Gesundheit

Darf mein Hund Mangold fressen?

Mangold gibt es sowohl mit roten als auch mit gelben Stielen

Mangold (botanischer Name: Beta vulgaris) ist mit nur 14 kcal/100g besonders kalorienarm und enthält wichtige Antioxidantien, Mineralstoffe und Vitamine. Er ist eine echte Alternative zu Spinat und hat ebenso wie dieser leider auch einige Nachteile. Er ist nicht für jeden Hund geeignet und bei der Zubereitung gibt es einiges zu beachten. Wenn ihr euch fragt, ob Mangold für euren Hund genießbar ist, findet ihr hier die Antworten.

Ja oder Nein?

Jein, Hunde dürfen Mangold nur unter bestimmten Umständen fressen. Die hohe Konzentration an Oxalsäure und der hohe Nitrat-Gehalt können ungesund werden und deshalb kommt es auf die Zubereitung und die Menge in der Fütterung an. Einige Hunde sollten Mangold besser ganz meiden.

Wir zeigen euch die Vor- und Nachteile von Mangold für Hunde und wie ihr ihn am besten an euren Hund verfüttern könnt.

Vorteile

4 gute Gründe für den Mangold

1. Gut für das Immunsystem und für gesunde Zellen

Mangold enthält extrem viel Beta-Carotin (3.500 µg/100g), einer Vorstufe des Vitamin A, das ein sehr starkes Antioxidans ist und Krebserkrankungen als auch Herz- Kreislauferkrankungen verringern kann. Nebenbei ist es das Vitamin, das die Sehkraft stärkt.

Auch Vitamin C ist mit 40mg/100g sehr viel enthalten und hat eine antioxidative Wirkung und stärkt das Immunsystem. Hunde können Vitamin C im Gegensatz zu Menschen zwar selbst im Körper produzieren, doch können Zugaben hilfreich sein. 

Mangold enthält auch etwas Folsäure (30 µg/100g), die für ein gesundes Zellwachstum wichtig ist. Vitamin E, ein starkes Antioxidans, das das Immunsystem stärkt, ist ebenfalls relativ viel enthalten. 

2. Gut für entspannte Muskeln, Herz und starke Knochen und Zähne

In Mangold ist mit 375 mg/100g extrem viel Kalium enthalten, das den Wassergehalt der Zellen reguliert und für Herz und Nerven grundlegend ist.

Kalium hat auch eine leicht entwässernde und entschlackende Wirkung. Mangold enthält viel Magnesium, das für eine gesunde und entspannte Funktion von Muskeln und Nerven wichtig.

Der hohe Calcium-Gehalt (100mg/100g) sorgt für Knochenaufbau und starke Zähne. 

3. Für eine schlanke Linie: Kalorienarm

Mangold ist mit nur 14 kcal/100g ein absoluter Schlankmacher und darf somit auch von Hunden genossen werden, die eigentlich abnehmen müssen. 

4. Gut für den Darm und die Verdauung

Oxalsäure hat in geringen Mengen durchaus ihre Vorteile, denn die Menge macht das Gift. In Maßen bringt Oxalsäure die Verdauung in Schwung, was natürlich für Hunde mit Durchfall absolut nicht sinnvoll ist.

Gleichzeitig kann die Oxalsäure schlechte Bakterien im Darm abtöten. Außerdem enthält Mangold auch ein paar Ballaststoffe, die die Verdauung ebenfalls ankurbeln können.

Nachteile

4 Gefahren, auf die ihr bei Mangold unbedingt achten solltet

1. Oxalsäure kann zu Nieren- und Blasensteinen führen

100g roher Mangold enthält durchschnittlich 610mg Oxalsäure. Oxalsäure ist für Menschen und Hunde in großen Mengen giftig.

Sie ist aber auch aus weiteren Gründen ungesund, denn im Körper bildet sich daraus Calciumoxalat, das über den Urin ausgeschieden werden muss.

Nimmt dein Hund zu viel Oxalsäure auf oder kann er das entstandene Calciumoxalat durch eine eingeschränkte Nierenfunktion oder zu wenig Wasseraufnahme nicht über die Niere wieder ausscheiden, können sich Nieren- bzw. Blasensteine bilden.

Für Hunde, die zu Nierenproblemen neigen oder grundsätzlich zu wenig Wasser trinken, sollte Mangold am besten tabu sein. Auch für Hunderassen, die an Oxalatsteinen besonders häufig leiden, sollte Mangold besser tabu sein:

2. Die Oxalsäure im Mangold kann die Zähne angreifen

Obendrein greift Oxalsäure die Zähne gleich dreifach an: die Säure schädigt den Zahnschmelz und in Verbindung mit Calcium bildet sich gefährliche Zahnbelag und das an der Oxalsäure gebundene Calcium wird dem Körper für die Zähne entzogen.  

3. Nicht gut geeignet für Welpen, Junghunde und Hunde mit Eisenstoffwechselstörungen

Da Oxalsäure Mineralstoffe wie Eisen aber auch Calcium im Körper bindet und zu Calciumoxalat wird, wird dem Körper bei zu viel Oxalsäure auch Calcium entzogen. Das ist insbesondere für Hunde im Wachstum wie Welpen und Junghunde ungesund, da ihre Knochen sich noch im Aufbau befinden und dafür Calcium benötigen. Doch gleichzeitig enthält Mangold mit 100mg/100g viel Kalzium und auch viel Eisen. 

4. Mangold ist reich an Nitrat

Auch Mangold wird mit Nitraten gedüngt und nimmt diese über die Erde auf. Im Hunde-Körper kann Nitrate jedoch in Nitrit umgewandelt werden, was den Sauerstofftransport im Blut stört und verlangsamt. Obendrein kann sich Nitrat zu krebserregenden Nitrosaminen umwandeln. Allerdings ist der Nitratgehalt im Freiland-Mangold während der regionalen Saison am geringsten.

Doch es gibt Abhilfe und der Gehalt der Oxalsäure und des Nitrats im Mangold lässt sich sehr einfach vermindern. 

Fütterung

So verfüttert ihr Mangold am besten an euren Hund

Gemüse frisch, regional und während der Saison kaufen

Wenn ihr Mangold frisch kauft und er nicht im Treibhaus sondern aus dem Freiland kommt, so ist der Nitratgehalt von vornherein geringer.

Stiele und Stängel entfernen

Wenn ihr Mangold verarbeitet, dann entfernt die Stiele und die dicken Stängel, denn diese enthalten die meisten Nitrate.

Sanft garen und das Kochwasser abgießen

Sanft gegarter Mangold, der z.B. blanchiert oder gedünstet wird, verliert sowohl einen Großteil seiner Oxalsäure als auch des Nitrats an das Kochwasser. Wenn ihr dieses dann abgießt und den gekochten Mangold verfüttert, kann der Gehalt an Oxalsäure um bis zu 70% gemindert werden. Den Nitrat-Gehalt könnt ihr auf diese Weise um 40-80% vermindern.

Wenn ihr möglichen Gefahren aus dem Weg gehen möchtet, solltet ihr Mangold lieber gar nicht in den Futterplan eures Hundes aufnehmen.

 

Mangold mit etwas Fett geben

Damit die fettlöslichen Vitamine wie Vitamin E auch vom Körper aufgenommen werden können, solltet ihr zum Mangold einen Hauch Öl oder tierisches Fett geben.

Mangold ungewürzt geben

Gebt zum Mangold nicht aus Gewohnheit auch für eure Hunde Fette, Salz oder Gewürze. Auch Zwiebeln und Knoblauch sind für Hunde grundsätzlich tabu!

Besser bio und regional

Bio-Qualität wird grundsätzlich weniger gedüngt als konventionelle Ware und damit enthält er weniger Nitrate. Freilandmangold im Sommer in Bio-Qualität enthält weniger Nitrate, die für den Körper von Nachteil sein können. Außerdem ist die CO2-Bilanz bei regionaler Ware, die nicht im Treibhaus gezogen wurde, besser.

Wie viel Mangold darf ich meinem Hund füttern?

Um euch eine Idee davon zu geben, wie viel Mangold euer Hund in einer Tages-Portion fressen darf, nehmen wir durchschnittliche BARF-Berechnungen. Allerdings solltet ihr Mangold nicht täglich auf den Speiseplan setzen.

  • Die tägliche Futterportion eines Hundes beträgt ca. 3% des Körpergewichts.
  • Bei der BARF-Fütterung sollte der pflanzliche Anteil der Fütterung ca. 20% der Gesamtmenge ausmachen.
  • Zweidrittel davon sind Gemüse und ein Drittel Obst. Rund 13% der Tages-Portion wären also Gemüse.
  • Ein erwachsener Hund von 10 kg würde also eine Gemüse-Portion am Tag von ca. 40g erhalten. Gegarter Mangold kann hiervon gelegentlich während der Saison ein Teil mit weiteren Gemüsesorten sein. Wir sprechen hier also von vielleicht 15-20g Mangold an einem Tag bei einem Hund von 10kg Gewicht.

    Wichtiger Hinweis:
     die BARF-Rationen sollten für eure Hunde individuell nach Alter, Rasse, Größe, Bewegung, Gesundheitszustand und Verträglichkeiten berechnet werden. Die oben aufgestellte grobe Berechnung der Mangold-Portion soll euch nur ein Gefühl dafür geben, wie viel bzw. im Grunde wie wenig Gemüse euer Hund in etwas bekommen würde.

Mangold zum Start nur testweise und in besonders kleinen Mengen füttern

Bei empfindlichen Hunden solltet ihr euren Tierarzt am besten vorher fragen, ob ihr ihm Mangold füttern dürft. Er kennt euren Hund und seine individuellen Bedürfnisse und Schwächen am besten. Wie bei fast jedem Futtermittel besteht auch bei Mangold die Gefahr, dass dein Hund allergisch auf ihn reagieren kann oder ihn einfach nicht gut verträgt. Bei Nicht-Vertragen kann es zu Blähungen, Durchfall oder auch Erbrechen kommen. Es ist daher immer ratsam, Rhabarber zu Beginn in sehr kleiner Menge zu testen. Sollte dein Hund allergische Reaktionen wie Schwellungen, Atemprobleme, Ausschläge, Jucken, Husten oder andere Allergie-Symptome zeigen, solltest du ihm natürlich keinen Mangold mehr geben und einen Tierarzt kontaktieren.

Wissenswertes

Wissenswertes rund um den farbenfrohen Mangold

Mangold-Saison

Mangold hat in Deutschland im Freiland von Juni bis August Saison, wobei Stielmangold in der Regel etwas später als Blattmangold erntereif ist. Aus Gewächshäusern gibt es Mangold bereits ab März, doch dieser enthält höhere Nitratwerte. Häufig wird Mangold aus Frankreich, Italien oder Spanien oder auch aus Polen importiert.  

Farbenfroh und es gibt zwei unterschiedliche Arten

Mangold sieht zwar wie Spinat aus und hat auch sehr ähnliche Vitamine und Nährstoffe, er gehört aber zu der Roten Beete. Beim Mangold gibt es zwei unterschiedliche Arten: den Blattmangold (auch Schnittmangold oder Römischer Kohl genannt), von dem hauptsächlich die Blätter verwendet werden und dem Spinat stark ähneln. Stielmangold wird dagegen größer und seine Stiele und Blattrippen können in rot oder gelb leuchten oder einfach weiß sein.

Frischen Mangold schnell verbrauchen

Frischer Mangold ist im Kühlschrank nicht länger als 2 Tage haltbar und welkt dann sehr schnell. Ähnlich wie Spargel hält er sich länger frisch, wenn er in ein feuchtes Tuch eingewickelt ist.

Fazit

Mangold ist nicht für alle Hunde gut geeignet

Mangold sollte grundsätzlich gedämpft oder blanchiert gefüttert werden und das Kochwasser, in dem sich die Oxalsäure und das Nitrat fängt, sollte weggegossen werden.

Für Welpen, Junghunde und Hunde mit Problemen der Niere oder des Eisenstoffwechsels kann Mangold negative Auswirkungen haben. Der Gehalt an Oxalsäure und Nitraten kann durch ein Garen gemindert aber nicht ganz verhindert werden.

Mangold ist ein geeignetes Gemüse für die Hunde-Fütterung, sofern er gegart wird, doch es gibt andere Gemüsearten, die gesünder und noch besser zur täglichen Fütterung geeignet sind.

Gelegentlich etwas gegarter Mangold ist für gesunde und ausgewachsene Hunde eine kleine Abwechslung im Fressnapf und durchaus gesund.

Gib uns Pfoten:

Schreibe uns:

Gesundes Gemüse für Hunde

Diese Gemüsesorten sind sehr gesund für Hunde und können täglich im Gemüse-Anteil der Futterration vorkommen. Einige davon sollten gegart werden, damit sie besser vertragen werden. Hier erfährst Du, warum diese Gemüsesorten so gesund sind, in welchen Mengen du sie füttern kannst und wie das Gemüse zubereitet sein sollte. 

Darf mein Hund Chicorée fressen?

Chicorée ist sehr gesund für Hunde. So füttert ihr ihn richtig.

Fenchel ist gesund für Hunde

Die Vor- und Nachteile von Fenchel und Tipps zur gesunden Fütterung.

Darf mein Hund Gurken fressen?

Salatgurken sind super gesund. So füttert ihr sie.

Karotten richtig an Hunde füttern

Möhren sind gesund für Hunde. So füttert ihr sie am besten.

Pastinaken sind gesund für Hunde

Die Vor- und Nachteile von Pastinaken und Tipps zur gesunden Fütterung.

Petersilienwurzeln sind so gesund

So füttert ihr die super gesunden Petersilienwurzeln richtig.

Topinambur gesund und lecker

7 gesunde Gründe für Topinambur und wie ihr ihn am besten füttert.

Dürfen Hunde Kürbis fressen?

Ja, Kürbis ist gesund für Hunde, wenn ihr ihn richtig füttert.

Ist Petersilie auch für Hunde gesund?

Petersilie ist reich an Vitaminen und Nährstoffen - so füttert ihr sie richtig.

DigiDogs in anderen Sprachen und Ländern: Darf mein Hund Mangold fressen?Great BritainUnited StatesCzy mój pies może jeść boćwinę?
Copyright © 2023 DigiDogs, soweit nicht anders angegeben. Alle Rechte vorbehalten.
Über uns - Impressum - Datenschutz