Grannen beim Hund: Häufige Verletzungsgefahr
In der Sommerzeit sind Grannen-Verletzungen von Hunden eine der häufigsten Behandlungen in Tierkliniken oder bei Tierärzten. Denn eure Hunde können sich ernsthaft durch das Eindringen von Grannen verletzen.
Auch wenn sich Grannen auf Spaziergängen nie ganz vermeiden lassen, so könnt ihr einiges zur Vorbeugung unternehmen. Wenn ihr die unterschiedlichen Symptome einer Grannen-Verletzung kennt, könnt ihr im Notfall schnell und richtig reagieren und damit langwierige und schwere Verletzungen eures Hundes vermeiden.
Inhaltsübersicht
- Was sind Grannen eigentlich?
- Deshalb sind Grannen so gefährlich für Hunde
- Körperstellen, die häufig betroffen sind
- Kratzen, Niesen, Husten, Lahmen, gereizte Augen....
- So können Grannen entfernt werden
- Je schneller die Granne entfernt wird, desto besser die Prognose
- Mit diesen 5 Tipps könnt ihr einer Grannen-Verletzung vorbeugen
- Diese Hunde sind leichter von einer Grannen-Verletzung betroffen
Was sind Grannen eigentlich?
Grannen sind borsten- oder fadenförmige Bestandteile der Ähren von Getreide und Gräsern. Sie umhüllen die einzelnen Samenkörner der Getreide- oder Grassamen und besitzen teilweise lange Haare oder gar raue Borsten mit kräftigen Widerhaken. Dies macht Grannen zu fiensen und hartnäckigen Lästlingen aus dem Pflanzenbereich.
Grannen können sich im Frühling, Sommer und Herbst von der Pflanze lösen und werden dann auf Feldern, Wiesen aber auch in Parks, Gärten und an Waldrändern verteilt. Von hier landen sie schnell im Fell des Hundes.
Insbesondere lang behaarte und raue Grannen bleiben leicht im Fell des Hundes hängen. Einige Grannen besitzen sehr starke Widerhaken, die sich im Fell festhalten. Durch die Widerhaken können sich die rauen Pflanzenteile bei Bewegung des Hundes an unterschiedlichen Stellen in die Haut oder in Körperöffnungen des Hundes bohren.
Für die Pflanze hat die Granne die praktische Funktion der Vermehrung und Ausbreitung. Die Samenkörner sollen über Tiere oder über den Wind in die Gegend getragen werden.
Deshalb sind Grannen so gefährlich für Hunde
Bleibt eine Granne im Hundefell hängen, versucht der Hund, sie mit der Schnauze oder mit den Pfoten zu entfernen.
Leider misslingt das häufig und die Granne wandert im Fell weiter und kann sich aufgrund der Widerhaken in Körperöffnungen oder durch dünne Hautstellen des Hundes in den Körper bohren. Dies kann an unterschiedlichen Stellen stattfinden und leider kann die Granne mit ihren Widerhaken auch noch im Körper weiterwandern.
Eine unentdeckte Granne kann viel Unheil im Körper des Hundes anrichten: Sie führen zu starken Gewebereizungen und schleppen Bakterien ein, die zu eitrigen Entzündungen und Abszessen führen können.
Körperstellen, die häufig betroffen sind
Grannen können im Grunde an jeder Stelle in den Körper eindringen. Die folgenden Körperstellen sind häufig betroffen:
Pfoten
Grannen können sich leicht in die Zwischenzehenhaut der Hundepfoten bohren und von hier aus weiter in das Bein des Hundes wandern. An den Pfoten bemerkt ihr schnell ein Humpeln oder ein Lecken an der Pfote. Doch es wird dann nicht mehr leicht, eine wandernde Granne im Bein zu finden.
Augen
Grannen oder Teile von Grannen können sich in die Augen bohren und dort zu starken Schmerzen und Entzündungen führen. Oft bleiben sie unter der Nickhaut (dem dritten Augenlid des Hundes) hängen.
Ohren
Grannen können sich zunächst an den Ohren festsetzen und dann in den Gehörgang bis zum Trommelfell wandern. Das kann ausgesprochen schmerzhaft für den Hund werden.
Nase, Atemwege, Lunge
Grannen können durch die Nase in die Atemwege wandern und dort zu starken Reizungen führen. Doch damit nicht genug: Sie können bis in die Lunge wandern und dort sogar wachsen.
Achseln
Unter den Achseln ist die Haut dünner, so dass sich die Granne durch die Haut bohren kann.
Leisten
Unter den Leisten ist die Haut ebenfalls dünner, so dass sich die Granne ihren Weg durch die Haut bohren kann.
Kratzen, Niesen, Husten, Lahmen, gereizte Augen....
Die Symptome einer Verletzung des Hundes mit einer Granne können sehr vielfältig ausfallen, da die Granne an unterschiedlichen Stellen des Hundekörpers Probleme verursachen kann. Mögliche Symptome durch Grannen-Verletzungen können sein:
Häufiges Kratzen, am Fell nagen
Hier denkt der Hundehalter schnell an Flöhe oder Zecken, was natürlich eine Möglichkeit wäre. Aber Hunde fühlen sich auch von Grannen belästigt, die im Fell hängen oder an der Haut kratzen. Sie versuchen, diese lästigen Teile loszuwerden.
Niesen
Wenn euer Hund nach einem Spaziergang auffällig häufig niest, so kann dies ein Anzeichen für einen Fremdkörper in Form einer Granne sein, der sich in der Nase befindet.
Husten
Euer Hund hustet nach einem Spaziergang auffällig häufig, obgleich ihr keine anderen Ursachen dafür erkennen könnt? Hier kann ein Fremdkörper wie eine Granne in die Atemwege eingedrungen sein oder sogar schon in er Lunge stecken.
Lahmen und Humpeln auf einer Pfote
Auffälliges Schlecken an einer Pfote, eine blutige Pfoten, eventuell eine offene Stelle an der Pfote oder die Bildung eines Abszesses (Beule mit einer Ansammlung von Eiter und Blut aufgrund einer Infektion, einer Wunde oder eines Fremdkörpers) können aufgrund einer Granne vorkommen. Dabei kann die Pfote sehr stark anschwellen.
Häufiges Kopfschütteln
Wenn euer Hund den Kopf schüttelt und schief hält oder sich an einem Ohr kratzt, kann eine Granne im Ohr schuld sein. Dabei kann das Ohr rot und entzündet sein oder vollkommen normal aussehen.
Gereizte Augen
Euer Hund hat ein gerötetes Auge, blinzelt sehr häufig und kneift das Auge zu. Ihr kennt das sicherlich selbst: Ein Fremdkörper-Gefühl im Auge ist sehr unangenehm. Bei einer Granne ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dies nur auf einem Auge stattfindet.
Schwellungen der Haut
Schwellungen der Haut können auf Grannen oder andere Fremdkörper hinweisen, die sich in die Haut des Hundes gebohrt haben. Dies kann insbesondere an den Körperstellen des Hundes stattfinden, an denen die Haut besonders dünn ist. So z.B. unter den Achseln, an den Leisten oder zwischen den Zehen der Pfoten.
So können Grannen entfernt werden
Grannen, die sich im Fell oder noch an der Oberfläche des Hundes befinden, könnt ihr am besten mit einer Pinzette oder mit der Hand entfernen und entsorgen.
Eine Granne, die in einer Körperöffnung noch gut sichtbar ist, kann ebenfalls mit einer Pinzette versucht werden zu entfernen. Doch Vorsicht: Die Granne kann leider sehr leicht noch tiefer in die Öffnung geschoben werden.
Eine Granne im Körper des Hundes ist immer ein Fall für den Tierarzt!
Grannen, die aber bereits tiefer im Körper deines Hundes stecken, solltest du vom Tierarzt entfernen lassen. Insbesondere im Ohr können Grannen zwar noch sichtbar sein, aber ihr könntet das Trommelfell des Hundes bei dem Versuch der Entfernung, sehr leicht verletzen. Deshalb ist dies immer ein Fall für den Tierarzt. Sehr leicht können auch nur Teile der Granne entfernt werden, was ebenso zu starken Entzündungen und Problemen führen kann.
Bei der Vermutung, dass euer Hund eine Granne im Körper haben könnte, solltet ihr den Tierarzt so schnell wie möglich aufsuchen. Denn Grannen wandern leider meist immer weiter in den Körper aufgrund der Widerhaken und können zu ernsthaften Verletzungen und Entzündungen führen. Deshalb ist Eile angesagt.
Der Tierarzt wird die Granne mit Spezialwerkzeugen entfernen. Hierzu kann es notwendig sein, deinen Hund in Narkose zu legen.
Sollte die Granne nicht gefunden werden, aber ein Abszess oder eine offene Wunde sind sichtbar, so können Zugsalbe und ein Druckverband helfen, den Fremdkörper aus dem Körper zu leiten.
Je schneller die Granne entfernt wird, desto besser die Prognose
Die Prognose ist immer davon abhängig, wo und wie tief die Granne im Hundekörper steckt und ob sie vom Tierarzt gefunden wird. Da Grannen im Körper durch die Widerhaken noch sehr weit wandern können, solltet ihr bei einem Verdacht auf eine Grannen-Verletzung so schnell wie möglich einen Tierarzt aufsuchen. Dann ist die Prognose meist sehr gut.
Mit diesen 5 Tipps könnt ihr einer Grannen-Verletzung vorbeugen
1. "Grannen-Check" nach Spaziergängen
Nicht nur auf Zecken, sondern insbesondere auch auf Grannen solltet ihr euren Hund nach jedem Spaziergang im späten Sommer oder Herbst absuchen. Grannen, die sich im Fell festgesetzt haben, solltet ihr behutsam und vollständig entfernen. Sonst wird es euer Hund versuchen und die Grannen könnten so schnell an Nase oder Pfoten deines Hundes gelangen. Insbesondere die Ohren, die Nase und die Räume zwischen den Pfotenballen solltet ihr nach jedem Spaziergang kontrollieren. Ebenso ist es sinnvoll, Grannen, die der Hund ins Haus getragen hat, unverzüglich zu entfernen.
2. Garten und Haus frei von Grannen halten
Achtet insbesondere im Sommer, aber auch im Frühling und Herbst darauf, dass keine Grannen im Haus liegen. Diese solltet ihr immer schnell entfernen.
Im Garten könnt ihr ebenfalls darauf achten, dass keine Gräser oder Getreidepflanzen mit Grannen in eurem Garten wachsen.
3. Getreidefelder und hohe Wiesen meiden
In einem Getreidefeld hat ein Hund eigentlich ohnehin nichts zu suchen, aber auch die Ränder von Feldern könntet ihr im Sommer und Herbst besser meiden oder euren Hund danach besonders gut kontrollieren.
Viele Hunde lieben es, durch das hohe Gras in Wiesen zu toben und werden dabei richtig wach und verspielt. Das möchte ich meinem Hund zwar gönnen, aber ich ermutige ihn dazu nicht und kontrolliere danach unbedingt das Fell und die Pfoten.
4. Fell bei langhaarigen Hunden kürzen
Bei Hunden mit langem Fell können sich Grannen wesentlich leichter im Fell festhaken. Deshalb kann es hilfreich sein - sofern bei der Fellart möglich - wenn ihr das Fell im Sommer kürzer haltet und insbesondere im Bereich der empfindlichen Augen, Ohren und Pfoten kürzt. Bei vielen Hunden mit lockigem oder/und dauerhaft wachsendem Haar wie bei Pudeln oder Wasserhunden solltet ihr das Fell in den Ohren kurzhalten oder herauszupfen.
5. Hundeschuhe können helfen
Wenn euer Hund in Gegenden mit vielen Grannen laufen muss, so können auch im Notfall Hundeschuhe helfen.
Diese Hunde sind leichter von einer Grannen-Verletzung betroffen
Eine Granne kann natürlich jeden Hund treffen, dennoch sind einige Hunde häufiger betroffen als andere - sei es aufgrund ihrer Arbeiten nahe der Felder und in Gräsern oder aufgrund ihrer Fell- und Körperbeschaffenheit:
- Jagd- Fährten- & Stöberhunde
- Langhaarige Hunde
- Hunde mit langen Ohren
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