Gesundheit

Grannen beim Hund sind eine häufige Verletzungsgefahr

Unsere Hunde laufen liebend gern frei über Felder und Wiesen. Doch hier können vom späten Frühjahr bis zum Ende des Sommers Grannen auf sie warten. Grannen sind eine Gefahr für den Hund, die ihr als Hundehalter kennen solltet.

In der Sommerzeit sind Grannen-Verletzungen von Hunden eine der häufigsten Behandlungen in Tierkliniken oder bei Tierärzten. Denn eure Hunde können sich ernsthaft durch das Eindringen von Grannen verletzen.

Auch wenn sich Grannen auf Spaziergängen nie ganz vermeiden lassen, so könnt ihr einiges zur Vorbeugung unternehmen. Wenn ihr die unterschiedlichen Symptome einer Grannen-Verletzung kennt, könnt ihr im Notfall schnell und richtig reagieren und damit langwierige und schwere Verletzungen eures Hundes vermeiden.

Beschreibung, Definition

Was sind Grannen eigentlich genau?

Fiese und hartnäckige Lästlinge aus dem Pflanzenbereich: Grannen sind borsten- oder fadenförmige Bestandteile der Ähren von Getreide und Gräsern. Sie umhüllen die einzelnen Samenkörner der Getreide- oder Grassamen und besitzen teilweise lange Haare oder gar raue Borsten mit kräfigen Widerhaken.

Grannen können sich im Frühling, Sommer und Herbst von der Pflanze lösen und werden dann auf Feldern, Wiesen aber auch in Parks, Gärten und an Waldrändern verteilt. Von hier landen sie schnell im Fell des Hundes. Insbesondere lang behaarte und raue Grannen bleiben leicht im Fell des Hundes hängen. Einige Grannen besitzen sehr starke Widerhaken, die sich im Fell festhalten. Durch die Widerhaken können sich die rauen Pflanzenteile bei Bewegung des Hundes an unterschiedlichen Stellen in die Haut oder in Körperöffnungen des Hundes bohren.

Für die Pflanze hat die Granne die praktische Funktion der Vermehrung und Ausbreitung. Die Samenkörner sollen über Tiere oder über den Wind in die Gegend getragen werden. 

Deshalb sind Grannen so gefährlich für Hunde

Im späten Frühjahr, aber auch im Sommer und frühen Herbst können Grannen auf Spaziergängen an Wald-, Wiesen- und Feldrändern aber auch in Gärten und Parks vorkommen. Bleibt eine Granne im Hundefell hängen, versucht der Hund, sie mit der Schnauze oder mit den Pfoten zu entfernen. Leider misslingt das häufig und die Granne wandert im Fell weiter und kann sich aufgrund der Widerhaken in Körperöffnungen oder durch dünne Hautstellen des Hundes in den Körper bohren. Dies kann an unterschiedlichen Stellen stattfinden und leider kann die Granne mit ihren Widerhaken auch noch im Körper weiterwandern.

Eine unentdeckte Granne kann viel Unheil im Körper des Hundes anrichten: Sie führen zu starken Gewebereizungen und schleppen Bakterien ein, die zu eitrigen Entzündungen und Abszessen führen können. 

  • Pfote – Grannen können sich leicht in die Zwischenzehenhaut der Pfoten bohren und von hier aus weiter in das Bein des Hundes wandern. An den Pfoten bemerkt ihr schnell ein Humpeln oder ein Lecken an der Pfote.
  • Augen – Grannen oder Teile von Grannen können sich in die Augen bohren und dort zu starken Schmerzen und Entzündungen führen. Oft bleiben sie unter der Nickhaut (dem dritten Augenlid des Hundes) hängen.
  • Ohren - Grannen können sich zunächst an den Ohren festsetzen und dann in den Gehörgang bis zum Trommelfell wandern.
  • Nase, Atemwege, Lunge – Grannen können durch die Nase in die Atemwege wandern und dort zu starken Reizungen führen. Doch damit nicht genug: Sie können bis in die Lunge wandern und dort sogar wachsen.
  • Achseln – Unter den Achseln ist die Haut dünner, so dass sich die Granne durch die Haut bohren kann.
  • Leisten – Unter den Leisten ist die Haut ebenfalls dünner, so dass sich die Granne ihren Weg durch die Haut bohren kann.

Symptome

Es gibt sehr unterschiedliche Symptome bei einer Grannen-Verletzung

Die Symptome einer Verletzung des Hundes mit einer Granne können sehr vielfältig ausfallen, da die Granne an unterschiedlichen Stellen des Hundekörpers Probleme verursachen kann. Mögliche Symptome durch Grannen-Verletzungen

  • Häufiges Kratzen, am Fell nagen – hier denkt der Hundehalter schnell an Flöhe oder Zecken, was natürlich eine Möglichkeit wäre. Aber Hunde fühlen sich auch von Grannen belästigt, die im Fell hängen oder an der Haut schaben und versuchen, diese loszuwerden.
  • Niesen - Wenn euer Hund nach einem Spaziergang auffällig häufig niest, so kann dies ein Anzeichen für einen Fremdkörper in Form einer Granne sein, der sich in der Nase befindet.
  • Husten – euer Hund hustet nach einem Spaziergang auffällig häufig, obgleich ihr keine anderen Ursachen dafür erkennen könnt. Hier kann ein Fremdkörper wie eine Granne in die Atemwege eingedrungen sein oder gar schon in er Lunge stecken.
  • Lahmen und Humpeln auf einer Pfote, auffälliges Schlecken an einer Pfote, blutige Pfoten, eventuell eine offene Stelle an der Pfote oder Bildung eines Abszesses (Beule mit einer Ansammlung von Eiter und Blut aufgrund einer Infektion, einer Wunde oder eines Fremdkörpers). Dabei kann die Pfote sehr stark anschwellen.
  • Hund schüttelt häufig den Kopf, hält den Kopf schief oder kratzt sich an einem Ohr – das Ohr kann, aber muss nicht, rot und entzündet sein oder vollkommen normal aussehen.
  • Der Hund hat ein gerötetes Auge, blinzelt sehr häufig und kneift das Auge zu. Ihr kennt das sicherlich selbst: Ein Fremdkörper-Gefühl im Auge ist sehr unangenehm. Bei einer Granne ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dies nur auf einem Auge stattfindet.
  • Schwellungen der Haut können auf Grannen oder andere Fremdkörper hinweisen, die sich in die Haut des Hundes gebohrt haben. Dies kann insbesondere an den Körperstellen des Hundes stattfinden, an denen die Haut besonders dünn ist. So z.B. unter den Achseln, an den Leisten oder zwischen den Zehen der Pfoten.

Therapie & Behandlung

So können Grannen entfernt werden

Grannen, die sich im Fell oder noch an der Oberfläche des Hundes befinden, könnt ihr am besten mit einer Pinzette oder mit der Hand entfernen und entsorgen.

Eine Granne, die in einer Körperöffnung noch gut sichtbar ist, kann ebenfalls mit einer Pinzette versucht werden zu entfernen. Doch Vorsicht: Die Granne kann noch tiefer in die Öffnung geschoben werden.

Eine Granne im Körper des Hundes ist immer ein Fall für den Tierarzt!

Grannen, die aber bereits tiefer im Körper deines Hundes stecken, solltest du vom Tierarzt entfernen lassen. Insbesondere im Ohr können Grannen zwar noch sichtbar sein, aber ihr könntet das Trommelfell des Hundes bei dem Versuch der Entfernung, sehr leicht verletzen. Deshalb ist dies immer ein Fall für den Tierarzt. Sehr leicht können auch nur Teile der Granne entfernt werden, was ebenso zu starken Entzündungen und Problemen führen kann.

Bei der Vermutung, dass euer Hund eine Granne im Körper haben könnte, solltet ihr den Tierarzt so schnell wie möglich aufsuchen. Denn Grannen wandern leider meist immer weiter in den Körper aufgrund der Widerhaken und können zu ernsthaften Verletzungen und Entzündungen führen. Deshalb ist Eile angesagt.

Der Tierarzt wird die Granne mit Spezialwerkzeugen entfernen. Hierzu kann es notwendig sein, deinen Hund in Narkose zu legen.

Sollte die Granne nicht gefunden werden, aber ein Abszess oder eine offene Wunde sind sichtbar, so können Zugsalbe und ein Druckverband helfen, den Fremdkörper aus dem Körper zu leiten.

Prognose

Je schneller die Granne entfernt wird, desto besser die Prognose

Die Prognose ist immer davon abhängig, wo und wie tief die Granne im Hundekörper steckt und ob sie vom Tierarzt gefunden wird. Da Grannen im Körper durch die Widerhaken noch sehr weit wandern können, solltet ihr bei einem Verdacht auf eine Grannen-Verletzung so schnell wie möglich einen Tierarzt aufsuchen. Dann ist die Prognose meist sehr gut.

Vorbeugung

Mit diesen Tipps könnt ihr einer Grannen-Verletzung vorbeugen

Grannen-Check nach Spaziergängen

Nicht nur auf Zecken, sondern insbesondere auch auf Grannen solltet ihr euren Hund nach jedem Spaziergang absuchen. Grannen, die sich im Fell festgesetzt haben, solltet ihr behutsam und vollständig entfernen. Sonst wird es euer Hund versuchen und die Grannen könnten so schnell an Nase oder Pfoten deines Hundes gelangen. Insbesondere die Ohren, die Nase und die Räume zwischen den Pfotenballen solltet ihr nach jedem Spaziergang kontrollieren.

Garten und Haus frei von Grannen halten

Achtet insbesondere im Sommer, aber auch im Frühling und Herbst darauf, dass keine Grannen im Haus liegen. Diese solltet ihr immer schnell entfernen.

Im Garten könnt ihr ebenfalls darauf achten, dass keine Gräser oder Getreidepflanzen mit Grannen in eurem Garten wachsen.

Getreidefelder und hohe Wiesen meiden

In einem Getreidefeld hat ein Hund eigentlich ohnehin nichts zu suchen, aber auch die Ränder von Feldern könntet ihr im Sommer besser meiden oder euren Hund besonders gut kontrollieren.

Viele Hunde lieben es, durch das hohe Gras in Wiesen zu toben und werden richtig wach und verspielt. Das möchte ich meinem Hund zwar gönnen, aber schränke es sehr stark im Sommer ein. 

Fell bei langhaarigen Hunden kürzen

Bei Hunden mit langem Fell können sich Grannen wesentlich leichter im Fell festhaken. Deshalb kann es hilfreich sein, wenn ihr das Fell im Sommer kürzer haltet und insbesondere das Fell im Bereich der empfindlichen Augen, Ohren und Pfoten kürzt. Bei vielen Hunden mit lockigem oder/und dauerhaft wachsendem Haar wie bei Pudeln oder Wasserhunden solltet ihr das Fell in den Ohren kurzhalten oder herauszupfen.

Hundeschuhe können helfen

Wenn euer Hund in Gegenden mit vielen Grannen laufe muss, so können auch im Notfall Hundeschuhe helfen.

Hunde, die häufiger betroffen sind

Diese Hunde sind leichter von einer Grannen-Verletzung betroffen

Eine Granne kann natürlich jeden Hund treffen, dennoch sind einige Hunde häufiger betroffen als andere:

  • Jagdhunde
  • Langhaarige Hunde wie Pudel und Wasserhund
  • Hunde mit langen Ohren
  • Fährtenhunde

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