der Nacht in einer Hundekiste über Nacht zu platzieren. Dann läuft er nicht in der Nacht umher und kann nirgendwo unbemerkt hinmachen. Er wird aber Bescheid geben und anfangen zu quengeln, da er auch nicht in sein Bett machen möchte. 

Natürlich ist das Kistentraining nicht ganz so einfach und ihr werdet sicherlich zunächst Beschwerden hören. Lockt ihn am besten mit etwas leckerem in die Kiste und bleibt eine Weile bei ihm, damit er einschläft. Die Kiste sollte neben eurem Bett platziert sein. Sobald der Welpe in der Nacht in der Kiste wirklich munter wird, solltet ihr mit ihm schnellstens das Örtchen aufsuchen. Um es besser planbar zu machen, könnt ihr euch auch den Wecker in den ersten Tagen nach spätestens vier Stunden stellen, um sicher zu gehen, dass ihr eurem Welpen Gelegenheit gebt. 

Wie lange dauert es, bis der Welpe stubenrein ist?

Es ist sehr unterschiedlich, wie lange Welpen oder neue Hunde benötigen, um stubenrein zu werden. Natürlich ist es auch davon abhängig, in welchem Alter euer Welpe zu euch kommt und was er schon lernen durfte.

Fragt euren Züchter, ob er bereits ein wenig geübt hat und wenn ja, was. Manche Züchter haben ein Welpenhaus mit Auslauf und die Welpen lernen beispielsweise sehr früh, nur draußen ihr Geschäft zu verrichten.

Bei einem Hund aus dem Tierheim kann es am Anfang etwas schwerer sein, musste er doch immer in seinen Zwinger machen und muss jetzt erst den Unterschied zwischen drinnen und draußen lernen. Straßenhunde hatten nie die Gelegenheit, zu lernen, dass sie nicht überall hinmachen dürfen. Deshalb seid mit Hunden aus dem Tierheim oder von der Straße besonders aufmerksam und geduldig. Sie sind häufig ohnehin verunsichert, möchten aber alles richtig machen.

Manche Hunderassen tun sich tatsächlich etwas schwerer damit, stubenrein zu werden. Sei es, dass sie später erwachsen werden oder einfach etwas langsamer lernen. Dazu gehören beispielsweise auch die Französische Bulldoggen oder Möpse. Mit ihnen solltet ihr besonders viel Geduld haben. 

Freude- oder Aufregungs-Pipi

"Freude- oder Aufregungs-Pipi" hatte meine Hündin als Welpe und auch noch als Junghund relativ lange. Immer wenn ich nach Hause kam oder wenn wir beispielsweise eine gute Freundin trafen, freute sich die kleine Maus so sehr und war total aufgeregt, dass ein kleines Bächlein auf dem Boden entstand.

Freude-Pipi hat nichts mit Unreinlichkeit oder mit mangelnder Stubenreinheit zu tun. Es ist wirklich pure Aufregung und nebenbei ein altes wölfisches Verhalten zur Beschwichtigung der älteren Rudel-Mitglieder. Dieses Verhalten darf in keinem Fall bestraft werden. Dann würde euer Hund die Welt nicht mehr verstehen. Ihr könnt es eurem Hund leichter machen, indem ihr ihn möglichst ignoriert, wenn ihr nach Hause kommt. Entsteht doch ein Bächlein: ohne Kommentar entfernen.

Wir wünschen euch viel Spaß mit eurem neuen Hund und viel Erfolg beim Trainieren. Und noch ein kleines Schlusswort: Natürlich ist das anfangs anstrengend und schlafraubend, aber es wird immer besser werden. Versprochen!

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